Mittwoch, der 22. Februar 2012
 
 

RockHard Festival 2007 - Bericht

Wann: 25.05. - 27.05.2005
Wo: Amphitheater / Gelsenkirchen (NRW)

Autor: Cythia
Anwesende Redakteure: Cynthia


Freitag , 25. Mai 2007

Zum 5. Mal heißt es nun schon „und jährlich rockt der Pott“ – den auch dieses Jahr steht das Pfingstwochenende wieder ganz im Zeichen des Rock Hard Festivals im Gelsenkirchener Amphitheater, welches die Festival Saison 2007 offiziell eröffnen sollte.
Leider schien Petrus den Festivalauftakt wohl nicht so ganz zu befürworten und so regnete es wie aus Eimern als ich mich am Freitagmittag auf den Weg nach Gelsenkirchen machte… zum Glück ließ der Regen unterwegs etwas nach, und am Ende hatte es dann fürs Erste aufgehört.
In der Zielstadt angekommen traf ich am Bahnhof direkt auf die ersten Bombenleger – und nach alter Metal Manier wurde schon im Bus mächtig Party gemacht…

Es sollte aber während des ganzen Festivals immer wieder zu Regengüssen – teilweise sogar mit Gewittern kommen, was einigen Bands zum Verhängnis wurde und weswegen sie zum Teil nur vor einer handvoll Leute spielen konnten.
Auf dem Gelände angekommen erfuhr ich von einer unschönen Sache die für einige Besucher das komplette Festival überschattete.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden diverse Zelte aufgeschlitzt und ihre Bewohner ausgeraubt. Es wurde vor allem Bargeld, aber auch andere Wertsachen, gestohlen. An dieser Stelle – auch wenn es mich nicht direkt betrifft – ein großes FUCK OFF an die Täter. Das so etwas auf einem sonst so friedlichen Metal Festival passieren würde – damit hatte keiner gerechnet.
Ich war jedenfalls froh das heimische Bett zum Schlafen gewählt zu haben (was sich später aufgrund des Wetters noch mal als sehr weise Entscheidung herausstelle).
Leider kam ich nicht mehr pünktlich zur ersten Band des Tages, Bullet (ein hoch auf die Deutsche Bahn...) sondern bekam lediglich die Schlussakkorde mit.

Somit begann das Festival für mich mit den Schwedinnen von Crucified Barbara die zwar letztes Jahr schon da waren, aber aufgrund eines Problems am Einlass vor einem fast leerem Theater spielen mussten.
Diesmal war es anders – denn vor allem die männlichen Festival Besucher krochen aus ihren Löchern - denn hier gab es vor allem was für die Augen, den die leicht oder sehr eng bekleideten jungen Damen waren durchaus nicht unansehnlich – und rocken konnten sich auch noch. Ein durchaus gelungener Auftritt der Einer der wenigen 2007 sein sollte, da die Mädels grad an einem neuen Album arbeiten.

Fuck yeah! Crucified Barbara

Weiter ging’s – es gab Hardcore mit derbem Metal Einschlag – und zwar von  den Schweizern Cataract.
Das erste Geballere des Tages holte wohl auch die letzten Schlafmützen aus den Zelten, denn es wurde beachtlich voll im Theater und es gab die ersten derben Moschpits vor der Bühne.
Der sehr agile Sänger hüpfte auf der Bühne rum und brachte mächtig Stimmung.

Es blieb Corig – diesmal gingen die Thüringer von Heaven Shall Burn auf die Bretter und prügelten sofort und in b0ester Hardcore Manier los – was für eine Wucht!
Druck ohne Ende – das Abrisskommando war losgebrochen und der Pit vor der Bühne wuchs auf eine beachtliche Größe an.
Auch hier gab es wieder einen hyperaktiven Sänger der wie ein Flummi über die Bühne hüpfte – Wahnsinn was der Kerl für eine Energie hat!!

Nach all den jüngeren Bands wurde es nun Zeit für den traditionellen Teil des Abends.
Und dieser wurde von niemanden geringerem als den heimischen Grave Digger eingeläutet, denn auch wenn sie seit über 25 Jahre dabei (Gründung 1980) sind, haben sie sich noch lange nicht ihr eigenes Grab geschaufelt.
Das Publikum bereitete den Jungs, die zum ersten Mal ihr Heimspiel auf dem Rock Hard zelebrierten - einen sehr warmen Empfang – mit Standing Ovations und heftigem Applaus. Außerdem wurden zwischen jedem Song „Grave Digger – Grave Digger“ Rufe laut und wenn man ehrlich ist wurde diese Stimmung das ganze Festival über nicht mehr erreicht – überall wurde gebangt, mitgesungen oder gecrowdsurft – was für ein Bild!
Die Band servierte ein Best Of Set bei dem Klassiker wie „Rebellion“, „The last supper“ und das von der Crowd gesungene „The Grave Digger“ nicht fehlen durften.

Grave Digger

Die Menge wollte die Jungs gar nicht von der Bühne lassen, aber nach 2 Zugaben – einem mir unbekannten Song und „Heavy Metal breakdown“ - der Hymne schlechthin, die die Stimmung endgültig zum überkochen brachte -  war dann leider Feierabend.
Man kann sie mögen oder nicht – aber dieser Auftritt war einfach grandios – man hatte gar keine Chance sich der Macht die von der Bühne ausging zu entziehen – Wahnsinn!! Mehr davon!!
 
Nach diesem  wahnsinns Auftritt der Grab- Schaufler würde es für den Headliner des heutigen Tages, den schwedischen Power-Pionieren von Hammerfall – nicht einfach werden die Stimmung noch weiter auf die Spitze zu treiben.
So gaben sie die Jungs mit einer Setlist, die an sich keine Wünsche offen lässt, die größte Mühe – es wurden Klassiker wie „Riders of the storm“ – „Crimson Thunder“ und  das legendäre „Hammerfall“ geboten – untermalt mit einer Pyro-Show (das hätte mir mal einer beim Fotografieren sagen sollen – ich hab mich zu Tode erschreckt…) und einem aufwändigen Bühnenaufbau mit einem aus beleuchteten Bass - Drums bestehendem Logo.
Die Band gab eindeutig ihr bestes – die Stimmung war gewohnt gut, aber so richtig kochte sie nicht über.
Trotzdem wurden nach dem eigentlichen Set Zugaben verlangt die es in Form von „Heeding the call“ und dem gewohnten „Rausschmeißer“ „Hearts on fire“ um die Ohren gab.

HammerFall

So endete der erste Festivaltag mit 2 grandiosen Auftritten – zumindest Musiktechnisch.
Das Wetter hatte sich trotz bösen schwarzen Wolken halbwegs gehalten – das einzige Nervige war diese unerträgliche, schwüle Hitze. Auch wenn man sich sonst keinen Regen wünscht – so ein kleiner Schauer zur Abkühlung wäre ganz gut gewesen.

Im Biergarten trafen wir auf einen Junggesellenabschied die uns diverse alkoholische Getränke spendierten, was – zumindest bei mir – einen Totalabsturz zur Folge hatte (Long Irland Ice tea ist einfach nur tödlich^^). Wie froh bin ich doch, dass ich sicher nach Hause gefahren wurde und dort - todmüde und stockbesoffen - ins Bett kippen konnte und mein Rausch halbwegs ausschlafen konnte.


Samstag, 26. Mai 2007

Halbwegs ausgeschlafen (wir hatten immerhin knappe 7 Stunden Schlaf) machen wir uns am Samstagmorgen recht früh wieder auf den Weg.
Der Samstag sollte mit Turisas, Korpilkaani ganz im Zeichen des Humppas und Folks (Amon Amarth) (-hab ich was verpasst? Haben Amon einen unangekündigten Stilwechsel vollzogen?? - Anm. Torsti)   stehen, was einiges an Party versprach.
Das Wetter zeigte sich allerdings weniger von der Party-Seite – war der Himmel ein einziges Grau in Grau – es war nur eine Frage der Zeit bis sich die gesammelte  Luftfeuchtigkeit über dem Rock Hard ergießen würde.

Metal Inquisitor eröffneten den 2. Tag des Rock Hard Festivals 2007.
Geweckt von den letzten Akkorden der deutschen Heavy Metal Band, mussten erstmal Kaffee und Zigaretten herhalten um die Nachwirkungen des Alkoholkonsums des letzten Abends zu bekämpfen.

So war Maroon die erste Kapelle, die ich an diesem Tag zu Gesicht bekam. Metalcore zum wach werden, klingt nicht nur gut, sondern funktioniert auch!
Der Sänger Andre Moraweck, der durch seine Aushilfe bei Heaven Shall Burn auf dem Rock Hard Festival 2005 schon bei den ganz Großen mitgesungen hat, schaffte es ohne Probleme auch noch die letzte Schlafmütze wach zu schreien.
So ist es nicht verwunderlich, dass man bei der ersten Metalcore Band des Tages, auch wieder den ersten Moshpit des Tages fand (siehe Cataract am Freitag).
Wem der Moshpit nicht zusagt, durfte hier auch gerne einfach mit schunkeln, wie der Sänger mit seltsamen Hüftbewegungen vorzumachen versuchte... Na gut warum nicht, einige Metalheads ließen sich auf jeden Fall mitreißen, so dass auch in die hinteren Reihen der Crowd Bewegung kamen.
Auch hier tauchte wieder die mysteriöse Schwedenflagge im Publikum auf, die schon am ersten Tag ihre Kreise über ihrem Besitzer zog, erstaunlich wie stabil diese Konstruktion aus etwas Stoff und ein paar Zeltstangen doch ist.
Eine schöne Abwechslung mit Wiedererkennungswert bot das Sodom-Cover „Ausgebombt“ im Set, das als letzter Song performt wurde.

Maroon

Kleine Frühstückspause, und schon ging es weiter.

Um halb drei war nun endlich die Zeit der Humppa-Freunde gekommen und die böse schauenden  Waldschrate aus Finnland betraten die Bühne.
Für die dritte Band des Tages war die Zuschaueranzahl bereits beträchtlich gewachsen und selbst der Nieselregen, der den Tag bis jetzt feucht fröhlich gestaltet hatte, hörte fast komplett auf. Perfekte Startbedingungen also für Turisas.
Schon die ersten Songs wurden mit fliegenden Haaren, Crowdsurfern und einem mitsingenden Publikum quittiert. Die mit Fellen behangenen und bemalten Finnen hatten wirklich beinahe das gesamte Publikum auf ihrer Seite, denn nach kurzer Aufforderung des Sängers, Mathias Nygård, bequemten sich selbst die letzten Ränge des Amphitheaters sich zu erheben. Was wäre ihnen auch anderes übrig geblieben, schließlich brüllte die ganze Crowd die vor der Bühne stand  „aufstehen!!!“ in Richtung obere Ränge!
Super, so was nenne ich mal Zusammenhalt! Auch die Schwedenflagge war wieder da – herrje – das sind doch Finnen da auf der Bühne!
Es gab Songs vom Debüt -  und vom bald erscheinenden, neuen Album und ein vom Teufelsgeiger selbst angekündigtes Geigensolo. Vorher ließ der Geiger sich aber erst noch mal  über teilweise schlechte Gitarrensoli aus, und meinte, dass ein gutes Geigensolo doch besser wäre.
Außerdem forderte er die Menge auf, den Geiger der folgenden Band Korpiklaani dazu zu bewegen, ebenfalls ein Solo zu spielen.
Die Stimmung war am kochen – es wurde getanzt, gebangt und gesurft – ja das ist Humppa Metal wie er sein sollte – was will man auch mehr?
Unter lauten Protesten und trotz mehrfach verlangter Zugabe und „Turisas“ Rufen ohne Ende verließ die Band nach einer knappen Stunde Spielzeit die Bühne.

Turisas

Doch das war noch lange nicht genug Humppa für heute – weiter ging’s, nach einer kurzen Bierpause versteht sich, mit DER finnischen Party-Instanz - Korpiklaani.
Angekündigt durch das altbewährte Intro, stürmt der Clan des Waldes das Amphitheater und das Publikum stürmte mit.
Wild umher tanzende Metaller, von denen einer versuchte lauter mit zu singen als der andere, bevölkerten den gesamten Platz vor der Bühne.
Nur die oberen Ränge scheinen in die Müdigkeit zurück verfallen zu sein, aus der sie von  Turisas erst kurz zuvor geweckt worden waren... aber die Partygemeinde vor der Bühne ließ sich davon nicht im geringsten beeindrucken und feierte ihre “Partyklaani” - Helden weiter.
Außerdem konnte man sehr schön beobachten, wie das  Party Sextett den meisten noch so harten Metallern ein grinsen aufs Gesicht zauberte.
Die Beiden Songs „Let’s drink“ und „Karhunkaatolaulu (Bear Hunt Song)“ vom im Juli erscheinenden Album fanden ihren Weg in die Setlist und die Menge begann bei altbewährten Gassenhauern wie „Cottages &saunas„Beer beer“ und Co. noch mal zu kochen.
Nur gut dass Sänger Jonne die Crowd mit etwas Wasser von der Bühne aus abkühlte, an dieser Stelle: danke für die Erfrischung! :)
Ein Geigensolo gab es leider nicht.

Auch hier wurde aufs heftigste nach einer weiteren Zugabe verlangt, aber auch für die Kopis hieß es nach einer Stunde Spielzeit Feierabend für heute. Nunja, war nun ja auch genug Humppa und die Menge ganz schön K.O. gefeiert.

Nach der geballten Humppa - Power nun gab es nun wieder “richtigem Metal”... jedenfalls meinte das Götz bei der Ansage zum nächsten Act. Darüber was nun richtiger Metal ist, lässt sich sicherlich streiten, aber wir schenkten dem Cheffe vom Rock Hard Magazin mal unseren Glauben und harrten gespannt der Dinge die uns Ross the Boss mit ihrem speziellen Manowar-Set bringen werden.
Die Setlist versprach bereits gute Stimmung durch viele Manowar - Klassiker die so praktisch nicht mehr gespielt werden (spielt Manowar eigentlich überhaupt noch etwas? Ich lese immer nur sie reden viel - Anm. Torsti).
So betraten Ross und seine Mannen gegen fünf Uhr die Bühne, spielten einen Hit nach dem anderen und wurden stets von ihrem Publikum, was der sehr sympathische deutsche Sänger schnell für sich gewonnen hatte, gesangstechnisch begleitet.
Michael “Metal B.” brachte es nach dem Konzert auf den Punkt:
Ross the Boss waren “Manowar-Destilat”, alles was man an Manowar nicht mögen kann haben sie weggelassen, kein Gepose, keine albernen Klamotten, keine langen Reden („Ey Ross halt mal ne Rede“ – „Nö!“) und keine ewig langen Basssoli („Spiel mal nen Solo“ – Basser spielt 2 Anschläge – „Auf den Punkt gebracht“).
Man munkelt ja immer noch, dass Ross Manowar verlassen hat als er feststellte, dass ihn sowieso keiner ernst nahm. Ross the Boss war jedenfalls mal eine Willkommene Abwechslung für die, die alte Manowar Sachen lieben, aber sich das Gepose nicht reinziehen wollen. Leider wird es solche Shows wohl eher selten geben….

Ross the Boss

Bevor der nächste Act begann, kamen die Veranstalter noch zu einem ernsten Thema, die rechte Szene im Metal. Nachdem klar ist dass die Strategie des Ignorierens die Nazis nicht davon abhält die Metal Szene zu unterwandern, distanzieren sich immer mehr Bands, Festivals und Fanclubs von dem rechten Pack. So auch die fünf größten Metal - Fanclubs die auf dem Rock Hard Open Air anwesend waren, und die vom Rock Hard eine Bühne geboten bekamen um ihre Botschaft an die Öffentlichkeit zu bringen: “Nazis raus!”. Schön zu sehen dass das ganze Festival dieser Meinung war! - So muss das sein!

Als nächstes standen Vader auf dem Plan.
Nach dem Manowar-Set endlich mal wieder richtiger Metal ;)
Schon das Intro überzeugte die Massen und mit dem harten Deathmetal geballere was nun folgen sollte, sah man die bis jetzt größte Anzahl von fliegenden Haaren im Publikum.
Als kleines Schmankerl zum Schluss gaben sich  Vader die Ehre, Slayer zu covern, mit keinem geringeren Song als “Angel of death”. Ein sehr gelungener Auftritt mit geilen Growls, harten Gitarren-riffs, donnernder Doublebass und dem Slayer cover, das sichtlich gut bei den Zuschauern ankam!

Armored Saint habe ich leider verpasst, da ich während des Auftritts mit einem Interview beschäftigt war.

Manege frei für die Old-School Thrasher von Death Angel.
Was für eine Wucht! Diese Band hätte mehr Publikum verdient, doch leider blieb der Platz vor der Bühne relativ leer da es wie aus Eimern geschüttet hatte.
Wenigstens die Hartgesottenen unter den Metallern blieben standhaft und huldigten dem Sänger mit den arschlangen Dreads, der mit all seiner Kraft versuchte gegen den Regen an zu singen. Leider nur mit mittelmäßigem Erfolg...
Dabei waren die Jungs es echt wert, gesehen zu werden, denn sie legten eine souveräne Show voller Power hin.

Death Angel

Halb zwölf war es dann endlich so weit und der Headliner des 2. Tages, die Wikingerhorde um Front-Nordmann Johan Hegg, Amon Amarth, durften im Dauerregen (obwohl zu der Zeit schon etwas weniger intensiv als bei Death Angel) das Gelsenkirchener Amphitheater zum beben bringen.
Diesmal angetreten ohne die Jornswikinger die sie des Öfteren begleitet hatten ging es mit “Valhalla awaits me” los, gefolgt von “Runes to my memory” und “Death in fire”, also direkt drei Stücke hintereinander, die richtig rein hauten.
Der Sound war klar und die Bässe donnerten wie vom Sohn Odins persönlich geschlagen über die klitsch nassen Metaller hinweg. Perfekt, mit nassen Haaren bangt es sich eh mindestens genau so gut wie mit trockenen.
In ihrem Set waren eindeutig mehr neue als ältere Stücke, was wir ja schon von ihrer Tour und ihren Festival Auftritten des letzten Jahres gewöhnt sein dürften. Auch daher kamen vielleicht die Stimmen die nach dem Auftritt behaupteten, dass die Schweden eindeutig zu oft spielen würden. Ich für meinen Teil kann sie immer wieder sehen, obwohl ich einige ältere Stücke doch in der Setlist vermisse.
Alles in allem eine Show wie man sie von Amon gewöhnt ist, nämlich eine mächtig gute!

Amon Amarth

So  ging auch der zweite Festival Tag zu Ende – diesmal weniger alkoholreich als der Erste – die Junggesellen waren auch nirgendwo zu entdecken und das Wetter lockte nicht zum dableiben, so das wir uns direkt auf den Weg machten (und ein paar mal zu früh abbogen – ab heute steh ich mit Navigationssystemen auf Kriegsfuß – jawohl!)


Sonntag, 27. Mai 2007

Diesmal weniger ausgeschlafen (trotz weniger Alkoholgenuss – wo ist denn da die Logik??) ging es am Sonntagmorgen wieder gen Gelsenkirchen, im immer noch nicht endenden Regen (wäre ja auch zu schön gewesen…) erreichten wir das Amphitheater und zum letzten Mal ging die Parkplatzsuche los. Glücklicherweise fanden wir wieder direkt einen und pilgerten die letzten paar Minuten aufs Gelände.

Sabaton  war schon vorbei, wir waren diesmal auch wirklich sehr spät dran, auch von den Rock’n’Rollern  Hardcore Superstar bekamen wir nur noch die Schlussakkorde mit.

So blieb erstmal Zeit für ein ausgedehntes Frühstück während der Umbaupause – es gab ja wirklich eine geniale Auswahl an Futter – und alles zu recht fairen Preisen. Daumen hoch fürs Essen !!

So sollte es für und mit den schwedischen Black Metallern von Naglfar losgehen, deren Gig aber aufgrund eines Streiks der Fluggesellschaft ausfallen musste.
Das Rock Hard Team hatte aber glücklicherweise Ersatz in Form der deutschen Death/Thrash Band Dew Scented gefunden. Die Jungs hatten sich die Show durch den immer noch anhaltenden Regen nicht versauen lassen und sichtlich motiviert brannte diese Combo ein Death/Thrash-Feuerwerk der Extraklasse ab.
Der Sänger versuchte immer wieder, die doch etwas verschlafene und vom Regen gezeichnete Menge zu motivieren („schaut euch doch mal an – alle in blau und grün – das ist doch gar kein Metal!!!“ -  „kommt ruhig näher – es regnet gar nicht mehr“ (von wegen….)) Leider war das nur von mäßigem Erfolg gezeichnet, denn die Meisten lagen wohl noch in ihren Zelten oder kamen aufgrund des Regens erst später.
Nunja, alle die sich diese Band nicht gesehen haben, haben definitiv eine geniale, hoch motivierte Band verpasst.

Dew Scented

Das Petrus eine gehörige Portion Humor hat, bewies er ganz eindeutig auf diesem Festival – passend zu der pechschwarzen Combo Dark Funeral hörte der Regen nämlich auf und - welch Ironie - die Sonne kam heraus - wie geil ist das denn?
Die schwedischen Pandas fanden aber, das zu einem richtigen Festival weiterhin zumindest Donner gehört und ballerten mit mächtigen Double Bass Attacken die letzten Schlafmützen aus den Zelten und die letzten vor dem Regen geflohenen aus ihren Unterschlüpfen.
Auch wenn es sich wohl um einen Ersatzmann an den Drums handelte, gab es nicht weniger Drum - Attacken als sonst auch.
Es wurden vor allem ältere Songs zum Besten gegeben, mit Ausnahme des Titeltracks des aktuellen Albums Attera totus Sanctus.
Die Location füllte sich sichtbar, es wurde gebangt bis zum geht nicht mehr und die Stimmung war sichtlich gut - so verließen die Pandas nach einer Stunde Spielzeit zufrieden die Bühne.

Nun war es Zeit für 1,2,…15 Bierchen – denn die deutschen Sauf- Metaller Fraktion Tankard rund um den „125kg – pure Erotik“ Sänger Gerrit (na wenn das mal nicht etwas schöngeredet ist…) betraten die Bretter um ihr 20 jähriges Band Jubiläum zu feiern. Mr. Plauze sorgte für ordentlich Stimmung – auch schon im Fotograben als er einem anwesenden Fotografen die Cappi klaute und sich selbst aufsetzte.
Im Publikum waren mehr Bierbecher als sonst zu sehen und überall wurde zu Sauf Hits wie „Die with a beer in your hand“ oder „The beauty and the beer“ gemoscht und mitgegrölt was das Zeugt hält… Eine Gummipuppe fand den Weg auf die Bühne und wurde sogleich von Sänger Gerrit über die Bühne getragen – aber bald war die Luft raus und der Bierbauch König hopste allein weiter über die Bühne.
Ich find es immer wieder bemerkenswert wie der Kerl das aushält die ganz Show über die Bühne zu hüpfen wie nen Wilder und dabei noch Singen kann.

Tankard

Nachdem die Bierfraktion ihre Party beendet hatte, war es wieder Zeit für ernsthaften Metal – diesmal in Form von Paul DiAnno, dem ehemaligen Iron Maiden Frontmann, der auf dem Rock Hard mit einer Speziellen Maiden Show auftreten sollte.
Vom Publikum wurde er gefeiert und fast jeder Song mitgesungen, ich selbst mag die Maiden Jungs so wie sie jetzt sind eindeutig lieber – und wenn ich ne Maiden Cover Band höre, dann sollten Songs wie „Fear of the dark“, „Wasted years“ oder „666- The number of the beast“ nicht fehlen.. Nichts davon gab es – nur ältere Klassiker. Dem Publikum hat’s gefallen – mir nicht so sehr – ich zog es vor mal ne Mittagspause zu machen und mir nen paar verspätete Bierchen zu genehmigen.

Die nächste Band war wohl die Überraschung des Festivals. Bevor die Band loslegte, wunderte ich mich sichtlich über die 5 (!) Keyboards und 2 Drumkits auf der Bühne und auch die auf einem Ständer befestigte Akustik - Gitarre kam mir mehr als seltsam vor und ich war gespannt, was nun kommen sollte.
Spock´s Beard – um dem ganzen Mal einen Namen zu geben. Als die Neo-Progressiv-Rock-Band die ersten Akkorde erklingen ließen gab es zunächst überall dermaßen verwirrte Blicke – was zur Hölle macht eine Band wie diese hier auf’m Metal Festival?  Für mich klang das ganze nach Jam - Session Musik die man in einer Musikkneipe mit Live-Band zu hören bekommt.
Zuerst wurde die Verwirrung noch größer als der Sänger sich plötzlich hinter das 2. Drumkit was bis dahin ungenutzt rum stand begab und sich mit dem Drummer eine Battle lieferte… Der Tastenmann zog es derweil vor auf seinem Instrument rumzuklettern und der 2. Gitarrist ging zur aufgeständerten Gitarre um auf dieser weiter zu spielen.
Nach einem  erst – mal – auf – das – was – hier – passiert - klarkommen fanden die meisten aber Gefallen an der für ein Metal Festival sehr ungewöhnlichen Musik – ja es strömten sogar noch mehr Leute richtig Bühne und man sah überall mitwippende Bombenleger.
Die Stimmung sprang auf die eh schon motivierte Band über und es wurden sich weitere Soli Duelle geliefert – der Drummer wurde zum Sänger und umgekehrt. Das Ganze war - zumindest für mich – die Überraschung des Festivals.

Spock's Beard

So standen nur noch 2 Bands auf dem Plan, das Festival neigte sich langsam aber sicher seinem Ende zu.

Auch für die Band des Bochumer Gitarristen Pell stand mit seiner Band Axel Rudi Pell ein Heimspiel auf den Plan. Auch diese Band gab es zuvor noch nicht auf dem Pott - Festival zu sehen und so räumten die Jungs mächtig ab und lieferten eine energiegeladene Show mit vielen Klassikern zum mitsingen und brachten damit den Pott erneut zum kochen, auch wenn die Leistung von Grave Digger immer noch unangefochten im Raum steht.
Wäre dem Bassisten nicht plötzlich der Sound flöten gegangen, wäre es mir wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, aber bis auf dieses kleine Problem, was noch während des Songs behoben wurde, war dieses Rock Hard technisch perfekt und pannenfrei! Hut ab vor dem Technik-Team!

Als letzte Band des Festivals standen, die von vielen erwarteten, Legenden Thin Lizzy auf dem Programm. Eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Beginn ging es dann endlich los und die Metal Dinos betraten die Bühne.
Die Stimmung hatte sofort wieder eine ihrer zahlreichen Höhepunkte erreicht, hier und da wurden begeistert alle Texte mitgesungen.
Die alten Herren wussten mit einer Gut gemischten Setlist zu begeistern, aber warum wurde grad DER Klassiker schlechthin – „Whiskey in the jar“ weggelassen?
Die Energie der Band hatte scheinbar kaum unter dem fortgeschrittene Alter gelitten, turnte die gesamte Mannschaft doch noch sehr agil über die Bühne.
Ich muss ganz ehrlich sagen – ich kann mir solchen Bands nun wirklich nicht allzu viel anfangen, aber dennoch war ich froh und auch ein wenig stolz so eine Legende mal live zu Gesicht zu bekommen, denn so etwas ist ja nicht mehr unbedingt alltäglich.
Gegen halb 2 näherte sich das ganze Spektakel dem Ende und wir machten uns vor den Zugaben auf den Weg nach Hause da die Müdigkeit uns doch ganz schön in den Knochen saß.

Thin Lizzy

Fazit:
3 Tage genialer Festivalauftakt liegen nun hinter uns und es war wie immer einfach nur Genial – wenn auch das Line-Up dieses Jahr nicht so sehr mein Fall war wie z.B. 2005 so stimmte wieder alles Drumherum – große Futter Auswahl zu fairen Preisen, das Bier ist zwar immer noch ein bisschen teuer, aber der „Rundum-sorglos“ am Platz Service ist nach wie vor einfach genial.
Die Security war immer freundlich und hilfsbereit und wenn man von der Diebstahl Aktion auf dem Campingplatz absieht war das ganze wie immer ein sehr friedliches Festival.

Ich möchte dieses Festival nicht mehr missen – hier stimmt einfach alles, die Location ist wie geschaffen dafür, Bandauswahl stimmt meistens, Preise sind weitgehend fair und alles wird durch viele kleine Dinge, die einfach „passen“ abgerundet. Auf ein neues 2008 !!

by cynthia@pommesgabel.de

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