Dienstag, der 07. September 2010
 
 

Konzertbericht: Kataklysm | Belphegor | Darkest hour | Suicidal Angels | Resistance

 

Bands: Kataklysm | Belphegor | Darkest hour | Suicidal Angels | Resistance
Datum:
24.01.2010
Location / Ort: Berlin - Postbahnhof
Redakteure vor Ort: Olaf
Autor: Olaf
Bilder ©: pommesgabel.de

Ward Ihr schon einmal in Nord Kanada, Sibirien oder der Antarktis? Nee? Ick schon, zumindest fühlte es sich an diesem Sonntagabend so an. Minus 12 Grad machten den obligatorischen Gang zum Zapfhahn und zur Dönerbude zwecks Einnahme eines Gerstentees und rechts drehenden Grillfleisches zu einer Tortur und das obwohl diese für uns unverzichtbaren Einrichtungen vor einem Konzert im Postbahnhof gerade mal 300 Meter Luftlinie entfernt sind. Mit einem Wort: Es war schweinekalt!!!

 

Zum Glück hatten die Verantwortlichen des wohl besten Clubs der Stadt ein Einsehen und glühten die an der Decke befindlichen Heizstrahler auf ein erträgliches Maß vor, so dass man sogar etwas ins Schwitzen geriet.

 

Dies war auch dringend notwendig, denn den Knüppel Thrash Core der Belgier, die gerade mit ihrem dritten Album ans Licht der Öffentlichkeit gekrabbelt waren, konnten meine Eisfüße nicht erwärmen. Anhand der Shirts, die die Bandmitglieder zur Schau stellten wusste jeder fachkundige Zuschauer auch gleich, was ihn erwarten würde: The black dahlia murder und Job for a cowboy prangte da von den verschwitzten Leibern, die sich trotz der Ignoranz des noch recht übersichtlichen Klientels ziemlich den Arsch abspielten. Dennoch zog es ein Großteil der Leute vor, im Vorraum der beachtlichen Merchandise Auswahl die Beachtung zu schenken oder im recht gemütlichen Vorzelt dem Nikotinkonsum zu frönen. Und wer läuft uns da erneut über den Weg: Schmier, Metallegende und Urlaubspartner in Person, der einen Tag vorher im Access Metal Pub die neue Destruction DVD der Öffentlichkeit vorstellte. Sachen gibt’s…

 

Danach wurde es spannend, denn für mich hieß es heute zum ersten Mal den Griechen Suicidal angels meine Aufwartung zu machen, die mich mit ihrem aktuellen Album „Sanctify the darkness“ doch mächtig zu kicken vermochten. Kein Wunder, spielen die vier Jungspunde auch einen famosen Mix früher Kreator, gepaart mit einigen Dark Angel Einschlägen, sprich satten oldschool Thrash vom allerfeinsten. Dementsprechend hoch war nun die Bangerdichte vor der Bühne, die die Band famos abfeierte. Ein satter Sound, hämmernde Riffs, ein Arsch voll Hits und eine Drummaschine, der sehr an Gene Hoglan erinnerte und mit seinen präzisen Spiel den Teppich für wunderbare doch leider viel zu kurze 30 Minuten bildete. Fronter Nick Melissourgos bellte wie ein angeschossener Hund und ließ trotzdem seine Flitzefinger filigran über die Saiten huschen. Und mal ehrlich, wer solche Granaten wie „Bloodthirsty“ oder „The pestilence of saints“ sein Eigen nennt, darf sich nicht wundern, bald zur Creme de’la Creme der internationalen Hartwurstgemeinde zu zählen. Exakt 10 Minuten nach Ende stand der Junge dann auch wieder brav am Merch Stand, beantworte Fanfragen, genoss sichtlich die Aufmerksamkeit der Leute und freute sich darüber, das der Verfasser dieser Zeilen im Tausch gegen 15 hart erarbeitete Euronen ein Shirt besagter Combo überstreifte. Da die Jungs ja dieses Jahr fast des Festival mitnehmen, werde ich noch öfter in den Genuss dieses megageilen Gyros-Bombers kommen. Megageil!!!

 

Schade, dass niemand anwesend war der mir erklären konnte, was die Post-Punks von Darkest hour auf diesem Billing verloren hatten. Ähnlich wie Resistance passte der Metalcore la(e)stige Sound des Fünfers überhaupt nicht ins Biling und zerbröselte damit die von den Suicidal angels vorher so wunderbar erzeugte Stimmung. Mehr ist zu dieser Band nicht zu sagen.

 

Doch endlich wurde es schwarz wie die Nacht und Helmuth prügelte mit seinen Gesinnungsgenossen die Anwesenden windelweich. Schon vorher war anhand der bedruckten Leibchen der Masse klar erkennbar, dass viele nur wegen Belphegor den Weg in den Postbahnhof gefunden hatten. Und sie sollten nicht enttäuscht werden. Obwohl ich im Vorfeld etwas Bedenken hatte, das die Jungs trotz des vorher konsumierten Frittendrecks vom gelben „M“ im Ostbahnhof vielleicht etwas an Härte verlieren würden, schraubten die vier Kosmopoliten mit ihrem saugeilen Sound sämtliche Häupter ab. Schade nur, dass die Jungs scheinbar vom Jim-Morrison-Virus befallen waren, denn aufgrund der Backstrahler war zu keiner Zeit die Band wirklich erkennbar. Lediglich die schemenhaften Umrisse schlichen über die Bühne. Wurscht, denn die Songauswahl war famos. Der Einstieg mit „Stigma diabolicum“ war schon eine Messe und auch Hyperblast Granaten der Marke „Hell’s ambassador“ oder „Bondage goat zombie“ brachten die Wände zum wackeln. Dennoch maule ich, dass  es meine Lieblingssongs „Sex dictator Lucifer“ und „Bluhtsturm erotika“ erneut nicht in das Liveset Belphegors geschafft haben. Warum nur? Warum tut ihr mir das immer wieder an? Dennoch eine amtliche Maßnahme die Herren…

 

Dermaßen angeheizt bedurfte es keine langen Worte oder Intros, denn Kataklysm schaffen es trotz einer schon etwas länger zurückliegenden Veröffentlichung immer noch, die Leute mit ihrem Set zu begeistern. Schon bei den ersten Tönen des Openers „Like angels weeping the dark“ flippte der Postbahnhof kollektiv aus. Kein Wunder, denn die Kanadier sind Meister ihres Fachs. Maurizio beschwerte sich allerdings über das Wetter, welches scheinbar in Kanada momentan besser wäre als in Deutschland. Hallo? Wat is denn mit „Northern hyperblast“??? Egal welcher Song angestimmt wurde, die Masse kochte und ging steil. „Ambassador of pain“, das ultrafette „Crippled and broken“ oder mein heutiger Lieblingssong „The vultures are watching“ prügelten noch den letzten Funken Trägheit aus den Leuten heraus und beendeten einen ziemlich geilen Abend an einem saukalten Tag. Mehr davon!!!

by: olaf@pommesgabel.de

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