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28. April 2017


           
Magazin

 

 

 
 
 

 Spaß auf der Reeperbahn

Nach wirklich harten Wochen mit Die Apokalyptischen Reiter, Turisas und natürlich Ratpack wollte ich ein entspannendes Wochenende in Hamburg verbringen...

Die Deutsche Bahn brachte mich ohne besondere Vorkommnisse zum Hamburger Hauptbahnhof und die S-Bahn spuckte mich an der Reeperbahn aus. Im Anbetracht der Tageszeit (elf Uhr vormittags) bot das Rotlichtmillieu noch kein rotes Licht, aber die im Tageslicht doch sehr runtergekommenden aussehenden Läden hatten geöffnet. Da mich in der Hansestadt keiner kennt, hatte ich auch nicht die geringste Scheu, die Schaufensterauslagen ausgiebig zu betrachten. Besonders interessierte mich ein "DarkSide-Laden" der Peitschen und andere Dinge (von denen ich lieber nicht wissen möchte, was man damit macht) anbot. Eine Peitsche erinnerte stark an Doktor Pest´s Lieblingsspielzeug – nur war das Ding aus Leopardenfell! Nun gut, mir fiel ein Bericht von Pommesgabel-Andy ein: "... bei der Reitermania habe ich in der ersten Reihe gestanden und der Doktor hat mich mit der Peitsche getroffen! Das tat sooo weh!!!" Grinsend kam ich auf die Idee, die Leopardenfellpeitsche zu kaufen und dem Doktor zum Geschenk zu machen. Wahrscheinlich ist ihm die niedrige Schmerztoleranzgrenze gewisser Manics nicht bewußt... Nur, dummerweise wollte mir in dem Laden keiner irgendwas verkaufen! Ich durfte nicht mal rein. An der Tür hing unübersehbar ein Schild mit der Aufschrift: "Für Jugendliche unter 18 und Frauen verboten!" Na toll – dann eben nicht!

Ein paar Meter weiter lockten Fotos von mehr oder weniger hübschen, leicht bekleideten Frauen und ich wollte die Gelegenheit nutzen, um rauszufinden, was Männer so toll daran finden, wenn sich Frauen zu Musik ausziehen und sich gegenseitig ablecken. Aber: Keine Chance! Wieder ein Schild an der Tür: "Für Jugendliche unter 18 und Frauen verboten!" Pah! Dann eben auch nicht.

Aber... Ha! Fotos von leicht bekleideten, gutaussehenden Männern an einem anderen Lokal zogen mich in ihren Bann. Vielleicht könnte ich da ja einem gewissen Voyeurismus frönen... Aber weit gefehlt! "Für Jugendliche unter 18 und Frauen verboten!" - hatte ich doch glatt die Regenbogen-Flagge übersehen...

Endlich gab ich mich geschlagen und widmete mich meinem ursprünglichen Plan: ab ins Operetten-Haus am Spielbudenplatz. "Mamma Mia" – Das ABBA-Musical stand auf meinem Programm. Ja, okay – nicht wirklich Heavy Metal, aber man soll seinen Horizont erweitern und ABBA ist nun mal cult... Ein Platz in der ersten Reihe gewährte mir einen hervorragenden Blick in den unter der Bühne befindlichen Orchestergraben. Und das Orchester amüsierte mich beinahe mehr, als das Musical... Dort werden während der Show Metal-Zeitschriften gelesen, Bücher gewälzt und die Mitmusizierenden mit spaßigen Grimassen genervt...

Das Musical als solches ist, sofern man die alten ABBA-Songs mag, durchaus empfehlenswert – bestens ausgebildete Sänger, erstklassige schauspielerische Leistungen und jedem Metaller zur Beruhigung sei verraten, daß einer der Darsteller im Stück "Headbanger-Harry" heißt...

Nun denn, die Show war irgendwann vorbei und mir stand der Sinn nach einer harmlosen Tasse Kaffee! Wo gibt´s Kaffee? Natürlich in einem Café. Und auch auf dem Kiez gibt´s Cafés... Ich stürmte dann auch gleich in ein Nahegelegenes rein und...

Irgendwie war der Laden seltsam - mit einem gewöhnlichen Café mit freundlicher Bedienung in weißen Spitzenschürzchen hatte er jedenfalls nicht das geringste zu tun. Es war relativ dunkel und die Einrichtung bestand hauptsächlich aus rotem Plüsch. Aber egal – in einer Großstandt, so mein Gedanke, ist wohl alles etwas anders. Bevor ich´s mir aber auf einem niedrigen Sessel bequem machen konnte, blaffte mich ein goldkettchenbehängter Typ von der Seite an: "Was willste hier?" Hmpf – "Kaffee!" antwortete ich. Der Typ pflaumte zurück: "Für ´n Einstellungstermin haste zuviel an!" "Hä? Ich will ´n Kaffee!" "Öhm???" Naja – irgendwie hatten wir wohl leichte Verständigungsschwierigkeiten und so verließ ich nach ergebnisloser Diskussion den Schuppen ohne Kaffee...

Allen zukünftigen Reeperbahn-Besuchern sei folgendes mit auf den Weg gegeben: achtet darauf, ob eventuell der Zusatz "Bar" hinter dem Wort "Café" steht. Und vor allem: achtet darauf, ob an der Tür ein kleines Schild hängt mit der Aufschrift: "Damen gesucht"...

by  Tyrwyn

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