Ich kann mich noch gut an das Jahr 1995 erinnern, als die vier Brasilianer namens Krisiun ihr Debüt Black force domain auf den Markt schmissen. Hab mir die CD damals beim Dealer meines Vertrauens angehört, weil die jeder klasse fand. Außer mir. Beim ersten hören dachte ich so, was ist das schlecht. Einige Zeit später fiel mir die Scheibe wieder in die Hände und beim zweiten durchhören fand ich es einfach nur geil.
Ähnlich ging es mir diesmal wieder. Krisiun sind immer für ne Überraschung gut. So wird der ein oder andere sicher auch denken, der Krisiun nun schon etwas kennt. Die Jungs versuchen sich diesmal etwas vom Knüppelimage abzuwenden und lassen an mancher Stelle auch mal etwas Melodie mit einfliessen. So, wie etwa das ein minütige Stück "Doomed", daß ein ruhiges und atmosphärisches Instrumental ist. "Summon" ein Trommelsolo wie aus dem Brasilianischen Dschungel. Das war es dann aber auch schon an Versuchen.
Ansonsten gibt’s, wie soll man es auch anders erwarten, eine reines High speed Death Metal Geballer der Extraklasse. Songs wie "Bloodcraft" oder der Nackenbrecher "Natural genocide" sprechen ihre eigene Sprache. AssassiNation ist für mich das variabelste und strukturierteste Album, was Alex und seine zwei Mitstreiter je auf die Menschheit losgelassen haben. Hier stimmt einfach alles: Die Gitarrenarbeit und das Drumming perfekt zum Gesang abgestimmt.
Die Produktion ist, wie immer ein Hammer und bläst einem so richtig schön das Gehirn frei. Als Bonus gibt’s dann noch "Sweet revenge", Krisiuns Interpretation eines Motörhead Klassikers. Brasiliens Band Nummer 1 in Sachen Death Metal bringen euch mit ihrem bereits siebten Album zwölf Kracher in einer dreiviertel Stunde in die Wohnstube.
Bleibt mir nur zu sagen, daß AssassiNation eine der besten Krisiun Scheiben überhaupt ist, was sicher nicht jeder so sehen wird. Viel brutaler kann Death Metal kaum klingen. Der Krisiun Bulldozer zermalmt alles.