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29. Mai 2017


           
Magazin

 

 

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Opeth Interview

Aller guten Dinge sind drei. Nachdem ich bereits auf der Headliner Tour von Opeth aufgrund einer Magenverstimmung nicht konnte und beim Summerbreeze familiäre Gründe dazwischen kamen, war ich über die finale Chance mehr als erfreut, bei der Progressive Nation Tour, die an einem recht frischen Dienstag Abend in der Hauptstadt gastierte, mit einem mehr als gutgelaunten Martin Axenrot, seines Zeichens Drummer der Stockholmer Prog-Götter und unter anderem auch Kesselverdrescher bei Bloodbath (in der Mikael Akerfeldt auch noch growlt), einige Worte zu wechseln. Da das letzte Album „Watershed“ auch schon etwas zurückliegt, kamen zwangsläufig ein paar andere Themen auf den wunderschönen Tisch des mehr als luxuriösen Tourbusses der Schweden.

 

Das ist ein mächtig schönes Gerät, mit dem Ihr hier durch die Lande kutschiert…

 

Du müsstest mal oben die Lounge sehen, doch Mikael (Akerfeldt) schläft gerade, sonst hätten wir es uns oben gemütlich machen können. Nee, ist schon angenehm, mit so einem rollenden Hotel über die Dörfer zu ziehen, hahaha.

 

Bist Du eigentlich etwas angesäuert, das Dich Mikael bei jeder Gelegenheit mit Legolas aus dem „Herrn der Ringe“ vergleicht?

 

Hahaha, nein überhaupt nicht. Er hat ja auch ein bisschen Recht und nutzt das halt bei jeder Gelegenheit, auch auf der Bühne aus. Drecksack (lacht).

 

Du bist also nicht so gut mit Pfeil und Bogen?

 

Alter, ich würde jämmerlich verhungern, wenn ich mir so mein Essen organisieren müsste. Ich habe aber einen Bogen entwickelt, mit dem ich Mikael meine Drumsticks von hinten in den Rücken schießen kann, das reicht völlig (lacht).

 

 

Was war eigentlich mit Euch beim diesjährigen Summerbreeze los? Vielerorts war man nicht gerade erfreut über Eure Performance und man konnte lesen, dass Ihr selber den Gig als einen Eurer schlechtesten bezeichnet habt.

 

Das war vielleicht ein Scheiß. Wir haben keinen Monitorsound auf der Bühne gehabt, konnten uns also gegenseitig überhaupt nicht hören. Wir haben permanent darauf gewartet, mal eine Gitarre oder ähnliches heraushören zu können, doch da war nichts. Du kannst es damit vergleichen, das ein Blinder versucht, Auto zu fahren. Klar, waren wir darüber überhaupt nicht erfreut, denn wir hatten knapp 20 Minuten gar keinen Gitarrensound auf der Bühne und wurden immer panischer. Für die Fans tat es uns natürlich leid, doch technische Probleme können einfach mal vorkommen, da steckt der Teufel im Detail. Sorry for that…

 

Ihr seid ja nun mit Dream Theater zusammen auf der Progressive Nation-Tour. Eine besondere Ehre und eine Chance oder eine Tour, wie jede andere auch?

 

Für uns ist es eine großartige Möglichkeit den DT Fans zu zeigen, dass wir es auch draufhaben. Und wenn wir damit pro Show 2-3 Leute erreichen können, hat es sich bereits gelohnt. Doch die Schattenseite ist, das wir uns eigentlich seit März letztem Jahr fast permanent auf Tour befinden und so langsam wird man müde. Dennoch haben wir gerade in den USA, wo wir ja auch die Progressive-Nation mitgemacht haben, eine Menge neuer Fans hinzugewinnen können und da lohnt sich dann doch der Aufwand. Mit Bigelf hängen wir ja nun auch schon eine ganze Weile herum, coole Jungs übrigens, und überhaupt ist alles mehr als professionell organisiert.

 

Ich kann aus Deinen Reden heraushören, dass Ihr von DT mehr als fair behandelt werdet…

 

Ja absolut. Wir bekommen genügend Licht, der Sound ist immer super (was ich am Abend nur bestätigen konnte…-Olaf) und die Jungs sind furchtbar nett und hilfsbereit zu uns. Aber im Endeffekt ist es nur eine Tour und so langsam reicht es mir dann auch. Wenn man fast 18 Monate ununterbrochen unterwegs ist, wird aus Spaß Routine und so was kann tödlich enden.

 

 

Ich habe gelesen, das Du für deine Drumtracks auf „Watershed“ gerademal 7 Tage gebraucht hast…

 

Nicht nur das, wir waren mit der ganzen Platte in dieser Zeit durch. Wir haben im Vorfeld geprobt wie die Irren und waren zu 100% vorbereitet, als wir ins Studio kamen. Wir haben in diesen 7 tage sogar die Bonussongs aufgenommen. Ich finde es furchtbar, wenn man unvorbereitet ins Studio geht und dann dort noch an den Stücken herumdoktert. Das ist kein Arbeiten für uns. Wenn vorher alles einstudiert ist, erledigt sich der Rest wie von allein.

 

Wann wird es denn ein neues Album von Euch geben?

 

Da Mikael fast alles schreibt, solltest Du ihn fragen, aber ich weiß, dass er bislang noch nichts Großartiges geschrieben hat. Wir wollen nach dieser Tour erstmal für ein Jahr pausieren und werden dann voraussichtlich (überlegt), haben wir jetzt 2009???...Anfang 2011 was Neues veröffentlichen. Wir wollen einfach mal etwas relaxen, Zeit mit unseren Familien verbringen und die Zeit etwas aufholen.

 

Ist es schwer mit Jemanden wie Mikael zu arbeiten, der ein solchen Fundus an schwarzen Humor besitzt?

 

Nö, es geht (lacht). Schwarzer Humor würde ich eher nicht sagen, er ist sarkastisch und ironisch zu fast jeder Zeit. Wenn er wiedergeboren wird, dann nur als Stand-Up Comedian.

 

In Deiner Vita kann man lesen, das Du ein riesiger Fan des legendären Jazz Drummers Buddy Rich bist. Wie kam das zustande?

 

Fast jeder Schlagzeuger, der mit einem gewissen Maß an Professionalität an seine Arbeit geht, hat schon mal was von Buddy Rich gehört. Bei mir war es mein Schlagzeuglehrer, der mich sehr früh mit diesem Genie zusammenführte. Ich habe teilweise Stunde vor der Anlage verbracht und habe versucht zu begreifen, was der da spielt. Seine ganze Art des Drummings hat mir die Augen geöffnet und mich auf ein ganz anderes Level gebracht. Gerade bei der Musik die wir spielen ist es imminent wichtig, auch mal andere musikalische Einflüsse auf sich wirken zu lassen und mein Schlagzeugspiel hat sich dadurch enorm verbessert. Er hatte soviel Gefühl, Technik und Inspiration in seiner Musik, das ich mich dem nicht mehr entziehen konnte.

 

 

Ist es für Dich eigentlich schwierig, mit Bloodbath und Opeth in zwei Bands zu spielen, die einen solch unterschiedlichen Background haben?

 

Bloodbath kann man mehr als Projekt bezeichnen, da Opeth unsere meiste Zeit in Anspruch nimmt. Es macht dennoch immer wieder Spaß, mal so richtig fett auf die kacke zu hauen (lacht). Bei Bloodbath ist es so, als ob man mit Freunden zusammen kommt…

 

Ach? Ihr seid bei Opeth nicht miteinander befreundet?

 

(lacht) Nein, nein, so meinte ich es natürlich nicht, doch Opeth braucht halt mehr Zeit und Aufmerksamkeit und auch viel mehr Konzentration auf die Musik. Es ist mir aber wichtig, beide Bands zu haben, da es ansonsten langweilig werden würde und der Fokus wird dadurch auch erweitert.

 

Welche Band macht Dir denn mehr Spaß?

 

Hmmm…Opeth sind mehr Herausforderung und Bloodbath zocken halt heftiger. Die Fokussierung bei beiden liegt halt gänzlich woanders und fern von dem, was mit der jeweils anderen band gerade am Laufen ist. Ist schwierig zu sagen…

 

Versuchen wir es anders, welche Band ist mehr Arbeit?

 

Hehehe, versuchst mich wohl aufs Glatteis zu führen. Ganz klar Opeth vor allem wenn man versucht, mit einem ironisch, sarkastischen Sänger auszukommen, dem man am liebsten Drumsticks in den Rücken schießen würde, hahaha.

by olaf

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