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27. April 2017


           
Magazin

 

 

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Heathen foray Interview

Eine Truppe, die mir seit ihrem fulminanten Auftritt beim Ragnarök 7 in Erinnerung geblieben war, ist Heathen Foray aus Graz, die mit ihrem wirklich außergewöhnlichen Mix aus Melodie, Härte, Pagan und Death Metal eine vortreffliche Mischung gefunden haben. Diese hatte sich bereits beim Debüt „The passage“ angedeutet, doch mit einem solchen Kracher wie nun auf „Armored bards“ habe ich nicht gerechnet. Ein guter Grund mit Bandgründer und Gitarrist Jürgen Brüder ein paar Worte auszutauschen. Das Ergebnis kann sich lesen lassen…

Erst einmal ein frohes neues Jahr. Irgendwelche weltbewegende Vorsätze, außer die Top-Position der amerikanischen Billboard Charts?

 

Nein, ich glaub nicht besonders an Neujahrvorsätze. Aber das mit den Billboard Charts werd ich mir mal überlegen. (lacht)

Armored Bards“ hat mich zutiefst beeindruckt, da dieses Album in meinen Augen eine 200% prozentige Steigerung gegenüber Euren Debüt „The passage“ darstellt. Härter, voluminöser, virtuoser. Auch wenn Eigenlob stinkt, wie siehst Du das Album, jetzt mit ein klein Wenig Abstand zum Veröffentlichungstermin?

 

Mir war schon nach dem Ende des Songwritings klar, dass wir hier was Großes haben. Als ich dann den fertigen Mix gehört habe war ich genauso beeindruckt wie du. Ich bin der Meinung, dass wir uns mit diesem Album um einiges weiterentwickelt haben. Die Produktion ist besser, das Songwriting ist ein ganzes Stück weiter vorn und wir selbst sind alle als Musiker gereift. Das sehen auch die meisten Reviews genauso.

 

Wie erklärst Du mir eigentlich den enormen Härtezuwachs und die brutal wuchtige Produktion, die im Vergleich zu „The passage“ mir eine völlig andere Band präsentierte?

 

Zu Begin der Produktion war uns klar was wir wollten. Wir wollten die Songs noch differenzierter als auf „The Passage“ machen und unsere beiden Extreme, Melodie und Hörte, noch mehr ausloten. Ich glaub das „Brutale“ steht dem Album sehr gut und unterstreicht die Songs noch etwas mehr als am Vorgänger. Die gute Produktion haben wir unseren Haus und Hof Engineer Tom Brugger vom Rockstudio Graz zu verdanken. Der Mann hat wirklich alles aus den Songs rausgeholt. Selbstverständlich hatten wir für „Armored Bards“ auch ein größeres Budget als noch für „The Passage“.

 

Auch ist Roberts Stimme heuer um einiges härter und brutaler, sprich „grunziger“ als auf Eurem Erstling. Wie kam das denn zustande?

 

Ganz klar durch Übung. Die vielen Auftritte und Proben seit der Unterzeichnung des Plattenvertrags haben alle bei unseren Fähigkeiten gespürt. Roberts Stimme hat sich genauso weiterentwickelt wie meine Skills an der Gitarre. Uns ist es im Studio gar nicht so aufgefallen, erst als wir den Vergleich zum alten Album gehört haben. Er hat eine ganze Ecke mehr Volumen zugelegt.

 

Was mir sofort beim Hören auffiel ist die sehr harmonische Songreihenfolge, die wirklich passt wie Arsch auf Eimer. War das Willkühl oder eher zufälliger Natur?

 

Wir wussten gleich, dass entweder „Armored Bards“ oder „The Blight“ der Opener seien sollte. Am Ende wurde es dann „Armored Bards“ und „The Blight“ wurde der zweite Track. „Bifrost“ hat perfekt draufgepasst und so hat sich das ganze einfach so aneinandergereiht. Das die Songs diesmal so mehr harmonieren als noch auf „The Passage“ liegt sicher daran, dass sie in einem kürzeren Abstand zueinander geschrieben worden als die alten Songs. Da hat man dann einfach einen besseren Überblick über die Songs und kann sie besser aneinander anpassen.

 

Ein Song, der mich total umhaute ist „Endless sorrow“, den man schon fast als Death Metal Ballade bezeichnen kann. In meinen Augen DER potentielle Hit auf „Armored bards“, da er sich sehr von den anderen Stücken abhebt. Wie siehst Du selber dieses Stück?

 

Ich muss gestehen, ich war am Anfang gegen „Endless Sorrow“. Irgendwie hat sich das auf unseren Studiodemos nicht so richtig passend angehört. Da gab's auch noch keinen Text dazu. Am Ende haben dann aber mehr für den Song gestimmt als dagegen. Als ich ihn dann nach dem aufnehmen der Musik zum ersten Mal in Albumqualität gehört habe, war mir klar, der Song ist zwar anders gehört aber definitv auf dieses Album. Die Lyrics haben dann den Deal besiegelt.Robert wollte immer schon einen eher ruhigeren Song aufnehmen und viel ruhiger geht für unseren Stil kaum noch. Ich glaube aber, dass uns der Song gezeigt hat, dass wir auch zukünftig in den ruhigeren Gefilden experimentieren sollten.

Gleich danach bolzt Ihr mit „A brothers tale“ den härtesten Track der Scheibe raus, der den totalen Kontrast darstellt, wo ich wieder bei der harmonischen Songreihenfolge bin. Entstehen Eure Songs als Einzelnes oder arbeitet Ihr konzeptionell an einer kompletten, musikalischen Geschichte?

 

Auf „The Passage“ entstand alles chaotisch über ca. 3 Jahre hinweg. Als wir dann 10 Songs beisammen hatten, kamen die eben auf das Album. Bei „Armored Bards“ gabs sicher mehr Planung und ich glaube das hört man. Ich glaube beim nächsten Album investieren wir noch mehr Zeit in ein „Konzept“. Das funktioniert ganz gut für uns.

 

Dazu passt gleich die Frage, wo Ihr selber Euren Musikstil ansiedelt? In meinen Augen habt Ihr mit den üblichen Pagan Verdächtigen mit diesem Album nicht mehr viel gemeinsam, eher mit Bands wie Amon Amarth, sprich melodiösem Death Metal mit saustarken und mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteten Refrains.

 

Ja, Amon Amarth. Der Name kommt mir in letzter Zeit ein wenig zu oft mit uns in Zusammenhang und ich versteh den Vergleich auch kaum. Okay, die Stimmen haben  durchaus ähnlichkeit. Aber ich glaub musikalisch sind wir da noch weit mehr Pagan/Melodic-Death-Metal als wir in Richtung Death-Metal gehen. Außerdem behaupte ich jetzt mal ganz dreist, dass wir technischer spielen als Amon Amarth. In Irgendeiner Review wurden wir mit den frühen Children of Bodom und Wintersun verglichen, ich glaub das passt eher.

 

Welche Geschichten erzählt Ihr auf „Armored bards“? Ist das Album als Konzept zu verstehen?

 

Auf dem Album gibt es keine übergreifende Geschichte. Der Songs selbst ist direkt an unsere Fans gerichtet und ist ein kleines Dankeschön für die ersten Jahre. Hab ich schon erwähnt, dass es dieses Jahr fünfjähriges Jubiläum zu feiern gibt?

 

Messenger of god“ beschrieb ich in meinem Review als „Dragonforce meets Death Metal“. Wer ist denn bei Euch in der Band für die filigrane, virtuose und überaus melodiöse Gitarrenarbeit verantwortlich? Von Aussehen her würde ich auf Herman Li’s kleinen Bruder Bernd tippen.

 

Wir sind beide für die filigrane, virtuose und überaus melodiöse Gitarrenarbeit zuständig. Wir teilen uns die Soli und Riffs meist auf. Meistens geht’s aber danach wer den Song geschrieben hat.

 

Warum hat Bernd eigentlich als Einziger auf Eurer Homepage ein farbiges Bild?

 

Hat er nicht. Keine Ahnung auf welcher Homepage du gewesen bist...(Stimmt, die wurden nur farbig, wenn man mit der Maus draufkam---Mea culpa…)

 

Musste eigentlich so ein „Pseudo“ Sauflied wie „Hopfen und Malz“ mit aufs Album? Ich finde, Ihr habt solch eine, ich nenne es mal etwas überspitzt, Anbiederung an deutschlastige Pagan Metal Bands bei der Stärke Eurer anderen Songs überhaupt nicht nötig.

 

Ja, das musste sein. (lacht) Wir waren auf der Suche nach einem perfekten Zugabensong und da haben wir einen geschrieben. Der Text viel mir irgendwann wie Schuppen von den Augen und war dann nach ca. 20 Minuten komplett fertig geschrieben. Der Song macht live dermaßen viel Spaß, dass er mittlerweile ein Fixpunkt in unserer Setlist ist. Die Fans lieben ihn auch.

Mit Eurem Vertrag bei Black Bards, die mir so überhaupt nicht geläufig sind, seid Ihr doch mit Sicherheit limitiert, was Tourneen oder Festivalauftritte betrifft. Bei so einem saustarken Scheibchen im Rücken müssten Euch doch jetzt die Angebote der „Großen“ nur so um die Ohren fliegen, oder haltet Ihr es, konform mit Euren Songtexten, eher mit der Treue der Nibelungen?

 

Da unser Booking ebenfalls von Black Bards betrieben wird haben wir da nicht immer einen 100%igen Überblick. Derzeit wird fleissig am Jahr 2011 gebucht und das ganze sollte innerhalb der nächsten paar Tage bekannt werden. Leider kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu den Auftritten sagen.

 

Laut Homepage habt Ihr Euren nächsten Gig am 08.04. in Wien. Das ist dann seit VÖ Termin eine recht voluminöse Zeitspanne und dürfte Euch doch so sicherlich nicht ganz in den Kram passen.

 

Wir haben unseren letzten für 2010 im November gespielt. Das war Nummer 21 im Jahr 2010. Davor waren wir ja auf Tour und da wollten wir den Dezember mal frei nehmen um frische Energie zu tanken. Der Gig in Wien ist derzeit der einer der wenigen die wir bereits bekanntgeben durften. Es folgen aber noch einige. Durchaus auch vor April. Die Restzeit nutzen wir fürs Songwriting.

 

Warum findet man (als Beispiel) bei Wikipedia als Schlagzeuger einerseits C.Michael Hofbauer, wenn Ihr live und auch beim aktuellen Album, wie Du mir vorab ja schon erzählt hast, mit Franz Löchinger zusammenarbeitet?

 

Ja, die Seite hat mal ein Fan erstellt. Ich werd mal veranlassen, dass die Daten wieder auf Vordermann gebracht werden. Aber du hast recht, Mike wurde im Sommer 2010 von Franz Löchinger abgelöst. Auf dem Ragnarök Festiva konntest du ihn ja schon kennenlernen.

 

Nervt es Euch eigentlich, dass man bei Eurem Bandnamen unweigerlich an Hip Hip Hurray denken muss?

 

Die Fans schreien während den Konzerten „Hip Hip Foray“. Das find ich eigentlich ziemlich cool.

 

Vielen Dank für das angenehme Gespräch.

 

Ich muss mich bei dir für die schlauen und gut überlegten Fragen bedanken. Kommt leider nicht so oft vor!

by olaf

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