Das Into the Pit – Festival... Der Freitag stand ganz im Zeichen Heavy-, Thrash-und True Metal, während der Samstag dem Death- und Black Metal gewidmet sein sollte. Whorecore, Embedded, Aborted etc. interessierten mich zwar, aber meine übliche katastrophale Terminplanung ließ nur zu, am Freitag nach Osnabrück zu fahren.
Um halb sieben sollte es mit Mental Menace losgehen. Eine Osnabrücker Newcomerband, die Metal im 80´er Jahre Stil präsentieren sollte. Ausnahmsweise war ich pünktlich, aber das brachte leider gar nichts - der Headliner des Abends Goodess of Desire steckten irgendwo im Stau fest. Da sie aber einen Teil der Backline stellen sollten, mußte nun kurzfristig umorganisiert werden... Also erstmal wieder nach draußen und sich von den Kollegen von ruhrmetal.com zum Pils einladen lassen...
Gegen halb acht war es dann endlich so weit – mit einem dramatischen Intro betraten die fünf Jungs von Mental Menace die Bühne und legten einen eindrucksvollen Start hin. Natürlich hatten sie keinen leichten Stand, da sich kaum 40 Leutchen vor der Bühne versammelt hatten, aber das hielt Mental Menace nicht davon ab, zu rocken was das Zeug hielt. Die eigenen Songs der Jungs beeindruckten durch stimmigen Sound, interessante Texte und natürlich durch die grandiose Darbietung. Insbesondere Temptation and pain, The curse und Heed the warning wurden begeistert von den Kuttenträgern angenommen. Sänger Max ist und bleibt der geborene Showman und hatte die Fans von der ersten bis zur letzten Minute voll im Griff. Der Ausflug von Bassist Tim ins Publikum wurde begeistert gefeiert. Und der Humor kam auch nicht zu kurz: warf doch Drummer Chris voller Begeisterung seine Sticks in die Menge und bekam sie umgehend von einem weiblichen Fan brav wieder auf die Bühne getragen. Das Gelächter der Anwesenden und das freundlich-ironische: "Ähm, die Dinger sind eigentlich zum Behalten!" verwirrte die Dame doch sichtlich, aber auch das ist Heavy Metal...

Ohne Zugabe kamen Mental Menace nicht von der Bühne und die irritierte Frage das Sängers: "Wo ist denn der Mann mit der Uhr? Dürfen wir noch einen Song?" wurde zur großen Freude aller mit einem "Der Mann mit der Uhr sagt, ja – ihr könnt noch zwei, drei Songs spielen." beantwortet. Alles in allem haben Mental Menace mit ihrem ca. einstündigen Auftritt nicht nur als genialer Opener fungiert, sondern auch alte Fans begeistert und neue hinzu gewonnen.

Ein Blick auf die Running Order verriet, daß es als bald mit Succubitch weitergehen sollte. Nun denn: Zwei mehr oder weniger beleibte Herren in schwarzen, nietenbeschwerten Hochglanz-Gymnastikhosen enterten die Bühne. Nun ja, die guten alten Spandex ausgegraben - irgendwie ja nett (aber hat man in den 80´ern wirklich die Herstellermarke auf dem Oberschenkel präsentiert?) und schon erwartete ich einen Sound á la Helloween, Europe oder sonstiges. Aber nix da: Old-School-Thrash wummerte aus den Boxen, begleitet von übelst-geilen Death-Growls. Leider war mein Gehirn nicht in der Lage, den Anblick und das Gehörte zu einer Einheit zusammenzufügen und so verließ ich die Halle wieder um mir ein kühles Pils zu gönnen. Nach dem Soundcheck würde sicher alles besser werden. Aber weit gefehlt: nachdem alle Anwesenden beschlossen hatten, daß der Soundcheck wohl vorbei sein müßte, gingen wir wieder hinein um uns den Gig von Succubitch zu Gemüte zu führen. Tja... Shit happens: leider haben wir vor lauter Rumblödelei und Laberei vor dem Westwerk den Start von Succubitch verpasst. Aber wie meinte eine gute Freundin kürzlich: "Es ist heutzutage einfach schwierig zu merken, wann ein Soundcheck aufhört und ein Konzert beginnt." Recht hat sie, aber leider bedeutet das natürlich, daß ich von dem Auftritt nicht viel mitbekommen habe... Die beiden Songs, die ich in voller Länge gehört habe, waren durchaus okay. Eine nette Mixtur aus Thrash- und Speedmetal. Nichts wirklich auffallend besonderes, aber auch nichts, was weh tat. Auf jeden Fall kann man die Band besser anhören als ansehen.
Nach Succubitch hieß es erstmal den von den Niederländern inzwischen aufgebauten Merchandise-Stand checken. Patches, T-Shirts, Nietengürtel, Flaggen – es gab alles was das Metallerherz begehrte zu akzeptablen Preisen. Nach dem Einkaufsbummel ging es aber schnell wieder zurück in die Halle, denn endlich sollten Chainsaw, meine Favoriten des Abends, ihren Gig starten. In der Halle war es mittlerweile etwas voller, das Licht wurde gedämmt und plötzlich durchzog ein leichter Benzingeruch die Halle. Ein paar verwunderte Blicke nach rechts und links und schon ertönte der Sound einer Kettensäge. Man hätte es wohl auch nicht anders erwarten dürfen – bedrohlich sprang Frontman Aike mit einer Eishockeymaske bekleidet und Kettensägen-schwingend durch die Fangemeinde und wurde von Magnus und Yanni verfolgt. Fein, wie sich das Horrormovie-Thema der Band selbst in kleinen Einzelheiten wiederfindet... Musikalisch boten die vier Niederländer jedenfalls Bestleistung. Das Album "Smell the saw" hat mich schon begeistert, als ich es zum ersten Mal hörte und die Songs nun live zu erleben, steigerte meine Begeisterung noch. Nicht nur musikalisch boten Chainsaw eine hervorragende Mischung aus Thrash, Rock´n Roll und pure fucking Heavy Metal, sondern auch die Bühnenshow war einfach irre. Selbstverständlich gab es massenweise Kunstblut, aber der Charme, den die Jungs ausstrahlen und das gewisse Quentchen Humor, der niemals fehlte, ließ das ganze nicht abgeschmackt oder lächerlich wirken, sondern macht einfach nur Spaß.

Leider mußte ich aber nach ungefähr der Hälfte des Auftritts gehen. Das ich Goddess of Desire verpassen würde, war von Anfang an klar, aber das mir durch die verschobenen Spielzeiten nun auch noch Titan Steele entgingen, war mehr als schade. Aber was soll man machen? Die Deutsche Bahn wartet nicht auf Metaller und das Leben ist kein Ponyhof.
So bleibt abschließend nur noch zu sagen: Es war ein toller Abend, schon allein der Auftritt von Mental Menace war die Fahrt wert und das Drumherum, viele nette Leute kennengelernt usw., war genauso, wie es auf einem Konzert sein soll!
Gruß an: Darky (das Dong kommt schneller als man denkt!), Predi, Max, Chris, Zotteltier (hast was verpasst! *g*) Jan, die Organisatoren dieses schönen Festivals und alle, deren Namen ich mir mal wieder nicht merken konnte