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13. Dezember 2017


           
Magazin

 

 

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 Sentenced History

Am 17. September 2005 werden Sentenced ihren letzten Auftritt haben. Nach 16 Jahren Bandbestehen haben die fünf Finnen genug vom Rock’n’Roll way of life. Eine Reunion wird es definitiv nicht geben, das betonte Sänger Ville Laihiala uns gegenüber in einem Interview auf dem RockHard Festival. Anlass und Grund genug den Werdegang einmal genauer zu durchleuchten.

Alles begann in Oulu, einer kleinen Stadt im nördlichen Finnland. Dort taten sich im Jahre 1989 die Musiker Miika Tenkula (Git.), Sami Lopakka (Git./Voc.) und Vesa Ranta (Drums) zusammen und gründeten die Death- Metal Formation Sentenced. Schon im Jahre 1990 verewigte sich das Dreiergespann auf einem Silberling, die Demo When death joins us… erschien. Aber ein Bass musste her und ward schnell gefunden. Taneli Jarva hieß der junge Mann, der von nun an nicht nur den Tieftöner bediente, sondern der Band auch seine, durch Vodka und Zigaretten, sehr verruchte Stimme lieh. Ehe man sich versah gab es den ersten Plattenvertrag für die Band und im Jahre 1991 brachten sie mit Shadows of the past einen Death-Metallischen Dampfhammer auf den Markt.

 

Der Wendepunkt: Down

Line up:

  • Ville Laihiala (Vocals - ab 1995)
  • Taneli Jarva (Bass/Voc. - bis 1995)
  • Miika Tenkula (Gitarre)
  • Sami Lopakka (Gitarre)
  • Vesa Ranta (Drums)
  • Sami Kukkohovi (Bass - ab 1995)
 
Nach nur einem Album stand ein Label Wechsel an. Vom Underground Label ’Thrash Records’ hin zu den renommierten ’Spinefarm Records’, worüber mit North from here im Jahre 1993 ein weiterer Todesblei Bolzen auf den Markt kam. Der von vielen als Meilenstein betrachtete Silberling zeigte zum ersten Mal technisch versierte Musiker an den Instrumenten. Noch im selben Jahr brachte man die Bandentwicklung weiter nach vorn, mit The Trooper huldigte man nicht nur die Songwriter von Iron Maiden sondern machte auch einen großen Schritt in Richtung Melodic-Metal.

 

Mit einem weltweiten Vertrag bei ’Century Media’ und der Wiederveröffentlichung der ersten beiden Alben, sowie das Release des Albums Amok verschafften sich Sentenced im Jahre 1995 viel Aufsehen und traten in die Weltöffentlichkeit. Auf Amok grunzte Taneli Jarva von nun an nicht mehr, sondern gab den Songs durch seine rauchige Stimme ein emotionales Gesicht. Ebenfalls im selben Jahr wurde mit der Love and death EP der Rockeinfluss mächtiger, man zollte Billy Idol Tribut indem man sich seinem „White wedding“ annahm, welches ebenfalls auf dieser EP Platz fand.

 

Mit der wachsenden Fanschar und den länger werdenden Touren litt auch die Verfassung der Band so sehr das Taneli Jarva letzten Endes erschöpft das Handtuch warf. Zusammen suchte man noch nach einem würdigen Nachfolger, den man in Ville Laihiala fand. Mit ihm schlug man 1996 ein neues Kapitel auf und spielte mit dem neuen Bassisten Sami Kukkohovi das Down Album ein. Den Death-Metal hatte man nun beerdigt und öffnete sich dem melodisch, melancholischen Metal, den Sentenced bis heute verfeinert haben. Zusammen mit der nicht ganz so herben aber charismatischen Stimme des Hünen Laihiala wurde dieses Album zu einem weiteren Meilenstein und brachte ihnen, wegen der sich oft um Selbstmord handelnden Texte, auch den Spitznamen „The Northernmost Killers“ ein. Viele neue Fans formierten sich nun um das Quintett.

 

 

Der neue am Bass: Sami Kukkohovi (Hier auf dem RockHard Festival 2005) Seit 1995 die Stimme von Sentenced: Ville Laihiala (Hier beim Summer Breeze 2004)

Diskographie:

  • When death joins us… (Demo / 1990)
  • Shadows of the past (1991)
  • North from here (1993)
  • The Trooper (EP / 1993)
  • Amok (1995)
  • Love and death (EP / 1995)
  • Down (1996)
  • Story: A Recollection (Best of / 1997)
  • Frozen (1998)
  • Killing me, killing you (M-CD / 1999)
  • Crimson (2000)
  • The cold white light (2002)
  • No one there (M-CD / 2002)
  • The funeral album (2005)
  • Ever-Frost (M-CD / 2005)
  • Buried Alive (Live DVD / Vorr. Anfang 2006)

Für das 98er Release Frozen durfte sich Laihiala erstmals am Songwriting beteiligen. Musikalisch fiel das Album jedoch etwas schwächer, als der hochgelobte Vorgänger, aus. Mit Crimson schafften die Nordlichter es im Jahr 2000 n. Chr. wieder die Kritiker zu besänftigen und boten den bis dato besten Sentenced Sound.
Was nicht ohne Folgen blieb: ausgedehnte Touren durch Europa, Amerika und Japan waren fällig. Im Zuge dieser Touren stieg der Alkohol- und Drogen- Konsum der fünf Trinkfesten Finnen enorm an. Nur durch die innige Freundschaft, welche die Musiker verband, schaffte man es dagegen anzukämpfen und so hat sich folgender Satz aus einem Interview bis in die heutige Zeit gerettet: "Wir haben selber gemerkt, dass wir uns auf lange Sicht hin selber ins Bein schießen, wenn wir andauernd besoffen von der Bühne fallen."

 

Mit dieser neu gewonnen Selbsterkenntnis hat man 2002 The cold white light eingespielt. Man perfektionierte ein weiteres mal den Sound, die Gitarren waren noch stimmiger als zuvor und der Gesang von Ville Laihiala peitschte weiter in den Vordergrund. Die Fünf waren zu einer perfekt harmonisierenden Band gereift. Nach zahlreichen Touren und Festival Auftritten schockte man die Fans dann im Februar 2005 mit der Nachricht, dass man noch ein Album auf den Markt bringen wird, noch eine Handvoll Konzerte spielt und danach würdig abtritt. Das letzte Werk bekam den würdigen Titel The funeral Album und zeigt ein weiteres mal die Weiterentwicklung der Band. Auf dem musikalischen Höhepunkt heißt es nun Abschied zu nehmen. Die deutschen Fans haben zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Gelegenheit Sentenced die letzte Ehre zu erweisen. Nach dem fullminanten Auftritt auf dem RockHard Festival werden sie sich auf dem Wacken Open Air zum allerletzten Mal dem deutschen Publikum zeigen. R.I.P.

 

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by  Torsti

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