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27. April 2018


           
Dong Open Air 2004

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 16.06. - 17.06.2004
Anlass: Dong Open Air in Neunkichen-Vluyn (NRW)
Autoren:
Thorsten Kerkhoff

Freitag, 16.06.2004

Am Freitag den 16.07.2004 sollte es endlich los gehen.
Nach einem Jahr Abstinenz hieß es wieder "Run to the Hill" ! Ok , das diesjährige Festivalmotto war zwar " Something to bang to", aber jeder, der nach dem Aussteigen aus dem Auto vollbepackt sich auf den Weg machte, weiß nur zu gut was ich meine.

Doch bevor es überhaupt so weit kam, durfte ich erst einmal den Kampf gegen Tempus Fugit antreten. Von 8:30 bis 17:30 auf der Arbeit hocken und innerlich einen Schreikrampf bekommen, dass man ja die ersten Bands verpasst. Um 18:15 war es dann endlich so weit: Bepackt mit zwei Campingstühlen, einer Decke, einem T-Shirt, Jacke , Longsleeve und einem Koffer mit Fotoausrüstung ging es auf zum langen Marsch den Berg hinauf. Unterwegs wurde ich auch schon von der Berichterstatterin "Erdnuckel" aufgegabelt und befand mich somit in netter Begleitung. Zu erwähnen ist noch, dass ich mir während des schweißtreibenden Aufstieges anhören durfte, wie "Erdnuckel" wohl Stunden zuvor ihren weiblichen Charme spielen lassen hat und inkl. Gepäck vom netten Aufbauservice den Berg hochchauffiert wurde. Statement: "Irgendwer musste ja mit hochfahren und auf das ganze Gepäck aufpassen." Nach etlichen Metern und auch Umwegen hatte ich es endlich geschafft auf dem Plateau anzukommen. Nachdem alle Sachen gut verstaut waren und die Kamera startklar war, ging es frisch ans Werk.

Die ersten drei Bands hatte ich durch meine ja schon vorher genannte Unpässlichkeit, die man auch Arbeit nennt ;) , verpasst. Jedoch wurde mir aus zuverlässiger Quelle verraten das "Erdnuckel" sich dazu ein paar Stichpunkte gemacht hat und diese uns bestimmt zukommen lassen wird.

Los ging es also mit der Melodic Death Metal fabrizierenden Kapelle mit dem Namen Jester's Funeral. Ich kam nur in den Genuss des "letzten" Songs, sowie der obligatorischen Zugabe. Die Band erwies sich jedoch als sehr agil auf der Bühne und schaffte es, das Publikum einzuheizen, was dieses der Band mit Stagediving dankte. Und das vor allem in einem noch nicht wirklich vollen Zelt! Gesang sowie auch das Bassfundament kann man wirklich als durchsetzungsstark definieren. Interessant war auch die Konstellation Bassist und Keyboarder in einer Person. Leider sagte mir der Gitarrensound überhaupt nicht zu. Mal wieder eine Band die es geschafft hat, den sogenannten Bratsound zu fahren. Höhen und Mitten ohne Ende und gib ihm mächtig Matsch. Manche nennen so was stilistisches Mittel, jedoch finde ich es bei einer solchen Combo einfach nur nervig.

Weiter ging es mit der Band Lanfear, welche laut Running Order Power Metal zum Besten geben sollte. Die ersten paar Takte waren noch recht interessant, jedoch wurde dies durch den Sänger wieder zunichte gemacht. Der wirklich schräge Gesang, welcher mich an einen verunglückten Hammerfall Sänger erinnerte, war auf Dauer wirklich penetrant nervig. Sorry, wenn mein Urteil für den Sänger so hart ausfällt, aber es wurden nur sehr wenige Töne wirklich richtig getroffen. Leider führte sich der negative Eindruck im Laufe des Auftrittes fort.

Der Bass dröhnte ohne Ende, was jedoch eher auf ein Technikproblem des Amps zurückzuführen war. Sehr interessant sah es aus, wenn sich die Jungs auf der Bühne bewegt haben und sich gegenseitig fast umgerannt haben. Der Drummer benutzte leider nur Standardbeats und Takte, war aber trotz dessen einigermaßen schnell unterwegs. Und da auch ich nicht bloß die ganze Zeit meckern kann, muss ich zugestehen, dass die Keys wirklich interessant waren. Interessante "Samples" die songdienlich eingesetzt wurden.

Die nächsten Mitstreiter des Festivals hießen Final Breath. Trash / Death Metal laut der vorliegenden Liste. Von Anfang an wurde ein wirklich druckvoller Sound geboten. Der Bassist musste teilweise irgendwie drei Hände gehabt haben, anders wären diese schnellen Bassläufe nicht zu erklären. Auch der Gitarrensound konnte diesmal überzeugen, schön druckvoll und ergänzend zum Bass. So wie das zu sein hat ;). Auf der Bühne boten alle Musiker eine gute Performance, keiner stand irgendwie still oder sah gelangweilt aus. Der Sänger gab sein Bestes und fegte wie ein Derwisch über die Bühne. In den ersten drei bis vier Reihen vor der Bühne wurde gepoged und gebanged was das Zeug hält, wie man so schön sagt.

Die vorletzte Band für diesen Abend waren My darkest hate. Wieder sollte uns Death Metal geboten werden. Zu allererst überraschte mich der Sänger mit einer gelungenen Mischung aus Kreisch- & Grölgesang. Das Bässe waren schön trocken und drückend. Ergänzt wurde das Ganze durch einen wirklich tiefen Gitarrensound. Das diese Jungs auch nicht nur eine Minute langsam unterwegs waren, braucht wohl nicht erwähnt zu werden. Oder hat schon jemand langsamen Death Metal "gesehen"? Auf der Bühne leisteten alle Bandmitglieder eine super Arbeit und lieferten eine gute Performance, die sehr routiniert rüberkam, ab.

Das Publikum feierte so ausgelassen es nur ging und erschwerte mir zumindest somit die Arbeit auch noch ein paar Fotos zu bekommen. Aber wir waren ja auf einem Metalfestival und somit war ja klar, dass die Leute dort nicht ruhig rumstehen werden, denn rumgestanden werden kann schließlich zu Hause.

Als Headliner standen Suidakra auf dem Plan. Nachdem ich den Beginn durch ein kurzes Sit-in an Erdnuckels Zelt verpasst hatte , bin ich mitten während des ersten Songs doch noch vor der Bühne aufgetaucht. Die Stimmung war zu dem Zeitpunkt schon super, doch auf einmal war alles zappenduster. Kein einziger Ton mehr zu hören und Veranstalter die hektisch zur Bühne rannten. Nach 5 Minuten Dunkelheit kam auch schon eine "Durchsage"... Der Generator ist ausgefallen, an dem Problem wird mit Hochdruck gearbeitet. Suidakra machten jedoch das Beste aus der Situation. 2 Kästen kaltes Bier wurden von der Bühne aus ins Publikum gegeben und die Akustikgitarren wurden ausgepackt. Death Metal unplugged ? Was soll das werden dachte ich mir.

Doch auf einmal wurden Blind Guardian Stücke à la "Bard Song" und Rock Klassiker angestimmt. Nice feeling ! Nachdem ein paar Klassiker durchgespielt waren kam die "Durchsage": "Der Generator ist nicht mehr zu retten. Tut uns leid, wir versuchen Ersatz zu bekommen." Natürlich wurde dies nicht unbedingt mit Applaus honoriert. Ein paar Minuten später, trat auch ich den Rückweg zu meinem Schlafplatz an. Zumindest war so mein Plan für diesen Abend.

Durch eine Namensgleichheit mit einer Person die gerade verabschiedet wurde, kam ich noch in den Genuss eines Schnapses sowie ein paar Bieren. Nette Konversation wurde auch noch getrieben und nach 90 Minuten verschlug es mich noch einmal zu den Dixies. Doch was musste ich da hören? Es kam wieder Musik aus dem Veranstaltungszelt. Also nichts wie hin.

Vor der Bühne war es trotz der fortgeschrittenen Stunde wirklich voll und Suidakra gaben Vollgas. Die ganze Szene war wirklich interessant anzusehen. Keine Beleuchtung bis auf eine Fahrradlampe die auf dem Boxenturm lag und die Bühne beleuchtete. Auf Grund meines erhöhten Alkoholpegels schreibe ich jetzt mal nichts zu dem Sound der Band, da dieses wohl nicht mehr so aussagekräftig wäre. Fest steht jedoch, dass das Publikum die Band feierte und Suidakra trotz der wideren Umstände dieses auch nicht enttäuschte. Es wurde solange gespielt bis sich der Strom für diesen Abend zum letzten Male verabschiedete. Später kam heraus das mit einem Ersatzgenerator, der viel weniger Leistung brachte, gespielt wurde bis dieser Aufgrund eines leeren Sprittankes den Dienst versagte. Das nenne ich einmal Improvisation.

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