23. September 2020


           
Legacy Fest 2009

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 21.05. - 23.05.2009
Anlass: Legacy Fest auf dem Flugplatz in Dessau (Sachsen-Anhalt)
Autoren:
Langhammer [tl], Olaf [od] & Torsti [tr]

Samstag, 23.05.2009

Nachdem Langhammer und meine Wenigkeit für unseren vom Sturm völlig versenkten Pavillon einen gleichwertigen Ersatz beim hiesigen Baumarkt organisiert hatten, ging es daran, bei unerbittlicher Sonneneinstrahlung eben jenen welchen fachmännisch aufzubauen, da einem sonst der Planet die Locken (meine, nicht die des langen Hammers) weggebrannt hätte. Nach den sintflutartigen Regengüssen vom Vortag war uns jedes andere Wetter mehr als willkommen. Neben der üblichen Berichterstattung an diesem herrlichen Tag, hatte ich das Vergnügen zum einen mit dem Mettgott Daniel von Lay Down Rotten, sowie Sebbes und Benny von Neaera zwei mehr als interessante Interviews zu führen, die Ihr in unserer Interview Rubrik nachlesen könnt. Also, antreten zum Nachschlag! [od]

Das Krachkommando von High Rise Fall knüppelten das Festival aus dem Schlafrock. Die jungen Black Metaller waren für diese Zeit genau recht. Auch Pugatory sorgten mit Ihrer Variante von Krach für ein leicht wippendes Genick. Mit Lay Down Rotten zieht für den heutigen Tag das erste schwergewichtige Kriegsschiff auf. Die Hessischen Todesbleischützen verballern Ihr gesamtes Pulver. Frontmann Jost präsentiert sich obenrum erfrischend kurzhaarig, auf sein Organ hat dies jedoch keinerlei Auswirkung. Prima so! Ein Auftritt der Kult-Thrasher Desaster ist schon etwas Besonderes. Bei strahlendem Sonnenschein prügelt das Sturmkommando ein Set gespickt mit altem und neuem Material runter. Vermisst hab ich bloß „Hellbangers“, sonst war alles töfte... [tr]

Desaster auf dem Legacy Fest 2009
Desaster

In der Halle gab es für mich mal wieder was Neues in Form der Franzosen Destinity, die ich nur vom Namen her kannte. Dies hat sich aber schlagartig geändert, denn die Jungs haben mit ihrem fetten Death/Thrash, der teilweise äußerst wohltuend an Scar Symmetry erinnert, bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sehr straight mit einem geilen Sound gab es einen amtlichen Sprung ins Kreuz. Also, alle losgelaufen und sich das 2008er Album The inside gekauft.

Nun wurde es düster in Dessau, obwohl wir strahlenden Sonnenschein hatten! Die bösen Buben von Endstille sind an der Reihe, um uns 45 Minuten ihr Geknüppel um die Ohren zu hauen. Los gings mit dem Brecher ''Dominanz'' und Sänger Iblis hockte wieder wie Gollum auf den Monitorboxen. Sieht irgendwie total gestört aus, aber passt zur Musik. Böses Corpsepaint und seine Stimme ragten wieder heraus. Das Gekeife ist schon übel. Obwohl mir die Show bei Party San 2008 viel besser gefallen hat. Diese Art von Action wirkt im Dunkeln viel besser! Songs wie ''Endstilles Reich'' oder das abschliessende ''Navigator'' bringen die Massen natürlich dennoch in Rage. Und es machte Bombenlaune die Band im Fotograben zu fotografieren. Equilibrium aus München waren die Nächsten. Man merkte, das die Band mittlerweile eine große Fanschar haben, es wurde vor der Bühne immer enger. Und endlich konnten wir die Band mit ihrem Schlagzeuger bewundern, war dieser während der Heidenfest Tour 2008 noch außer Gefecht. Dennoch sprang bei mir der Funke nicht besonders über...keine Ahnung, warum. ''Blut im Auge'', ''Unbesiegt'' und der Bandhit ''Met'' sorgten zwar für eine Superstimmung, aber ich guckte mir das Ganze eher gelangweilt aus der Ferne. Wahrscheinlich habe ich mir die Band zurzeit übergehört. Die Österreicher von Belphegor schlagen dann wieder in die härtere Kerbe. Die Band habe ich bisher noch nicht soo oft gesehen. Also war ich gespannt auf Helmuth und seine Mannen. Muskulös bepackt poste Helmuth an seiner Gitarre und schnitt böse Grimassen. ''Stigma Diabolicum'' ist mein persönliches Highlight des Auftrittes, der in einem sehr guten Sound eingebettet wurde. Dennoch wieder unverständlich, warum die Band wieder nicht ''Bluhtsturm Erotika'' zockte. Schade!!! Dennoch überzeugende 45 Minuten. Die Thüringer von Eisregen waren dann die erste Band des Tages, die eine Stunde an Spielzeit bekam. Schön verwunderlich, denn mich persönlich zeckt die Band nicht sooo doll an. Das Beste an dem Auftritt war, das ich einen Sahneplatz hinter der Bühne ergattern konnte und der Band beim Zocken zusehen könnte. Aus diesem Blickwinkel ein geiles Erlebnis. [tl]

Equilibrium auf dem Legacy Fest 2009
Equilibrium

Nun hatte ich die Qual der Wahl, denn neben Ensiferum auf der Hauptbühne knüppelten die Death Grinder Burning skies im Hangar, die sich dann auch als weitaus bessere Alternative zu den finnischen Fellmützenhoschis entpuppten. Langhammer sah sich genötigt, mir permanent vorzujubeln, wie geil denn der finnische Gute Laune Express sei, was mich allerdings so viel interessierte, wie das berühmte Fahrrad an der Moskauer Wand. Da war der Aggro Fünfer aus Bristol die weitaus bessere Wahl. Tight ohne Ende, brutal wie Napalm Death ballerten Merv und seine Jungs die Scheiße aus einem heraus, wobei es sich der Sänger erneut nicht nehmen ließ, seine wirklich bescheuerte Adlermaske aufzusetzen. Highlight war das fantastische „Emocalypse“ von grandiosen „Greed.Filth.Abuse.Corruption“ Album. Nach Destinity der zweite Leckerbissen aus dem Hause Lifeforce Records an diesem Abend.

War from a harlots mouth ließ ich links liegen, denn auf der Hauptbühne tummelte sich eine meiner absoluten Lieblingskombos aller Zeiten: Biohazard! Nach dem für mich tränenreichen Auftritt beim Force 2008 ein absolutes Highlight, obwohl die Jungs bei diesem Billing absolut deplatziert waren. Dennoch machten die Jungs um Evan Seinfeld alles richtig und bolzten ausschließlich Songs der ersten drei Alben in die etwas lichten Reihen vor der Bühne. Gleichwohl war es erneut ein Heidenspaß, den ich zu meinem absoluten Glück sogar direkt vom Bühnenrand aus beobachten durfte. Biohazard sind und bleiben für mich eine der größten Bands of all time. Punkt.

Biohazard auf dem Legacy Fest 2009
Biohazard

Now it’s time to raise the flag of hate…Kreator-Time!!! Die Meute war heiß, die Band allerdings nicht so. Eine Stunde vor dem Gig waren die Mitglieder noch in alle Windrichtungen verstreut und kamen nach einem beherzten „Wo sind denn die ganzen Arschlöcher“ von Drummer Ventor zusammen. Neben einigen misslungenen Rauchbomben am Bühnenrand, die eher dazu dienten, dem Kreator Drummer einige derbe Flüche zu entlocken, legten die Jungs allerdings standesgemäß mit „Hordes of chaos“ einen mehr als flotten Start aufs Parkett. Allerdings war der Sound eher dürftig, was Mille dazu veranlasste, seinen Unmut mit einem charakterfesten Tritt gegen die einheimische Monitorbox Luft zu machen. War eh Wurscht, das Publikum drehte völlig durch und feierte den Headliner beim Legacy an allen Regeln der Kunst ab. War mal wieder ein Fest.

Schade, dass ich durch den Gig der Altenessener Arsis verpasste, was allerdings durch den Auftritt der Münsteraner Chartbreaker Neaera mehr als wettgemacht wurde. Mit dem fetten „Omnicide“ Release im Rücken rockten die Jungs die Halle in Grund in Boden und bewiesen einmal mehr, warum sie zur momentanen Speerspitze im deutschen Metal gehören. Der Sound war, wie an allen Tagen im Hangar, geil ohne Ende, was der Spielfreude des Fünfers entgegenkam. Benny röhrte sich die Seele aus dem Leib und auch der Rest der Band war agil ohne Ende. Ein mehr als würdiger Abschluss von drei ereignisreichen Tagen, die darin gipfelten, das die Batterie meines Autos dreimal streikte und ich echt Schiss hatte, wieder vernünftig nach Hause zu kommen.

Nach einigen anfänglichen Startproblemen stand für uns bei der anschließenden Rückfahrt allerdings fest: Legacy 2010? Wir sind wieder am Start. [od]

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