Dienstag, der 07. September 2010
 
 

Konzertbericht: Alestorm | Tyr | Heidevolk

 

Bands: Alestorm | Tyr | Heidevolk
Datum:
22.04.2009
Location / Ort: K 17 | Berlin
Redakteure vor Ort: Olaf
Autor: Olaf
Bilder ©: pommesgabel.de

Dieser April wird in die Geschichte eingehen als wärmster seit Ende des 19.Jahrhunderts. Auch an diesem 22. war der ganze Tag durchflutet von Sonnenschein und mehr als angenehmen Temperaturen. Somit war die Gelegenheit günstig, sich noch vor dem anstehenden abendlichen Gig der Schottischen Piraten Alestorm, der Färinger Tyr und den Holländern Heidevolk ein bis zwei Töpfchen feinsten Gersten-Saftes in den Hals zu schütten. Da ich auch noch mit Heri Joensen von Tyr und Alestorm Gitarrero Dani Evans zwei eloquente Gesprächspartner zu meiner Seite hatte, vergingen die paar Stunden bis zum Beginn wie im Fluge. Die Ergebnisse dieser vergnüglichen Gesprächsrunde findet Ihr in unserem Interview Bereich.

 

Da der Vorverkauf ziemlich schleppend verlief, wurde das Konzert kurzerhand vom großen K17 in die erste Etage des Clubs verlegt, in dem zwar die Atmosphäre besser war, als in einer nur spärlich gefüllten Halle, doch die Technik zeitweise den Dienst quittierte und sich als ziemlich unzuverlässig präsentierte. Dennoch ließen sich die Anwesenden von solchen Unwegsamkeiten nicht abhalten, jede der drei Bands an diesem Abend mächtig abzufeiern.

 

Im Gegensatz zum Summerbreeze 2008, bei dem ich Heidevolk das erste Mal live sah, traten die Holländer diesmal in vollständiger Besetzung, sprich mit 2 Sängern auf, was allerdings bei der stimmlichen Gleichheit Joris Boghtdrincker, der nebenbei auch noch das Horn blies, und seinem Gegenüber Mark Splintervuyscht nicht großartig auffiel. Spielerisch waren die Jungs prima drauf und auch die Meute vor der Bühne feierte Die Heiden ordentlich ab, was gerade bei „Saksenland“ mehr als deutlich wurde. Aber auch „Walhalla wacht“ oder das überragende „Koning radboud“ gingen gut ins Bein und ließen Heidevolk zum ersten Gewinner des Abends werden. War stark, die Herren.

 

Tyr hatten dann einen ganz starken Einstieg und boten mit „Hold the heathen hammer high“ gleich den besten und härtesten Track des neuen Albums „By the light of northern darkness“ auf, den die Leute dankend annahmen. Überhaupt musste man Tyr an diesem Abend attestieren, das sie um einiges agiler und härter auftraten, als an manchen Tagen vorher. Da aber leider wie bereits oben erwähnt die Technik das eine und andere Mal seinen Dienst versagte, wurde der Gig etwas künstlich in die Länge gezogen, was Fronter Heri dazu veranlasste, sich sehr zum Wohlwollen der anwesenden weiblichen Fans immer mehr seiner Wikinger Montur zu entledigen und seinen wohlgeformten, nackigen Oberkörper zur Schau zu stellen. Interessant war die Reaktion der Fans auf das neue Material, welches die Färinger an diesem Abend erstmals live präsentierten, denn im Gegensatz zu althergebrachten wie dem genialen „Regin smidur“ wurden die brandheißen Neulinge mehr bejubelt. Mir hat es, wie immer eigentlich, sehr gut gefallen und freue mich, die Jungs dieses Jahr noch ein paar Mal live zu erleben.

 

Alestorm waren dann als letzte Band an der Reihe und wurden ihrem Headliner Status vollends gerecht. Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Schotten im oberen Drittel der Beliebtheitsskala festgesetzt haben…und das mit gerade Mal einem Album und einer EP. Die Leute fraßen Derwisch Christopher Bowes, der seinem Modern Talking-liken Keyboard die unglaublichsten Töne entlockte, und seinen Mannen aus den Händen und bewiesen unglaubliche Textsicherheit. „Nancy, the tavern wench“ wurde aus unzähligen Kehlen mitgesungen, es wurde geschunkelt, gebangt und einfach viel Spaß gehabt. Egal welchen Song die Kaledonier kredenzten, der Stimmungspegel blieb gleichbleibend hoch und ich war danach um die Erkenntnis reicher, das Alestorm noch einen ganz steilen Weg nach oben vor sich haben.

by: olaf@pommesgabel.de

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