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20. Januar 2018


           
Lemgo Rockt 2005

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 20.08.2005
Anlass: Lemgo Rockt im Eau Le in Lemgo (NRW)
Autoren:
Andy

Samstag, 20.08.2005

Die Wetteraussichten sahen eigentlich nicht schlecht aus und so könnte es dieses Mal nicht regnen, wenn die Tore für Lemgos bestes Festival weit gemacht werden. Doch der Tag begann verregnet und es machte keinesfalls den Anschein, dass sich daran noch etwas ändern sollte. Aber tatsächlich verzogen sich die übelsten Wolken und der Regen ließ pünktlich zum Einlass nach. Der Eingangsbereich glich bereits dem Festivalgelände des diesjährigen Wacken Open Airs und die Chancen, den Platz mit sauberen Schuhen wieder verlassen zu können standen bei Null. Clever, wie die Organisation bei diesem Festival nun mal ist, hatte sie bereits mit ausreichend Pavillons vorgesorgt.

Viele Menschen haben sich kurz vor Beginn der ersten Band zwar noch nicht eingefunden, doch das hielt uns natürlich nicht davon ab schon mal an der Bierbude die ersten Kannen füllen zu lassen. Und bei einem Kurs von eins fuffzig machte das beinahe noch Spaß. Die Spiele waren also eröffnet und nachdem die erste Band Hyena einen kleinen Soundcheck absolvierte, stiegen sie um 16:13 Uhr auch gleich in die Vollen:

Rock'n'Roll gab es von Hyena
Hyena

Hyena sind mitnichten Neulinge auf dem Gebiet des Bluesigen Rocks, transportieren sie doch schon seit mittlerweile gut 15 Jahren ihre starke Mucke durch Ostwestfalen und Umgebung. Warum auch immer sie die traurige Aufgabe des Eröffners erfüllen sollten, bleibt fraglich, denn diese Band, die sich an diesem Tage mit neuer Drummerin präsentierte, rockte ihren Set wie gewohnt sehr amtlich herüber und wusste die Anwesenden ausnahmslos zu begeistern. Für meinen Geschmack hätten sie zwar noch ein wenig mehr auf's Pedal drücken können, doch auch so konnten sie die Stimmung bequem anheben. Obendrein zogen sie soundtechnisch auch noch das große Los, …was will man mehr? Klasse!

Genau eine Stunde seit Beginn von Hyena folgte auch schon die nächste Kapelle, die sich Swain nannte und versuchte mit ihrem Soft-Rock einige Nasen vor die Bühne zu lotsen. Warum das nicht ganz so gut funktionierte, bleibt bis auf die Tatsache, dass noch immer nicht wahnsinnig viel los war, ungelöst. Die Band an sich verstand es sich spielerisch prima zu verkaufen, deren Performance konnte sich ebenfalls durchaus sehen lassen und stimmlich gab es nicht wirklich etwas zu mäkeln. Vielleicht war der Musikstil den Anwesenden Leuten einfach ein wenig zu ruhig?! Der Abschlussapplaus war hingegen doch sehr üppig.

On Stage: Swain
Swain

Als die Jungs von Broke, die ich gerne die „Children of Knetterheide“ nenne, mit ihrem Full Metal Action Rock loslegten, hatten sie bereits eine ansehnliche Fanschar vor der Bühne (wenn auch mit dem üblichen Sicherheitsabstand) versammeln können. Man war also gespannt auf den Vierer, der seinen Rotz-Rock mit anfänglichen Soundproblemen (Gruß an den tauben Soundmann) lässig aus den Boxen transportierte. Die allgemeine Stimmung wurde immer besser und schien kein Ende nehmen zu wollen. Das sahen wohl auch die vier Burschen mit den viel zu großen Hosen ganz ähnlich und schunkelten sich unmittelbar vor Bühne, sehr zur Belustigung aller, so richtig ein und huldigten ihrer neuen Lieblingsband (*lol*). Kurz gefasst, der nach jedem Lied einsetzende Applaus sprach definitiv für sich und für Broke, die sich einen weiteren gelungenen Auftritt auf ihre Fahnen schreiben können.

Child of Knetterheide: Priebe (Broke)
Broke

Zwischenzeitlich wurde wie immer ein unterhaltsames Rahmenprogramm geboten, das zunehmenden Anklang fand. So zog so manche Lesung von diversen Autoren nicht wenige Interessierte in die so genannte „Saftbar“, in der die Schreiberlinge aus ihren Werken vortrugen. Zwischen Bratwurst und Bier, Kaffee und Kuchen also eine gelungene Abwechslung.

Die aus Bielefeld und Barntrup stammenden Jungs von Mr. Anderson lieferten lupenreinen Punk-Rock ab, wie man ihn sich von Bands wie Green Day und Konsorten nur wünschen kann. Obendrein erwiesen sich Mr. Anderson als die absolut agilste Band des Tages. Noch nie wurde auf dem Lemgo-Rockt so hoch gesprungen und nebenher noch an den Saiten gezupft! Des Weiteren wusste die Band auch mit ihren Ansagen die Leute bei Laune zu halten und so hüpften sich die Punker fast schon in die Herzen des vermehrt aufkommenden Publikums und verbreiteten eine stark anziehende Wirkung. Ein launiger Vortrag, der Lust auf mehr machte!

Bei Mr. Anderson wurde ordentlich gehüpft
Mr. Anderson

Fidget, diese Band hatte kaum Sorgen sich um ein nötiges Umfeld zu bemühen, blieben doch der Großteil der Menschen, die sich zwischenzeitlich stark vermehrt hatten (per Einlass, nicht Sexuell), einfach stehen und ließ sich von Fidget verzaubern. In der Tat konnte die Combo mit der flotten Sängerin sowohl optisch als auch akustisch glänzen und ich war verblüfft, dass auch hier ein guter Sound bestand hatte. Unterm Strich blieb jedenfalls ein großes Paket voller Fun-Rock, das einfach nur Spaß bereitete. Wer mehr über diese Band erfahren möchte, sollte sich mal unter www.fidget.de einfinden, wo man u.a. auch deren aktuelle CD käuflich erwerben kann.

Optisch, wie musikalisch top: FidGEt
Fidget

Mit Kuya Lu wurde mir vorab eine Art Guano Apes versprochen und so richtig von der Hand zu weisen war das noch nicht einmal. Äußerst professionell bot sich die Band an und wirkte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Der stets rockige Sound erfasste unsagbar viele Beine, die einfach nicht mehr still stehen konnten, so schien es. Doch auch die ruhigeren Stücke wurden wärmstens aufgenommen und so kam es, dass immer mehr Nachzügler in den Genuss dieser musikalischen Glanzleistung kamen.

Kuya Lu
Kuya Lu

Als letzte Band des gelungenen Abends, stand Boss Hoss in den Startlöchern. Gut möglich, dass ich von deren CD Internashville Urban Hymns bereits negativ beeinflusst war. Denn mich (und meine Begleitungen) kickte die gecoverte Country-Mucke in keinster Weise und brachte mich auch nicht dazu diese „Howdie“ Rufe zu zelebrieren. Zwar hatten die Berliner keinerlei Soundprobleme (die hatten sie vor Beginn ihres Gigs auch lange und ausführlich ausgemerzt), doch änderte das nichts an der Tatsache, dass man unweigerlich das Gefühl vermittelt bekam, in deren Repertoire gäbe es nur ein bis zwei Songs, die immer wieder durchgespielt wurden, woraus resultierte, dass sich schnell eine gewisse Langeweile einstellte. All dies schien allerdings die Mehrheit der Besucher nicht davon abzuhalten, den Bühnenvorplatz vollends in Beschlag zu nehmen. Und da die Mehrheit nun mal die Macht hat, waren Boss Hoss wohl ein würdiger Headliner – auch wenn sie uns nicht in ihrem Lasso hatten.

The BossHoss
The BossHoss

Fazit:
Das Lemgo-Rockt 2005 war ohne Zweifel eine großartige Veranstaltung, die ohne die zahlreichen freiwilligen Helfer gar nicht möglich gewesen wäre. Die im Vergleich zu den Vorjahren angestiegene Besucherzahl spricht wohl dafür, dass es sich bei diesem Event um ein sehenswertes Ereignis zum schmalen Kurs gehandelt hat, das einem obendrein noch diverse (Nachwuchs-)Bands aus OWL und Umgebung nahe bringt. Nicht zu vergessen die Beiträge aus den Bereichen Kunst & Literatur. Und wer weiß, vielleicht scheint 2006 ja mal die Sonne, wenn Lemgo Rockt ?!

Dank & Gruß goes to:
Poti und seine willenlosen Helfer (ohne Euch geht gar nix), Broke (ohne Euch wäre es schon gegangen *lol*), O (nächstes Mal bitte mehr Möpse), O's Eltern (war mir ein Fest), Katrin (die ihre Einlass-Phobie überwand), Tanja (lieber Arm dran, als Bein ab), Torsti (Sommer Briesen im Regen… auch schön), mein Lieblingszapfer (ich bin nicht bestechlich *g*), Frau Priebe (…trotzdem wieder erkannt), mein Friseur (Versager), Stefan, Markus, 68Fl:oz, Babette & Annika und alle die ich vergessen habe.

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