24. September 2017


           
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Thulcandra Interview

Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, dass der Untergrund in Deutschland ständig in Bewegung ist. Somit kommt der geneigte Hörer dann auch in den Genuss einer völlig unbekannten, neuen Band namens Thulcandra, die mit ihrem Debüt „Fallen angel’s dominion“ schon jetzt ein Highlight im Jahr 2010 veröffentlicht haben. Selten gab es so frische und klirrend kalte Melodien, gepaart mit 80er Thrash Vibes und tollem Songwriting, wie auf diesem via Napalm Records vertriebenen Stück Edelmetall. Ich jedenfalls freute mich, das mir Gründungsmitglied, Gitarrist und Shouter Steffen Kummerer ein paar Fragen beantwortete.

Erst einmal schönen Dank, das wir gleich einen Schritt hinter dem Rock Hard auf Eurer MySpace Seite mit unserem Review Erwähnung finden. Die Kritiken waren ja im Allgemeinen sehr gut. Zufrieden?

 

Das Feedback ist bislang wirklich hervorragend und die Platte kommt bislang sehr gut an. Wir sind sehr zufrieden was die Kritiken betrifft, da die meisten Rezensenten unseren Ansatz verstanden haben und die mangelnde Originalität außen vor gelassen haben. Viele Mags durch die Bank vom kleinen Fanzine bis hin zu großen Printmagazinen haben und gute Kritiken geschrieben, da darf man schon ein wenig froh sein.

 

Auf jeden Fall meine herzlichsten Glückwünsche zu einem der für mich bisher besten Alben im Jahre 2010. Gibt es irgendetwas in Euren Augen, was Ihr hättet besser machen können?

 

Danke, freut mich wenn dir unsere Arbeit gefällt. Es gibt sicherlich immer ein paar Details die man im Nachhinein ändern möchte, speziell im Mix hätte ich mir hier und da ein paar mehr Kleinigkeiten anders gewünscht, das war aber leider nicht möglich da ich mit meiner anderen Band permanent auf Tournee war und dem Mix selbst nicht beiwohnen konnte. Dennoch ist die Scheibe etwas sehr besonderes für mich. Speziell die Aufarbeitung unseres alten Demos und dem Necrolord Cover ist persönlich gesehen ein absolutes Highlight.

Mit Tobias und Sebastian habt Ihr ja zwei Helfahrt Mitglieder in der Besetzung und von Dark Fortress kommt Seraph dazu. Inwieweit ist Thulcandra eine feste Band? Irgendwie sieht mir das Bandgefüge doch etwas nach „Projekt“ aus?

 

Thulcandra ist eine richtige Band, wir proben, tauschen Ideen aus und machen nichts anders als viele andere Gruppen. Der einzige Unterschied besteht in der Tatsache, dass alle Mitglieder noch in anderen Bands die teilweise sehr viel on the Road sind spielen. Wir werden es nicht bei einer Platte belassen und uns wieder verabschieden. Im Moment arbeiten wir an einem Nachfolger von 'Fallen Angel's Dominion' und sondieren verschiedene Tourangebote für Ende des Jahres.

 

Eine persönliche Frage: Inwieweit hat Dich der Freitod Deines Bandmitbegründers Jürgen Zintz musikalisch und persönlich beeinflusst? Gerade wenn man bedenkt, dass eine Eurer größten Inspirationsquellen Jon Nödtveidt von Dissection einen ebensolchen Weg gewählt hatte?

 

Jon hat mich rein musikalisch beeinflusst, ideologisch in keinster Weise. Ein Zusammenhang besteht nicht zwischen den Beiden. Jürgen hat sich aus verschiedenen Gründen das Leben genommen die ich hier nicht weiter ausbreiten möchte. Die Umstände waren wohl bei beiden eher grenzwertig. Wenn ein Freund geht ist das nie einfach.

 

Ist die Zusammenarbeit mit dem Coverkünstler Necrolord ebenfalls als Reminiszenz an Dissection zu verstehen?

 

Das war eher dem Zufall zu verdanken. Ursprünglich habe ich vor vielen Jahren mit Kris Verwimp aus Belgien Kontakt gehalten und ihn versucht zu einer Kooperation zu gewinnen. Leider war und ist er sehr gut mit Aufträgen eingedeckt und schwierig binnen eines Jahres zu einem neuen Coverartwork zu bringen. Durch Freunde aus dem Evocation Umfeld habe ich den direkten Kontakt zu Kristian Wahlin erhalten, nachdem er in ein Vorproduktion gehört hat, war er sehr angetan von dem old School Vibe der in den Stücken schwelt und hat prompt begonnen das Artwork zu unserem Debut zu zeichnen.

Mit V.Santura hat einer, wenn nicht sogar der momentan beste Schwarzmetall Künstler Deutschlands die Produktion Eures Debüts „Fallen angel’s dominion“ übernommen. Wie kam denn die Zusammenarbeit zustande und inwieweit hat Euch diese Konstellation voran gebracht?

 

V. Santura ist einer meiner engsten Freunde, wir kennen uns seit vielen Jahren und haben im Vorfeld schon bei mehreren Plattenproduktionen zusammengearbeitet. Auch mit unseren Bands Dark Fortress, Tryptikon & Obscura hilft man sich gegenseitig. Mit den neuen Woodshed Studios haben wir in logistisch gut erreichbarem Umfeld ein professionelles Studio, warum sollten wir dann nach Schweden fahren? Auch die kommende Platte wird mit V.Santura aufgenommen, neben dem Grundvertrauen in seine Arbeit spricht auch das Resultat einfach für sich.

 

In meinem Review habe ich geschrieben, Zitat: „…dies liegt zum einen an der richtig schönen frostigen oldschool Produktion, die mich mehr als einmal an selige 80er Thrash Zeiten erinnerte…” Solch einen Sound gibt es in Deutschland höchstens noch von Unlight oder Desaster. War dieser Klang bewusst gewählt?

 

Definitiv. Wir wussten beide im Vorfeld wie die Aufnahmen klingen müssen und haben auf großartige Effekte verzichtet. Allein die Gitarrenspuren sind komplett ohne Kompressoren aufgenommen, die Drums sind natürlich wie nur möglich und die Akustik Gitarren nicht editiert. Zu der Art von Musik passt einfach keine glatt produzierte sterile Aufnahme, es darf auch mal dynamisch sein was die Anschläge betrifft.

 

Stand denn neben der wirklich mehr als gelungenen Version von Dissections „The somberlain“, die mich beim Metalfest in Dessau weggeföhnt hat, noch ein anderer Titel als Coverversion zur Auswahl?

 

Nein, wir haben uns von Vornherein auf 'The Somberlain' festgelegt, da es mit der schlüssigste Song auf Dissections Debut ist. Das Stück ist für mich einfach zeitlos und fesselt jetzt noch wie vor 15 Jahren, daher viel die Wahl auch nicht schwer.

Was ist auf dem Livesektor in nächster Zeit angesagt?

 

Im Oktober treten wir auf dem Münchner Helion Festival mit einer special Show an und werden auch die gesamte Show mitschneiden. Je nach Qualität des Materials werden wir entscheiden was damit passieren wird. Im Moment sind einige Booking Agenturen an uns interessiert und wir erhalten viele Tourangebote, wenn das richtige dabei ist werden wir wohl gegen Ende des Jahres noch eine kleine Europa oder US Tournee spielen.

 

3 „Entweder-Oder-Fragen“: Watain oder The devil’s blood?

 

Weder noch.

 

Triptykon oder Celtic Frost?

 

Tryptikon.

 

Corpsepaint oder ungeschminkt?

 

Ungeschminkt.

 

Welche 5 Platten nimmst Du vor der Apocalypse mit in Deinen Bunker?

 

Cynic – Focus

Emperor – Prometheus

Portishead – Dummy

Death – Human

Dissection – The Somberlain

by olaf

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