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28. Juli 2017


           
Magazin

 

 

 
         
 

Crematory Interview

Es gibt kaum eine Band in Deutschland, die über die Jahre dermaßen kontinuierlich eine Bilderbuchkarriere hingelegt hat wie Crematory. Einst als reine Death Metal Band schwedischer Schule gestartet, wurde die Combo um das Aushängeschild Felix in den darauffolgenden Jahren der Vorreiter der noch jungen Goth Metal Fraktion, leider sehr zum Bedauern meiner Wenigkeit. Doch was die Jungs (und natürlich Mädel…) heuer mit "Infinity" abgeliefert haben, ist eine Referenz in Sachen Vielschichtig- und seitigkeit. Hier werden nicht nur die alten Fans bedient, sondern auch die Jünger, die sich einst abwendeten und nichts mehr mit der Mucke Crematorys anfangen konnten, so wie ich.

 

Da nun auch noch nächstes Jahr das 20. Bandjubiläum ansteht nahm ich natürlich die Gelegenheit wahr, um mit Drummer Markus ein paar Worte zu wechseln, bei dem sich der offensichtliche Enthusiasmus zur neuen Platte sichtlich bemerkbar machte…

20 Jahre, 15 Alben. Fühlt man sich da schon etwas alt?

 

Ich würde eher erfahren sagen, denn wir sind frischer als je zuvor, was hoffentlich unser aktuelles Album „Infinity“ dokumentiert.

 

Als ich mir vorab die Songtitel durchlas, kam mir bei Eurem letzten Song unweigerlich Dr.Kimble in den Sinn…

 

Das hat damit nix zu tun. Es ist ein Song von Matze bei dem es um den Tag der Atombombenzündung und die Möglichkeit der Flucht davor geht.

 

Als Vorgabe zu „Infinity“ hatte Ihr angegeben:Gothic–Thrash-Metal“, sowie schneller, härter, lauter und düsterer“. A) Warum dieser, in meinen Augen positiver Sinneswandel? Und b) seht Ihr selber Eure Vorgaben als erfüllt an?

 

Vorgabe erfüllt und wir wollten mal wieder zeigen was wir noch alleskönnen und wo der Hammer hängt. Bevor wir mit dem Schreiben neuer Songs beginnen legen wir immer die grobe Marschrichtung fest. Für uns war diesmal klar, dass wir uns auf unsere Stärken Konzentrieren und auch mal wieder bei 2 oder 3 Songs Brett fahren und etwas heftigere Songs machen wollen. Daher passt dann der Begriff Gothic Thrash Metal ganz gut, da unser Gitarrist Matze ein alter Thrasher ist und wir ihm freie Hand in Sachen Gitarrenarbeit gelassen haben. Härter, schneller und düsterer waren ebenfalls die Schlagworte, die als Fundament für unsere neues Album herhalten mussten. Ich glaube, dass uns die Umsetzung recht gut gelungen ist und wir daher sehr zufrieden mit dem neuen Album sind.

 

Muss mit „Infinity“ der Begriff „Gothic Metal“ nicht langsam wieder in der Schublade verschwinden? Mit dem Mördergroove und der Power der Scheibe seid Ihr meines Erachtens dem Death Metal wieder näher gekomen.

 

Wie kommen ja alle aus dem Death Metal und haben dann melodiöse Keyboards integriert. Bezeichnungen gibt es viele die passen könnten. Nenn es doch einfach CREMATORY, denn da wo CREMATORY drauf steht ist auch CREMATORY drin. Ob Gothic Fan oder Metaller, CREMATORY ist für jeden der Knaller! Wir haben Fans aus allen Musikbereichen und sind auch sehr stolz darauf mit unserer Musik verschiedene Menschen anzusprechen.

 

 

Was mich überrascht hat ist, dass Ihr mit „Black celebration“ einen nicht ganz so bekannten Song von Depeche Mode gecovert habt. Ich selbst mag die Gruppe nicht sonderlich muss aber zugeben, dass ich diese Platte selber besitze und den Song klasse finde. Dennoch, warum gerade diesen?

 

Da ich ursprünglich aus der 80er Pop- und Waveszene komme und Depeche Mode dementsprechend zu den Ikonen dieser Zeit zählen, war es für mich eine besondere Herausforderung meine Helden vergangener Tage mit einer Coverversion zu huldigen. Depeche Mode ist für mich die Wichtigste Band der guten 80er und das Fundament der daraus hervorgehenden Gothic Szene. Black Celebration passt nicht nur wegen des Titels hervorragend zu CREMATORY, sondern ließ sich auch perfekt in eine geile Gothic Rock´n Roll Nummer umbasteln. Wir konnten bei diesem Lied unseren CREMATORY Stempel aufdrücken, so wie wir das bereits in der Vergangenheit bei „Temple of love“ von den Sisters of Mercy, oder Metallica´s „One „ machten. Wenn wir eine Coverversion machen, dann muss diese auch sensationell geil sein und den CREMATORY Wiedererkennungswert deutlich widerspiegeln.

 

Bitte kommentiert mir meine drei Lieblingslider des Albums, angefangen mit dem Titeltrack und Opener…

 

Für mich der beste Song des Album, der gleich zeigt wo der Hammer hängt und repräsentativ für das Album ist. Hier geht´s gleich richtig vorwärts.

 

Nummer zwei wäre „Sense of time

 

Diese Nummer ist für mich der Hit des Albums und hat potential unseren absoluten Überhit „Tears of time“ langfristig abzulösen.

 

Zu guter Letzt „Where are you now“, bei dem Ihr ja ordentlich rüpelt…

 

Hier haben wir mal wieder richtig gas gegeben und wollten zeigen zu was wir noch fähig sind um uns auszutoben. Gothic Thrash Metal at it´s best! Thrash em all!

 

Ihr seid ja mit Euren Alben Stammgäste in den deutschen Verkaufscharts, wobei Platz 34 mit „Believe“ anno 2000 Eure höchste Position war. Wie hoch ist da für Euch eigentlich der Druck, einen ähnlich gearteten Erfolg mit „Infinity“ hinzulegen?

 

Druck haben wir keinen, aber Wünsche. Wir würden gerne einmal die Top10 knacken und eine golden Platte bekommen. Wunschträume soll man ja haben. Die Charts sind eine Anerkennung der Fans an die Band und man kann somit den Erfolg eines neuen Albums so ungefähr messen.

 

2011, also 20 Jahre nach der Bandgründung, soll eine Best of erscheinen. Könnt Ihr uns dazu schon ein paar Details verraten?

 

Wir werden eine sehr aufwendige Gratest Hits CD und DVD produzieren. Hier wird es auch zahlreiche Schmankerl geben. Auf der oder den CD´s werden alle Hits und rares Bonusmaterial geben. Auf der DVD werden alle Videoclips sein, sowie privates Backstagematerial von Konzerten, aus dem Proberaum und dem Studio, sowie einige herausragende Livekonzerte. Wir möchten unseren Geburtstag mit einer unvergesslichen Greatest Hits Veröffentlichung huldigen und den Fans so einiges privates zeigen, was sie bis dato noch nicht von ihrer Lieblingsband gesehen haben. Diese CD und DVD wird ein Muß für jeden Fan!

 

Ihr seid seit 1994, mit einer kurzen Unterbrechung bei Nuclear Blast mit „Awake“ und „Revolution“ als eine der ersten Bands bei Massacre Records unter Vertrag und damit scheinbar die dienstälteste Band beim Label. Wie kommt eine solche Nibelungentreue in Zeiten des ständigen Wandels zustande?

 

Wir haben die ersten 4 Alben bei Massacre veröffentliche. Danach haben wir4 Alben bei Nuclear Blast und mit nächstem Jahr dann isgesamt wieder 4 Alben bei Massacre veröffentlicht. Beide Labels haben hervorragende Arbeit für uns geleistet und wir sind froh, bei solch professionellen Partnern unter Vertrag gewesen oder aktuell zu sein. Never change a winning team!

 

Wann geht es wieder auf Tour und welche Festivals sind 2010 geplant?

 

Ab April gehen die Konzerte zum neuen Album los. Wir werden zuerst ein paar Clubshows in Deutschland spielen. Danach geht es ganzen Sommer über auf die großen Festivalbühnen, um danach im Hebst das Ausland mit Clubshows zu beglücken. An großen Festivals steht im Moment das WGT und Mera Luna in Deutschland. Hier werden bestimmt noch einige dazukommen, die gerade erst gebucht werden.

 

Seit 1997 mit dem Wechsel von Lotte Först hin zu Matthias Hechler an der Gitarre gab es keine Veränderung mehr in der Band und selbst der 1993 erfolgte Wechsel Eures Bassers lässt die Vermutung zu, dass es sich bei Crematory nicht um eine Band, sondern um eine Familie handelt. Stimmt das?

 

Ist das nicht schön? Ich würde von kontinuierlichem Erfolg reden, denn CREMATORY existieren bereits seit 19 Jahren und sind laut Presse seit 17 Jahren Deutschlands Aushängeschild in Sachen Gothic-Metal. Wir sind eine große Familie und sehen keinen Anlass darin eine Personalwechsel zu vollziehen, denn es läuft Alles super so wie es ist, und wir verstehen uns blind.

 

Wann wird denn deine 2003 geborene Tochter  mit in die Band integriert? Meine Tochter und mein Sohn waren in dem Alter was Krach angelangte recht erfinderisch…

 

Wahrscheinlich zum 35jährigen Bandjubiläum, denn dann sind alle Kinder alt genug um in unsere Fußstapfen zu treten und CREMATORY weiter am Leben zu halten und das Krematorium muss ohne uns weiterbrennen.

 

by olaf

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