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23. November 2017


           
Magazin

 

 

 
         
 

Sacred Steel Interview

Gibt es eine Steigerung von True Metal? Jau, Sacred Steel! Seit nunmehr 13 Jahren auf der Bühne des deftigen Heavy Metal zu Hause, reißen sich die Protagonisten, allen voran Metal Urgestein Gerrit Mutz, immer wieder den Arsch auf, um ihrem Publikum den wahren Spirit des metal näher zu bringen. Das dies heuer mehr als gelingt, beweist das superbe Album "Carnage victory", welches mit seiner rohen Ungeschliffenheit und brillanten Songwriting, wäre es in den Achtzigern veröffentlicht worden, heute ein Meilenstein der Musik Historie wäre. Also, Hühner gesattelt, Nieten umgelegt und Fronter Gerrit einige Infos entlockt.

Ich starte mal mit einer mutigen Behauptung: Sacred Steel ist die letzte echte True Metal Band aus Deutschland. Wie seht Ihr dieses Statement?

 

Das würde ich so auf keinen Fall unterschreiben. Bands wie Nocturnal, Witchburner, Blizzard, Morrigan, Paragon etc. spielen ja ebenfalls echten ehrlichen Metal. Wenn man True Metal allerdings mit den ganzen Italo-Melodic-Kasperkapellen oder den zahlreichen internationalen Hammerfall-Epigonen gleichsetzt, dann spielen auch wir keinen True Metal. Alles eine Frage der Definition.

 

3 Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Warum habt Ihr Euch zwischen „Hammer of destruction“ und „Carnage victory“ so viel Zeit gelassen?

 

Nun, eigentlich war „Carnage Victory“ schon 2 Jahre nach „Hammer...“ fertig aufgenommen. Lediglich einige Business-Querelen, das zweimalige Mischen der Platte sowie das zweimalige Anfertigen eines Cover-Artworks haben das ganze noch 1 weiteres Jahr hinausgezögert. Da wir aber eine reine Hobby- und keine Profitruppe sind, ist es nun mal rein aus Zeitgründen auch überhaupt nicht möglich, jedes Jahr oder auch jedes zweite Jahr eine Platte raus zu bringen. Das ist auch wirklich nicht unser Ziel.

 

 

In meinen Augen ist „Carnage victory“ Euer stärkstes und vielschichtigstes Album überhaupt geworden. Eine fette Produktion und vor allem Deine Stimme, die durch die tieferen Töne in meinen Augen an Heavyness enorm zugelegt hat, machen das Album verdammt abwechslungsreich. Gibt es da von Eurer Seite überhaupt ein Haar in der Suppe zu finden?

 

Momentan bin ich auch der Auffassung, dass „Carnage“ zu unseren Top-3 Platten zählt. Im Nachhinein würde ich auch wirklich nur ein paar Kleinigkeiten ändern wollen. Im Großen und Ganzen bin ich also immer noch mehr als zufrieden. Dass ich an einigen Stellen tiefer singe liegt daran, dass ich wohl mit fast 40 Jahren endlich in den Stimmbruch komme, haha.

 

Erläutert mir mal bitte den Albumtitel. Welcher Sieg im Blutbad ist denn damit gemeint? Möglichkeiten gibt es ja viele momentan?

 

Das bezieht sich nicht auf einen bestimmten Sieg sondern auf die traurige Tatsache, dass es so gut wie KEINEN Sieg gibt, der nicht mit Blut und Tränen erkauft, erzwungen oder errungen wurde.

 

Euer Cover scheint etwas an das Kriegsdenkmal in Washington angelehnt zu sein. Wer kam auf die Idee, dieses zu adaptieren?

 

Unser Drummer Matze hatte die Idee, in die Ruinen des Covers noch als Mittelpunkt eine typische Szene einzuflechten, die so oder ähnlich nach jedem Krieg statt findet. Dass quasi unsere Fahne gehisst wird, ist natürlich einerseits mit einem Augenzwinkern zu verstehen, andererseits aber, wenn man den Totenkopf einfach nur als Zeichen für den Tod sieht, ganz klar ein weiterer Bezug zu der eigentlichen Titelaussage.

 

 

Ich hätte gerne 3 Statements zu meinen Lieblingssongs auf dem Album: „Charge into overkill

 

Basiert auf dem Roman „Im Westen Nichts Neues“. Immer noch ein brandaktuelles Thema, zeitlos, aufrüttelnd und in höchstem Maße empfehlenswert für jeden Hurra-Patrioten und Kriegs-Fanatiker. Wacht auf, Ihr Deppen!

 

„Broken rites“

 

Habe ich geschrieben, nach dem ich im Internet auf eine weitere Serie generalstabsmäßiger Kindesmissbrauchsfälle durch katholische Priester gestoßen bin. In dem Maße, wie die Kirche weltweit über Jahrhunderte solche Verbrechen gestattet hat und immer noch deckt, ist durchaus anzunehmen, dass diese Organisation nichts anderes ist als Haufen pädophilier Geisteskranker, mit einem imaginären Freund, der ihnen Ihre Schweinereien dann auch gleich praktischerweise vergibt. Fuck The Church.

 

“Ceremonial magician of the left hand path”

 

Ist meine Hommage an Jinx Dawson von Coven. Ebenso verdreht der Text quasi alles Positive ins Negative und umgekehrt. Wie gesagt, es ist immer alles eine Frage der Perspektive. Ich bin Atheist, für einen gläubigen Christen gehe ich aber durchaus als Satanist durch. Bescheuert, aber wahr.

 

Bezugnehmend auf Euer Albumtitel: Wie stet Ihr zum Bundeswehr Engagement in Afghanistan?

 

Ich war selbst 4 Jahre als Zeitsoldat in der Bundeswehr und bin generell auf jeden Fall für eine Berufsarmee mit einem Verteidigungsauftrag. Warum allerdings unsere Jungs am Arsch der Welt für dubiose Interessen Ihren Kopf hinhalten müssen ist mir komplett unklar. Meiner Meinung nach haben wir da unten überhaupt nichts verloren.

 

 

In den letzten Jahren seid Ihr ja wie die Bekloppten durch die Weltgeschichte getourt. Inwieweit hat sich das permanente Livespielen auf das Songwriting ausgewirkt und wo hattet Ihr den meisten Erfolg?

 

Das Touren hat uns auf jeden Fall als Freunde zusammen geschweißt und uns rein menschlich enorm viel gebracht. Bessere Songwriter sind wir dadurch aber, glaube ich, wohl nicht geworden, eher besser Trinker, haha. Den meisten Erfolg hatten wir, neben Deutschland, in Österreich, Spanien, Griechenland, Italien und Schweden.

 

So ein starkes Album schreit geradezu danach, live promotet zu werden. Was steht da in naher Zukunft an?

 

Wir versuchen, so viel wie möglich live zu spielen. Allerdings ist das nicht immer so leicht, da wir 5 verschiedene Terminkalender miteinander abstimmen müssen. In naher Zukunft werden wir wieder Schweden unsicher machen. Des Weiteren sind auch schon wieder ein paar kleinere Gigs in Deutschland geplant. Checkt wegen Details einfach immer regelmäßig unsere myspace oder Homepage.

 

Ich habe 5 „Entweder / Oder-Fragen“ Bitte nenne eine davon mit einer kurzen Begründung: Mercyful fate oder King Diamond?

 

Das kann ich eigentlich nicht trennen. Wenn Du aber King Diamond als Band und nicht als Person meinst, dann sage ich ganz knapp MF vor KD, da MF die mystischere und okkultere Musik gespielt haben. KD als Band liebe ich aber natürlich auch.

 

Metallica oder Slayer?

 

Ganz klar Slayer!! Slayer haben mich mit „Hell Awaits“ und „Reign In Blood“ komplett weggeblasen. Metallica haben mich definitiv nicht halb so arg berührt, auch wenn die ersten 4 Platten schon recht gut sind, vor allem „Ride...“ und „Justice...“.

 

Andy Sneap oder Achim Köhler?

 

Ich liebe Andy als Gitarristen von Sabbat. Als Produzent ist er überhaupt nicht mein Fall. Da klingt alles gleich. Gut aber charakterlos. Also ganz klar: Achim.

 

Wacken oder Keep it true?

 

Boah, welch Frage...KIT natürlich. Das WOA überlass ich gerne den ganzen Ballermann-Metallern. Feiert ruhig ohne mich.

 

Kutte oder T-Shirt?

 

Beides. Ohne Metal-Shirt geh ich nie aus dem Haus. Inzwischen dürfte ich so um die 500 Stück gesammelt haben. Ich bin süchtig nach den Dingern. Meine richtige Kutte kommt zwar nur noch selten zum Einsatz, da das Ding zentnerschwer ist, aber ich habe noch genügend Ausweichjacken, bestückt mit Patches und Buttons. Das gilt auch.

 

Ich habe bei Wikipedia gelesen, das Euer zweites Album „Wargods of metal“ in der Vorauswahl für den Grammy als „Best heavy metal performance“ war. Habt Ihr da schon in  freudiger Erwartung Eure Smokings gebügelt oder ist das eher als amüsante Randerscheinung abzutun?

 

Das haben wir lediglich amüsiert zur Kenntnis genommen, da die Chance zu gewinnen quasi gegen Null tendierte. Aber lustig war das Ganze allemal!

by olaf

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