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18. Juli 2018


           
In Flammen Open Air 2015

 

 

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Bericht

Am: 02.07. - 04.07.2015
Anlass: In Flammen Open Air in Torgau
Autoren:
Langhammer [tl]
Die Fotos schossen:Langhammer und Oliver Göhlke

Freitag, 03.07.2015

Eine Woche nach dem Protzen Open Air stehe ich schon wieder in den Startlöchern! Es geht um das 10. Jubiläum vom In Flammen Open Air im 150 km entfernten sächsischen Torgau. Und die Wetterprognosen waren schwindelerregend. 38-40 Grad auf einem Open Air!? Na Prost Mahlzeit!. Schon gegen 10 Uhr waren es gute 32 Grad in Potsdam. Also der Kofferraum meines Autos war voll mit Wasser und kühlen Getränken. Es sollten dann auch 5 Liter und mehr am Tag getrunken werden. Die Vorfreude auf das Wochenende war allerdings schon riesengroß. Gegen 11 Uhr sackte ich dann Kumpel Enrico vom Babelsberger S-Bahnhof ein und nun wurden die Pferde gesattelt. Die Hinfahrt verging wie im Flug. Bevor wir am Gelände angekommen sind, kauften wir noch einige Utensilien am nahegelegenen Supermarkt. Auf dem Gelände angekommen, holten wir uns erstmal unsere Presseausweise, bevor wir uns dann im restlichen Camp unseren Platz markierten. Aus dem Auto ausgestiegen, bekamen wir die volle Klimaklatsche. Unfassbar heiß und nahezu unerträglich! Nach der ersten Begehung und dem Gelände machte ich mir dann so langsam einen Plan für den ersten Festivaltag. Das Wasser floss in Strömen durch meine Kehle und auch im kleinen Festivalzelt war eine Thermik vom „Feinsten“. Gut, das die Hauptbühne im Schatten steht. In der Tat ein Vorteil bei diesen Temperaturen. Die erste Band des Tages waren für mich dann die Niederländer Rectal Smegma. Ohje, Pornogrind!! Was für eine Stilrichtung! Das Gegurgel des Vieres lockte einiges an Partyvolk vor die Bühne. Es sollte somit auch den ersten Circle Pit des Tages geben. Die Mucke sollte man allerdings nicht zu ernst nehmen, den Songtitel wie „Two Girls, one Cupcake“ oder „Double D-Deathpunch“ sagen alles aus. Zwinker. Mit einem leichten Lächeln im Gesicht machte ich mich auf den Weg Richtung Zeltbühne, um die deutsche Black Metal Band namens Wandar zu begutachten. Das Quintett aus Halle an der Saale ist ein absoluter Underground-Tipp. Einen dieser seltenen Auftritte der Band wollte ich mir nicht entgehen lassen. 2012 erschien ihr bisher einziges Album Landlose Ufer, welches ich mir damals direkt bei der Band bestellte.

In Flammen Open Air

Nach anfänglichen Problemen ging es dann auch gleich steil los und die Temperatur stieg immer weiter im Zelt. Ein Song wie „Die Bürde des Morgens“ hat einfach alles, was ich an Black Metal liebe. Jungs, es wird Zeit für ein neues Album!! Schade, ich hatte die Band gerne auf der Hauptbühne gesehen. Aber was solls, Daumen hoch für diesen coolen Auftritt  der deutschen Black Metal Hoffnung! Eine weitere Flasche Wasser fand erstmal den Weg durch meinen Hals. Jetzt wird es musikalisch ganz schwer und düster. Die Zwickauer Doomed wollten bei brütender Hitze ein lavaartiges Doom/Death Gewalze auf die Mainstage zaubern. Mittlerweile hat die Band schon 4 komplette Alben auf dem Buckel und ist den Insidern ein Begriff. Dieses Jahr wurde das neue Machwerk Wrath Monolith veröffentlicht. Ich finde es immer wieder interessant zu beobachten, wie faszinierend Frauen diese Musikrichtung mögen, denn auch Doomed haben eine zierliche Bassistin in ihren Reihen. Mainman Pierre Laube grunzte sich beharrlich durch die 40 Minuten Spielzeit. Der Sound war entsprechend gut abgemischt. In der Tat ein lohnender Auftritt! Die kurze Pause nutze ich für eine Erfrischung unter dem Wasserschlauch und einer weiteren Flasche Wasser! Auf der Mainstage wurde es nun wieder more evil. Die Franzosen von Hell Militia kredenzen ihren wüsten Black Metal mit leichten Thrash Metal-Anleihen in der Hitze in Torgau. Bei mir zündete das Gebolze nicht wirklich. Also machte ich fix einige Bilder und verschwand in ein ruhiges Fleckchen.

Im Festivalzeit zelebrierten die Polen von Outre ebenfalls ihren Black Metal, ich entschied mich für den Fun der Paradiesvögel von Stallion. Für mich als eingefleischten Death/Black Metal Fan war das natürlich ganz harte Kost, aber man sollte nicht alles so ernst nehmen. Richtig schöner Heavy Metal mit „Eier-Gesang“ und allen Klischees, die man sich so verstellen kann. Man schaue sich einfach nur die rotweiß gestreifte Hose von Sänger Pauly an (dann in der Bildergalerie). Der Partyfaktor war sehr hoch, was auch aus den Reaktionen der anwesenden Fans hervorging und diese krassen Stilwechsel zum Grindcore und Black Metal sind nicht unklug. Das hat was, obwohl es nicht mein „style of music“ ist. Daumen hoch für diese Ideen! Nun machte ich einen kurzen Abstecher ins Festivalzelt. Die Norddeutschen Doomdeather Ophis ließen ihre schweren Klangteppiche freien Lauf. Wie heiße Lawa quillte der Doomsound in die Abendhitze. Mittlerweile hatten wir es schon 18.40 Uhr und eine wirkliche Abkühlung war immer noch nicht in Sicht. Die Schweden Nominon waren nun an der Reihe. Die Band ist mir nur beiläufig ein Begriff, für mich auf jeden Fall der erste Auftritt, den ich mir anschauen darf. Ehrlich gesagt, machte mich die Machart des Death Metal’s von Nominon eher weniger an. Ein Punkt geht an Frontmann Henke Skoog, der die zerrissenste Lederhose des Festivals angehabt haben dürfte. Puh, für mich war jetzt Abendbrotspause angesagt, denn der Slugde/Doom der Amis von Eyehategod ist nun überhaupt nicht mein Fall.

Stallion auf dem In Flammen Open Air 2015
Stallion

Also ging es zur reichhaltigen Flüssigkeitsaufnahme und zum Essen des berühmt, berüchtigten Jagdburgers des In Flammen Open Airs. Und weiter ging es zum Endspurt des ersten Tages. Terrorizer LA um Grindlegende Oscar Garcia (ex-Terrorizer, ex-Nausea) und seine Kombo kredenzte uns nun den Klassiker World Downfall in seiner vollen Länge. 1989 brachte dieses Album mit seinen 36 Minuten Laufzeit die härtere Szene ins Wanken und war und ist eine Inspiration für viele Nachwuchsbands. Klassiker wie Fear of Napalm oder Dead Shall Rise ballern auch nach 26 Jahren immer noch ohne Ende. Der Bass hatte eine unglaubliche Wucht und der Mann hackte auf dem Viersaiter rum, einfach nur Hammer!! Einzig Sänger Oscar Garcia machte auf mich einen seltsamen Eindruck. Er wirkte irgendwie abwesend und schusselig. Ob er sein Texte einwandfrei intonierte, lasse ich mal offen. Dennoch eine fette Sache der Auftritt von Terrorizer LA ! Endlich waren die Temperaturen erträglich, der Himmel dunkel und auf der Mainstage sollte es jetzt auch ganz böse und finster werden. Eine der bekanntesten und dienstältesten deutschen Black Metal Bands sollte nun massig Fans vor die Bühne ziehen.

Darkened Nocturn Slaughtercult leben Black Metal. Opulentes Bühnenbild, Totenköpfe, umgedrehte Kreuze, Corpsepaint und Blutkelche. Frontfrau Onielar kam in einem komplett weißen Kleid auf die Bühne, die Gitarre war auch weiß und die Haare von Onielar reichen fast bis auf den Boden. Showtechnisch ein guter Anfang und ein fetter Schluck Kunstblut musste natürlich auch sein. Dieses lief aus dem Mund, bis sie den Rest ins Publikum spuckte. Yeaah. Anschliessend gab es 50 Minuten fiesen Black Metal, der sich gewaschen hat. Nach einer etwas längeren Pause gab es dann eine Stunde Vader auf die Augen und Ohren. Für mich sind die Polen eine der besten Livebands im Genre und immer der totale Abriss. Bandchef Peter und seine Mannen wissen ganz genau, wie man Death Metal nahe an der Perfektion abliefert. Mit Dark Age vom ersten Album ging es dann auch gleich volle Pulle los! Der Sound war fett und die Band hatte Laune. Das ist dann schon mal die halbe Miete für ein geiles Konzert. Dazu eine Setlist, die mit Klassikern gespickt war. Vicious Circle oder Reborn in Flames waren älterer Natur, Stücke wie Triumph of Death oder Decapitated Saints neuerem Datums. In den ersten Reihen gab es die erste Circle Pits. Ich kämpfte mich vor bis in die zweite Reihe und hatte nun den besten Blick. Es wurde dann auch langsam Zeit für mein Lieblingssong Sothis! War für ein Granatensong. Meine Güte, die Zeit verging schon wieder wie im Flug. Mit Carnal und Wings gab es dann noch zwei Urklassiker aus der Historie von Vader. Dann war schon wieder Schluss. Daumen hoch für diesen fetten Auftritt. Nun war  wieder Durchpusten angesagt. Was aber dann kam, war einfach nur eine große Party. Ehrlich gesagt hatte ich es nicht für  möglich gehalten.

Darkend Nocturn Slauthercult auf dem In Flammen OpeN Air 2015
Darkened Nocturn Slaughtercult

Die Bömbers aus Norwegen sollten das In Flammen Open Air nun endgültig nochmal ins Wanken bringen. Es handelt sich hier um die vielleicht bekannteste Motörhead-Coverband, bei dem Legende Abbath (ex-Immortal) das Zepter schwingt. Eine Best Off-Setlist mit Klassikern von Lemmy bis zum Abwinken. Und Abbath ist einer meiner ganz großen Helden! Das war schon der Hammer. Ich machte es mir im Fotograben gemütlich, knipste meine Bilder und wollte garnicht mehr raus. Ich war noch nie ein wirklicher Motörhead Fan, aber dieser Auftritt von Abbath, Tore und Pez war einfach nur Klasse. Und Abbath ist ein Entertainer vor dem Herrn, der die Meute ganz locker und geschmeidig in seiner Hand hatte. Und stimmlich und vom Stageacting macht er Lemmy eindeutig Konkurrenz. Unter anderem gab es folgende Klassiker zu hören: "Killed by Death", "Orgasmatron", "Iron Fist", "Bomber" und natürlich das abschließende "Ace of Spades"! Das war eine Stunde Party pur und ich war danach aufgedreht wie ein Zäpfchen. Ich musste auch daran denken, wie im letzten Jahr die Bathory-Coverband Blood Fire Death spielte, das war genauso geil. An diesem Konzept sollte man festhalten. Macht definitiv Laune!! Mittlerweile war es halb zwei und ich pilgerte völlig aufgestachelt in Richtung Auto, um mein Schlafgemach vorzubereiten. Eine halbe Stunde relaxte ich noch in meinem Campingstuhl, trank was kaltes, genoss die jetzt angenehmen Temperaturen und ließ den ersten Festivaltag Revue passieren. Gegen 02.15 Uhr war dann die Rückbank meines Autos mein „Bett“! Also Gute Nacht dann!


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