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20. Januar 2018


           
Metal Bash 2006

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 29.07.2006
Anlass: Metal Bash auf der Schießsportanlage Neu Wulmstorf (Niedersachsen)
Autoren:
Engel [be], Marie [me], Torsti [tr]

Samstag, 29.07.2006

Das kleine, aber feine Metal Bash in Neu Wulmstorf bot den Pommesgabel Redakteuren Marie, Björn und meiner Wenigkeit dieses Jahr die Chance, sich schon mal auf das Wacken vorzubereiten.

Björn beschloss allerdings, das Warm up ohne Alkohol überstehen zu wollen. Das klappte bis zum ersten Bierstand auch eigentlich erstaunlich gut…
Die Beschilderung zum Festival war zwar eher dürftig, dennoch haben wir die Schiesssportanlage mit kurzem Umweg um eine Kartoffel gefunden. Aus dem kleinen Waldstück heulte schon der Opener Lonewolf , wie passend, während wir unser KFZ parkten.
Der Einlass ging rasch von statten, und das schnuckelige Festival Gelände hatte man mit drei Blicken gemustert. Als erstes galt es aber mal ein Bier ran zu holen. Auf dem Weg zum Astra-Stand begann auch schon der gute Vorsatz unseres Redaktions- Engel dahinzudriften. Kaum standen wir vor der Theke wurden drei Alster geordert. Das Bier, in dessen Windschatten sich auch gleich mal eine Horde Wespen befand, die uns noch den ganzen Tag begleiten sollten, kam rasch.

Metal Bash

Inzwischen hatten sich auch schon Never comes Silence auf der Bühne ausgebreitet. Je mehr die Truppe zum Besten gab, desto mehr sehnte man sich nach Stille. Typisches Gothic Metal Geplänkel sollte für Spaß sorgen, aber bis auf ein paar wenige Nasen vor der Bühne konnte die Band niemanden wirklich überzeugen. Die weiblichen Gesangsparts waren mehr oder weniger schief wie der Turm in Pisa, und die Harmonie mit den Growls fehlte gänzlich und das wo die Musik eigentlich sehr ordentlich rüber kam. [tr]

Mann stelle sich folgende Begebenheit vor: Freedom Call frühstückt zusammen mit Masterplan …, einmal umrühren, und schon hat man: Eternal Reign ! Aber da der Metaller an sich und als solcher zu so nachtschlafender Zeit (12.30 Uhr) die Klüsen noch nicht erfolgreich geöffnet und die Festplatte gebootet hat, erreicht das Publikum nur einen leicht wippenden Zustand, obwohl sich Frontmann Dirk Stühmer redlich Mühe gibt, die amorphe Masse vor der Bühne zu beleben. Vielleicht war es einfach noch zu früh für Metal…, egal in welcher Form und Ausführung. [me]

Eternal Reign auf dem Metal Bash 2006
Eternal Reign

Gerade hatten wir es uns an einem Tisch neben der Bratwurst Bude gemütlich gemacht und lauschten, was uns Abrogation boten, da wurde dieser Tisch für die Autogrammstunde benötigt. Und damit verschwand eine weitere der ohnehin schon knappen Sitzmöglichkeiten. Mit kurzem Umweg über den Bierstand näherten wir uns der Bühne. Leider war es Vorne keineswegs besser, und so litten die soliden Death Metaller leider unter konstant schlechtem Sound. Gut wenn man den einen oder anderen Song kennt und mitbrüllen kann, dann bleibt der Spaßfaktor nicht ganz auf der Strecke. Schade, Herr Soundmann! [tr]

Pünktlich wie die Maurer betraten dann die Hessen Abandoned die Bühne. Allerdings kam das „Quartett“ nur zu dritt, da Gitarrist Holger aus gesundheitlichen Gründen in der Heimat geblieben war.
Dafür brachten sie eine willkommene Abkühlung mit, denn kurz vor Anfang des Gigs setzte ein kleiner Platzregen ein und kühlte die Menge ab. Der Regen wurde sehr freudig aufgenommen und tat der Stimmung richtig gut.
Zu gepflegten Thrash-Metal, starteten einige Verrückte ein „Wulsmtorfer-Mud-Fighting“ vor der Stage. Das Trio rockte den Platz vom aller feinsten – Thrash-Metal aus Hessen ist echt eine Empfehlung wert.
Verabschieden tat sich das „Trio“ dann mit einer Cover Version von „ Creeping Death “! Kurz – Großartig! [be]

Es mag an meiner Kurzsichtigkeit liegen, oder aber am einsetzenden Regen, aber plötzlich hatte ich das Gefühl, dass Bruce Dickinson unter Umständen ein Side- Projekt ausgebrütet hat, das sich Ivory Tower nennt. Aber nach genauerem Hinsehen, ca. 200 Meter näher an der Bühne und entfernter vom Bierstand, stellte sich diese Vermutung als Irrtum heraus. Fasziniert von dem mit Streifen- Spandex bekleideten Basser, lauschte ich also den sanften Weisen, die mich immer wieder an Iron Maiden erinnerten. Leider Gottes blieb der Auftritt der Nordlichter eine relativ statische Veranstaltung, ohne viel Bewegung auf der Bühne…, aber so konnte ich wenigstens in aller Ruhe den Streifehörnchen- Basser bewundern! [me]

Negator auf dem Metal Bash 2006
Negator

Wie sollte es anders sein!? Als die Black-Metaler Negator die „Mainstage“ enterten, setzte ein gepflegter Dauerregen ein und begleitet sie den ganzen Gig über. Dem Publikum war es relativ egal und sie genossen die Todes-Klänge der Hamburger. Die fünf Vertreter des schwarzen Metals hatten sichtlich Spaß, und Frontmann Nachtgram gab wirklich alles. An dem Gig gab es wirklich nicht auszusetzen und sie zeigten ihren Fans, was sie auf der Tour im Oktober erwartet!
Da kann ich nur sagen – Angetreten um Werte zu schaffen, gemacht um unentbehrlich zu sein! [be]

Was nun folgte war mit Abstand und bei allem Respekt der lächerlichste Auftritt des Festivals. Nichts gegen Rock' n' Roll Opas auf der Bühne, aber was einem Vortex dort boten war schon wirklich nicht mehr schön. Zwar hatten Sie auch ihre Hits im Gepäck, und brachten mich mit „ Braking the law “ durchaus zum mit singen, aber die Kostümierung und die Streitaxt auf der Bühne waren mehr als merkwürdig. Musikalisch bot das Set wenig Abwechslung und der Gähn-Faktor stieg. [tr]

Nur weil ich die Haare kurz hab´, bin ich noch nicht der Helford!“ Debauchery -Frontgrunzer ist definitiv ein Komiker…, zwar ein mit Kunstblut übergossener, aber immerhin…, ein Komiker. Man soll´ s nicht meinen, wie viel Humor in den Adern eines echten Death- Metallers fließt. Allerdings in der Killerausführung á la Corpsegrinder, denn folgende Ansage des Songs „ Chainsaw Masturbation“: „Der nächste Song ist für alle weiblichen Fans im Publikum!“ kam mir dunkelgrau bekannt vor (vergleiche: CC und „ Fucked with a knife “). *räusper* Nun ja, aber während ich noch darüber sinniere, was die Stuttgarter uns eigentlich mitteilen wollen (ja, ich weiß, das ist genauso müßig, wie bei Six feet under oder Cannibal Corpse ), fängt unser Chefredakteur zusammen mit dem Rest der Meute vor der Bühne an zu bangen. Lange Rede kurzer Sinn: ein lustiger Spaß für alle Splatter-Deather unter der Neu Wulmstorfer Sonne (oder auch Regen!). [me]

Debauchery auf dem Metal Bash 2006
Debauchery

Umso später der Abend, desto schöner die Gäste. Diese Weisheit passte zu Gun Barrel – solange man auf Rock `n` Roll und Cowboyhüte steht.
Die vier Kölner spielten Hardrock vom Feinsten und zogen ihr Programm gekonnt und professionell durch! Den Besuchern gefiel es, und es versammelten sich doch einige Hardrocker vor der Bühne. Sie hätten auch ein oder zwei Liedern mehr in ihre Set-List aufnehmen können, wenn Sänger Guido Feldhausen nicht soviel mit dem Publikum geredet und ständig versucht hätte, die Anhänger des etwas anderes Metals vom ASTRA-Stand wegzulocken – was ihm natürlich nicht gelang!
Ansonsten war es ein guter Vortrag von Hardrock aus der Domstadt! [be]

Natürlich ließen sich die Streitsucher aus Hamburg, es sich nicht entgehen, einen kurzen Gastauftritt hinzulegen. Die Kneipenterroristen um Sänger (und Veranstalter) Jörn präsentierten die Songs „ Ketten und Leder “ und „ Kneipenterrorsisten “. Dem Publikum gefiel es und es forderte eine Zugabe – leider beließen es die Vier bei einem sehr kurzen Auftritt, der aber gelungen war. [be]

Um 21Uhr gaben sich dann Dark Age die Ehre. Wie es nicht anders zu erwarten war, waren sie einer der Höhepunkte des Abends.
Mit Ihrem neuen Basser Alex legten die Dark- Metaler einen perfekten Gig hin und waren von Anfang bis Ende sehr überzeugend. Das Publikum huldigte den Lokalmatadoren mit viel Beifall und stellte bei einigen Liedern seine Textsicherheit unter Beweis. Weiterhin beglückten DA uns mit zwei brandneuen Stücken, die echt Neugierig auf das neuen Album machten. Um halb Elf war dann leider auch schon wieder Schluss und sie verabschiedeten sich in eine Sommerpause, denn Dark Age wird die nächsten Monate damit verbringen, Ihr neues Album fertig zustellen. Auf jeden Fall machte der Gig Lust auf mehr!!!! [be]

Dark Age auf dem Metal Bash 2006
Dark Age

Eine weitere Legende stand mit Paul Dianno auf der Bühne. Ein Gründungsmitglied der legendären Iron Maiden sieht man nicht häufig live. Die von Dark Age hoch angesetzte Messlatte konnte Herr Dianno jedoch nicht überbieten. Zwar war sein musikalisches Machwerk nicht schlecht und auch die Stimmung passte, aber die Lokalmatadore hielten eben doch die heimliche Headliner Position inne. [tr]

Der Rest des Abends verschwand in den alkoholischen Nebelschwaden der Redaktionsmitglieder. Gut, dass sich noch ein Taxi zurück nach Hamburg organisieren ließ (GROßES DANKE AN TANTE ANNI), da unser Björn ja alles andere als fahrtüchtig war. Erst ging die Party im Auto mit dem „ Moonlight shadow “ Cover der Spirit Corpse weiter, bevor Björn und sein Bruder im Geiste den Kiez unsicher machten. Augenzeugen berichteten von schlimmen Aussetzern der Protagonisten. Ich für meinen Teil freute mich aufs Bett und ließ das gesamte Festival in entspannter Atmosphäre Revue passieren. Wacken wir kommen!!!!

Fazit:
Überschaulich und angenehm, so bleibt mir das Metal Bash in Erinnerung. Es gibt sicher Verbesserungswürdige Kleinigkeiten, ansonsten hat es Spaß gemacht.
Die Preise waren moderat, doch für Vegetarier gab es kaum etwas zu essen. Die Pommes schmeckten mehr nach Bratwurst als nach Pommes, und von Crepes allein konnten die Pflanzenesser sich auch nicht den ganzen Tag ernähren. Eine Döner Bude im nächsten Jahr sorgt sicher für Abwechslung. [tr]

Fans vor Paul Dianno

Die obligatorischen Grüße gehen an die Veranstalter, Bierneffe, Svenni nebst Gemahlin, Steve von Negator (für's charmante stehen lassen), den schwedischen Torsti-durch-die-Luftwerfer, Björns optischen Bruder sowie der bezaubernden Saskia

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