Zur Einstimmung an die anstehenden Outdoor Festival Saison verschlug es uns zum diesjährigen Warm-Up ins schöne Frankenland, um in Lichtenfels der heidnischen Götter bei der fünften Auflage des Ragnarök Festivals zu huldigen und die Trinkhörner voll Met kreisen zu lassen. Das Billing mit den Headlinern Primordial und Unleashed und vielen kleinen Bands ließ ein spannendes Wochenende erwarten.
Morgens um 8 starteten wir frohen Mutes und bewerkstelligten die gut 380 Kilometer mit einigen Egg McMuffins im Magen ziemlich komplikationslos. Einzig Langhammers Ausflug in die Thüringer Bratwurstwelt Nahe Triptis sorgte für eine gewisse Zeitverzögerung, die wir aber durch eine beherzte Fahrweise wieder ausglichen. Gegen 13:00 trafen wir dann in unserem Domizil für die nächsten zwei Tage ein, verstauten unser Gepäck, genossen ein frisch gezapftes Kellerbräu (äußerst köstlich) und ließen uns eine überaus delikate Rinderroulladen aus der Küche von Frau Hofmann munden, die nicht nur spottbillig war, sondern auch wie bei Mutti schmeckte. Der Langhammer outete sich als beinharter Fan der Kastelruther Spatzen und bezog direkt unter dem Emblem des örtlichen Fanclubs der „Heile-Welt“-Musiker Quartier. Danach genossen wir noch die herrliche Mittagssonne, zischten ein weiteres Dunkles und laberten eine Menge Bullshit. Kurzum, ein rundum gelungener Einstand für’s Wochenende…
Gegen 15:00 Uhr ging es ab zur Halle, da leider im Vorfeld die schottischen Piratenmetaller von Alestorm krankheitsbedingt absagen mussten und die Veranstaltung somit erst gegen 16:15 Uhr eröffnet werden sollte. Zu dieser frühen Tageszeit tummelten sich auch schon eine ganze Menge Metaller rund um das Arenal der Langenfelser Stadthalle, die es sich auch unter anderem nicht nehmen ließen, auf dem davor befindlichen, mit Schotter ausgelegten Parkplatz zu campen. Allein beim Anblick wurde mir schon kalt um die Füße…
Nachdem die extrem nervige Akreditierungsphase mit Bändchenausgabe und der lahmarschige Einlass bewältigt wurde stellten wir fest, das sich die Veranstalter gleich von Anbeginn an mit einer 30 minütigen Verzögerung herumplagen durfte, die auch im weiteren Verlauf nicht aufgeholt werden konnte. Schön zu beobachten war, das beispielsweise die Ordner strikt gegen Nazidevotionalien vorgingen und einem pickligen Jungmetaller einen Gürtel mit Hakenkreuz abnahm. Nun gut, bei mir hätte der Pfosten gleich Hausverbot erhalten. Was mich störte, war die Dichte der Burzum-Shirt-tragenden Fraktion, aber die scheinen ja mittlerweile gesellschaftsfähig geworden zu sein. Scheiße…
Erschreckenderweise stellte ich fest, das es lediglich einen Foodstand mit diverser Nahrung und einen völlig überteuerten Pizzastand gab, was der Dönerbude und dem Thüringer Rostbratwurst Stand an der Hauptstraße scheinbar ihren Jahresumsatz bescherte. Auch die halleneigenen Sanitäreinrichtungenen hielten dem Ansturm von 5.000 Bangern kaum Stand. Hier ist dringend Nachbesserung angesagt, denn wenn ich aufgrund meiner Erkältung keine Taschentücher dabeigehabt hätte, wäre die ganze Sache…ähm…nunja…ziemlich in die Hose gegangen. Glücklicherweise gab es in der Nähe der Halle eine Tankstelle, wo die Pächterin ihr Abort den dringenden Geschäften der Schwarzgekleideten gerne zur Verfügung stellte. Auch dafür, ein herzliches Dankeschön.
Prima war die Möglichkeit, auf der Tribüne Platz nehmen zu können, da man dort auch mal die Möglichkeit hatte, die müden Glieder etwas von sich zu strecken und dennoch immer einen klasse Blick auf die Bühne hatte. Völlig bekloppt waren einige Fans die meinten, den Veranstalter verklagen zu müssen, da Agalloch ihren Slot mit Sworn getauscht haben, da bei den Skandinaviern die Gitarren verschwunden waren, und somit einige der Fans nicht in den Genuss der Amis kamen. Mensch, dann seit doch einfach früher in der Halle und knallt Euch nicht auf dem Parkplatz die Hütte zu…[od]
Tag 1: Freitag, 28.03.2008
SVARTSOT
Gegen 16:45 Uhr hatten die dänischen Folk-Metaller die Aufgabe, die bereits mehr als ordentlich gefüllte Halle mit Songs aus ihrem Debüt „Ravnenes saga“ anzuheizen, was den Mannen um den gut genährten Fronter Claus Gnudtzmann, der stilecht mit einer überdimensionierten Streitaxt in seiner Hand, vortrefflich gelang. Neben dem wie ein Derwisch über die Bühne fegenden Sänger erwies sich Flötist und Gute-Laune-Onkel Stewart Lewis als echter Aktivposten im knapp 30minütigen Set der Dänen, die mit Songs der Marke „Gravollet“ oder „Spillemandens dase “mächtig punkten konnten. Das Volk war jedenfalls mächtig angejuckt und bereitete Svartsot einen klasse Gig. Großartiger Start in Festival Wochenende, trotz eklatanter Soundmängel zu Beginn des Sets. [od]
NORTHER
Ziemlich früh schon auf dem Billing fanden sich die momentan auf Tour befindlichen Cynthia-Faves Norther, die ich im Vorfeld als ziemlich deplatziert eingestuft habe. Doch da war das Publikum anderer Meinung und feierte die fünf Finnen regelrecht ab. Sänger und Saitenhexer Petri Lindroos lies es sich nicht nehmen, mit einem Gummi Wikingerhelm bangend über die Bühne zu stapfen, was ziemlich komisch aussah. Doch auch dieser kurze Comedy Faktor änderte nichts an der Tatsache, das Norther mächtig kickten und viel Spaß an der Freude hatten. Mein persönliches Highlight war das hammergeile „Frozen angel“, welches von weiten Teilen des Runds sogar mitgesungen wurde. Daumen hoch, eine echte Überraschung, die ich so nicht erwartet hatte. [od]
AGALLOCH
Die Amis wurden leider Opfer der umgestellten Running Order und mussten viel früher als geplant auf die Lichtenfelser Bretter. Dennoch wartete eine ganze Schar Fans auf Agalloch, um ihre interessante und emotionale Musik gemischt aus vielen Musikstilen zu lauschen. Es gab einen Mix aus neuen und alten Songs, wobei ''Not unlike the waves'' herausstach. Daumen hoch für einen guten Auftritt. [tl]
SKYFORGER
Wie bereits in meinen kurzen Liveberichten mitgeteilt, passten die Letten auf dieses Festival wie Arsch auf Eimer. Ultrafette Pagan Hymnen, tolle alte Instrumente und ein tierisch gut aufgelegter Fronter Peteris boten ein Feuerwerk an Innovation. Leider war Vielen das Songmaterial der kleinen Waldschrate nicht geläufig, da das letzte Album „Zobena dziesma / Sword song“ als letzte reguläre Veröffentlichung bereits 2003 erschien. Dennoch ging die Meute steil und feierte ein großes Fest. Skyforgers Plattenchef versprach uns aber in die Hand, dass die Jungs dieses Jahr noch ein neues Machwerk ins Presswerk schieben werden. Freue ich mich drauf, war definitiv eine der besten Band beim Ragnarök. [od]
SWORN
Die Norweger boten einen knackigen und sehr kurzweiligen Gig. Mit einer pyrotechnisch aufgemotzten Show ging es ordentlich zur Sache. Traditioneller norwegischer Black Metal mit giftig und rasend klingenden Gitarren und einen glatzköpfig keifenden Max Wilson als Blickfang an den Vocals. Schwerpunkt waren die Songs vom Debütwerk ''The Alleviation''. Den Fans gefiel es sehr. Beim letzten Song stand mir dann doch etwas Pippi in den Augen, als noch ''Night's Blood'' von Dissection gezockt wurde! Großartig und zum ersten Mal Erpelpelle am Abend!!! [tl]
TURISAS
Nun wurde es richtig eng vor der Bühne, denn meine liebsten Fellmützen-Hoschis aus Finnland sagten sich an und die Meute wurde immer aufgeregter. Als dann nach einem kurzen Intro der Warlord und sein Mob die Bretter betraten, gab es kein Halten mehr und die Halle klinkte völlig aus. Für mich allerdings etwas unverständlich, denn die Songauswahl hätte durchaus besser sein können. Als Opener gerade das sperrige „The dnieper rapids“ zu wählen, ist in meinen Augen schon sehr gewagt gewesen. Ansonsten waren alle Kracher vorhanden: „Rasputin“, „To Holmgard and beyond“, „Battle metal“ oder „One more“ gingen gut ab, doch das die Menge ausgerechnet bei „Mikland ouverture“ Textsicherheit bewies, war sehr überraschend. Weniger überraschend waren die Pogoattacken bei „In the court of Jarisleif“, bei dem sich das Publikum in eine wogende Masse verwandelte. War ein überaus solider Gig der Finnen, doch bei mir hat sich nach vier Mal Turisas in den letzten Monaten schon ein gewisses Sättigungsgefühl eingestellt. [od]
PRIMORDIAL
Nachdem Turisas einen weiteren Sieg eingefahren haben, sind nun die Iren an der Reihe. Schon im Vorfeld freute ich mich sehr auf den Auftritt und ich wurde nicht enttäuscht. Klarer Sound, geile Songauswahl und ein Alan Nemtheanga in Topform!! Was will man mehr! Mit dem Übersong des neuen Albums ''Empire Falls'' begann die Band einen aufregenden Set. Es gab auch ältere Songs zu bestaunen. Zu dem abschließenden ''Gods of the Godless'' gibt es nichts mehr zu sagen!! Eines der grossen Highlights für mich!! [tl]
Setlist:
Empire falls
Gallows hymn
Sons of the morrigan
As Rome burns
The coffin ships
Heathen tribes
Gods of the godless
SEAR BLISS
Zu vorgerückter Stunde kamen dann die Ungarn auf die Bühne. Nach den Triumphzügen von Turisas und Primordial lichteten sich die Reihen etwas, was Sear Bliss aber nicht daran hinderte, eine gute Show hinzulegen. ''Blood on the Milky Way'' und ''Two Worlds Collide'' waren die herausragenden Songs des Auftritts. Wobei die Posaunenklänge von Zoltan noch einen Exotenbonus erhielten. Sehr originelle Band und ein tolles Konzert. [tl]
HELLSAW
Trotz langsam schwerer werdenden Beinen ließ ich mir den infernalischen Black Metal der Österreicher nicht entgehen und war auf’s angenehmste überrascht. Nicht nur der Sound war klasse, auch die Performance ging gut ab. Das Publikum war begeistert, was sich auch auf die CD Verkäufe von Hellsaw am Stand im Verkaufszelt niederschlug. Viele derjenigen, die wie ich so lange aushielten, waren sich einig: Hellsaw, einer der großen Gewinner des Ragnarök. [od]
KILLING SPREE
Für die Berliner war es schwer, den Pegel der Begeisterung aufrecht zu erhalten, dennoch war das anwesende Volk sehr angetan von den todesmetallischen Klängen der Mannen aus der Hauptstadt. Ich selbst kämpfte mit einer anhaltenden Müdigkeit die mich dazu veranlasste, nach dem dritten Song das Zeitliche zu segnen und mich in mein gemütliches Bettchen zu begeben und den ersten Tag Revue passieren zu lassen. Dadurch verpasste ich auch Winterdome, die aber, laut Augenzeugenberichten, nicht so dolle waren. Mein eindeutiges Fazit: Bisher ein saugeiles Event!!! [od]
Nach einer eindeutig zu kurzen Nacht, dafür aber einem umso tieferen Schlaf bei dem ich nicht die Schnarchattacken meiner Zimmergenossen und deren Kampf diesbezüglich mitbekam, musste der Langhammer zum Frühstück seiner Steherqualitäten unter Beweis stellen und pfiff sich mal so eben 4 Brötchen und 5 Eier rein. Auch hier ein Lob an unsere Gastgeber, die uns jeden Wunsch von den Augen ablasen.
So dermaßen gestärkt ging es zur Halle, um Tag 2 einzuläuten. Witzig waren die teilweise völlig neben sich stehenden Gestalten, die scheinbar seit Killing spree durchgemacht hatten und somit sich selbst um die ersten Bands des Tages brachten. [od]
HELRITT
Den zweiten Festivalttag beginnen zu früher Stunde Helritt. An dem heutigen Tag ist thüringische Fraktion mit Menhir und XIV Dark Centuries und nun noch Helritt sehr stark vertreten. Aus musikalisch reiht sich diese Band in diese Reihe ein. Lupenreiner Pagan-Metal morgens 11 Uhr! Schwerpunkt sind die Songs von ihrem bisher einzigen Album ''Trotzend dem Niedergang''. Kein weltbewegender Auftritt, aber ein ordentlicher Tageseinstieg!! [tl]
ELEXORIEN
Soundtechnisch scheinen die Ragnarök Macher aus den Fehlern des Vortags gelernt zu haben, denn gerade bei den Holländern knallt eine gewaltige Soundwand aus den Boxen und unterstreicht eine fette Performance. Musikalisch gibt es einen geilen Mix aus Pagan, Gothic und Death Metal, welcher auch etwas von den optischen Reizen der Fronterin Ine und Basserin Liza lebt. Dennoch ein perfekter Wake Up Call für die noch etwas verschlafen aus der Wäschen guckenden Metaller im weiten Rund. Checkt mal das Selbstbetitelte Debüt aus dem Jahre 2007 an, es lohnt sich. War eine geile Show, was von den Zuschauern auch mit einem regen Andrang bei der später stattfindenden Autogramstunde entsprechend gewürdigt wurde. Eine der großen Überraschungen…[od]
TRIMONIUM
Nachdem sehr guten neuen Album ''Son of the Blizzard'' war ich schon gespannt, wie Trimonium ihren leicht Immortal-angehauchten Pagan-Black Metal auf die Livebühne projizieren werden. Los ging’s gleich mit dem Titelsong des aktuellen Albums. Frostig knallt der Vierer seine Klänge ich die Massen! Besonders der rifflastige Mittelpart des Songs hat es mir angetan und lädt zum Headbangen ein. Der Meute reckt die Hörner in Luft und ist begeistert. Leider ist nach guten 30 Minuten mit ''Blow the Horns'' der Gig beendet. [tl]
TROLLFEST
Bei all den bisherigen Highlights musste es ja zwangsläufig passieren, dass ein Totalausfall kommen würde. Dieser stand am frühen Nachmittag auf der Bühne, kam aus Norwegen und nannte sich Trollfest. Die Jungs rumpelten sich durch einen undefinierbaren Brei an Grindcore Hummppa, das es in den Ohren wehtat. Der Masse schien es allerdings zu gefallen, warum weiß ich nicht. Ganz furchtbar. [od]
MINAS MORGUL
Eine der größten Enttäuschungen des Festivals waren für mich Minas Morgul. Völlig uninspiriert schmetterte die Band ihren Pagan-Black Metal in die Menge. Dabei wissen sie auf CD durchaus zu überzeugen. Der Sound war nicht der Beste, das Stageacting eher statisch. Nach 3-4 Songs machte sich Langeweile bei mir breit und verschwand aus der Halle, um draußen etwas frische Pagan-Luft zu schnappen. [tl]
THRONAR
Die Holländer von Thronar boten eine halbe Stunde ihres eigen genannten Battle Metal. Mit Kriegsbemalung auf der Bühne lagen die Schwerpunkte auf ihrem bisher einzigen Album ''Of Death and Glory''. Den Fans vor der Bühne hat es sehr gut gefallen. Ich fand es eher durchschnittlich, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Als kleinen Appetithappen gab es einen neuen Song von der im Sommer erscheinenden neuen CD. Kein wirklich schlechter Gig, aber die Highlights des Tags sollten noch folgen. [tl]
WOLFCHANT
Neben Trollfest kam für mich die zweite Enttäuschung des ansonsten perfekt besetzten Billings. Die bayerischen / fränkischen Lokalmatadoren, die sich selbst Epic Pagan Metal auf die Banner geschrieben haben, langweilten mich ohne Ende. Auch die Fans vor der Bühne legten hier ihre Mittagspause ein. War überflüssig. [od]
XIV DARK CENTURIES
Nun sind die Freunde von Menhir, die Thüringer XIV Dark Centuries, an der Reihe. Wann soll man sagen?! Ähnlich wie bei Helritt merkt man, das die Bands aus dem gleichen thüringischen Dunstkreis stammen, was auch der musikalischen Ausrichtung deutlich anzumerken ist. Typischer Pagan-Metal eben, auch die textliche Ausrichtung ist nicht zu verkennen. Songtechnisch gab es Ausschnitte der Werke ''Jul'' und ''Skithingi''. Alles in allem ganz okay. Bis auf ein Wiedersehen beim Summerbreeze Festival 2008. [tl]
BATLLELORE
Eigentlich bin ich kein allzu großer Fan der finnischen „Lord of the rings“ Band, dennoch war ich recht erstaunt, wie tight die Mannen aus dem hohen Norden zur Sache gingen. Stilecht mit allerlei Fell behangen rockten man sich durch den Querschnitt der bereits vier offiziellen Releases und hinterließ dabei einen echt guten Eindruck. Blickfang waren für die vorwiegend männlichen Headbanger die Flötistin Maria, die trotz wallender Haarpracht und wippender Mähne uns immer die richtigen Flötentöne beibrachte. War eine echte Überraschung! [od]
HELRUNAR
Nachdem Helrunar schon auf dem letztjährigen Summerbreeze Festival überzeugen konnten und mit ''Baldr Ok Iss'' ein tolles Album veröffentlicht haben, freute ich mich im Vorfeld schon sehr auf diesen 40-minütigen Gig. Los ging es sehr frostig und eisig mit dem Song ''Loka Lögsaga''. Schon an zweiter Stelle kam die Bandhymne ''Älter als das Kreuz'', wo die Menge seine Fäuste das erste Mal in die Luft reckte und der Refrain mitgebrüllt wurde. Von ihrer Split-CD mit Nachtmahr wurde der Song ''Hauch wird Sturm'' kredenzt. Der Vierer machte seinen Job sehr gut, der Sound war in Ordnung. Wobei ich mir live immer eine zweite Gitarre wünsche, um noch mehr Druck zu erzeugen. Das abschließende ''Til Jardar'' ist eine tolle Hymne und einfach nur geil. Helrunar werden ihren Weg machen, da bin ich mir sicher. Basta! [tl]
ARKONA
Noch vor Monaten war Arkona aus Russland für mich eine unbekannte Größe im Pagan-Metal Underground. Nachdem sie 2007 beim Rock for Roots Festival in Nauen tolle Kritiken bekommen haben, musste ich mich auf die Suche nach ihren CD's machen. Vom Ergebnis war ich sehr positiv überrascht, ich freute mich tierisch die Band zu sehen, da die Auftritte außerhalb ihrer Heimat sehr selten sind. Die Band hatte für mich beim Ragnarök Festival den Exotenbonus für sich verbucht. Zumal die Band mit Mascha eine tolle Frontfrau am Mikro hat, die es problemlos schafft, mit ihrem Charisma auf der Bühne fast jeden Fan zu begeistern. Ein kleines Energiebündel, welches stimmlich jede Facette draufhat. Vor der Bühne ging ordentlich die Post ab. Klassiker wie ''Skoz Tuman Vekov'', ''Rus'' und ''Vosstanie Roda'' sind begeistert aufgenommen worden. Was will man mehr! 50 Minuten tolle Unterhaltung!! Für mich das Highlight am zweiten Tag!! [tl]
MENHIR
Die Thüringer Menhir begleite ich nun schon seit ihrem ersten Album ''Die ewigen Steine''. Nach jahrelangen Warten bekomme ich die Band nun das erste Mal live zu Gesicht. Scheinbar geht es einigen Fans genauso wie mir. Vor der Bühne ist es proppevoll. Selbst unser Olaf staunt, wie groß der Ansturm vor der Bühne bei einer so relativ unbekannten Band ist. Klassiker wie ''Wotan's Runenlied'', das ''Hildebrandlied'' und ''Walhalla'' begeistern die Fans von vorne bis hinten. Kurios war der Beginn des Sets, als die Band aufgrund von technischer Probleme den ersten Song tatsächlich 4-mal anstimmen mussten. Ansonsten Horns in the Air!! [tl]
HAGGARD
Love it or hate it, anders kann man die Münchener Mittelalter Orchester Band nicht charakterisieren. Mit vielen Vorurteilen behaftet war ich echt gespannt, was da auf mich zukommen würde. Gespannt war ich auf jeden Fall, da ich Haggard noch nie zuvor sehen konnte und die 12 Gestalten auf der Bühne machten schon mächtig was her und nutzen jeden Millimeter der Bühnenbretter voll aus. Blickpunkt hier waren das Streicherquartett, die Sopranistin und der Tenor, der eher aussah wie ein arbeitsloser Bühnenarbeiter, der gerade aus dem Tiefschlaf erwacht war. Auch der etwas beleibtere Fronter und Gitarrist Asis Nasseri fügte sich nahtlos in das großartig, propere Bühnenbild ein. Aber was soll ich sagen: Ich war mächtig angetan von der Metal-Klassik Symbiose, die mir dargeboten wurde und auch das Publikum ging unglaublich gut mit, was bei dieser Musikrichtung und den vorher aufgetretenen Bands nicht selbstverständlich war. Dermaßen angestachelt sah ich einen fantastischen Auftritt einer mehr als ungewöhnlichen Band, die sogar zum Ende des Gigs vom Veranstalter persönlich noch eine Zugabe zugesprochen bekamen. War echt ein Ereignis und eines der Highlights des Ragnaröks. [od]
UNLEASHED
Nun war die Bühne bereitet für den Headliner des Ragnarök, der sich auch nicht lumpen ließ und ein Feuerwerk an Hits ablieferte. Johnny Hedlund und seine Mannen waren mehr als präsent und begeisterten mich persönlich wie immer. Gut, Bewegungswunder waren die Schweden ja noch nie, dennoch gab es eine Menge Action und jede Menge Sing-along-Parts, die das Publikum auch dankend annahm. Dennoch war es verwunderlich, das selten so eine Stimmung aufkam wie vorher bei Haggard. Vielleicht lag es einfach daran, dass der traditionelle Death Metal der alten Schule auf dem Pagan und Black Metal lastigen Festival etwas deplatziert wirkte. Egal, ich fand’s geil, wie immer…[od]
Setlist:
Lord of lies
Triumph of genocide
Never ending hate
Don’t want to be born
In victory or defeat
Midvinterblod
This is our world
Winterland
The longships are coming
Execute them all
Into glory ride
Death metal victory
VREID
Nachdem Windir-Sängers Valfar gestorben war, entschloss sich Bassist Hvàll, eine neue Band namens Vreid zu gründen, um weiterhin produktiv zu bleiben. Nach 3 Studioalben und einer erfolgreichen Tour im Winter 2007 mit Marduk und Unleashed stehen sie zu später Stunde auf den Brettern vom Ragnarök Festival. Aufgewertet mit Feuersalven und einem Videoprojektor geben Vreid ordentlich Gas. Sture ist ein guter Frontmann, der ordentlich keift und schreit. Typisch norwegischer Black Metal wurde geboten. Mit ''Raped by Light'' und ''Jarnbyrd'' werden Supersongs gespielt. Nach 50 Minuten geiler Show war dann Schicht im Schacht! [tl]
NEGURA BUNGET
Achtung, weiterer Exotenalarm! Negura Bunget aus Rumänien wurden als vorletzte Band in das weite Rund geworfen und machten ihre Sache mehr als ordentlich. Großartiger Black Metal aus karpartischer Schule wurde dem immer noch fitten Publikum vor den Latz geballert. Mit einem klapprigen Bus kurz vor der Show erst eingetroffen, machte der Fünfer mächtig was her und legte seine Songauswahl hauptsächlich auf das letzte, 2006 veröffentlichte Album „Om“ fest. War total geil… [od]
FIMBULTHIER
Für die Sachsen aus Annaberg, die einen recht kurzen Anfahrtsweg hatten, war es aufgrund der eingetretenen Umstellung von Winter- auf Sommerzeit natürlich schwer, gegen 03:20 Uhr die Stimmung hochzuhalten, da vielen (dem Verfasser dieser Zeilen eingeschlossen) so allmählich die Energien ausgingen. Dennoch konnte der Vierer, nach der altertümlich höchsten germanischen Gottheit benannten Band, mit den Songs ihres jüngst veröffentlichten Debüts „The battle begins“ bei der noch übrig gebliebenen Bangerschaft punkten und würdig das fünfte Ragnarök beschließen. Solltet Ihr auf jeden Fall mal auf CD anchecken, sind stark die Jungs. [od]
Somit huschten wir gegen 04:50 Uhr endlich in die Kojen, um dann, nach einem erneut ausgiebigen Frühstück, gegen 10:30 Uhr die Heimreise anzutreten, die ich fast komplett verpennte.
Fazit:
Das 5.Ragnarök in Lichtenfels ist eine tolle Veranstaltung gewesen, die richtig Hunger auf die Sommer-Festivalsaison gemacht hat. Viele tolle Bands, die ich so wahrscheinlich einzeln nie live gesehen hätte, tolle Stimmung, tolle Location. Allerdings sollte dringend an den Sanitäreinrichtungen und der Verpflegung gearbeitet werden, das war doch etwas dünn. Ansonsten können wir von der Pommesgabel Redaktion nur sagen: Ragnarök 6, wir sind dabei. See ya in 2009.
Es rockten sich durch die fränkische Provinz:
Olaf Dibowsky
Torsten Langhammer