10. Juli 2026


           
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Job for a cowboy Interview

Es gibt nicht viel, was mich in Erstaunen versetzen kann. Umso mehr wunderte ich mich, als ich vor gut 2 Monaten das zweite Werk der aus Arizona stammenden Formation Job for a Cowboy namens "Ruination" in meinen Player schob und förmlich umgeblasen wurde. Waren der Sound und die musikalische Struktur auf dem Vorgänger „Genesis“ genauso verworren, wie der völlig unlesbare Band-Schriftzug der Jungs, so überraschte mich der Fünfer mit einem glasklaren, hammerharten Sound und einem mehr durchstrukturierten Songmaterial, den ich so nicht erwartet hatte.

 

Somit nahm ich natürlich dankend das Angebot an, mit Drummer Jon Rice einen kleinen Plausch zu veranstalten, für den „Ruination“ seinen Studioeinstand bei den Deathern darstellt.

War der 1.Februar 2009 ein schwarzer Tag für Eure Band?

 

Hahaha, du spielst auf den verloren Superbowl der Arizona Cardinals gegen die Steelers an. Da ich zufälligerweise aus Pittsburgh komme, war es ein monumentaler Tag für mich, hahaha. Ich bin ein riesiger Steelers Fan und es war großartig für das Team und die Stadt. Aber die Leute und die anderen Bandmitglieder, mit denen ich zusammen in meinem Haus das Spiel geschaut habe, sind eh keine großen Sportfans, daher war der Tag umso schöner.

 

 

Euer zweites Album „Ruination“ habt Ihr in sage und schreibe 5 Monaten aufgenommen. Warum habt Ihr diesmal so viel Zeit benötigt?

 

Um ehrlich zu sein wurde „Genesis“, unser Vorgängeralbum, in einem so kurzen Zeitraum geschrieben und zusammengeschustert, das dieser Umstand einfach eine Behinderung im Aufnahmeprozess darstellte und das Ergebnis im Endeffekt nicht den Erwartungen entsprach, die wir vorher an die Platte hatten. Das wir die Deadline immer weiter verschoben haben ist dem Umstand geschuldet, das wir es diesmal einfach besser machen wollten und letztendlich haben wir auch eine super Arbeit abgeliefert. Wir haben wirklich viel analysiert und so lange geschraubt, bis wir das unserer Meinung nach beste Ergebnis eingetütet hatten. Und wir sind der Auffassung, das uns dieses Unterfangen auch geglückt ist.

 

Würdest Du meine These unterstützen wenn ich behaupte, dass Ihr Euren musikalischen Stil von „Genesis“ bis zum neuen Album radikal verändert habt? Auf Eurem Vorgänger ward Ihr sehr progressiv und teilweise nicht ganz nachvollziehbar, doch nun habt Ihr durch Eure langsameren Passagen einfach mehr Wumms und seid um ein vielfaches heavier…


Da stimme ich Dir zu. Dies ist einfach durch die kleinen Veränderungen im Line-Up zu erklären, die die Aufnahmen und die musikalische Marschrichtung doch entscheidend beeinflussten und eine große Rolle spielten. Die Änderung in unserem Sound in schon gravierend. „Genesis“ war tatsächlich etwas zerstreut, doch mit „Ruination“ näher wir uns dessen an, was wir immer wollten. Wir sind jetzt mehr denn je eine Einheit und haben einfach viel mehr Einfühlungsvermögen für unsere Musik. Im Endeffekt zeigt „Ruination“ genau das, was wir momentan sind: Ein Ganzes.

 

Auch soundtechnisch habt Ihr ein ziemliches Schippchen draufgelegt und „Ruination“ einen sehr differenzierten und klaren Anstrich verpasst.

 

Was eigentlich auch so geplant war, dennoch recht natürlich zustande kam. Wir strebten schon eine gewisse Veränderung im Sound an und achteten während des Mischens penibel darauf, dass dieses auch eingehalten wird. Unser Producer Jason Suecof ist darauf mehr als eingegangen und hat alle unsere Wünsche respektiert und prima in die Tat umgesetzt. Er hat genau gewusst, was wir wollten und hat dem Rechnung getragen. Wir sind jedenfalls mit der Platte extrem zufrieden.

 

 

Dieses Album war ja Dein erster Aufenthalt mit JFAC im Studio. Warst Du aufgeregt?

 

Nö, überhaupt nicht. Es war super easy mit dem Rest der Band im Studio zu arbeiten. Es ist natürlich für mich eine tolle Erfahrung, erstmals für ein Majorlabel eine Platte einzuspielen und das hat es vielleicht etwas aufregend und frisch gemacht. Ich liebe die Arbeit im Studio und auch mit Jason Suecof ist es mehr als einfach, einen vernünftigen Job zu absolvieren.

 

Erzähl mir doch mal ein bisschen was über Eure Texte.

 

Die Lyrics auf „Ruination“ sind größtenteils politischer Natur. Unser Sänger Jonny interessiert sich sehr für tagesaktuelle Themen und verarbeitet diese zum größten Teil in seinen Texten. Der guckt den ganzen Tag MSNBC mit Dokumentationen über die korrupte Natur unserer und der Regierungen aller Herren Länder. Der ist da ganz speziell drauf, hahaha.

 

Euer Rausschmeißer und gleichzeitiger Titeltrack ist in meinen Augen die größte Überraschung und total konträr zu Eurem normalen Sound. Slowmotion Death Metal per excellence stand vorher ja so gar nicht auf Eurer Speisekarte?

 

Hahaha, gut gesprochen. Wir wollten unbedingt einen Song auf dem Album haben, der sich komplett vom Rest des Materials abhebt und sich unsere Fans etwas den Kopf darüber zerbrechen können. Wir alle mögen Bands wie Swallow the sun, Rapture oder Slumber und es macht Spaß zu sehen, wie all diese Einflüsse in den Song eingearbeitet wurden. Dennoch ist der Song immer noch mit den typischen JFAC Trademarks ausgestattet. Jedenfalls ist er mein absoluter Favourit auf dem Album…vielleicht auch, weil ich mich da beim spielen etwas ausruhen kann, hahaha.

 

 

Mit „Genesis“ ward Ihr ja in den Billboard Charts auf Platz 54, was als famoser Erfolg für ein Erstlingswerk und dann auch noch in einer solch extremen musikalischen Spielart zu werten ist. Ist dies für Euch eher eine Bürde oder ein Ansporn, es mit „Ruination“ gleichzutun?

 

Wir waren schon ein wenig besorgt, ob der guten Platzierung mit unserem ersten Album, doch da wir absolut keine Gewalt und Steuerung über solche Vorgänge haben, dachten wir uns, wir lassen es einfach mal auf uns zukommen. Und siehe da: „Ruination“ debütierte auf Platz 42, worüber wir uns natürlich mehr als freuten, da unsere Arbeit damit honoriert wird. Wir sind über diese Wertschätzung stolz und es tut mehr als gut, solche Anerkennung zu bekommen.

 

Habt Ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, Eurem gehörnten Freund, der auf jedem Eurer Cover zu finden ist, einen Namen zu verpassen?

 

Hahaha, nee, daran haben wir wirklich noch nicht gedacht, aber warum auch nicht. Mal sehen was die Zukunft bringt. Der gehörnte Junge gehört ein wenig zu unseren Wurzeln in Arizona und repräsentiert uns eigentlich ganz gut und hilft uns bei der Umsetzung visueller Konzepte. Dennoch wäre es eigentlich ganz cool, auch einen Namen für ihn zu haben, wie Megadeth’ Vic oder Maidens Eddy. Sollten wir wirklich mal drüber nachdenken…

by olaf

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