Dienstag, der 07. September 2010
 
 
Heathen - Evolution of chaos

Interpret: Heathen
Albumtitel: Evolution of chaos
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Thrash-Metal
Tracklist:
01. Intro
02. Dying season
03. Control by chaos
04. No stone unturned
05. Arrows of agony
06. Fade away
07. A hero’s welcome
08. Undone
09. Bloodkult
10. Red tears of disgrace
11. Silent nothingness

Homepage:
www.myspace.com/heathenmetal

   

Mascot Records sei Dank. Nicht nur, das die Holländer uns in der Vergangenheit Volbeat beschert haben, nein, auch erbarmen sich die Jungs und kredenzen uns endlich Heathens Nachfolger zum legendären „Victim of deception“ Album von 1991. „The evolution of chaos“ nennt sich das nachweihnachtliche Geschenk, welches jeden Thrasher, nicht nur die alte Garde der ersten Generation, das Pipi in die Augen treiben dürfte, denn diese Scheibe ist eine Wiederbelebung des alten, ureigenen und unverfälschten Bay Area Sounds der späten Achtziger.

 

Spätestens seit dem 2005 zum kostenlosen Download angebotenen Demos wurde meine Neugier geweckt, ob die Mitbegründer des Bay Area Thrash es nach so einer langen Pause überhaupt noch draufhätten, was mir das damalige, unter äußerst professionellen Bedingungen aufgenomme Werk eindrucksvoll bestätigte. Glücklichweise haben Heathen von diesem genialen Demo den Opener „Dying season“, bei dem Fronter Davod Godfrey sein galaktisches Stimmvolumen zur Schau stellt, übernommen und nageln gleich zu Beginn den Hörer mit einem genialen Riffgewitter an die Wand. Der Refrain knallt, die Produktion ist wuchtig, nie zu überladen und alle Instrumente sind klar heraus zu hören. In die gleiche Kerbe schlägt „Control by chaos“ der ebenfalls überirdisch erscheint und jeder noch so erfolgreichen Nachwuchsband ganz klar aufzeigt, wo der Elch die Locken hat. Auch die von mir eigentlich so verhassten Überlänge-Songs, die Heathen mit dem 11 Minuten Epos „No stone unturned“ bedienen, finden mein Gefallen und heftige Körperzuckungen. In drei verschiedene Teile aufgeteilt werden hier alle Sinne bedient und man versinkt förmlich in der kompositorischen Genialität der Herren Altus, Lum, Torres und Minter. Gerade Darren Minter, ebenso Urmitglied, brennt mit seinem präzisen und Magengegend-Zerschmetternden Drumming selbst der Sonne ein Loch in die Kruste. Auch das folgende, ebenfalls auf dem 2005er Demo befindliche „Arrows of agony“ ist in seiner jetzigen Form ein Highlight. Doch als ich schon dachte, es könne nicht besser werden, wurde mir mit „Fade away“ die Hirnrinde weggeballert. Wer auf Wikipedia den Begriff „Thrash Metal“ eingibt sollte zukünftig sofort diesen Song zu hören bekommen, besser geht es nicht. An dem Gesamteindruck kann auch nicht das etwas schwächere, naja, schwach ist hier eigentlich gar nichts, „A hero’s welcome“ ändern, welches eine stilvolle Homage an Thin Lizzy darstellt. Danach geht es ohne Umschweife weiter. Thrash at it’s best. Hymnenartige Stampfer mit überragenden Riffs, Leads und Soli. An alle Slayers, Metallicas und wie sie alle heißen und in der letzten Zeit sich mit aktuellen Alben wieder ins Gedächtnis gerufen haben, packt Eure Koffer und hört mal in dieses Scheibchen rein. Dann sollte Euch vor Scham der Rotz durch die Nase schießen.

 

Meine Fresse, was hätte aus dieser famosen Band werden können, hätten sich Heathen nicht in Wohlgefallen aufgelöst und viel früher dieses zeitlose Meisterwerk veröffentlicht. „The evolution of chaos“ ist die perfekte Blaupause wie man Thrash spielen, nein, zelebrieren muss. Da kommt selbst Lee’s Hauptarbeitgeber Exodus nicht mit. Ich hoffe nur, das a) es nicht wieder 19 Jahre dauern wird, bis es ein neues Album dieser Meister geben wird und b) ich noch das Privileg haben werde, die Jungs mit diesem Juwel live erleben zu dürfen. Ich verneige mich vor Heathen und bin schon jetzt fest davon überzeugt, dass das Album des Jahres, obwohl das Jahr gerade erst angefangen hat, schon jetzt in meinem Player rotiert. Ein famoses Prachtexemplar.

Bewertung:

by olaf@pommesgabel.de

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