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27. April 2017


           
Magazin

 

 

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Bleeding through Interview

6 Alben in neun Jahren, eine beachtliche Fangemeinde und einen begeisterten Chefredakteur von pommesgabel.de. Das ist die Erfolgsgeschichte von Bleeding through, einer Band, die jenseits sämtlicher Konventionen ihren musikalischen Weg geht. Waren die ersten drei Alben noch vom typischen Metalcore Geschrammel geprägt, so fing die Band 2006 bei „The truth“ an, verschiedene Elemente der harten Musik in ihren Sound zu integrieren, was in dem 2008 erschienenen Überalbum "Declaration" seinen vorläufigen Höhepunkt fand und mich zu Jubelstürmen hinriss. Nicht minder überragend war das selbstbetitelte neue Album, welches kürzlich über Roadrunner Records veröffentlicht wurde und ebenfalls in verschiedenen Genres der harten Musik wilderte. Blastbeats gepaart mit Black Metal artigen Vocals, Genickverrenkende Thrash Attacken und wüste Mosh Wellen machen diese Band so einzigartig und interessant.

 

Viele Gründe, um mit dem mehr als sympathischen Bandfounder und Frontmann Brandan „Sheep“ Schiepatti während ihres Aufenthalts beim diesjährigen With full force einige Worte zu wechseln und Hintergründe zu erfragen. Blöd nur, dass unser Gespräch kurz vor dem Anpfiff des WM Viertelfinales Deutschland-Argentinien stattfand und ich somit etwas aufs Gaspedal drücken musste und daher auch das Gespräch mit einen Fauxpas eröffnete…

Hi Brian, wie geht’s?

 

Mir würde es besser gehen, wenn Du mich Brandan nennen würdest, hahaha.

 

Scheiße, sorry. Bin etwas aufgeregt wegen Fußball gleich…

 

Ein merkwürdiger Sport und vor allem die Begeisterung dafür irritiert mich ein wenig (lacht).

 

Eine persönliche Frage vorweg: Wie war denn die Zusammenarbeit mit Devin Townsend, der als Produzent auf „Declaration“ fungierte? Ich bin ein großer Fan von ihm.

 

Weltklasse! Er ist ein unheimlich feiner Kerl, der ein tierisches Gespür für unsere Musik und für Mucke im Allgemeinen hatte. Er gab uns zu jeder Zeit ein wohliges Gefühl und vermittelte uns eine große Menge an Selbstbewusstsein. Auch seine Produktion war großartig, da er uns immer wieder ermutigte, noch mehr Elemente und Goodies in unsere Musik einfließen zu lassen, was die Scheibe dann so einzigartig machte. Wir versuchen sowieso, bei jeder Plattenproduktion zu lernen und uns Dinge anzueignen, was bei „Declaration“ wunderbar funktionierte.

Ist es eigentlich ein neuer Sport unter Roadrunner Bands, Alben ohne Titel zu veröffentlichen? Erst Killswitch engage, Hatebreed und nun ihr. Keine Kreativität mehr?

 

(lacht) Könnte man fast denke, stimmt. Bei uns lag es daran, dass wir mit unserem sechsten Album einen Punkt erreicht hatten, wo wir zu 101% zufrieden mit allem waren. Diese Platte verkörpert alles, was Bleeding through ausmacht und wenn die Leute in die Plattenläden stürmen (grinst) und unseren backkatalog sehen, werden sie ohne Umschweife unser neues Album kaufen, denn wo Bleeding through draufsteht, ist auch Bleeding through drin (lacht).

 

Eure neue Scheibe ist rau, heavy, voller Power und tierisch abwechslungsreich…

 

Da stimme ich Dir voll und ganz zu, hahaha.

 

Prima, doch es gibt doch immer Dinge, die man im Nachhinein hätte besser machen können, oder?

 

Ich liebe das Album über alles und finde nach den Monaten immer noch nichts, was ich ändern würde. Es ist einfach die mit Abstand beste Platte, die wir je gemacht haben. Naja, das sagt man ja immer über den neusten Release, aber selbst unsere alten Alben sind mit einem gewissen Abstand immer noch klasse und kaum mit Fehlern behaftet. Wir haben im Vergleich zu den alten Alben schon etwas mehr an unseren Sound gebastelt, doch rückblickend war jedes Album zu seiner Zeit genau das, was wir wirklich machen wollten.

 

Vergleiche doch mal bitte „Declaration“ mit Eurer neuen Scheibe. Ich fand die etwas stärker…

 

„Declaration“ war in meinen Augen mehr organisch und atmosphärisch. Ich liebe das Album immer noch wie verrückt, doch auf dem neuen sind gerade die Lyrics und mein Gesang um ein vielfaches besser als früher. Doch ich finde beiden Alben geil und möchte diese nicht einen Moment missen.

Warum beißt eigentlich auf Eurem neuen Albumcover das Warzenschwein einen Schädel?

 

Hahaha, das wurde ich bisher auch noch nicht gefragt. Da steckt nun wirklich gar keine Symbolik dahinter. Vielmehr ist das ein Cover eines Künstlers, der vorher mit solchen Arbeiten noch gar nicht in Erscheinung getreten ist. Wir hatten ein paar Vorgaben, die wir ihm mitgeteilt haben und haben einfach auf das Ergebnis gewartet, was uns dann gleich beim ersten Entwurf ziemlich umgehauen hat. Ich würde da eine Dualität zwischen Tod und Chaos reininterpretieren, a beautiful death…ich hab echt keine Ahnung, hahaha.

 

Zeus hat ja Eure Platte aufgenommen und ist momentan für die Art von Metal der angesagteste Produzent. Besteht da nicht die Gefahr, dass Euer Sound zu sehr nach anderen Bands, wie den oben bereits erwähnten, klingen könnte?

 

Zeus hat einfach ein Händchen für diesen unverwechselbaren, rauen Sound, den ich persönlich außerordentlich mag. Er hatte vor Produktionsbeginn angemerkt, dass wir live einen viel dreckigeren Sound hätten, als auf unseren Alben. Den wollte er einfangen und auf Platte bannen, was ihm vorzüglich gelungen ist. Wir sind auch aufgrund der finanziellen Lage sehr glücklich mit dem Endergebnis. Killswitch bekommen 200.000 für eine Platte…

 

Und Ihr 150.000?

 

Hahaha, no man, never.

 

Ihr bekommt ja meistens den Stempel „Metalcore“ aufgedrückt, obwohl Euer Sound weitaus vielschichtiger ist. Wie würdet Ihr einem Außenstehenden, der vorher nie etwas von Euch gehört hat, Eure Mucke beschreiben?

 

Hm, ich bin selber nicht ganz glücklich über diese Typisierung, doch im Grunde genommen sind wir keine Hardcore und auch keine echte Metalband. Insofern wäre diese Kategorie schon zutreffend, wenn auch in meinen Augen nicht gerade glücklich. Wir wollen einfach Musik machen, die uns selber gefällt und bei denen die Kids richtig ausrasten können. Ich weiß, dass sagen alle Bands von sich, aber so ist es. Wir sind einfach eine heavy intense band.

 

Das merkt man ja schon an Euren Tourneen. Auf der einen Seite spielt Ihr mit Satyricon und Chtonic, auf der anderen Seite mit Comeback Kid. Wie sind denn auf beiden Seiten die Reaktionen auf Euch?

 

Ganz ehrlich, mir sind negative Reaktionen völlig scheißegal. Ist stimmt schon, dass uns die Black Metal Kids teilweise mit ganz großen Augen angeguckt haben (lacht), doch die Akzeptanz war eigentlich, bis auf wenige Ausnahmen, immer vorhanden. Eine Band wie Parkway drive bezeichnet uns immer als eine ihrer wichtigsten Einflüsse und auch bei Satyricon Gigs flogen schon so manche Matten. Wir gehen einfach raus und spielen uns den Arsch ab und freuen uns über jeglichen Zuspruch. Wer uns nicht mag, soll die Ohren zu machen, hahaha. Wir haben in 10 Jahren eine Menge Gigs gespielt und viel erlebt und es ist uns egal, ob da ein Kurzhaariger oder ein langhaariger Kuttenträger im Publikum steht, wir bedienen alle.

Noch einmal kurz zurück auf das „Declaration“ Album. Auf dem Cover sah man einen Adler, der gewisse Ähnlichkeiten zum Wappen des deutschen Kaiserreichs hatte und dann kam da noch ein Song wie Germany dazu. In welchem Zusammenhang kann man das sehen?

 

Das Album hat aber wirklich nichts mit Deutschland oder der deutschen Geschichte zu tun. Vielmehr haben wir beim Coverdesign darauf geachtet, dass das Teil eher so in die Richtung russische Propaganda geht, was auch gut gelungen war. Der Song „Germany“ handelt von meiner Affinität zu Deutschland, da ich in der Vergangenheit sehr oft in Berlin war und die Stadt lieben gelernt habe (gut der Mann-Olaf).

 

by olaf

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