Wann: 11.08. - 13.08.2004
Wo: Bad Berka / Thüringen
Autor: Andy
Anwesende Redakteure: Andy [ah], Marie [me], Tino [god] & Torsti [tr]
Bereits im Vorfeld ging bei einigen Redaktionsmitgliedern ein Raunen durch die Kehlen, wenn auch nur beiläufig das Party.San erwähnt wurde. Schnell dachte man an das glorreiche vergangene Jahr zurück, das leckere Bier, die knusprigen Hähnchen und die tollen Bands. Natürlich wurde auch über die konstant gute Stimmung auf dem Platz sinniert…
Mittwoch, 10.08.
Bereits der Mittwoch war als Startzeit lange festgelegt und nach den wirklich typischen Pommesgabel-Verspätungen, war endlich alles im Wagen verstaut und so fuhren wir (Jasmin, Torsti und ich, als Fahrer) ab in Richtung Bad Berka mit jeder Menge guter Laune und Vorfreude im Inneren des Autos. Die Fahrt verlief zwar staufrei aber trotzdem ging es nur zögerlich voran, was ausnahmsweise nicht nur an dem doch arg bedenklichen Alkoholkonsum meiner Mitreisenden lag. Dann endlich erreichte uns ca. 70km vor Ankunft eine Nachricht von unseren Freunden, die wir nach dem W:O:A endlich wieder sehen wollten, dass der Zeltplatz bereits in Beschlag genommen wurde – ein Stoppelfeld! Ein zweifelhaftes Vergnügen, wie wir uns erst dachten, doch als wir es uns näher betrachteten stellten wir fest, dass wir zu dem Zeitpunkt die Ersten auf diesem Acker sein sollten und unser neuer Lieblings Einweiser Thomas (holy 77) sorgte auch dafür, dass alle Nachzügler von uns dort ihren Platz finden würden. Was folgte, waren die obligatorischen Aufbauten der Zelte und des Pavillons, der uns vor eventuellen Regen schützen sollte (und es auch tat). Dann kam der gemütliche Teil des Abends, als diverse Bierdosen ihren natürlichen Tod finden sollten (und es auch taten). Für die musikalische Unterhaltung sorgten diverse CDs, die uns eigentlich den Abend noch mehr versüßen sollten, doch der Soundmann hat's einfach verkackt. Der sollte sich ursprünglich noch am selben Abend dafür entschuldigen, sich vor uns hinknien, uns den Dreck unter den Zehnägeln rauslutschen und sich mit glühenden Zangen die Eier umdrehen – live und direkt! Doch am Ende war und das auch egal und genossen noch diverse Getränke, bis in die frühen Morgenstunden…
Donnerstag, 11.08.
Der Donnerstag begann im Grunde so, wie der Abend endete: feuchtfröhlich! Und allein daran merkte man schon, dass auch in diesem Jahr auf nahezu allen Campingplätzen eine absolut ansteckende Stimmung herrschte. Ständig stolperten irgendwelche Metalheads zu uns, setzten sich hin und feierten ein wenig mit uns, bis kurz darauf die Nächsten folgten (zum Glück brachten fast alle ihr eigenes Bier mit, sonst wäre der Tag schneller als gewollt zu Ende gegangen)! Irgendwann zog es uns dann aber doch zu den Bands, die das Party.San eröffnen sollten – ins Zelt also. Dort herrschte bereits ein ausgiebiges Treiben und es erwies sich als nicht gerade leicht mal eben fünf Biere unverschüttet anzuschleppen. [ah] Secrets of the Moon enterten pünktlich um 22 Uhr die Bretter die die Welt bedeuten. Ich hatte leider noch nie die Gelegenheit diese Band live zu sehen und war sehr gespannt was mich erwarten würde. Nach einem kurzen atmosphärischen Intro legten die drei Jungs um Sänger und Basser Daevas auch schon richtig los. Das Publikum war begeistert, in kürzester Zeit zogen sie einen in den Bann. Diese doch recht komplexe Musik live so rüberzubringen zeugt schon von großem musikalischem Können. Ziemlich exakt eine dreiviertel Stunde wurde sich hauptsächlich durch Hits der beiden Scheiben Stronghold of the Inviolables und der aktuellen Langrille Carved in Stigmata Wounds gespielt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Den Massen gefiel es ebenso wie mir. Alles in Allem ein grandioser Auftritt der etwas anderen deutschen Black Metal Band. [god]
Darkened Nocturn Slaughtercult:
Als diese Kapelle loslegte, war im Festzelt eigentlich nur noch ein ohrenbetäubender Lärm auszumachen, obgleich sie auf der Stage doch sehr bemüht war. Nichts desto trotz zogen Darkened Nocturn Slaughtercult einige Feierwillige zu sich und lieferten im großen Ganzen ein derbes Black-Gewitter ab. Leider viiiel zu laut! [ah]
Obscenity knüppelten feinsten Death-Metal ins zurück kehrende Publikum. Das enorm gefüllte Zelt erlebte hier einen kleinen Headliner der seiner Rolle wahrlich gerecht wurde. Der Sound war nun auch endlich gut und das nicht nur direkt vor der Bühne. Neue wie auch alte Songs kamen zum Einsatz. So lasse ich mir einen Warm up gefallen! [tr]
Freitag, 12.08.
Erstaunlich, dass keiner von unserer Truppe über Kopfschmerzen klagte, wo doch der gestrige Abend einen mächtigen Absturz Aller nach sich zog. Umso erstaunlicher, dass es einigen scheinbar wieder so gut ging, dass sie bereits kurz nach Sonnenaufgang ein vertrautes Level erreichten. Alles Weitere würde an dieser Stelle nur langweilen, weshalb ich mich ab hier auf die Bands des Tages beschränken möchte [ah]:
Cirith Gorgor eröffneten das Festivalgelände und die Schwarz/Weiß Gesichtigen prügelten auch gleich mächtig los. Nun, als Beginner hat man es auch nicht wirklich am leichtesten und so gab's vor der Bühne zu dem Zeitpunkt auch nicht das größte Gedrängel. Die Band war schlicht und einfach Black Metal – kein wirkliches Highlight, doch immerhin ein netter Anfang des Tages. [ah]
Mit zwanzigminütiger Verspätung begannen die deutschen Frickel-Death-Metaller Necrophagist ihr Set zu spielen und sich der Nieselregen und Wolken über Bad Berka zu manifestieren. Frontmann Muhammed Suicmez scheint definitiv kein Freund der ausschweifenden Ansagen zu sein, aber wen stört das schon, denn schließlich sind wir ja nicht angereist, um uns ein Hörspiel anzuhören, sondern technisch anspruchsvollen Deathmetal. Und den haben Necrophagist wieder einmal der erstaunlich großen Schar vor der Bühne serviert. [me]
Ihren ersten Festival Gig hatten Impious vor sich. Die schwedischen Death/Thrash Metal Debütanten wussten wie sie ihr Publikum begeistern konnten. Mit ihrer Version des Mötley Crüe Klassikers „Live wire“ hatte das fünfer Gespann noch einen größeren Zulauf. [tr]
Die schwedischen Black/Death- Recken von Lord Belial konnten es tageszeittechnisch nicht besser treffen, denn die einsetzende Dämmerung schien wie dazu geschaffen, um die Atmosphäre der Songs noch zu unterstreichen. Und nach anfänglichen Problemen mit den Drums konnten Lord Belial ihr Set auch ohne weitere Unterbrechungen durchknüppeln…diesen herrlichen Mix aus nordischem Tiefkühl-Black-Metal und melodiösem Death, unterstützt von ein wenig Pyrotechnik!
Sehr, sehr fein. [me]
Für das Abendbrot waren am heutigen Tag die Herren von Krisiun zuständig. Bisher kannte ich die Formation nur vom Namen her und war gespannt. Schnörkelloser Death Metal, ja den habe ich mittlerweile auch lieb gewonnen. Mit jedem gespielten Song und dem tollen Drum Solo haben die Brasilianer mein Herz erobert, dem Auftritt fehlte es an nichts. [tr]
Fortgeschrittene Tageszeiten und erhöhte Alkoholpegel passen blendend zu unseren Freunden von Necrophobic , die ja nach eigenen Angaben eine Form von „unheiligem Deathmetal“ produzieren. Und was passt da besser, als Finsternis und Suff! Prost! Und so sind die Schweden, inzwischen zurück in Stockholm, ziemlich angetan von den Fans, dem Festival, der Presse und überhaupt! So steht es geschrieben auf der offiziellen Homepage der Jungs. Das spiegelt sicherlich zur Genüge wieder, welche Begeisterung Necrophobic mit ihrem Auftritt auch bei der versammelten Menge vor der Bühne hinterließ! [me]
Die ca. 1990 gegründeten New Yorker von Suffocation feuerten an diesem Abend ein absolutes Death Metal Feuerwerk ab. Da lachte förmlich das Herz und man erinnerte sich dabei an längst vergangene Zeiten, in denen Death Metal noch Death Metal war, verdammt. Die Diskografie der Amis ist zwar recht übersichtlich, was nicht zuletzt an der sechsjährigen Trennung liegt, doch wurde daraus so ziemlich jeder wirkliche Kracher dargeboten, was mit dem Burner „Pierced from within“ seinen Abschluss finden sollte. Hier wurde einwandfrei bewiesen, wo die Mannen um Sänger Frank Mullen hingehören: nämlich in die erste Death-Liga! [ah]
Yeah! Headliner Zeit! Schon reichlich geschädigt vom Gerstensaft zog es mich in den Bann von Amon Amarth. Seit dem letzten Auftritt dem ich beiwohnen durfte sind nun drei Monate vergangen. Höchste Zeit eine neue Portion Viking-Death einzunehmen. Doch erst mal hieß es warten, Herr Hegg und seine Kollegen kamen mit zwanzig Minuten Verspätung auf die Bühne. Während ich mehrfach an diesem Tag das Gefühl hatte mir würden die Ohren weg fliegen war bei den Schweden genau das Gegenteil der Fall. Im Publikum wurden nach wenigen Songs die rufe nach mehr Lautstärke hörbarer und es hätte nicht viel gefehlt und die Band wäre übertönt worden. Davon unbeeindruckt zogen Amon Amarth ihr Set durch und beeindruckten mich trotz mangelnder Lautstärke. [tr]

Samstag, 13.08.
Ein neuer Tag, eine neue erste Band. Final Breath hatten die Aufgabe das Publikum zu wecken. Ihre etwas derbere Art des Metalcores fand Gefallen bei mir und bei dem bereits zahlreich erschienendem Publikum. So lasse ich gern meinen Festival Tag beginnen. [tr]
Blast bis das Gehirn blutet…so dürfte wohl die finite Beschreibung von Enthroned lauten und beinhaltet dann auch schon, das dem Ganzen leider immer auch eingewisse Monotonie innewohnt: leider Gottes- ähhhhhhhm, ´tschuldigung, ich meine natürlich Satans- wenig fesselnd und uninspiriert! Aber was soll's, denn recht ist, was gefällt. [me]
Im letzten Jahr mussten Graveworm ihren Auftritt beim Party.San aus gesundheitlichen Gründen leider canceln, dafür reisten die Südtiroler in diesem Jahr erneut an. Musikalisch auf hohem Niveau, aber stimmlich nicht so durchdringend wie erwünscht spielten die Black-/Death-Metaller ihr Set, zum größten Teil aus neuen Songs bestehend. Leider litt auch das Iron Maiden Cover „ Fear of the dark “ unter dem viel zu leisen Micro, das schmälerte den Spaß so ein wenig. [tr]
Um Moonsorrow zu sehen musste ich mich für geraume Zeit von meiner neuen Liebe (dem Cuba Libre für 3,5 €uro) trennen. Leider war das gebotene Programm sehr Highlightfrei, aber dem Publikum gefiel es trotzdem. Ich widmete mich wieder dem leckeren Mixgetränk und genoss meinen Feierabend. [tr]
Gepriesen als neue Götter am Black Metal Firmament: Ich habe schon von einigen gehört, 1349 sind eine Macht live. Und Tatsache, was diese fünf da geboten haben war Black Metal wie man ihn kaum besser zelebrieren kann: roh, böse und rasend schnell. Eine perfekte Symbiose aus Hass und Geschwindigkeit. Was mal wieder das Vorurteil bestätigt, dass skandinavische Importe für Qualität stehen. Was soll ich da noch groß zu sagen, wer sie schon mal gesehen hat, weiß wovon ich spreche. Nach meiner Meinung war das einer der überzeugendsten Auftritte aufm Party San dieses Jahr. [god]
Diese wirklich sehr freundlichen Engländer von Napalm Death gaben relativ kurz vor ihrem Auftritt noch eine Autogrammstunde und zogen dort schon so manchen Fan hin, der sich seine Platten signieren lassen wollte. Nicht viel anders sah es dann vor der Bühne aus, vor der sich bereits zahlreiche Fans versammelten um ihrer Band zu huldigen. Zu Recht, denn die Briten legten mächtig los, wobei sich Frontnase Barney Greenway wie ein Frosch auf Speed aufführte und die Meute mächtig anheizte. Schön war auch die Einlage einige Songs des Debüts zu zocken, was für allerhand Stimmung sorgte. Rundum war das eine Death Metal Vollbedienung, mit einer sehr agilen Band. Politisch anmutende Ansagen hin oder her, „ Nazi Punks fuck off “ gehörte als Klassiker einfach dazu und machte nicht weniger Spaß als alles andere auch! [ah]
Die (mitunter) Urväter des schwerlastigen Schwedentod, Entombed , gaben sich nun die Ehre und entpuppten sich schnell als wahren „Vize-Headliner“. Gut, optisch vielleicht nicht gerade die böseste Band des Tages, doch darauf kommt es ja auch gar nicht an, denn der Ton macht die Musik und beides war absolut gut abgestimmt. So ballerten sich die Nordländer quer durch ihre inzwischen mehr als üppige Anzahl an Veröffentlichungen und ließen damit sämtliche Death Metal-Herzen höher schlagen, auch wenn ich mir persönlich wesentlich mehr von dem Über-Album „ Clandestine “ gewünscht hätte. Aber trotzdem blieben Entombed (nicht nur für mich) ein echtes Highlight des Abschlusstages! [ah]
Als würdiger Headliner und eine zum Abschluss alles niederwalzende Maschinerie erwiesen sich die Jungs von Cannibal Corpse am späten Abend, denn wenn der „Corpsegrinder“ spricht, dann ist die CC-Gemeinde vor der Bühne so was von bereit ihm zu folgen, dass kein Auge mehr trocken und kein Genick ohne Schmerzen bleibt. Ein routiniertes Set, dass Bad Berka laut, schnell und brutal in den nächtlichen siebten Metal- Himmel schoss. Der vor Kurzem ausgeschiedene Gitarrist Jack Owen, der sich in Zukunft wohl auf sein Rock ´n´ Roll- Projekt konzentrieren wird, wurde in Bad Berka durch keinen geringeren als Rob Barret ( Malevolent Creation ) ersetzt, der zuletzt auf dem 1996 erschienen Album Vile in die Seiten griff.
George Fisher und Kollegen vermöbelten das Publikum mit einer feisten Sammlung aller „erlaubten“ Klassiker, die die CC-Diskographie so hergibt, ohne sich von der immer wieder aufkeimenden, aber unsinnigen Forderung nach „Hammersmashed Face“ beirren zu lassen. (Wie immer!)
Klassisch war auch wieder mal die Ansage zu dem Urgestein-Song „Fucked with a knife“ von dem legendären letzten Album The Bleeding unter der Fuchtel von Obergrunzette Chris Barnes: „This song goes out to all the women!“
Danke! Ich fühl´ mich auch gleich besser!
Alles in allem ein Set, dass kaum einen Wunsch offen ließ und reichlich zivilisiert von daherkam (Mag wohl daran liegen, dass der Meuchel-Fünfer erklärtermaßen eine fürchterliche letzte Nacht hinter sich hatte. Was auch immer das heißen mag.) Sehr geil!!! [me]
 Nachwort:
Der Grund, weshalb die ein-oder andere Band hier keine Erwähnung findet, liegt einzig und allein daran, dass ein Redaktionsmitglied von uns (welches über diese Band berichten sollte) vorzeitig (bereits am Donnerstag Morgen) das Festival aus privaten Gründen verlassen musste. Wir standen leider nicht in Kontakt und waren am Ende selbst überrascht. Sorry dafür.
Fazit:
Das diesjährige Party.San war definitiv ein Highlight der Festivalsaison 2005. Jeder der anwesend war, sollte dies bestätigen können und daher erspare ich mir viele Worte an dieser Stelle. Nur soviel: Wir sehen uns nächstes Jahr wieder!!! Ride on.
Grüße & Dank:
Dem kompletten PSOA-Team, die erneut ein geiles Festival auf die Beine gestellt haben und das sogar mit einer super Organisation, wie es sich sonst nur wünschen kann! Ferner: Thomas (77, der wohl beste Einweiser), Bianca (alles wird gut!), Tino (Götterdoppelditschen rules), Anni (Götterspeise from Hell), Jasmin (da simmer dabei…), unsere Zeltnachbarn von 05 (cu next year), Teelicht, Biertante, Svennie & Birgit, Fuchs („ich muss pennen“), Volk-Man & Katja (Hähnchen – ein Muss), Dr.Pest, Julia (die Augenweide), Dima, Sören („eigentlich wollte ich kacken“), Marie („du magst doch meinen Hund viel lieber als mich, stimmts?“), die Pommesgabel-Supporter vom Nuclear Blast-Stand, die Jungs mit den zwei Kisten Oettinger (pfui), unsere späteren Zeltnachbarn (kann mir immer noch keine Namen merken), Tina & Silvio (der Anti-Soundmann-Support), Christian (Sarx – Gesundheit), die Diebe, die unseren Grillrost samt Grillzange haben mitgehen lassen (Danke ihr Arschgeigen!) und alle, die wir vergessen haben.
by andy@pommesgabel.de
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