Die Band "Enertia" noch nie gehört? Ging mir auch so und ich war umso mehr verwundert, dass die Band bereits seit 1996 besteht und in den USA bereits 3 Scheibletten auf den Markt geschmissen und zudem bereits um die 500(!!!) Shows gespielt hat.
Und an Hand der aktuellen CD ist es schade, dass man erst so spät etwas von Enertia auf unserer Seite des Ozeans zu hören bekommt. Hier wird Power Metal amerikanischer Prägung gezockt, der an einigen Stellen an nicht ganz so vertrackte Sanctuary oder Nevermore (die CD ist übrigens bei Neil Kernon aufgenommen worden) erinnert ohne deren Brillianz zu erreichen.
Doch trotzdessen machen Songs wie der Opener oder auch Bleed eine Menge Spass, was auch an dem angenehmen Organ von Sänger Scott Featherstone liegt, der eine klare und kraftvolle Stimme vorweist, die in mittleren Tonbereichen pendelt und dabei nicht in Priestsche Gefilde vordringt. Leider fehlen oftmals noch die ganz großen Refrains, was etwas schade ist, da das Potential absolut vorhanden ist!
Auch die Instrumentalfraktion lässt keine schwerwiegenden Gründe für Kritik aufkommen, aber viele Riffs und das meist durchweg im Mid-Tempo agierende Schlagzeug, lassen etwas die Innovation vermissen, die bereits oben genannte Bands besitzen.
Doch ansonsten wird hier gutklassiger US-Power Metal geboten, der keine Tiefen, aber auch nur wenige wirkliche Höhen oder HIts vorweisen kann, doch ist die Tendenz durchaus positiv. Ich glaube, dass die Band sich noch steigern und dann auch in die Oberklasse aufsteigen kann, was auch Hole in the Head und Gun (mit Akustikgitarren bzw. nur leicht verzerrten Gitarren garniert) oder Withstand (eingängig mit coolem Solo) demonstrieren.
Wer auf kräftigen US-Power Metal steht, sollte aber nichtsdestotrotz unbedingt reinhören, denn Freude macht die Scheibe auf jeden Fall!!