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16. Januar 2018


           
With Full Force 2005

 

 

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Bericht

Am: 01.07. - 03.07.2005
Anlass: With Full Force auf dem Flugplatz Roitzschjora
Autoren: Torsti
Anwesende Redakteure: Torsti & Kai (als Gast)

 

 

Donnerstag, 30.06.2005 (Epilog)

Unser Abfahrtszeitpunkt zögerte sich immer weiter hinaus. Aber um 19 Uhr rollte das kleine, rote Pommesgabel-Auto in Richtung Roitzschjora. Durch den Feierabendverkehr hindurch direkt in die vor Ort tobende Gewitterfront. Es sah sehr übel aus was uns dort erwartete. Kurz nach unserer Ankunft (Brutto) um ca. 22:45 Uhr war aber glücklicherweise wieder alles im Lot und wir konnten im trockenen unser Lager aufschlagen. Nach dem Grillen und ausgiebigen Unterhaltungen mit sämtlichen Nachbarn und einem kurzen Ausflug auf das Festival Gelände und den Vorplatz ging es kurz vor Sonnenaufgang in die Koje.

Freitag, 01.07.2005

Gegen 10 Uhr stand die Sonne so hoch, dass es zum schlafen zu warm wurde. Es galt noch die Zeit bis zu den ersten Bands zu überbrücken und sich fit für den langen Tag zu machen, denn es stand ja die Knüppelnacht bevor.
Die erste Band die mich hervorlockte war Extreme Noise Terror. Der Name der Truppe könnte kaum besser gewählt sein. Die ersten drei - vier Songs waren Ok, aber dann zog es mich doch wieder vor der Bühne weg um die Stände mal genauer zu inspizieren. Auf dem großzügig angelegtem Gelände hatten sich bereits jetzt schon viele Menschen eingefunden, die zum einem auf der Wiese flanierten oder zum anderen bei den vielen Ständen viel Metal Merchandise fanden. Apropos T-Shirts, schön fand ich, dass man die begehrten Festival Shirts in zwei Varianten kaufen konnte. Zum einen in Farbdruck für 15 €uro, zum anderen in s/w für 13 €uro.
Für mich ging es nach erfolgreichem T-Shirt Erwerb mit Mastodon weiter. Die aus Atlanta stammende Band überraschte mich ziemlich. Nicht nur das Aussehen des Sängers und Bassisten Troy Sanders war flippig, sondern auch die Musik. Irgendwas zwischen Thrash und Hardcore vermochten meine Ohren vernehmen. Ja, das war anders, das hatte Stil. Melodie und Hubschrauberflüge paarten sich zu einer tollen Musik die meinen Nachmittag mächtig versüßte.

Troy Sanders (Mastodon) auf dem With Full Force 2005
Mastodon

Politisch ganz wie ich's mag, spielten Anti-Flag auf. Frische und fröhliche Anti-Bush Parolen in kernig punkigem Outfit verleiteten das Publikum zum pogen. Schön, wenn auf einem Festival so viele, unterschiedliche Geschmäcker gleichermaßen bedient werden wie auf dem With Full Force. Schade bloß, dass die Amis ihre Spielzeit nicht komplett ausnutzten und schon recht fix wieder die Bühne räumten.
Killswitch Engage standen anschließend auf dem Programm. Eine der Metalcore Bands schlechthin. Nicht nur das Publikum vor der Stage ließ sich von der sehr agilen Band animieren, auch die Sonne kam hinter den Wolken hervor und schien nur für die Band aus San Francisco zu scheinen. Bei dem herum getobe und getolle war es beinahe kein Wunder, dass Bassist Mike D'Antonio einen Schritt zu weit rechts trat und ungebremst in das Loch der Bühne stürzte. Wenige Augenblicke später stand er wieder quietschfiedel auf der Bühne, stimmte sein Instrument und machte fröhlich dort weiter wo er aufgehört hatte. Das ist großes Tennis!

Großer Zappelphillip: Mike D'Antonio (Killswitch Engage) auf dem With Full Force 2005
Killswitch Engage

Als nächstes freute ich mich auf In Flames. Meine Zuneigung gegenüber dem Göteborger Death Metal dürfte den regelmäßigen Pommesgabeln Lesern ja bekannt sein und so verwundert es wohl auch kaum jemanden das In Flames mich begeistert haben. Nicht nur weil die Performance toll war, auch die Atmosphäre war wunderbar. Die eingesetzten Pyros waren nicht zu dekandent, sondern perfekt in die Songs integriert, wobei es doch noch zu hell dafür war. Anders Fridén growlte aus vollem Leib Songs aus frühen The jesters race Tagen bis hin zum neuesten Soundtrack to your escape. Da stimmte einfach alles, es machte Spaß und hätte noch viiiiiel länger dauern können, aber nach "My sweet shadow" war doch leider schluß mit lustig.
Immerhin wollten ja auch die Herren von Slayer zu ihrem Recht kommen. Mit einem soliden Brett hämmerten die Reign in blood Veteranen auf das WFF Publikum ein. Leider wenig spektakulär und mitreißend. Da waren In Flames an diesem Abend einem Headliner doch würdiger. ...und wer ist eigentlich Slayer?

Anders Fridén (In Flames) auf dem With Full Force 2005
In Flames

Aber es sollte ja noch lange nicht vorbei sein. Im Zelt versammelten sich die Härtesten unter den Harten zur Knüppelnacht. Den Startschuß dazu gaben die schwedischen Unleashed. Das der Auftritt für eine eigene DVD aufgezeichnet wurde merkte man den Death Metallern bei den Ansagen und bei der Performance on Stage doch an. Der Auftritt wirkte aber keinesfalls steril sondern nur etwas perfekter als sonst. Dem Publikum gefiel es und ich mag die Jungs auch von mal zu mal mehr!
Was folgen sollte war nicht unbedingt mein Fall. Gorgoroth machten schon mächtigen Krach vorne auf der Bühne. True Norwegian Black Metal eben. Wem es gefällt... Ich für meinen Teil beschäftigte mich während der Zeit lieber mit der Einnahme des ein oder anderen Bieres, dass für 2,30 €uro im 0,4l WFF Becher (zzgl. 2 €uro Pfand) ausgeschenkt wurde.

Unleashed auf dem With Full Force 2005
Unleashed

Wenn Gorgoroth noch irgendwas zum überwalzen gelassen haben, dann nahmen sich dem God Dethroned an. Die Holländer fuhren alle möglichen Geschütze ihres Black/Death Metal Könnens auf und ließen bei dem starken Auftritt kein Auge trocken.
Und wäre die Sonne nicht schon weg gewesen, dann hätten spätestens Carpathian Forrest für einen erneuten Sonnenuntergang gesorgt. Front-Schreihals Nattefrost gab sich von seiner gewohnt schwarzen Seite und keifte die Tentstage in Grund und Boden. Allerings hatte er sein umgedrehtes Kreuz wohl in Norwegen vergessen und so ließ der Auftritt doch das gewisse Etwas vermissen.
Die langsam schwindenden Energiereserven bäumten sich bei mir noch mal auf als Illdisposed auf die Bühne traten. Die Dänen versprühten ihr Todesblei so druckvoll, dass es selbst den letzten Heckenpenner (oder im Falle eines Festivals den letzten Wiesenpenner) aus dem Schlaf riss. Bo Summer dominierte die schrumpfende Menge und brachte mit seinen Ansagen in gebrochenem Deutsch eine ordentliche Portion Humor mit. Doch wie schon so oft bemängelt, fehlt in dem Live Sound von Illdisposed einfach der zweite Gitarrist und die klaren Gesänge. Trotzdessen huldige ich hiermit die solide Leistung und sage Metal on!
Nur noch Behemoth und eine Hand voll Besucher erlebten das Morgengrauen. Die aus Polen kommenden Death Metaller haben sich aus der Black Metal in die Death Metal Ecke verzogen und serviertem dem Publikum alles Nötige für ein reichhaltiges Frühstück. Der finstere Auftritt der Gesellen besorgte mir für diesen Tag den Rest und ich freute mich auf mein Bett.

Behemoth auf dem With Full Force 2005
Behemoth

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