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In Geographie war ich in der Schule immer einer der Besten. Dennoch bin ich nicht mit den geologischen Besonderheiten der norwegischen Jotunheimen Gebirgskette vertraut auf die ich stieß, als ich nach der Bedeutung des Namens Glittertind recherchierte. Der Name leitet sich vom zweithöchsten Berg dieser Kette ab, dessen Region auch als „Das Herz von Norwegen“ bezeichnet wird. Also sehr viel Heimatverbundenheit, Mythologie und Folklore, welche sich Gründer Torbjörn Sandvik und sein Mitstreiter Geirmund Simonsen auf die Fahne geschrieben haben.
Ich muss gestehen, das mir Glittertind als Band, Projekt oder sonst was bisher noch nicht geläufig war, ich also nichts zum ersten Album „Evige asatro“ oder der EP „Til dovre faller“ EP, bis auf die teilweise vernichtenden Kritiken der Printmedien, nichts sagen kann. Man kann es also als Vorteil betrachten, dass ich völlig unvoreingenommen an „Landkjenning“ herangehen konnte und keine Scheuklappen auf hatte. Nun wird eh alles besser, Napalm Records hat das Projekt unter Vertrag und somit einen weitaus besseren Vertrieb als seinerzeit Karmageddon Records. Genug geschwafelt, ab zur Mucke…
Wer auf die alten Tyr, Heidevolk oder eine Mischung aus Corvus Corax meets Viking Metal steht, wird kaum an dieser Scheibe vorübergehen können. Sehr viele altertümliche Instrumente vereinen sich mit teils dezenten Gitarrenklängen („Jeg snoerer min sekk“, mit einem tollen Flötensolo im Mittelteil), manchmal auch mit härteren Riffs („Landkjenning“ oder „Varder in brann“) und kombinieren geschickt Altertum und Moderne. Ein bisschen schmunzeln musste ich beim ersten Hören von „Longships and mead“, im Übrigen dem einzigen Song mit einem englischen Titel, der Rest ist komplett norwegisch. Der Beginn mutete etwas wie ein Lied aus der Sesamstraße an, die ich als leidgeprüfter Vater zweier Kinder oft genug ertragen musste, steigerte sich dann aber unter tonnenschwerer Mithilfe eines Schiffahrtsklaviers zu einem echten Gassenhauer. Mein Lieblingssong auf diesem Album hat allerdings nicht im Entferntesten was mit Metal zu tun: „Gar min eigen veg“ ist ein richtiger Folksong, der gefühlvoll intoniert zu einer ruhigen Runde am Lagerfeuer einlädt. Nachdem dann das sehr mystische Outtro „Overmate full av nade” die Scheibe beschloss stellte ich fest, welch Kurzweil dieses schöne Stück Musik verbreitet hatte.
Glittertind haben mit „Landkjenning“ eine richtige Überraschung abgeliefert und sich direkt in meine Playlist gespielt. Dazu trägt auch das tolle Cover von Finntroll Gitarrist Samuli Ponsimaa bei. Warum allerdings dieses in Textmarker-Gelb eingetüncht wurde, wird wohl ein Mysterium der modernen Welt bleiben. Tolle Platte.
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by olaf@pommesgabel.de
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