10. Juli 2026


           
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Illdisposed Interview

Eine der sympathischsten und gleichzeitig fleißigste Band im Todesblei-Sektor sind unbestritten die Dänen Illdisposed, die heuer mit ihrem, wie ich mich von meinem äußerst angenehmen Interviewpartner und Gitarristen Jacob Batten aufklären lassen musste, neunten vollständigen Studio Geschoss erneut ein mächtiges Oldschool Death Metal Scheibchen auf die Menschheit losgelassen haben. Da lässt man sich natürlich die Gelegenheit zu ein paar salbungsvollen Worten der „eierlosen Nutten aus dem schwulen Norden“ nicht entgehen, schnappt sich sein Equipment und ab die Post…

Gleich zu Beginn will ich wissen, was es mit meiner Heimatstadt Berlin auf sich hat, die Ihr in Eurem Song „Ich war verloren in Berlin“ beschreibt?

 

Wir hatten bei Euch eine Show und Bo wollte unbedingt vorher noch was essen. Doch plötzlich war er verschwunden, spurlos. Alle Suche blieb erfolglos, doch exakt eine halbe Stunde vor Showbeginn stand er wieder vor uns. Das war ziemlich bizarr (lacht).

 

 

„For those who walk behind us“, Euer 11.Album in 16 Jahren. Meine Fresse, Ihr scheint vor Ideen und Kreativität Funken zu schlagen, das Ihr in solch einer Zeit so viele Alben veröffentlicht…

 

Naja, es ist ja eigentlich erst unser neuntes reguläres Album. Auf dem einen waren ja nur alte Demotracks und das andere war eine EP mit vier Songs. Daher kommen wir auf eine Veröffentlichungsrate von einem Album alle zwei Jahre, das ist nicht gerade sehr schnell, wie ich finde.(grinst)

 

Dennoch brennt Euer neustes Werk einmal mehr ein Feuerwerk an oldschool Death ab, das es scheppert. Was bedeutet eigentlich der Titel?

 

Wir meinen damit alle, die uns in dem was wir tun unterstützen und supporten. Unsere loyalen Fans und Freunde. Dieses Album und der Titel ist Ihnen gewidmet, ohne die wir nicht das wären, was wir sind.

 

Mein Lieblingssong ist „This unscheduled moment“. Was ist denn für dich ein ungeplanter Moment?

 

Wenn du Familie und Kinder hast, ist fast jeder Moment ungeplant und nicht vorhersehbar. Du weißt nie, was gerade ansteht oder zu tun ist. Und wenn du irgendwann mal in der glücklichen Lage bist, einen Moment Ruhe und Frieden zu finden, nutzt irgendein Schwachkopf diesen aus und pflastert dich umgehend mit Arbeit zu, hahaha.

 

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, die Fine young cannibals zu verwursten und zu metallischen Ehren kommen zu lassen?

 

Das ist auf Bo’s Mist gewachsen, er liebt den Song „Johnny“ einfach. Es ist ja keine exakte Coverversion, nur der Refrain wurde übernommen und wurde durch das Original maßgeblich inspiriert.

 

 

Wenn ich Eure beiden letzten Alben, das aktuelle und den Vorgänger „The prestige“ mit Alben wie „1-800 vindication“ oder „Burn me wicked“ vergleiche, habt Ihr aktuell wieder einen Schritt in Richtung oldschool Death Metal gemacht und eventuelle Experimente über Bord geworfen. Kannst Du mit einem solchen Vergleich was anfangen?

 

Ja und nein. Ich glaube schon, dass unser Stil über die Jahre der gleiche geblieben ist und nur die teilweise eingestreuten Keyboards und die sauberen Gesangspassagen den Unterschied ausmachten. Ich glaube eher, das die Dynamik, Härte und Effizienz der letzten drei Alben in dieses eingeflossen sind. Wir haben einfach alles in einen Topf geschmissen, kräftig umgerührt…und fertig.

 

In der Vergangenheit las man häufig von irgendwelchen Drogenproblemen in der Band…

 

Wir hatten niemals irgendwelche Probleme mit Drogen, außer das sie zu teuer waren, hahaha. Aber abhängig war nie einer von uns.

 

Eure Ansage gerade hier auf deutschen Bühnen sind ja schon legendär. Wie würdest Du Euer Verhältnis zu den deutschen Fans bezeichnen?

 

Wir lieben Deutschland und lieben es ebenso sehr, hier zu spielen. Es ist der mit Abstand größte Markt für uns, unser Nachbarland und niemand kann Euch im Würstchenmachen nachmachen. Meine Freundin ist Deutsche und immer wenn wir ihre Familie besuchen, muss ich eine ganze Wagenladung an Würstchen einkaufen, hahaha…

 

Aktuell tourt Ihr ja mit Hatesphere durch heimische Gefilde. Wie ist eigentlich die Beziehung zwischen all den dänischen Bands? Gibt es eventuell Eifersüchteleien bei dem immensen Erfolg, den Volbeat momentan haben?

 

Jau, wir sind gerade bei der Halbzeit unserer Tour und es läuft klasse. Wir haben Hatesphere ja auch gerade erst wieder neu kennengelernt, da ja alles neue Gesichter in der Band sind. Doch die sind alle völlig o.k. und das sie alle aus Kopenhagen kommen, macht sie noch sympathischer (grinst). Eifersüchteleien, gerade in Bezug auf Volbeat, sind mir völlig unbekannt und wären auch völlig unangebracht. Ich persönlich freue mich über deren Erfolg, würde die Jungs aber nicht als Metal bezeichnen, eher als Pop-Rock.

 

Wann kommt Ihr denn endlich wieder bei uns auf Tour?

 

Bald, auf jeden Fall. Wir spielen jedes Jahr sehr viele Shows in Deutschland. Nach der Headbangers Ball-Tour mit Hatesphere werden wir für den Rest des Jahres einige Wochenendshows spielen und danach, da bin ich mir sicher, in Deutschland wieder zuschlagen.

 

Wer kam eigentlich auf die Idee, Bo den Spitznamen „Subwoofer“ zu geben?

 

Hahaha, das ist auf seinem Mist gewachsen. Aber mal ehrlich: He’s woofing like a sub! (lacht)

by olaf

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