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27. April 2017


           
Magazin

 

 

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Grand Magus Interview

Die Band der Stunde ist ohne Zweifel Grand Magus, die mit ihrem fünften Album “Hammer of the north” nicht nur den Verfasser dieser Zeilen in helle Verzückung versetzte, sondern allenorten für offene Münder und Begeisterungsstürme sorgte. Allerdings ist dieses wirklich famose Stück Metall eine logische Weiterentwicklung der bereits mehr als gelungenen Alben „Wolf’s return“ und „Iron will“, welches ebenfalls herausragende Kritiken ernten konnte. Für den wirklich geilen Mix aus alten Sabbath oder Priest mit einer gehörigen Portion Eigenständigkeit zeigen sich die Mannen Mats „Fox“ Heden, Sebastian „SEB“ Sippola und Bandchef und Hauptsongwriter Janne „JB“ Christoffersson verantwortlich und blasen damit zum Sturm auf die europäische Spitze des traditionellen Heavy Metal.

 

Ich traf mich an einem furchtbar heißen Tag mit SEB und Fox beim Force, um mit ihnen in einem einer Sauna gleichenden Pressezelt einige Themen zu erörtern und mein Mitleid kundzutun, dass die Jungs parallel zum WM Viertelfinale der Deutschen gegen Maradonnas Ballzauberer auf die Bühne mussten und sich da vielleicht 200 Nasen verloren. Das Ergebnis dieses zauberhaften Nachmittags ist ja hinlänglich bekannt…

Für Euch als Schweden muss dieses Wetter mit knapp 38 Grad im Schatten doch wie ein Vorhof zur Hölle sein…

 

Fox: Es ist hart an der Grenze. Ich schwitze heute echt wie Sau…(lacht)

 

SEB: Wobei es momentan in Schweden momentan ähnlich heiß ist, doch diese Temperaturen stellen alles in den Schatten, wenn da einer wäre, hahaha.

 

Außerdem müsst Ihr ja heute auf die Bühne, während die Deutschen gegen Argentinien um den Einzug ins WM Halbfinale spielen…

 

SEB: Naja, das ist schon scheiße, doch wir haben die Hoffnung, das sich genügend Leute zu unserem Gig einfinden werden, da ja auf der großen Leinwand das Spiel übertragen wird (diese Hoffnung war allerdings, sehr zum Leidwesen der Band, unbegründet…). Doof ist nur, wenn ein Tor während unseres Songs fällt und die Leute anfangen, wie wild zu jubeln, hahaha. (passierte gleich zum 1:0 nach drei Minuten)

 

„Hammer of the north“ ist für mich wie eine Zeitmaschine. In Euren Songs finden sich ein Haufen Querverweise auf alte Black Sabbath oder Judas Priest. Sind diese Bands tatsächlich Einflüsse für Euch?

 

Fox: Auf jeden Fall. Wir lieben diesen speziellen Sound aus den Siebzigern und sehen unsere Musik als Verbeugung vor diesen Klassikern. Doch unsere Einflüsse reichen noch viel weiter…

 

SEB: Alte Accept zum Beispiel. Unser Geschmack ist jedenfalls breit gefächert.

 

Ich habe in meinem Review mal keck behauptet, dass sich Rob Halford für solche Songs heutzutage glatt ein Bein abschneiden würde…

 

(beide lachen) Fox: Das sag mal JB, der freut sich darüber wie der Weihnachtsmann, hahaha.

 

Euer Coverartwork ist ebenfalls sehr oldschoolig ausgefallen und steht einigen Meisterwerken aus den Achtzigern in nichts nach. Inwieweit steht das Bild in Bezug zu Eurem Albumtitel?

 

Fox: Hmmm…eigentlich in gar keinem, hahaha. JB hat unserem Cover Künstler Necrolord (u.a. Thulcandra oder Dissection…) seine Wünsche mit dem Wolf, dem Mond und anderen Kleinigkeiten mit auf den Weg gegeben und er hat dieses geile Bild, mit dem wir mehr als zufrieden sind, mal einfach aus der Hüfte gezaubert. Ehrlich, wir waren niemals zufriedener mit einem Cover wie diesmal.

Mit Eurem neuen Album habt Ihr so ziemlich jeden Soundcheck in den bedeutenden Medien hier in Deutschland gewonnen. Sind solche Bewertungen für Euch eine Anerkennung Eurer Arbeit oder einfach nur angenehme Begleiterscheinungen?

 

Fox: Mit unserem ersten Album haben wir bereits den Soundcheck im Metal Hammer gewonnen. Damals war das für uns eine echte Bestätigung und ein verdammt gutes Gefühl. Heutzutage nehmen wir die Reviews mit und freuen uns, lassen uns dadurch aber nicht verrückt machen oder messen dem allzu viel Gewicht bei. Versteh mich nicht falsch, gute Kritiken sind natürlich wichtig für uns, doch wir sind alt genug, um die Bedeutung richtig einzuschätzen. Wichtig sind solch positiven Bewertungen natürlich in Hinblick auf Albumverkäufe oder den Leuten, die uns vorher nicht kannten, Grand Magus schmackhaft zu machen.

 

SEB: Es ist ein schöner Bonus und natürlich auch eine Bestätigung unserer Arbeit und dem Herzblut, welches wir in jedes Album investieren.

 

Erzählt mir doch mal ein bisschen was über das textliche Konzept des Albums?

 

Fox: Puh, da sind wir die falschen Ansprechpartner, da JB alle Lyrics verfasst hat und wir überhaupt nicht wissen, von was er da eigentlich singt, hahaha. Ich bin eh der Ansicht, dass sich jeder unsere Texte selber durchlesen sollte, um sich seine eigene Meinung dazu zu bilden…

 

Also hast Du sie selbst gar nicht gelesen?

 

Fox: Hahaha, doch, doch und ich habe da meine eigene Meinung zu, doch die behalte ich für mich…(kriegt sich gar nicht mehr ein)

 

SEB: Unsere Texte gehen halt etwas tiefer. Übers Biertrinken oder vögeln schreiben eh andere, hahaha.

 

Ich hoffe, Ihr kommentiert mir wenigstens meine Lieblingssongs des Albums, angefangen mit dem Opener „I, the jury“

 

SEB: Der erste Song des Albums und wahrscheinlich der heavieste überhaupt. Geht tierisch ab das Teil und macht unfassbar viel Spaß zu zocken.

 

Fox: Simpel heavy und ziemlich schnell für unsere Verhältnisse.

 

In diesem Zusammenhang gleich die Frage hinterher. Nervt Euch eigentlich die permanente Katalogisierung in den Bereich Doom Metal?

 

Fox: Auf jeden Fall, denn seit „Monument“ haben wir keinen Doom mehr gemacht. Wir wollten damals einfach harte und langsame Songs spielen, was wir dort auch getan haben, doch reiner Doom klingt anders. Und seitdem haben wir mit diesem Stil eigentlich nicht mehr viel am Hut…

 

SEB: Vor allem, seit ich in der Band bin, hahaha. Ich spiele halt gerne schneller…

 

Fox: Wir sind eh mittlerweile alle bessere Musiker geworden und können da ruhig mal die Handbremse lockern. Verspielen tun wir uns sowieso nicht mehr, hahaha.

 

Der zweite Song ist Euer Titeltrack…

 

Fox: Wieder ein schnelleres Stück. Sehr griffig mit einem tollen Refrain bei dem ich hoffe, dass das Publikum diesen zukünftig bei unseren Gigs mitsingen wird. Mein persönlicher Favorit.

 

Und zuletzt „At midnight they’ll get wise“. Warum wird man denn ausgerechnet um Mitternacht weiser?

 

Fox: Ähhhh….wie vorhin schon gesagt, dazu müsstest Du JB befragen…

 

Also doch die Texte nicht gelesen?

 

Fox: (lacht)…ich sag nichts mehr ohne meinen Anwalt.

 

SEB: Wir vertrauen JB voll und ganz bei seinen Texten. Zu dem Song wollen wir noch ein Video drehen, vielleicht erschließt sich dann für uns der Sinn des Textes. (beide lachen)

 

Mit „Hammer of the north“ seid Ihr ja zu Roadrunner gewechselt. Wie fühlt sich dieser Wechsel an? Es gab doch mit Sicherheit noch andere Angebote, oder?

 

Fox: Es fühlt sich verdammt gut an. Die vorherigen Alben haben wir ja bei Rise above Records veröffentlich, die ebenfalls klasse waren, doch im Bereich Promotion und Möglichkeiten stehen uns bei Roadrunner einfach mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

 

SEB: Roadrunner haben einfach mehr Geld und Ressourcen, um uns weiter nach vorne zu bringen. Daher war und ist dieser Wechsel für uns ein großer Schritt nach vorne. Nichts gegen Rise above, doch unsere jetzige Plattenfirma kann einfach viel mehr für uns tun. Wir haben uns von Anfang an wohl und wertgeschätzt gefühlt.

 

Gibt es denn im Herbst eine größre Tour, auf die wir uns freuen dürfen?

 

Fox: Auf jeden Fall planen wir was, aber richtig spruchreif ist es noch nicht. Da wir alle noch Vollzeit arbeiten, muss das alles im Vorfeld perfekt geplant sein…

 

SEB: Wobei mein Chef da sehr verständnisvoll ist und unsere Mucke sogar gut findet. Das macht meine Verhandlungsposition diesbezüglich leichter (lacht).

by olaf

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