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27. April 2018


           
In Flammen Open Air 2015

 

 

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Bericht

Am: 02.07. - 04.07.2015
Anlass: In Flammen Open Air in Torgau
Autoren:
Langhammer [tl]
Die Fotos schossen:Langhammer und Oliver Göhlke

Samstag, 04.07.2015

Guten Morgen allerseits! Was für eine unbequeme und kurze Nacht auf der Rückbank meines Autos. Fuck. Nach guten drei oder vier Stunden war das erste Nickerchen vorbei. Also erstmal raus aus dem Auto und in den Schatten mit dem Campingstuhl. Es war gegen halb sieben und ich ratzte gleich nochmal gemütlich ein. Schon besser. Lach. Gegen 9 Uhr wurde dann der Rest der Gang munter und wir schmiedeten einen Plan für den anstehenden Tag. Und in den frühen Morgenstunden war es schon unglaublich brütend heiß. Also machten wir uns gegen 10 Uhr erstmal auf ins Torgauer Einkaufszentrum. Es gab leckeres Frühstück und entsprechende Abkühlung. Das Fleischereigeschäft, welches wir auch schon im letzten Jahr besuchten, wartete schon auf uns und unsere Bestellung. Also gab es belegte Brötchen und Vita Cola. Es gibt aber auch Leute, die können schon zum Frühstück Grützwurst und Rotkohl verputzen, nicht wahr Enrico!!! Draußen schien der Asphalt zu schmelzen, also pilgerten wir noch durch Kaufland und entschieden uns den Festivaltag erst im Laufe des frühen Abends zu starten. Also fuhren Richtung Badesee und machten es uns im Schatten gemütlich. Das Thermometer zeigte inzwischen satte 40 Grad Celsius. Also Pille mitgenommen und ab ins kühle Nass! Im Nachgang sollte sich das als richtige Entscheidung herausstellen. Leider haben wir dadurch einige Bands und die Kaffee/Kuchen Runde verpasst, aber dafür gibt es den restlichen Abend vollen Einsatz.

Grabak aus Leipzig hatten in der Hitze von Torgau im Festivalzelt zu kämpfen. Schon nach wenigen Minuten verlief das Corpsepaint der deutschen Black Metal Institution. Der Sound war dennoch satt und das Zelt ganz ordentlich gefüllt. Nach dieser Stipvisite ging es schnell rüber Richtung Hauptbühne, denn die Berliner Maat sollten gleich ihren fetten Death Metal ins Rund schmettern. Das Debüt Album der Band As we create the hope from Above ist ein fetter Brocken geworden. Ihr Faible für die ägyptische Mythologie erinnert natürlich an die Amerikaner Nile, stilistisch geht es aber etwas differenzierter zur Sache. Vor der Bühne bekam ich einen freien Platz auf einer Bank und hatte freie Sicht. Herrlich. Im Schatten war es dann doch angenehmer. Der Gig war durchweg fett und ein Highlight des gesamten Festivals. Daumen hoch. Nun wurde es wieder sehr grindig und verrückt. Cliteater aus den Niederlanden lassen ihren Krach raus, der mich null interessiert hat. Somit hatte ich etwas Luft mir ein lauschiges Plätzchen am Entenfang zu suchen und sah mir das muntere Treiben an. Entombed A.D und Dark Funeral sind mittlerweile auch auf dem Festivalgelände angekommen. Inzwischen hatte ich nette weibliche Tischgesellen, die mir erstmal einen Vortrag über nepalesische und afghanische Küche gemacht haben. Ein sehr unterhaltsames Gespräch.

Ein Prosit vom In FLammen Open Air 2015

Die Occult Rocker Attic aus Nordrhein-Westfalen waren nun auf der Bühne und feierten mit den Fans ordentlich ab. Den King Diamond-artigen Gesang hörte man noch „kilometerweit“. Das war absolut harte Kost. Ich machte meine Studien und amüsierte mich köstlich. Am Nachbartisch saß Bandchef Lord Ahriman von Dark Funeral mit seinem Roadie und nach und nach setzten sich immer mehr Fans ungefragt an diesen Tisch und löcherten den beiden Fragen in den Bauch. Dem Gitarristen wurde es irgendwann zu langweilig und er verdünnisierte sich in den Backstagebereich. Der Roadie war aber so nett und beantwortete alle Fragen. Cool anzuschauen. Nach dieser etwas längeren, witzigen Pause wird nun wieder musikalische Fahrt aufgenommen. Die Finnen Omnium Gatherum bringen ihren Dark Melodic Death Metal nun unters Volk. Gute 20 Jahre Bandhystorie und 6 Studioalben hat die Band nun auch schon auf dem Buckel. Die Routine ist der Band anzumerken, aber mehr als Durchschnitt würde ich dem Ganzen hier nicht attestieren wollen. Die Vorfreude auf Dark Funeral stieg inzwischen sehr und gegen 22 Uhr sollte das Geballer endlich losgehen. Mit Heljarmadr präsentieren die Schweden einen neuen Fronter, nachdem ja Emperor Magus Caligula das Handtuch geworfen hat und die kurzzeige Verpflichtung Nachtgarm (Negator) auch nicht wirklich gegriffen hat. Der gute Mann ist auf jeden Fall bestens bei Stimme und passt gut in das optische Konzept der Band. Mit „Stigmata“ ging es dann amtlich los, aber was war denn nur mit dem Sound los!?!? Selten habe ich so einen Brei gehört. Die Gitarren waren viel zu leise und das Schlagzeug dermaßen im Vordergrund. Drummer Dominator spielte die Blastbeat-Passagen der Songs gefühlt doppelt so schnell wie auf CD. Das klang teilweise sehr merkwürdig und nervtötend. Von daher war ich froh über jeden etwas langsameren Song. „Atrum Regina“ und „Goddess of Sodomy“ schlugen in diese Kerbe. Gespannt war ich dann auf die zwei neuen Stücke, die auch mit dem neuen Sänger aufgenommen wurden. „Nail them to the Cross“ oder „Temple of Ahriman“ waren echt cool!! Natürlich durften auch Klassiker wie “My Dark Desires” oder “Hail Murder” nicht fehlen. In ihrem Bühnenoutfit müssten Dark Funeral bei der Hitze auch die Motten bekommen haben. Halleluja. Das abschliessende „My Funeral“ holt nochmal alles aus einem raus! Letztenendes war es ein durchschnittlicher Auftritt, der Sound allerdings miserabel. In Summe habe ich Dark Funeral schon besser gesehen. Naja, sehr sehr schade!

Kurz durchschnaufen, denn es ging gleich schwedisch weiter. Entombed A.D. (früher Entombed) bekamen den Headlinerslot für den zweiten Festivaltag. Und jedes Mal, wenn ich Entombed A.D. live zu sehen bekomme, blutet mir irgendwie das Herz. Entombed waren Anfang der Neunziger meine absoluten Faves. Mit der neuen Machart kann ich ehrlicherweise weniger anfangen. Klassiker im „neuen“ Gewand wie „Revel in Flesh“, „Stranger Aeons“ oder das abschliessende „Left Hand Path“ haben leider nicht mehr den Spirit aus den Anfangstagen. Naja, ein leichtes Zucken gab es trotzdem im Bein. Gedanklich verabschiedete ich mich innerlich schon meinem zweiten In Flammen Open Air. Die Briten Anaal Nathrakh habe ich nicht mehr gesehen. Stattdessen verabschiedete ich mich nach und nach von der gesamten Meute. Es wurden nun die Pferde gesattelt, um wieder gen Heimat zu reiten. Nach guten 100 Minuten Power auf der Autobahn bin ich dann erstmal wieder in Potsdam angekommen.
Zwei anstrengende, aber sehr schöne Festivaltage sind nun vorbei. Die schönste Gartenparty der Welt feierte sein 10-jähriges Bestehen und es hat sich gelohnt. Vielen Dank von der Pommesgabel an Veranstalter Thomas und der In Flammen Crew, allen Bands und Fans für ein harmonisches Festivalerlebnis, die der Bullenhitze getrotzt haben! Wir sind 2016 wieder dabei. Daumen hoch!


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