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27. April 2018


           
Protzen Open Air

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 26.06. - 27.06.2015
Anlass: Protzen Open Air in Protzen (Brandenburg)
Autoren: Langhammer [tl] & Torsti [tr]

Epilog

Diese kleinen Open Airs haben einfach viele Vorzüge, dass musste ich in den vergangenen Wochen stets feststellen. So auch in Protzen, bei dem sich schon vom Beginn der Einfahrt aufs Gelände Entspannung breit machte. Kein hektisches einweisen und panisches Aufbauen des Wohnbereiches um möglichst viel Platz zu sichern, versetzte einen in Stress. Hier heißt es: Ankommen, Platz suchen, Bier auf und gemütlich seine sieben Sachen auf die Wiese wuchten. Einzig diese verfluchten Käfer, die einem jeden Abend in der Dämmerung unkontrolliert ins Gesicht fliegen waren etwas uncool. Trotzdem machte der erste Eindruck mächtig Freude, in der Ferne loderte das Feuer auf dem Festival Platz und bei uns am Camp fanden diverse Alkoholika den Weg in unsere durstigen Kehlen. Erst das Morgengrauen konnte die gesellige Stimmung brechen.

Freitag, 26.06.2015

Der Morgen begann sinnig und ruhig. Langsam aber stetig füllte sich der Campingplatz mit feierwütigen Death-Metallern. Nach dem auch Langhammer im Camp aufschlug wurde eine erste Platzbegehung in Angriff genommen. Das Areal ist großzügig angelegt, die Konzerte finden in einer Art Hangar statt, so das Wind und Wetter einem nichts anhaben können, wobei das Wetter dieses Wochenende bis auf wenige Tropfen mehr als zufriedenstellend war.

Ein Areal zum verlieben: Das Protzen Open Air
Das Gelände

Als erstes durften die Spanier von Decapitated Christ auf die steinernde Bühne, die mit ihrem sehr rumpeligen aber druckvollen Sound die ersten neugierigen Nasen umschmeichelten. Die Truppe aus dem FDA Rekotz Stall macht nix falsch und ist als Opener fast schon eine Spur zu gut.
Ich hadere hingegen noch immer mit mir ob ich den Namen Betalmand einfach nur stumpf doof oder interessant lustig finden soll. Mein Interesse an den Berlinern hält sich jedoch, oder vielleicht wegen der Namensgebung, irgendwie sehr in Grenzen. Die nachfolgenden Weyland und Dehuman Reign fallen einer ausgedehnten, entspannten Unterhaltung am Camp zum Opfer. Aufbruchstimmung kommt erst so richtig für Revel in Flesh auf. Die letzten Songs der, ebenfalls aus Berlin stammenden, First Aid dringen mir ins Ohr. Mit ihrem sehr Tharshlastigem Death wirkt das Gespann beinahe etwas exotisch hier. Die Halle ist mittlerweile während der Auftritte gut gefüllt, leert sich aber zwischen den Bands noch mal nahezu komplett so das es für niemanden ein Problem ist in die vorderen Reihen zu kommen.

Mit den eben bereits erwähnten Revel in Flesh kommt der erste Tag dann richtig in Schwung. Die aus Schwäbisch Gmünd kommenden Death Metaller dürfen sich zu einer der interessantesten neuen deutschen Death Metal Hoffnungen zählen. Die fünf Herren machen auf der Bühne auch keinerlei Gefangenen, schon der Opener „Warmaster“ macht klar wo der Frosch seine berühmten Locken hat. Die Performance entlockt dem Publikum schon nach wenigen Riffs etliche kreisende Mähnen. Weiter geht es mit „In the name of the flesh“ und der Zustrom in der Halle nimmt merklich zu. Das Quintett sägt sich durch „Death cult legions“, „Graveyard procession“ und dem finalen „Benediction“ und hinterlässt durchweg zufriedene Gesichter.

Revel in Flesh auf dem Protzen Open Air 2015
Revel in Flesh

Es ist ja nach wie vor irritierend das aktuell zwei Bands unter dem Bandnamen Graveyard firmieren, aber das im Rahmen des Protzen Open Air nur die spanische Variante in Frage kommt sollte jedem interessierten klar sein. Mit „The visitations of the great old ones“ lässt man auch keinerlei Irritationen zu und zermalmt sämtliche Zweifel ob das hier auch true genug ist. Das letzte Release, The sea grave, liegt nun schon zwei Jahre zurück und wenn man Songs wie „Blood of vengance“ oder „Face of the faceless“ hört, bekommt man direkt Lust auf eine neue Platte. Also bitte neues Material an den Start bringen, heute sind bestimmt wieder ein paar potentielle Neukunden hinzugekommen.

Kommen wir nun zu etwas unvermeidlichem auf einem solchen Festival: Eine Death Metal Band aus Schweden. Mit Centinex ist hier und heute ein Urgestein der Szene am Start, das sich zwischenzeitlich in Demonical auflöste und nun aber seit 2014 auch wieder am Start ist. Auftritte sind trotzdem eine Seltenheit, also wird hier gefälligst geheadbangt. Wer sich jedoch nach alten Klassikern sehnte wurde bitter enttäuscht. Die zehn dargebotenen Songs waren exakt die des 2014ner Outputs Redeeming filth in etwas veränderter Reihenfolge. Für eine Band mit einer Position so weit oben im Billing hätte man durchaus etwas mehr bieten dürfen, trotzdem kann man den vieren nicht absprechen einen guten Auftritt hingelegt zu haben.
Während sich drinnen bei Centinex alle verausgaben wird außen das allabendlicher Lagerfeuer entfacht. Nicht zuletzt die wohlige Wärme und die gesellige Athomsphäre rund um das knisternde Feuer verleihen dem Protzen Open Air ein wenig das Feeling eines metallischen Dorffestes.

Centinex auf dem Protzen Open Air 2015
Centinex

Hab ich mich eben noch über mangelnde Songauswahl beklagt? Viel abwechslungsreicher wird es in dieser Hinsicht mit Grand Supreme Blood Court nicht, die ja bislang auch erst ein Album am Start haben, das auch in Gänze gespielt wird. Die Death Metaller um Sänger Martin von Drunen gewähren aber noch ein kleines Schmankerl mit dem nur als 7“ erschienen Song „Welcome to the SawMill“. Wer van Drunen kennt, der weiß was er hier bekommt, fetten Death Metaller Niederländischer Prägung mit unverwechselbarem Gesang. Die Band macht heute einen sehr engagierten Eindruck und hat offensichtlich Spaß an ihrem Auftritt in Protzen, kein Wunder also das man nur schwer in den Hangar hinein kommt.

Auf den Auftritt der nachfolgenden Morgoth war ich sehr gespannt. Auf Konserve klang Neu-Sänger Karsten „Jagger“ Jäger ja ganz ordentlich und auch auf der Bühne hat der Disbelief Sänger eine mächtige Präsenz und zeigt sich stimmlich auch deutlich variabler als in seiner Hauptband. Dennoch ist es schon komisch Klassiker der Marke „Body count“ oder „Unreal imagination“ mit einer anderen Stimme zu hören. Das wird wohl noch dauern bis ich damit richtig warm werde, Spaß macht es trotzdem, wie auch die zum bersten gefüllte Halle attestiert. Bis draußen hinter den Merchstand stehen interessierte und lauschen dem dargebotenen. Ein Glück das an diesem Abend so eine laue, warme Sommernacht war und niemand um wärme ringen musste.
Mit dem Abschluss aus „House of blood“ und „Isolated“ entließen uns Morgoth nach knapp 60 Minuten in die warme Nacht, in der anschließend am Discozelt oder dem Feuer bis in den frühen Morgen gefeiert werden konnte. [tr]

Morgoth auf dem Protzen Open Air 2015
Morgoth

Setlist von Morgoth auf dem Protzen Open Air 2015:

  • Ungod (Intro)
  • Sold baptism
  • Body count
  • Voices of slumber
  • Under the surface
  • Traitor
  • Burnt identity
  • Suffer life
  • Nemesis
  • Descent into hell
  • Resistance
  • God is evil
  • Black enemy
  • Unreal imagination
  • Snakestate
    ---------------------------
  • House of blood
  • Isolated

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