22. Juni 2021


           
Ragnarök Festival 2010

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Bericht

Am: 29.04. - 01.05.2010
Anlass: Ragnarök Festival in der Eventhalle in Rieden/Kreuth
Autoren: Langhammer [tl]
und Olaf [od]

Donnerstag | Freitag | Samstag

Epilog

Die Saison ist eröffnet!
Endlich, nach Wochen und Monaten der Kälte und der nicht endenden Dunkelheit scheint endlich wieder die Sonne und die Festivals beginnen. Nun ja, die mittlerweile siebte Auflage des Ragnarök findet zwar noch gut behütet in der Halle statt, aber dennoch waren der Langhammer und meine Wenigkeit kribbelig, endlich mal wieder drei Meter dumm zu gucken, eine Unmenge an Scheiße zu labern und einen ganzen Arschvoll geiler Bands abzuchecken. Also, ein paar Klamotten eingepackt, die Technik verstaut und ab in die Oberpfalz.

Oberpfalz? Ja, denn nach mehreren Jahren als Gast in Lichtenfeld verschlug es das wohl wichtigste und bedeutendste Pagan/Black und Viking Metal Festival weiter südlich nach Rieden/Kreuth, die bereits durch das letztjährige Wacken rocks South Festival Erfahrung sammeln konnten. Und diese Wahl kann man schon jetzt als vortrefflich bezeichnen. Ein riesiges Areal, genug Futterstände, zwei Bühnen und eine Halle, in der sich niemand eingeengt fühlen dürfte. Und auch allen Unkenrufen aus dem Netz zum Trotz sollte sich der Sound als absolut vorzüglich erweisen. Also, die besten Voraussetzungen für diesmal erstmals drei Tage volles Fratzengeballer.

Schön für mich persönlich war auch der Umstand, das ich diesmal nicht fahren mußte, sondern sich Langhammer Senior, der alles, was nicht bei drei auf den Bäumen war, fotografieren musste, hinters Steuer klemmte, um die knapp 400 Kilometer ruhig und ohne besondere Vorkommnisse zu absolvieren. Das er beim Einparken an unserer Pension allerdings fast die Mauer knutschte, bleibt als einzige Anekdote festzuhalten. Naja...Mauer einreißen ist schon 20 Jahre her, Günni...Unterbringung klasse, Mittag war ebenso hervorragend, die Stern brannte, ab ging das Gewitter...[od]

Donnerstag, 29.04.2010

17 Uhr war dann endlich Startschuss für das 7.Ragnarök Festival. Ravenlore aus Bayreuth hatten die ''ehrenvolle'' Aufgabe das Festival zu eröffnen. Die Band charakterisiert ihren Stil aus einer Mischung von Atmosphäre, Melodie und Epik gepaart mit einer Kombination aus Black Metal und Death Metal. 45 Minuten bemühten sich die Oberfranken, die wenig anwesenden Fans mit den Songs ihres selbstproduzierten Albums ''Through the Raven's Eye'', zu unterhalten. Schwere Aufgabe für die erste Band des Abends. Kein mieser Anfang, aber mehr als Höflichkeitsapplaus war leider nicht drin.

Zweiter Act des Abends waren dann Thormesis aus Rothenburg ob der Tauber. Ehrlich gesagt, konnte ich die Band nicht wirklich ernst nehmen. Die Musik klang sehr holprig und unausgegoren. Und das ''böse'' Corpsepaint der Band sah auch aus wie gewollt und nicht gekonnt. ''Vergangene Asche'' heißt das aktuelle Machwerk der Band, welches über Düsterwald Produktionen erschienen ist. Ich wünsche der Band für die Zukunft alles Gute, dennoch konnte sie mich mit ihrem Gebrauch aus Black, Death und Pagan Metal nicht wirklich hinter dem Ofen vorlocken!

Imperium Dekadenz konnten mit ihrem neuen Album ''Procella Vadens'' im Underground schon sehr gute Kritiken einheimsen, mal schauen was die Jungs aus Deutschen Land so live kredenzen. Hier war schon nach den ersten fünf Minuten zu hören, dass die Band über Potenzial verfügt. Schleppender, majestätischer Black Metal gepaart mit kalten und epischen Melodien. ''An Autumn Serenade'' war der herausstechende Song. Toll gemacht und Daumen nach oben! Auf ein Wiedersehen auf dem Metalfest in Dessau!!

Ragnarök 2010

Nun wurde es für mich zu ersten Mal so richtig spannend!! Carach Angren aus den Niederlanden waren dann als nächste Band auf der Bühne zu erleben. Als Supportact auf der Dark Funeral Tour 2010 überzeugt mich die Band dermaßen, so dass ich schon heiß auf den nächsten Auftritt war. Fetter Sound, böses Corpsepaint und genügend gute Songs sorgten für einen geilen Auftritt. Endlich wurde es dann auch voller vor der Bühne. Sänger und Gitarrist Seregor war Blickfang und Songs wie ''And the Consequence Macabre'' und der verkappte ''Lammendam'' Titeltrack ''Haunting Echoes from the 17th Century'' knallten ohne Ende und den Fans vor der Bühne machte das Ganze auch grossen Spaß!! Daumen hoch für mein persönliches Highlight am ersten Tag.[tl]

Warum in aller Welt mußte meine erste Band des Abends die Teletubbie Bande Grailsknight sein? Bitte, was habe ich nur verbrochen, diesen Kindergarten Metal besprechen zu müssen? Musikalisch völliger Müll, spielerisch mehr als schwach und auch noch dafür verantwortlich, das sich das Billing um eine ganze Stunde nach hinten schieben sollte. Schuld daran war eine dreistündige Verweildauer im Stau. Scheiße, wäre dieser doch bloß länger gewesen. Naja, das mittlerweile massig anwesende Publikum schien diese klangtechnische Flatulenz zu gefallen. Ich fands scheiße und mußte erstmal mit 2 Pils mein Gehirn durchspülen.

Nachdem Arkona bereits 2007 mächtig abräumen konnten und sich in die Herzen des Publikums spielten, versah man die Russen heuer mit einem ziemlich späten Slot, was den Leuten, die mehr als zahlreich vor die Bühne pilgerten, scheinbar mehr als recht war. Erstmalig an diesem Festivaltag war es richtig voll an der Front, was Frontfrau Mascha und ihre Kohorte zu Höchstleistungen hätte anspornen sollen. Tat es aber nicht. Vielmehr verloren sich allerlei angehäufte, recht merkwürdig erscheinende Instrumente in einem immensen Soundbrei, was meiner erwartungsvollen Stimmung einen gehörigen Dämpfer verpasste. Doch dem Volk war es scheißegal und so hatten Arkona die besten Resonanzen des Tages. Kleine Anekdote am Rand: einer der Folkrocker bekam an diesem Abend von mir den Titel "Doppelgänger des Tages" verliehen, da er wie Pornoking Ron Jeremy aussah. Ähhh...wurde mir jedenfalls berichtet, da ich den Mann ja gar nicht kenne….

Nach diesem eher mittelprächtigen Ereignis war endlich der Altar für die bösen Belzebuben aus der Alpenrepublik angerichtet. Nachdem die Jungs kurz vor ihrem Auftritt erstmal das Herren WC im Backstage Bereich vollgeblutet hatten, kannte der Belphegor Express keine Gnade mehr und schraubte den etwas ausgelaugt wirkenden Leuten nun endgültig die Rübe ab. Hochgeschwindigkeits- Gebolze der feinsten Sorte und ein ständig posender Helmuth waren der Garant für die ersehnte Kurzweiligkeit, die mir bei den vorherigen Bands, mit Ausnahme von Carach angren und Imperial dekadenz, zur Gänze fehlte. Und wer Songs wie "Stigma diabolicum", "Hells ambassador", „Justine soaked in blood“ oder "Walpurgis rites" (passend zu der an diesem Datum stattfindenden Walpurgisnacht) sein Eigen nennt, kann nichts falsch machen. Der Sound war Hammer, die Show Sahne und auch die abschließende, schon fast obligatorische Stachelmaske zu "Bondage goat zombie" verfehlte seine Wirkung nicht. Cool, cooler, Helmuth. Müßig zu erwähnen, das ich erneut auf meinen Lieblingssong „Bluhtsturm erotica“ verzichten mußte. Außerdem war es schade zu sehen, das die Leute vor der Bühne scheinbar schon mit den Auswirkungen des ersten Tages zu kämpfen hatten und keine rechte Stimmung aufkommen wollte. Dennoch das erste ganz große Highlight des Festivals.

Belphegor

Dagegen konnten Hellsaw dann leider nicht mehr ganz anstinken, da es viele Festivalbesucher vorzogen, so langsam ihre Schlafgemächer aufzusuchen und somit die Halle ziemlich leer war. Doch das machte Aries und seiner weißgesichtigen Horde rein gar nichts aus und somit wurden eiskalte, nervenzerfetzende Hassbrocken in die Meute der letzten Überlebenden gefeuert, die nach besten Kräften die Österreicher hochleben ließen. War eine starke Performance, genauso wie beim Legacy Fest im letzten Jahr.

Zum gefühlten Morgengrauen standen dann noch Slartibartfass auf dem Programm, die ich dann aber leider aufgrund akuter Müdigkeit und einem satten Bierpegel nicht mehr erleben konnte. Dennoch wurde mir berichtet, das die Jungs noch amtlich die heißen Eisen schmiedeten. Ich hole einen Gig der Jungs, die mir auf Myspace sehr gefielen, auf jeden Fall nach. Gute Nacht. [od]

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