03. Dezember 2016


           
Party.San Open Air 2014

 

 

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Bericht

Am: 07.08. - 09.08.2014
Anlass: Party.San Open Air in Schlotheim (Thüringen)
Autoren:
Chris [ct], Langhammer [tl], Tino [ts] & Torsti [tr]
Die Fotos schossen: Chris, Tino & Torsti

Donnerstag, 07.08.2014

Den undankbaren Job des Openers haben in diesem Jahr die Franzosen von Necrowretch inne. Undankbar alleine schon wegen des Sounds. Ihr aktuelles Werk „Putrid death sorcery“ aus dem vergangenen Jahr fand ich eigentlich ne recht amtliche Nummer. Schöner, abwechslungsreicher Old School Death Metal, den man etwas Black Metal eingehaucht hat, was dem ganzen eine düstere Aura verleiht. Live haben mich die Jungs leider so gar nicht überzeugt. Zwar wird der Sound im Verlaufe des Auftrittes noch besser, aber trotzdem klingt das ganze doch recht rumpelig. Schade.

Jetzt machen wir uns auf den Weg in die Vergangenheit. Das Party San Open Air hat jedes Jahr ein Händchen dafür, alte Perlen aus den tiefen der Unterwelt zu reanimieren. So auch in diesem Fall. Mit God Macabre hat man eine Legende des 90er Schwedentodes auf die Bretter gezerrt. Geil, so muss Death Metal klingen. Zwar sind die Skandinavier nie über ihr Debütalbum The Winterlong... hinaus gekommen, dennoch besitzen sie bis heute in der Szene einen Kultstatus. Mit Björn Larsson am Bass und Tobias Gustafsson an der Schießbude, hat sich der Rest des Original Line Up zwei gute Mitstreiter ins Boot geholt und ballern dem Publikum eine Lehrstunde in Sachen Death Metal um die Ohren. Top.

God Macabre auf dem Party.San Open Air 2014
God Macabre

Langsam wir das Gelände voller und wir bewegen uns weg vom Underground und 90er Kult hin zu einer aktuell ziemlich erfolgreichen Band aus Ohio. Die Rede ist von den Thrashern Skeletonwitch. Ihre Livepräsenz und kontinuierlich guten Releases in den vergangenen Zehn Jahren haben dem Quintett eine beachtliche Fanbase beschert. Dementsprechend gut ist die Stimmung vor der Bühne und die Jungs werden ordenlich abgefeiert. Los geht das Massaker mit „I am of Death (Hell has arraived)“ über „This horrifying force“, „Upon wings of black“, „Stand fight and die“ und das grandiose „Beyond Permafrost“ und nach einer knappen Dreiviertel Stunde bleibt nichts ausser verbrannter Erde zurück. Die Jungs bringen eine Power rüber, die bei manch altgedienter Formation schon lange erloschen ist. Sehr geil und mein erstes grosses Highlight des Festivals.

Die erste und einzige deutsche Band dieses Tages sind die Bayern Atlantean Kodex. Mit ihrem doomigen Heavy Metal, der in der Schnittmenge von Manowar und Bathory liegt, haben sie sich in den letzten Jahren einen guten Namen gemacht und sind weit über die Grenzen hinaus bekannt. Bis jetzt habe ich noch keinen Zugang zu dieser Band gefunden und das wird sich auch mit diesem Auftritt auf dem Party San nicht ändern. Immer wieder blitzen geile Passagen auf, die mich mitreissen, aber insgesamt wird Atlantean Kodex nicht meine Band werden. Das Publikum sieht das anders und feiert den Fünfer ab. Sie liefern eine ordentliche atmosphärische Show und sind an diesem Tag wirklich in Hochform. Für mich ist es der beste Auftritt der Süddeutschen, den ich bis dato gesehen habe. [ts]

Auf geht’s! Zwei Bands am Stück für die sich das Aufstehen lohnt! Grave machen den Anfang der Old-School Schweden Death Folge. Nach wenigen Augenblicken ist die Faszination der rumpeligen Klänge schier ungebrochen. Ola Lindgren und seine Jungs haben das Publikum fest im Griff. Der Platz ist bereits jetzt zum Bersten gefüllt und geht zu „Hating live“ gleich richtig steil. Bis auf leichte Timing Probleme liefern die Schweden einen grandiosen ab und beweisen damit das sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.

Grave auf dem Party.San Open Air 2014
Grave

Damit man auch gleich richtig durchstarten kann folgen im Anschluss direkt Entombed A.D.. Hier passt das Bandgefüge von Beginn an. L.G. Petrov sollte sich nur langsam wirklich mal überlegen ob er es nicht leid ist ständig mit seinem Mikrofonkabel an Lautsprechern, Ständern und Kollegen hängen zu bleiben. Wenigstens hat man so jederzeit etwas zu schmunzeln und auch die Versuche das Publikum mit Animation zu unterhalten haben transportieren eher einen seichten Unterhaltungsfaktor als ein Gefühl das man hier nun unbedingt mitmachen muss. Dafür gibt es mit „Living dead“, „Wolverine blues“, „Left hand path“ und „Suppost to rot“ ordentlich auf die Rübe.

Mit Sólstafir geht die musikalische Darbietung des Festivals nun in eine sehr Atmosphärische Richtung. Die Isländer drehen die Stellschrauben um einiges hinunter und drosseln das Tempo. Die tiefschwarze Nacht sorgt für eine Verstärkung der visuellen Effekte. Mit ihren getragenen Songs können die vier allerdings nicht mehr so viel Publikum vor die Bühne locken wie noch die beiden Protagonisten zuvor.

Richtig voll wird es erst wieder zu Watain, wo rückblickend betrachtet der größte Besucherstrom des Wochenendes auszumachen war. Die Herren lassen sich auch mal wieder getrost 20 Minuten länger Zeit ehe sie auf die Bühne gehen. Und die Bühne hat es in sich! So viel Deko-Gedöns und Feuer auf einem Haufen hab ich noch nie gesehen. Für das später verschüttete Blut wurden vorsorglich alle Lautsprecher und Security Leute in Plastik gehüllt. Die Kälte, die von der Band ausgeht ist trotz der zahlreichen lodernden Flammen unglaublich. Die Schweden prügeln sich durch Ihr Set und zeigen das Sie nicht nur vom Bühnenaufbau den Headlinerstatus verdient haben. Neben „Black flames march“ und „Stella vore“ gab es vom aktuellen Output den Titeltrack „The wildhunt“ serviert. Ein perfekter Ausklang des ersten Festivaltages. [tr]

Watain auf dem Party.San Open Air 2014
Watain


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