Dienstag, der 07. September 2010
 
 
Demonica - Demonstrous

Interpret: Demonica
Albumtitel: Demonstrous
Erscheinungsjahr: 2010
Genre: Thrash-Metal
Tracklist:
01. Demon class
02. Ghost hunt
03. My tongue
04. Luscious damned
05. Palace of glass
06. Alien six
07. Below zero
08. Fast and furious
09. Summoned
10. Astronomica

Homepage:
www.demonica.net

   

Was macht man in der Regel, wenn der eigentliche Arbeitgeber nicht aus dem Allerwertesten kommt oder nicht die Mucke spielt, die einem selbst ins Gusto passt? Richtig, man gründet kurzerhand eine eigene Combo, holt sich gestandene Mitstreiter an Bord und rüpelt sich so den Frust von der Seele. Im Falle von Demonica, in meinen Augen allerdings ein wirklich gewöhnungsbedürftiger Name (um es wohlwollend auszudrücken), fanden sich Kind Diamond Gitarrist Hand Shermann mit Forbidden Sechssaiter Craig Locicero zusammen, um auf ihrem Debüt „Demonstrous“ feinsten europäischen Thrash Metal mit leichtem Bay Area Einschlag zu zelebrieren. Und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen.

 

10 wirklich fette, sauber produzierte und teilweise mitreißende Songs kredenzt uns die Dänisch / Amerikanische Formation und lässt dabei die oldschool Fraktion frohlocken. Beim Opener „Demon class“ allerdings dachte ich, hmmm, ziemlich gediegen, gar nicht so, wie in den Presseankündigungen versprochen, doch dann ging’s mächtig zur Sache. Ein Riffgewitter, welches einem direkt in die Magengrube fährt. In dieselbe Kerbe schlägt dann auch das folgende „Ghost hunt“, wo hingegen „My tongue“ trotz des megafetten Riffings nicht ganz so zu begeistern weiß. Schon nach diesen 3  ersten Songs war mir klar, das Demonica das Rad zwar nicht neu erfinden, die bestehende Begeisterung für Rifforientierte, harte Songs aber zu nutzen wissen. Der Mittelpart der Scheibe ist dann auch der beste Teil des Albums, beinhaltet er doch mit dem Slayer-lastigen „Luscious damned“, der einem mit dem schleppenden Mittelteil den Schädel spaltet, dem mit einem derben Aggro Einschlag versehende „Palace of glass“ und das scheinbar sehr von Mister Locicero Bay Area Herkunft beeinflusste „Alien six“ Highclass Thrash vom allerfeinsten. „Below zero“ hingegen kann dem vorher eingeschlagenen Weg leider nicht folgen und ist im Gros der hochklassigen Songs eher Mittelmaß. Bei „Fast and furious“ ist dann allerdings der Name Programm, da hier trotz einer rasanten Geschwindigkeit immer noch Zeit und Raum für schöne Soli und Bridges bleiben. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich dieses superbe Stück Blei auf einem glatten Neuner Kurs, wären dann nicht die beiden letzten Stück dafür verantwortlich gewesen, das ich die Note eine Nuance nach unten korrigieren musste. Das aus Pantera und Voivod Einflüssen zusammengeklaute „Summoned“ ist der mit Abstand schwächste Song des Albums, woran das sehr langatmige und so gar nicht zündende „Astronomica  zum Ende auch nichts mehr retten konnte.

 

Dennoch sollte man darüber nun nicht gleich eine Lanze brechen, denn Demonica haben mit „Demonstrous“ eine prima Arbeit abgeliefert und eine tolle Thrash Platte fabriziert, die hoffentlich auch irgendwann einmal zu Live Ehren kommt. Auf jeden Fall sollte man sich hier nicht auf die beiden Hauptprotagonisten konzentrieren und versuchen, mit den beiden recht prominenten Namen Käufer zu ziehen. Das hat die Platte keinesfalls nötig, denn die Mucke spricht eindeutig für sich selbst.

Bewertung:

by olaf@pommesgabel.de

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