Mittwoch, der 22. Februar 2012
 
 

RockHard Festival 2005 - Bericht

Wann: 13.05. - 15.05.2005
Wo: Amphitheater / Gelsenkirchen (NRW)

Autor: Torsti, Marie [MA] & Sebastian [SA]
Anwesende Redakteure: Marie, Sebastian, Torsti

Freitag, 13.05.2005

Es ist Mai und das erste Festival Highlight des Jahres steht kurz vor der Tür. Im Gelsenkirchener Amphitheater veranstalten die Redakteure des Rock Hard Magazins zum dritten Mal ihr RockHard Festival. Lange im voraus geplant wollten Andy und ich gemeinsam den Weg in den Ruhrpott wagen, Dank des lieben, netten Haupt-Arbeitgebers von Andy wurden wir jedoch kurz vorher unrühmlich getrennt. Somit musste ich allein auf das Festival fahren. Wie das halt so ist, fallen einem kurz vor der Abfahrt noch 1000 Sachen ein, die unbedingt noch erledigt werden wollen. Also wurde mal eben schnell noch der ortsansässige Marktkauf angefahren um die restlichen Klamotten für ein paar €uros ins Auto laden. Bei meinem Vorhaben hatte ich bloß nicht bedacht, dass ja am Wochenende Pfingsten ansteht und so wurde ich durch gestresste Eltern, nörgelnde Kinder und überforderte Kassiererinnen in meinem Zeitplan arg nach hinten katapultiert.
Als ich dann doch endlich auf der A2 in Richtung Dortmund unterwegs war, kam es mir so vor wie in „Independence Day“: je näher ich dem Ruhrpott kam, desto dichter und länger wurden die Staus in der Gegenrichtung. Anscheinend wollten alle weg von dort, aber wenn es mir dafür freie Fahrt verschafft, warum nicht!?
Ankunft in Gelsenkrichen-Horst begab sich um ca. 19:45 Uhr, damit hatte ich die einzige, für mich interessante Band des Abends, Regicide, gerade so verpasst. Schmerzlich war das jedoch nicht so, da ich vor einer Woche dem Auftritt auf der Wacken Roadshow beiwohnen durfte (wer Bilder von denen haben möchte sollte also mal bei den Konzertberichten vorbei schauen).
So inspizierte ich fürs erste das Gelände rund um das Theater, eine kleine Shopping Meile, mit genügend Einkaufsmöglichkeiten bot sich dem geneigten Metal Fan, während auf der kleinen SimEvil Bühne die Bands ihr Programm spielten.

Die kleine SimEvil Bühne

Da ich vor lauter Stress das Essen bislang vergessen hatte, entschloss ich mich einen Döner zu mir zu nehmen. Fehlentscheidung!!! Nicht, dass man für 4 €uro nur eine minimal ausgestatte Fladen-Tasche bekam, nein, ich frage mich noch jetzt, wie man es hin bekommt, ein Fladenbrot durchgängig braun zu bekommen, ohne das es verbrennt. Eine sehr trockene Angelegenheit! Kurzeitig war ich mir nicht sicher ob man einen Karton mit dem Brot verwechselt hatte. Ein erwartetes Sättigungsgefühl trat auch nicht ein. Shit Happens…
Das sollte aber keinesfalls die sehr ausgelassene Party trüben, denn wen interessiert schon mein Döner? Die Warm-Up Show machte ihrem Namen alle Ehre und bot genau die richtige Einstimmung auf die kommenden zwei Festival-Tage. Glücklicherweise trübte auch nur ein kurzer Regenschauer bei meiner Ankunft die Stimmung des Abends.

Samstag, 14.05.2005

Um 12:15 Uhr sollte der Opener Communic los legen. Doch bereits ein paar Minuten früher griffen Oddleif Strensland und seine Bandkameraden zu ihren Instrumenten und heizten dem schon beachtlich versammelten Publikum ein. Bei meinem Gang vor die Bühne war das Erste was mir sehr positiv auffiel, der super Sound den man in der gesamten Arena hatte, ob man nun direkt vor der Bühne stand oder irgendwo auf den Rängen einen gemütlichen Platz hatte. Communic spielten während ihrer 45 Minuten auf der Bühne ihr gesamtes Conspiracy in mind Album herunter. Als Belohnung für den starken Auftritt der Norweger streckten sich bereits nach zwei Songs hunderte Pommesgabeln in ihre Richtung und selbst von der Zuschauertribüne gab es anständigen Beifall, der mit jedem absolvierten Song kräftiger wurde.

Die dichte Wolkendecke lies nur wenige Sonnenstrahlen hindurch und trotzdem war es angenehm warm. Mit Heaven Shall Burn sollte die einzige Metalcore Band des Festivals folgen. Als ich die Thüringer auf der Bühne sah, fiel mir auf: irgendetwas war anders. Der Sänger passte nicht ins Bild… irgendwo anders war mir der quirlige Floh mit dem The Darkness-Shirt schon mal aufgefallen. Ich kam aber nicht drauf und lies mir erst mal ordentlich das Fressbrett mit stampfenden Rhythmen polieren. Wie es sich für einen anständigen Metalcore-Anhänger gehört, brach auch in den ersten Reihen gleich ein wildes Gepoge aus, bei dem, zu meiner Verwunderung, wohl niemand verletzt wurde. Ach was war ich froh das Geschehen aus etwas weiterer Entfernung beobachten zu können. Dann gab sich auch der Sänger zu erkennen: es war Andre von den aus Nordhausen stammenden Maroon, die ich im Februar in Hannover live erleben durfte (siehe ebenfalls bei den Konzertberichten) und genau wie damals trug er das ominöse The Darkness-Shirt. Er entschuldigte sich auch sehr oft dafür, dass man mit ihm vorlieb nehmen musste anstatt den, wegen Krankheit Zuhaue gebliebenen, Marcus on Stage zu sehen. Dem Publikum wars egal, so das vom Amphitheater nach 45 Minuten nur noch Schutt und Asche übrig blieben.

 Ausnahme am Micro von Haven Shall Burn: Andre (ansonsten bei Maroon tätig)

Viel Zeit blieb nicht zum durchatmen. Doch bevor Ensiferum mit ihrem eingängigen Folk-Death-Metal in den Kampf zogen, trat erst mal Rock Hard Chefredakteur Götz Kühnemund auf die Bühne und begrüßte das Publikum. Dann gewährte man den Finnen endlich den Gang auf die Stage. Mit ihren Songs schafften sie es als erste Band im Moshpit die Haare fliegen zu lassen. Songs wie „Lai lai hei“ oder „Into Battle“ wurden begeistert aufgenommen und mitgegrölt. Kein Wunder das viele der Anwesenden Ensiferum als ihren vorzeitigen Headliner betrachteten. Selbst die Sonne schien sich dem den Folklore Klängen nicht entziehen zu können und brutzelte ein wenig von oben herab.

Eigentlich viel zu hell zu dieser Tageszeit, um sich von The Haunted die Schädeldecke fachgerecht zu Kleinholz verarbeiten zu lassen, aber das störte weder die fünf Schweden, noch das Publikum, als es zur besten Kaffeezeit ein Satz warme Ohren gab. Sehr zur Freude der anwesenden Redaktionsmitglieder beherrscht Oberschreihals Peter Dolving die beidhändige Pommesgabel in Perfektion und versteht es meisterhaft, seine überschäumende Energie ins Publikum zu transportieren. Das Ergebnis war ein reichlich bewegtes Publikum das im Laufe der Darbietung zwischen Haarschütteln und infernalisch kollektivem Hüpfen wechselte - denn bei The Haunted  wird nicht geschwächelt! [MA]

 Peter Dolving (The Haunted)

Die Wilden fielen ein! BFBS Moderator Kal Sutherland und sein Kollege stürmte die Bühne um ein wenig überschwänglich die Schweizer Formation Samael anzukündigen, die auch auf dem Fuße folgen sollten. Leider konnte wegen des Tageslichtes die beeindruckende Licht-Show nicht so überzeugen wie bei einem Nacht- oder Club-Gig. Dennoch haben es Vorph und seine um sich versammelten Bandkollegen geschafft das Amphitheater zu rocken. Schön das Samael es gelingt die Einflüsse so zu vermischen, dass Tanzwütige voll auf ihre Kosten kommen und selbst dem geneigten Headbanger das kontrollierte rotieren des Schädels abgerungen werden konnte. Xy trommelte brav zu Titeln  wie „On earth  oder „Rain“ auf seinem Synthi herum und das anwesende Völkchen hatte seinen Spaß.

Als dann. Es galt ein mal mehr die Bierfrage zu klären. Nicht das ich mich nach dem Auftritt von Samael zum ersten dazu genötigt fühlte ein Bier zu mir zu nehmen, nein, aber es war wieder Zeit, denn der Pegel wollte ja auch gehalten werden. Wo ich gerade so schön darüber plaudere, sind 2,30 €uro für ein 0,3l Beck’s gerechtfertigt? Keine Frage, Beck’s ist mit Sicherheit eines der leckersten Braukünste die man auf dem deutschen und internationalen Markt so finden kann, aber 2,30 €uro erscheinen mir recht unsympathisch, wenn man sich nicht bloß erfrischen will. Schließlich ist man ja, nebenbei bemerkt, auf einem Festival und nicht auf einem Kindergeburtstag!!! Der Versuch den Preis zu drücken (ja so was mach ich gern mal wenn schon einige Liter Gerstensaft den Umweg durch meinen Körper hinein in die Kanalisation genommen haben) schlug rigoros fehl! Ein Türkischer Basar war es also ebenfalls nicht. =;o)

Samael

Kindergeburtstage haben die Finnen von Sonata Arctica auch schon seit ein paar Samstagen hinter sich. Am heutigen Tag waren die Melodic-Power-Metaller noch allein auf weiter Flur, aber sie boten schon mal einen Vorgeschmack auf den sehr powermetallischen Sonntag. Helden anmutig zogen die fünf Knaben auf die Stage um 60 Minuten lang ihr Feuer zu versprühen. Es waren 60 sehr lange Minuten wenn man bei einem Blick auf die Running Order feststellt, dass als nächstes Amon Amarth anrücken sollten. Ich will aber nicht die dargebotene Leistung schmälern und so war das Material für Fans des Genres durchaus ein Hochgenuß an diesem, von harten Klängen dominierten Samstag. Der Auftritt machte den Protagonisten on Stage sichtlich Spaß und übertrug sich auch auf das Publikum, gänzlich ohne Drogen oder Alkohol, ganz bestimmt!!! Skøl!

Sehnlichst erwartet…und dann betreten die Über-Wikinger schlechthin endlich die Bühne: Und ich denke noch: “Aha, Johan Hegg steht wieder voll im Saft, nachdem ich ihn vom letzten W:O:A doch deutlich schmaler in Erinnerung hatte…nun, ja, aber diese Tatsache kommt seinem Gesangstil doch nur entgegen…“ bevor die Begeisterungsstürme  des Publikums von den gewaltigen Riffs niedergewalzt werden. Von der ersten Note an beweisen uns die fünf Schweden mal wieder live, wo Thors Hammer hängt.
Und ganz unter uns Klosterschülerinnen: Songs wie Bleed for ancient gods, „Masters of war“ und Pursuit of vikings entfalten mit einem Hünen wie Herrn Hegg (der ist gar nicht so groß wie immer alle sagen - Anm. Torsti (Kann ich bestätigen. Anm. Andy)) live vor der Nase um so mehr ihre Macht! In diesem Sinne: Hoch die Tassen… – ähhhm - …Trinkhörner… und auf nach Walhalla! [MA]

 Eine unheimliche Macht: Amon Amarth

Und da wir gerade schon beim Thema besonderer Bühnenpräsenz sind, können wir uns auch gleich dem Chef-Poser vorm Herrn zuwenden: denn da sich inzwischen die (Götter-)Dämmerung über Gelsenkirchen und das Amphitheater gelegt hat, können wir das Tempo noch ein wenig erhöhen und dem neuerdings bärtigen,  gewohnt eloquenten („fuck…fuckin´ …fuck…“- Hat jemand mitgezählt?) AlexiWildchild Laiho  und seinen Mannen der Children of Bodom unser Gehör schenken. Die von Amon Amarth vorgestretchte Menge ist inzwischen auch warm genug, um sich nicht bei Songs wie Needled 24/7“, Sixpounder oder „Silent night, Bodom night ernsthafte Zerrungen zuzuziehen. Obwohl ich die fünf Finnen auch schon motivierter erlebt habe, bleibt der Auftritt ein Highlight. Als Nachschlag serviert man dem Publikum noch ein Brett von ihrem  neuen, in Arbeit befindlichen Album: schnell, hart und Children-like. Das macht Lust auf mehr! [MA]

Alexi Laiho (Children of Bodom)

Nun galt es die letzte Ehre dieses Abends Herrn Jon Oliva zu erweisen. Als nicht-Savatage Kenner betrat ich vollkommenes Neuland. Aber schon nach wenigen Minuten war ich ganz im Bann des Koloss. Herr Hegg musste so kurz vorm Sieg doch noch der Preis für das mächtigste Auftreten aberkannt werden. Trotz einbrechender Kälte harrten noch viele Fans aus und genossen den sympathischen Auftritt von Jon. Ganz ehrlich, selten habe ich einen Mann dieser Ausmaße so auf einer Bühne herumturnen sehen. Respekt! Zu hören gab es natürlich die alten Savatage Klassiker aber auch neue Sachen von seinem Jon Oliva’s Pain Projekt. Mit seinen schrillen Screams und der unnachahmlichem Stimme konnte mich der Herr durchweg begeistern, trotz meiner nur wenig ausgeprägten Begeisterung für das Power-Metal-Genre. Von einem hohen Tribünenplatz aus, verfolgte ich den Auftritt und bleib selbst Minuten nach dem Abtreten noch dort sitzen. Ein völlig aufgedrehter Götz Kühnemund zog an mir vorbei mit dem Satz: „Das war doch wohl endgeil, oder?!“.
Nun suchte ich mir den Weg in das Abyss Disco Zelt wo man sich die Zeit bei Bier, besten Metal Hymnen und netten Menschen bis zum Morgengrauen vertreiben konnte…

Setlist Jon Oliva:

  1. Gutter Ballet
  2. All the time
  3. Jesus saves
  4. Hounds
  5. Midnight he grins again
  6. The dark
  7. People say
  8. Thorazine shuffle
  9. Ghost in the ruins
  10. Belive
  11. City
  12. Dungeons
  13. Sirens
    ---------------------------------
  14. Power
  15. Mountain King

Jon Oliva lagen die Fans zu Füßen

Sonntag, 15.05.2005

 Hui! Ein neuer Tag. Regentropfen lassen mich aufschrecken und zugleich wieder zurück fallen. Ich hatte den Eindruck das letzte Bier muss wohl schlecht gewesen sein. Aber ich schien nicht der einzig Leidende zu sein. Ich suchte nach einem wirkungsvollen Gegenmittel. Schnell war in Form einer Bierflasche ein geeignetes Mittelchen gefunden. Bier am Morgen vertreibt Kummer und sämtliche Auswirkungen einer durchzechten Nacht…na ja, fast alle, einen ausgiebigen Schlaf verschaffte es mir vorerst noch nicht, was das Festival nicht vom Ablaufplan abbrachte und so schlurfte ich mehr oder weniger motiviert in Richtung Amphitheater.
Ein flauschiges Plätzchen auf der Tribüne nannte ich mein, Anni war so herzensgut und brachte mir ein Alster (ob ich es wohl noch mal lerne, dass man im Ruhrpott Alster als Bier mit Fanta bekommt und nicht mit Sprite!?), der Versuch schlug aber fehl. Erst der leckere Kaffee, den Marie mir brachte (schön wenn man so umsorgt wird -grins-), brachte mich etwas nach vorn und der Tag nahm langsam seinen Lauf, beginnend mit Hellfueld, die Sebastian wie folgt sah:

Nachdem der erste Hunger mit einem Döner gestillt wurde, galt es vor die Bühne zu kommen, um die Newcomerband 2004 zum ersten Mal live in Deutschland zu begutachten. Den guten Eindruck auf CD konnte die Band auch live bestätigen, die sichtlich Spaß an ihrem Auftritt hatte und den schon so früh Anwesenden eine ordentliche Portion Ozzy Osbourne verpassten. Denn soviel Spaß die Songs und insbesondere Kracher wie „Midnight Lady“ oder „Let me out“ auch machten, muss man die mangelnde Eigenständigkeit beanstanden, was auch der neue Track „Born to rock“ bestätigte. Wem dies aber nichts ausmacht, der bekommt feinsten Metal geboten wie ihn selbst Ozzy und Zakk auf ihren letzten Alben nicht besser hinbekommen haben, was auch die positiven Zuschauerreaktionen bewiesen. [SE]

 Hellfueld

Ein erster kurzer Rundgang im Metalmarkt musste schnell abgebrochen werden, da die Old-School-Metaller von Wolf die Bühne enterten. Und hier wird das Old-School noch richtig groß geschrieben, vom Outfit bis zu den Frisuren und dem genialen Stageacting wurden hier die 80er gepriesen. Hier wurde die Bühne gerockt, die Musiker waren unaufhaltsam in Bewegung, um ihren Metal, der oftmals nach den früheren Maiden klingt, zu zelebrieren. Hier merkte man, dass wahre Fans von ihrer Musik am Werke sind. Selbst die schwere Grippe mit der der Sänger zu kämpfen hatte, konnte die Jungs nicht aufhalten auch wenn die hohen Gesangspassagen vom Gitarristen übernommen wurden, was leider dermaßen in die Hose ging, dass sie nachher größtenteils weggelassen wurden. Aber schon die ersten beiden Bands dieses Sonntags waren kleine Highlights, wobei noch weitere folgen sollten. [SE]

Ein ängstlicher Blick gen Himmel, denn so nass wie 2003 möchte ich nicht noch einmal werden. Aber Onkel Petrus hat wohl ein Einsehen und erlaubt uns dieses Mal den Auftritt der sympathischen Briten von Threshold in aller epischer Breite genießen zu dürfen. Frontmann Andrew „Mac“ McDermott verbreitet von Anfang an eine ausgeschlafene, frisch-fröhliche Stimmung, stürmt voller Energie auf der Bühne hin und her und schafft  es so schließlich auch, den amorphen Haufen, der sich als Publikum getarnt hat, wiederzubeleben und in Bewegung zu setzten. Man muss kein eingefleischter Prog-Fan sein, um Threshold zu mögen: komplexe Songstrukturen, filigrane Melodieführungen und überzeugende Refrains, die so fürchterlich gut gelaunt serviert werden, dass man sein angeschlagen-muffeligen Zustand einfach nicht aufrecht erhalten kann: so wird man doch gerne aus seinem verkaterten Halbschlaf geweckt, oder? [MA]

 Diesmal hatten sie mehr Glück beim wetter: Threshold

Mit Unleashed betrat dann eine meiner Lieblings-Deathmetalbands die Bühne und ihre Livequalitäten sollten auch heute wieder überzeugen. Gleich das Einstiegsdoppel mit „Legal Rapes“ und „To Asgaard we fly“ war schon grenzgenial und es war bemerkbar, dass die Fans nach Death Metal dürsteten, grad da Unleashed die einzige härtere Band am Sonntag waren. Der Mob tobte und es ist schon eine besondere Kunst, dass dieser auch bis zum Ende nicht abebbte, aber dafür haben Unleashed zu viele Klassiker im Gepäck. Seien es ältere Songs wie „Before the creation of time“, „Shadows in the deep“ oder „Victims of war“ oder auch neuere Songs der Marke „Winterland“ oder „Long live the Beast“. Die Menge nahm alles begeistert auf und folgte willig den Mitgröhlpassagen, welche insbesondere bei „Death Metal victory“ das Amphittheater beschallten. So dürfen Unleashed gerne noch einige Jahre weiter die Szene bevölkern! [SE]

Die Dänen von Pretty Maids, die schon seit Jahrzehnten bestehen, versuchten dann mit ihrem Hardrock/Heavy Metal die Menge weiter aufzuheizen, was ihnen nach Unleashed aber nur bedingt gelang. Zwar waren sie musikalisch voll auf der Höhe, aber ihre unbekannteren Songs am Beginn des Sets kombiniert mit den teilweise nervigen Zuschauermitsingspielchen, konnten die Leute noch nicht so richtig aus der Reserve locken. Jedoch zeigte das Abschlussduo mit dem superben „Future World“ und dem geilen „Red Hot and Heavy“, dass die Band doch einige Klassiker in ihrer Karriere geschrieben hatte, so dass selbst auf der Tribüne bei diesen Krachern die Mähnen flogen. Nicht spektakulär, aber trotz dessen unterhaltsam. [SE]

Pretty Maids

Der Sonntag war sowieso der Tag der gut gelaunten Bands, somit passten Masterplan prima ins Programm. Frontmann Jorn Lande sang was das Zeug hielt und der Rest der Band strahlte fröhlich mit der doch noch aufgetauchten Sonne um die Wette. So viele positive Schwingungen übertragen sich dann auch mühelos auf das Publikum. Das umfangreiche Set war nur ein weiterer Beweis für die überragende Spiellaune der deutsch-norwegische Combo: von der ersten bis zur letzten Note eine unglaublich ernergiegeladene Veranstaltung in der auch Songs wie „Back from my life" und „Enlighten me" nicht fehlten. Doch auch jedes angekürbistete Erlebnis hat mal ein Ende, um schließlich Overkill die Bühne und Menge zu überlassen zu müssen. [MA]

Nun, das kann ich schon vorweg nehmen, kam für mich die Überraschung des Rock Hard Festivals. Auf CD konnten mich insbesondere die neueren Sachen von Overkill nicht wirklich überzeugen und auch die älteren Werke sind etwas an mir vorbeigelaufen, was ich aber dringend nachholen werde. Zwar galt mit „The Mark“, den nicht so gelungenen Opener zu überstehen, aber als danach bereits „Rotten to the core“ angesagt wurde, brach vor der Bühne ein Inferno los, was insbesondere dann noch bei den folgenden Songs wie „Wrecking crew“, „Fuck you“, etc. für Schwerstarbeit für die Security sorgte. Wo man hinsah flogen Leiber über die Menge und Blitz legte wieder eine Show auf die Bühne wie man sie kaum besser als Frontmann machen kann. Die Band übertrug ihre ganze Energie auf die Menge, die Songs wie „Hello from the gutter“ förmlich aufsogen und Overkill mit zu DEM Abräumer des Festivals machten. Die Stunde ging leider so schnell rum, dass ich mir fest vorgenommen habe auch bei nächster Gelegenheit Overkill auf Clubtour zu begutachten. Einfach geil!! [SE]

 Overkill

Lang dauerte es, bis ich meine Lebensgeister um mich versammelt hatte, aber es glückte und pünktlich zu Sentenced war ich fit. Ein wenig wehmütig war ich schon vor dem Auftritt. Wenn man weiß, dass es der vorletzte Auftritt der dahinscheidenden Finnen in Deutschland ist, wünscht man sich einen nicht endenden Gig. Überrascht war ich, als man mit dem fulminanten Instrumental-Death-Metal BlasterWhere whaters fall frozen“ den Abend alles andere als besinnlich eröffnete. Mächtig viele, irritierte Blicke starrten in Richtung Bühne, da der Song vom noch nicht erschienenen The funeral album stammte und das Publikum dementsprechend wenig damit anfangen konnte. Als dann endlich Ville Laihiala nach vorne kam um „Excause me while I kill myself“ zu singen waren auch die weiblichen Fans glücklich. Lauthals sang das aus allen Nähten platzende Amphitheater die bekannten Songs mit, bei den neuen Titeln war gespanntes Zuhören angesagt. Sentenced gewährten eine Zugabe bevor Ville mit den Worten: „See you never.“, die Bühne verließ.

Setlist Sentenced:

  1. Where whaters fall frozen
  2. Excause me while I kill myself
  3. May today become the day
  4. Nepenthe
  5. Down together
  6. Bleed
  7. The rain comes falling down
  8. Despair-Ridden hearts
  9. Cross my heart an hope to die
  10. No one there
  11. Sun won’t shine
  12. Ever-Frost
  13. Noose
    -------------------------------------------
  14. Vengance is mine
  15. Fragile
  16. Farewell

Ville Laihiala (Sentenced)

Zum Abschluss des Festivals hat sich das Rock Hard Team mit Accept einen besonderen Headliner an Land gezogen, der im Vorfeld zwar für das übliche Getratsche, ob sie es nur wegen der Kohle machen, etc. sorgte, aber ich wollte mir lieber selber ein Bild machen, grad da ich Accept damals leider nie Live sehen konnte. Das Interesse an der Band war auf jeden Fall da, war das Amphittheater doch bestens gefüllt und man harrte, was da nun kommen mochte. Mit Verspätung kündigte Götz dann die Solinger an und nach dem Intro startete man mit „Starlight“ durch und ich war überrascht, wie jung und rüstig unser Wolf Hoffman und Peter Baltes mit kultiger Pudelfrisur noch rüberkamen. Udo hatte leider nun keinen Tarnanzug mehr an, sondern es sah eher nach einem Fliegeroutfit aus, aber dafür hatten sie eine feine Lichtshow und einige Pyros und Flammen im Gepäck, die zwar wenig abwechslungsreich eingesetzt wurden, aber trotzdem ihre Wirkung nicht verfehlten. Mit „Living for tonite“ & „London Leatherboys“ folgten weitere Klassiker, wobei die 90er-Phase generell ausgelassen wurde, was zwar für eine Menge Klassiker sorgte, ich aber auch gerne das ein oder andere Stück von der „Objection Overruled“ Scheibe gehört hätte. Aber bei Songs wie „Neon Knights“, „Turn me on“, etc. kann auch nix schief gehen. Und als dann am Ende das Hitfeuerwerk aus „Fast as a shark“, „Balls to the walls“, „I’m a Rebel“ und „Princess of the dawn“ abgefeuert wurde, hatten sicherlich nicht wenige Tränen der Freude auf der Wange. Auch wenn ich die Interaktion von Udo mit dem Publikum und auch dem Rest der Band als wenig euphorisch empfand, muss man insbesondere Wolf und Peter attestieren motiviert und mit Spaß in den Backen die Show gespielt zu haben, so dass man von einem gelungen Abschluss des Rock Hard Festivals, welches voll an Höhepunkten war, sprechen kann. [SE]

 

Setlist Accept:

  1. Starlight
  2. Living for tonight
  3. London leatherboys
  4. Metal heart
  5. Love child
  6. Breaker
  7. *Bass Solo*
  8. Head over wheels
  9. Neon Knights
  10. *Gitarren Solo*
  11. Restless / Son of a bitch
  12. Turn me on
  13. War
  14. Monster Man
  15. Flash rocking man
  16. Fast as a shark
  17. Princess of the dawn
  18. Winter dreams
  19. Balls to the wall

 Mit Spaß dabei: Accept

Unterm Strich:

Das was man dort auf dem Rock Hard Festival geboten bekam hatte Hand und Fuß. Gemütlich auf den Rängen sitzend kann man einen kompletten Festival Tag verleben, ohne dabei tot getreten zu werden oder nix zu sehen. Der Sound war stets erstklassig. Auch Preislich war man bemüht das Beste für den Fan zu geben. Das Festival Shirt war für 15 €uro zu haben, eine Krakauer gab es für 2,50 €uro, für eine Tüte Pommes inklusive Gabel musste man 2 €uro über den Tresen reichen. Teuer fand ich nur das Bier, den Döner und warum das Programm Heft Samstag 0,50 €uro kostete und einem am Sonntag hinterher geschmissen wurde bleibt mir ein Rätsel (Echt? Anm. Andy). Die Toilettensituation war auch nicht die beste. Dies waren zwar gespülte und stets saubere (wenn man bedenkt auf einem Festival zu sein) Klocontainer, aber für die Anzahl von Menschen waren zwei Container pro Geschlecht zu wenig. Bereits am frühen Nachmittag standen die Damen der Schöpfung an.

Mit der Aufführung der verbesserungswürdigen Dinge bin ich damit auch schon fertig, es siegen durchweg die positiven Erinnerungen. Damit hat das RockHard Festival sich ganz klar einen Platz in der ersten Liga der Open Airs gesichert.

Das Amphitheatre bot eine hervorragend Festival Kulisse

Dank und Grüße:
Mein Dank gebührt zu aller erst dem RockHard Team für das tolle Festival, den Children of Bodom und Sentenced für die Interviews. Gegrüßt seien Anni (sleep tight), Christian (Sarx), der nette Österreicher (auch wenn ich dich nicht verstanden habe, danke für’s Bier!), der Mann am RockHard Merch-Stand (danke für das Aufkleber verteilen), die PG Redakteure Marie (danke für den Kaffee) und Sebastian und zu guter letzt alle Pommesgabel Fans nebst all denen die sich vergessen fühlen.

Schöne Grüße von Marie gehen an: Christoph-Michael-Thomas (?) aus Duisburg (gebürtig Gescher) mit den Dank für aufschlussreiche Einsichten, die beiden Backstage-Biertrinker (dem Century Media-Praktikanten und dem Zerspanunsmechaniker mit griechischem Vornamen) mit Dank für´s Pommesgabelfoto, an unsere Profikollegen von Laut (Eddy und Fischer), die mir spätestens ab jetzt mindestens ein Bier schulden *g* (*auch will* - Anm. Torsti) sowie an die Gummibärchen-Killer-Riff-Maschine und demokratischen Diktator (of slow suffering) von Sarx: Herrn Treude!

by torsti@pommesgabel.de

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