Donnerstag, der 09. September 2010
 
 

Interview: Lazarus A.D.

 

Hoch im Norden, da wo es fast immer kalt ist, gibt es nicht viel, was man in jungen Jahren unternehmen könnte. Gut, man besitzt zwar ein profitables Football-Team (die Greenbay Packers) und einen berühmten Käse, doch was kommt danach? Ein guter Grund, eine Band ins Leben zu rufen, was in diesem Fall die vier Jungs der Wisconsin Thrasher Lazarus A.D. auch sofort taten. Danach ging alles blitzschnell: Die ersten Auftritte, einen Supportslot für Anthrax, einen Beitrag auf dem „Thrashing like a maniac“-Sampler von Earache und die Unterschrift bei Metal Blade. Kurz darauf befand man sich im Studio und nahm unter den Fittichen von James Murphy den Erstling "The onslaught" auf, welcher im Untergrund mächtig Staub aufwirbeln wird, das kann ich versprechen. Ich bin jedenfalls jetzt schon ein Fan dieser großartigen Band.

 

Dank modernster Telekommunikation ist es heutzutage ja nicht mehr sonderlich schwer, mit den Bands in Kontakt zu treten und somit fand ich mich schnell in einem Plausch mit Gitarristen Alex Lackner wieder, der mehrere tausend Kilometer von mir entfernt sich tierisch den Arsch abfror. Lest selber…

Da das Unterhaltungsangebot in Wisconsin ja relativ dünn gesät ist, seid Ihr automatisch Football Fans und esst andauernd Euren berühmten Käse?

 

Yeah, auf jeden Fall, wir stehen alle total auf Football und Sport im Allgemeinen. Dan (Gapen-Bass/Gesang) und Jeff (Paulick-Gitarre) sind hartnäckige Packers Fans, während Ryan (Drums) und ich tierisch auf die Chicago Bears abfahren. Da kannst Du schon erkennen, das es meist zu heftigen Debatten kommen kann, haha. Gibt es sonst noch etwas in Wisconsin? Na logo, denn neben Football und unserem wirklich köstlichen Käse gibt es Bier, Unmengen an Bier, so können wir uns wenigstens die Nacht schön trinken. Es ist immer eine gute Zeit, sich mit Kumpels zu treffen, um ein paar Helle zu verhaften.

 

Wie ist denn das Wetter momentan bei Euch? Es soll ja im Winter mehr als heftig kalt da oben werden?

 

Absolute fucking freezy! Kälte ist echt eine Untertreibung. Ich denke, das ich im Namen aller spreche wenn ich sage: Fuck this place! In der meisten Zeit ist es unter Null. Ich hoffe Du verstehst jetzt, warum wir konkurrenzfähige Musik schreiben und so verflucht viel trinken, hahaha.

 

Euer Album „The onslaught“ ist richtig geil geworden. War es für Euch nicht wie ein Sechser im Lotto, von Metal Blade unter Vertrag genommen worden zu sein? Immerhin hat Brian Slagel solch „Underground-Perlen“ wie Metallica oder Slayer entdeckt?

 

Vielen Dank für das Kompliment. Ja, für uns ist es ein gigantischer Erfolg, denn der Deal mit Metal Blade ist wie ein Wunder für uns und wir sind uns dieser Wertschätzung mehr als bewusst, denn sie setzen eine Menge Hoffnungen in uns in dem sie uns wieder sagen, was für eine strahlende Zukunft vor uns liegt. Das dies aus dem Mund von Brian Slagel kommt, ist umso schöner. Einem Mann, der mit Slayers „Show no mercy“ oder Metallica die Metalwelt verändert hat wie kein anderer.

 

Erzähle mir bitte etwas über den Entstehungsprozess Eures ersten Albums. War doch mit Sicherheit aufregend, oder?

 

Yeah, es war extrem aufregend, aber auch lang und teilweise sehr stressig. „The onslaught“ begann ursprünglich als 3-Track Demo, welches wir selbst aufgenommen und produziert haben und die Songs „Last breath“, „Revolution“ und „Rebirth“ beinhaltete. Dazu haben wir noch ein paar Songs mehr gepackt und haben daraus eine vollständige Platte geformt. Produziert und aufgenommen haben wir das Teil zusammen mit Chris Djuricic im Belle City Sound in Racine, Wisconsin, der sich mit seiner Arbeit mit vielen lokalen Musikern bereits einen Namen gemacht hat, und abgemischt hat das Teil James Murphy in Florida. Ursprünglich sollte das Album allerdings „The onslaught-Revolution Pt.1“ oder „The onslaught: Rebirth Pt.2“ heißen, doch James hat mit uns darauf hingearbeitet, das der Titel schlicht und einfach sein sollte. woraus dann schließlich nur „The onslaught“ wurde. Dennoch erhoffen wir uns, dass gerade diese beiden Songs die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient haben.

 

 

Wie war denn die Arbeit mit James Murphy? Ich habe ihn mal 1993 bei einem Besuch in Florida kennengelernt und ihn als große Persönlichkeit mit viel Herzblut und Enthusiasmus erlebt.

 

Das Arbeiten mit James war großartig. Er ist eine wahre Persönlichkeit und total professionell. Er kennt sich mehr als gut im Bereich des Recordings aus…und ich meine wirklich MEHR als gut…und das bedeutete für uns sehr viel. Er kaut dir ein Ohr ab und erklärt dir irgendeinen Scheiß, von dem du noch nie was gehört hast und genau das ist die Ausbildung, die ich mehr als gerne annehme. Er gibt dir mit seiner Arbeitsweise genau den Einblick in die Geschichte, die du brauchst und professionell zu arbeiten.

 

Ich habe gelesen, dass Euer erster großer Supportslot für Anthrax in Milwaukee war. Macht man sich da nicht vor Ehrfurcht in die Hosen?

 

Yeah, das war für uns der erste große Durchbruch. Wir waren geradezu ekstatisch, da es für uns eine Ehre und ein Privileg darstellte auf derselben Bühne wie sie zu spielen. Es war eine große Inspiration für uns, aber auch angsteinflößend. Aber was soll’s, wir waren nun mal der direkte Support, mussten auf die Bühne um den Kids zu zeigen, wo Bauer den Most herholt. Also rockten wir tierisch das Haus und die Jungs von Anthrax wussten danach, das sie sich tierisch steigern mussten, um uns noch einzuholen, hahaha. Auf jeden Fall ist es eine Erinnerung, die wir für immer in unseren Köpfen haben werden.

 

Hast Du für Dein Spiel musikalische Vorbilder?

 

Na logo, ohne Ende. Es gibt viele Musiker zu denen wir aufschauen und die uns zu dem machen werden was wir wollen: Professionelle Musiker werden. Dimebag Darrell und Pantera, James Hetfield, Cliff Burton und Metallica, Alex Skolnick und Testament, Jimmy Page, Neil Peart und Rush, Dave Lombardo und Slayer…die Liste lies sich endlos fortsetzen. Wir bewundern diese Musiker für das, was sie in der Vergangenheit getan haben und wer sie sind. Diese Jungs sind wahre Inspirationen für uns.

 

Es ist interessant, denn in meinem Review habe ich geschrieben, das Du mit deinem Gitarrenpartner Jeff in einer Reihe stehst wie Holt/Altus, Flynn/Demmel oder eben die von dir erwähnten Alex Skolnick und Testament. Ist das zusätzlicher Druck für Euch oder eher eine annehmbare Ehre?

 

Hey, es ist auf jeden Fall eine Ehre, mit solchen Musiker in einen Topf geworfen zu werden, danke Dir erneut dafür. Das sind alles Musiker, die wir als Kinder vergöttert haben und ein Vergleich mit ihnen ist großartig. Doch das ist nur der erste Schritt denn nun liegt es an uns, unsere Grenzen zu sprengen und zu eigenen Legenden zu werden. Ich hoffe, die Leute werden davon Notiz nehmen und genau so angespornt sein, wie wir es von unseren Helden waren.

 

Wie sieht es mit einer Tour durch unsere Gefilde aus oder eventuelle Festival-Aktivitäten?

 

Wir können es kaum erwarten an neuen Orten zu spielen und neue Leute für unsere Musik zu gewinnen. Keiner von uns ist je groß aus unseren Grenzen herausgekommen und somit sind wir extrem darin bestrebt, rauszugehen und zu spielen. Ich hoffe, wir werden Ende des Jahres Europa bereisen und werden vorher darum bemüht sein, eine Menge Support für „The onslaugh“ zu bekommen.

 

Hast du noch ein paar letzte salbungsvolle Worte für uns?

 

Wenn wir durch Euch rauskommen, sehen wir uns bald. Wir werden Euch nicht enttäuschen. Bis dahin macht unsere Mucke an, lasst ein paar Bier die Kehle runterlaufen und amüsiert Euch. Wir sehen uns.

by  olaf@pommesgabel.de

 
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