
Die Schweden von This ending haben heuer mit ihrem zweiten Streich „Dead harvest“ ein richtig knackiges, modernes und frisches Death/Thrash Album abgeliefert, welches in der Szene gut aufgenommen werden wird, da bin ich mir sicher. Und dies sollte nicht nur an der Tatsache liegen, dass Amon Amarth Drummer Fredrik Andersson hinter der Schießbude sitzt, denn This ending ist seine erste Band gewesen, weit vor der Wikinger Bande. Und da man bereits früher unter einem anderen Namen 2 CD’s und eine Mini CD veröffentlichte, kann man bei dem Fünfer mit Recht von erfahrenen Hasen sprechen.
Da konnte ich mir natürlich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, mit Sänger Marten Hansen ein paar Worte zu wechseln. Hier ist das Ergebnis der Plauderei.

Marten, Glückwunsch zum neuen Album. Die Standardfrage schlechthin: Zufrieden?
Danke für die Glückwünsche. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Endprodukt. nachdem wir sehr hart mit dem Remix des Albums beschäftigt waren, hat sich im Endeffekt alles als großartig herausgestellt. In meinen und unseren Augen haben wir ein facettenreiches Album abgeliefert, was dir voll in die Fresse haut und einen richtig aggressiven Sound hat.
Erzähl mir mal was zur Entstehungsgeschichte und wer hat das Album eigentlich produziert?
Wir haben die Scheibe selbst produziert und Linus (Nirbrant-Gitarre)saß an den Reglern. Wir haben eine Menge Zeit in die Arbeit an den Songs investiert und haben in der Regel immer zwei Demoaufnahmen pro Lied aufgenommen, bevor die Stücke dann endgültig von uns selbst freigegeben wurden. Die Lieder haben wir quasi zwischen Proberaum und Studio geschrieben. Es war schon etwas wild. Während der Proben haben wir die Demoversionen ausprobiert, haben die Strukturen verändert und dann jeden Song verfeinert. Zum Schluss haben wir die Songs in dieser verfeinerten Version vorproduziert, die dann sehr nah an die aktuelle Version so wie Du sie auf dem Album hören kannst, herankam.
Ist eigentlich ein tieferer Sinn hinter den Texten zu Songs wie „Army of the dying sun“ oder „Trace of sin“ oder schreibt Ihr Eure Texte ohne Hintergedanken?
Es gibt hinter jedem Text ein bestimmtes Motiv. Leo (Pignon-der andere Gitarrist) schreibt die meisten Texte und bearbeitet sie solange, bis sie zum Song passen. Bei „Army…“ geht es laut Leo sich über die Massen zu erheben. Interpretieren sollte jeder diese Texte selber. „Trace of sin“ handelt von Menschen die dafür bestraft werden, weil sie andere ignorieren und Sachen nur zu ihrem eigenen Vorteil durchziehen, ohne Rücksicht auf Verluste. Auch diesen Text sollte jeder für sich selbst entdecken…in meinen Augen sind diese Typen ignorant und machen sich niemals Gedanken über die Auswirkungen ihres Tuns. Sie sind nur daran interessiert, ihre gewonnene Macht zu erhalten und zu vermehren. So anschaulich wir unsere Texte auch verfassen, es gibt immer andere Wege, sie zu verstehen. Mach dir die Worte selbst zu Eigen doch denke immer daran: Es ist deine Interpretation, nicht unsere.
In meinen Augen gibt es einige Unterschiede zu Eurem sehr oldschool Death Metal lastigen Debüt „Inside the machine“ und dem teilweise recht industrial, fast Fear Factory artigen„Dead harvest“. Gerade bei „Parasites“ hört man reichlich Parallelen…
Persönlich kann ich ehrlich gesagt keine Ähnlichkeiten zu Fear Factory sehen, selbst wenn wir unsere Musik mit einigen Effekten etwas anreichern. Überhaupt haben wir diesen weg auf „Machine…“ auch eingeschlagen. Diese eingestreuten Parts sind ein Teil unserer Musik und werden es auch weiterhin sein. Vielleicht haben wir auch „dead harvest“ einfach diese Spielereien etwas in den Vordergrund gerückt da wir bereits bei den Aufnahmen merkten, das gerade das den Sound von This ending definiert. Unterschiede gibt es auf jeden Fall bei der Produktion, die bei unserer ersten Scheibe etwas ungehobelt war, nun aber, wie bereits vorher schon gesagt, straight in the face geht und dem Hörer dadurch einen tieferen Einblick in unsere Musik bietet. Ich persönlich würde unsere Musik jedenfalls nicht als Industrial definieren, eher als just good old brutal groovy metal with our own This ending twist to it.
Beim Song „Machinery“ klingt Ihr fast so, als hättet Ihr zwei Sänger. Bist Du für alle Screams und shouts verantwortlich?
Ja, ich singe alle Parts, doch wir wollten generell und absichtlich die Vocals etwas abwechslungsreicher gestalten. Auf einigen Songs singt Linus die Backgound Vocals und verstärkt so den Effekt. Dieses Wechselspiel geht durchs ganze Album, seien es die Death Vocals oder die etwas höheren Thrash Passagen. Gerade das macht in meinen Augen den Reiz der Platte aus und gibt ihm eine gewisse Dynamik.
Eure Webseite ist klasse, gerade Eure Studio-Blogs waren sehr abwechslungsreich. Betreibt Ihr die Seite selber?
Das meiste machen wir wirklich selber. Leo hat das Cover gestaltet und die Bilder der Seite. Er ist unser Grafik Mastermind. Jesper (Löfgen-Basser) arbeitet an der Seiten Struktur, die wirklich klasse funktioniert. Linus hat die Studio Blogs bearbeitet. Kurzum: This ending sind ziemlich unabhängig. Aber versteh mich nicht falsch, wir würden auch jederzeit Hilfe in Anspruch nehmen, wenn uns dafür einfach keine Zeit mehr bleiben würde. Zum Beispiel stand es nie zur Debatte, das Video zu „Parasites“ auf eigene Faust zu drehen, weil uns dafür einfach die nötige Erfahrung fehlt.
Das Du das Cover angesprochen hast: Welche Ausbildung hat denn Leo? Sein Coverartwork ist klasse. Arbeitet er auch für andere Bands?
Ich weiß eigentlich gar nicht genau, was Leo gelernt hat, aber er hat ein absolut exzellentes Auge für solche Dinge. Soweit ich weiß, hat er noch nichts für andere Bands gemacht aber ich bin mir sicher, dass er das unter gewissen Umständen jederzeit tun würde. Wenn irgendjemand interessiert ist, kontaktiert ihn einfach.
Ist es nicht scheiße, das This ending von vielen Publikationen oder auch durch den Aufkleber auf dem ersten Album als „Band des Amon Amarth Drummers“ gebranntmarkt ist?
Da weiß ich gar nichts von und auch die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe, interessiert das auch nicht sonderlich. Für uns ist es nur verwunderlich, das wir seit den 90ern zusammenspielen, damals als A canorous quintet, bevor er bei Amon einstieg…und er immer noch mit uns spielt. Wenn du This ending hörst und danach Amon, kannst du es sowieso nicht miteinander vergleichen, auch Fredriks Drumming nicht. Dennoch ist es schön, dass wir in der gleichen Besetzung zusammenspielen wie früher, auch wenn Amon die weitaus größere Band ist. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn uns die Fans von Amon auch hören würden, selbst wenn wir soundtechnisch weit voneinander entfernt sind.

Ist es für Fredrik nicht schwer, zwischen dem anspruchsvollen Drumming mit This ending und dem eher konservativen Stil mit Amon Amarth hin und her zu wechseln?
Fredrik kann das ganz gut managen. Er ist einer der Drummer, die immer besser sein wollen und unentwegt üben und an sich arbeiten. Außerdem spielt er bei Proben oft genug Zeug von ganz anderen Bands, die so mit Amon rein gar nichts zu tun haben.
Ist es eigentlich möglich für This ending, bei der Größe und dem Raum den Amon Amarth einnehmen, überhaupt mit Fredrik einmal zusammen auf Tour zu gehen, oder wäre die Lösung eines Session Drummers für die Dauer der Gastspielreise eine Idee?
Also wenn wir tatsächlich die Möglichkeit einer guten Tour hätten, würden wir alles versuchen, eine vernünftige und praktikable Lösung für alle Beteiligten zu finden. Auch die Idee eines Session Drummers wäre im Bereich der Möglichkeiten, doch Amon touren ja nicht die ganze Zeit (???-der Verf.) und daher wird sich mit Sicherheit eine Lösung ergeben, sofern eine Chance kommt.
Ist denn der recht große Bekanntheitsgrad von Fredrik ein Entscheidungskriterium gewesen, mit Eurer Band neu durchzustarten? Ihr hattet ja als A canorous quintet bereits zwei Alben veröffentlicht?
Als wir mit This ending starteten haben wir in erster Linie nicht daran gedacht alles zu erreichen, sondern wir wollten arbeiten, als Freunde und Musiker. Aber Fredrik’s Bekanntheitsgrad war niemals der Anlass This ending aus der Taufe zu heben. Wir alle wollten ein Teil von etwas Neuem sein, was wir als A canorous quintet begonnen hatten. Fredrik und ich redeten lange über die Möglichkeit, die Band wieder zusammen zu bringen. Dann gingen wir zu Linus, der von der Idee mehr als begeistert war, und er kontaktete den Rest der Band…und This ending wurden Realität. Ich kann jedenfalls keine Hindernisse daran erkennen, dass wir einen fachmännischen Drummer in der Band haben.
Als Ihr Euch wieder zusammenfandet, tatet Ihr dieses zuerst unter dem Namen The plague. Warum musstet Ihr 2005 den Namen dann doch ändern?
Der wichtigste Grund war, das Metal Blade zu der Zeit einen Deal mit einer anderen Band einging, die ebenfalls das Wort „plague“ in ihrem Bandnamen trugen. Dies brachte uns selbst zu der Erkenntnis, dass es da draußen viel zu viele Bands gibt, die mit dem Wörtchen „plague“ im Namen rumrennen. Und somit benannten wir uns in This ending um und sind immer noch der Meinung, dass der Name viel besser zu unserer Musik und den Texten passt. Das waren jedenfalls alles gute Gründe…
Habt Ihr jemals daran gedacht, die beiden A canorous quintet Alben „The only pure hate“ und „Silence of the world beyond“ in neuem Gewand und unter neuem Banner wieder zu veröffentlichen?
Wir haben tatsächlich aktuell darüber gesprochen, aber so eine Neuveröffentlichung muss gut überlegt sein. Wir würden auf jeden Fall ganz viel unveröffentlichtes Material und Liveaufnahmen mit draufpacken, so dass sich die Sache auch richtig lohnt. Wenn wir jetzt noch jemanden finden, der uns diese Möglichkeit bietet, dann wird es mit Sicherheit klappen, früher oder später.
Welches war das erste Album, was Du Dir jemals gekauft hast?
Wow, harte Frage. Da muss ich tief graben, denn ich habe ein paar Tausend Scheiben. Das muss was aus den frühen 80ern gewesen sein, als ich begann, Metal zu hören. Auf jeden Fall kann ich mich an die erste CD erinnern, die ich mir je gekauft habe, als ich meinen ersten CD Player bekam: Das war „The years of decay“ von Overkill.
Zu guter Letzt verrätst Du uns noch, welche Platten Du bei einem Schiffbruch mit auf der berühmten einsamen Insel haben würdest?
Judas Priest – Painkiller
At the gates – Slaughter of the soul
Deicide – Deicide
Ayreon – The human equation
Und um mich daran zu erinnern, wie geil es war, ein Teil von This ending zu sein – Dead harvest.
Ein perfektes Schlusswort! |