18. Juni 2018


           
Party.San Open Air 2015

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 06.08. - 08.08.2015
Anlass: Party.San Open Air in Schlotheim (Thüringen)
Autoren:
Tino [ts] & Torsti [tr]
Die Fotos schossen: Tino & Torsti

Donnerstag, 06.08.2015

Die Nacht ist früh zu Ende an diesem Donnerstag. Halb Zehn Uhr Morgens ist die drückende Wärme im Auto schon unerträglich und selbst ein offenes Fenster bringen keine Abkühlung. Also raus aus der Karre und direkt ab in den Schatten. Etwas erträglicher ist es hier aber angenehm ist anders- das kann ja ein lustiges Wochenende werden, denn der Wetterbericht hat für Schlotheim noch einiges mehr an Temperaturen für den morgigen Tag auf dem Zettel. Nach so vielen Jahren PartySans verstehe ich endlich den Slogan „Hell is here“.

Es muss ja irgendwie voran gehen, also auf zu unserem obligatorischen Busausflug nach Schlotheim. Wie geil- der Bus hat eine Klimaanlage! Die Freude ist schnell verflogen, als wir in dem Ort den Bus verlassen. Schwitzend geht es ins Zentrum zu unserem Lieblingslokal zum Schnitzel essen. Ein kühles Bier bringt kurzfristige Linderung und Ablenkung von den heißen Temperaturen.

Satt und völlig durchgeschwitzt erreichen wir das Festivalgelände wieder. Umziehen und Klamotten packen am Camp. Aufgrund des etwas weiteren Wege dieses Jahr und einer weiteren Abkühlung in Form eines Hopfenkaltgetränkes, verpasse ich leider die schwedischen Opener Degial. Gerne hätte ich mir diesen Undergroundact einmal live zu Gemüte geführt. Mit ihrem 2012er Debütalbum Death's striking wings hat das Quartett ein viel gefeiertes Ausrufezeichen gesetzt. Dunkler Old School Death im Morbid Angel Style. Nächstes Mal dann eben.

Pünktlich zur Umbaupause erscheine ich auf dem Gelände. Hmm, in wenigen Minuten wären die Schweden von Morbus Chron an der Reihe. Davon ist aber weit und breit noch nichts zu sehen, geschweige denn zu hören. Stattdessen dann eine Ansage von der Bühne: Das Mischpult ist abgeraucht und nun muss erst mal Ersatz besorgt werden. Das muss ja eine grandiose Degial Show gewesen sein, dass man gleich die komplette Technik gekillt hat. Nach rund einer halben Stunde geht es dann endlich weiter. Die Zeit hat gerade für ein kühles Blondes gereicht. Perfekt und nun volle Kraft voraus.

Der hagere Vierer lässt es mit seinem progressiven Death Metal entspannt angehen. Morbus Chron haben mich auf der vergangenen Tour mit Overkill echt überrascht und mit ihrem letzten Output „Sweven“ überzeugt. Trotzdem haben mich die Jungs an diesem Tag nicht wirklich abgeholt. Dennoch ein ordentlicher Auftritt.

Nun wird es reudig: Das chaotische Trio Midnight rotzt in bester Venom Manie ihre Songs wie „Lust, filth and sleaze“, „Rip this hell“, „You can´t stop steel“ und „Woman of flame“ raus. Der Sound ist leider etwas matschig, aber ganz ehrlich: Wer bei Midnight auf der Bühne einen Studiosound erwartet, hat die Band einfach nicht verstanden. Den Titeltrack des ersten Albums hat man einfach in „German royalty“ umbenannt, was natürlich grandios ankommt. Bewundernswert, wie die Jungs es bei der Hitze maskiert und mit Lederjacke bekleidet aushalten. Ein geiler Auftritt der Speed/Black/Thrash Helden aus Cleveland. Alleine schon lohnend für Ansagen wie „..we have three songs left... the next one... f**k- I forget...“, dann zum letzten Song noch Athenars brennender Bass, auf dem er dann logischerweise nicht weiter spielen kann- fantastisch und Midnight sind live einfach immer eine Bank und für lustige Momente bekannt.

Midnight auf dem Party.San Open Air 2015
Midnight

Als nächstes steht eine echte Thrash Metal Institution an. Nuclear Assault sind momentan auf Abschiedstour durch die Welt. Nach über dreißig jährigem Bestehens soll es nun also wirklich vorbei sein. Tausendsassa Dan Lilker wirkt etwas müde, dafür sprüht Fronter John Connelly umso mehr vor Energie. Die Spielzeit wird vollgepackt mit Hits, um zum Abschied den Fans nochmal zu zeigen, was sie in Zukunft vermissen werden. „Rise from the ashes“, „Brainwashed“, „New song“, „Critical mass“, „Butt fuck“... ganz ehrlich, Herz was willst du mehr? Abgerundet wird dieser Gig mit den Klassikern „My America“, „Hang the pope“, selbst „Lesbians“ wurde mal wieder live runtergeprügelt und dann noch „Trail of tears“. Was für eine Setlist, trotzdem fehlt mir etwas die Power, wofür Nuclear Assault für mich immer standen. Dennoch schade, wenn es nun wirklich ein Ende mit der Band haben sollte. [ts]

Mit den Secrets of the Moon ist das bei mir immer so eine Sache, die Osnabrücker pendeln in meiner Gunst immer zwischen gut und Mittelmaß, dennoch gehören Sie zur Speerspitze des deutschen Black Metal. Als alter Maroon Fan freut mich besonders der Gastauftritt von André Morawek zum Ende des Sets. Er gibt „Lucifer speaks“ noch mal ein wenig Feuer. Apropos Feuer, das gab es auch noch dazu, passenderweise direkt beim Opener, so das die Fotografen im Graben noch mal einen ordentlichen Hitzeschwall abbekommen.

Passend zur einsetzenden Dunkelheit über dem Flugplatz Schlotheim, machen sich The Ruins of Beverast daran den Platz mit einer besonderen Atmosphäre zu belegen. Man braucht nicht mal die Augen zu schließen um ein wenig Bad Berka Feeling zu spüren, ein Moment so wie vor gar nicht allzuvielen Jahren auf dem alten Gelände. Während die Zeit in der Nähe des Brutz und Brakel Standes mal wieder viel zu schnell verfliegt, zeigen sich Herr von Meilenwald und seine Spielgefährten in formidabler Spiellaune, was zu dem waberigen Doom Black Death kaum richtig passen mag. „Deamon“ oder der Abschluss „Between bronze walls“ zünden und lassen diese eindreiviertel Stunde wie im Fluge vergehen.

Ich kann mir nicht helfen. Primordial Auftritte sind immer intensiv und zur aktuellen Stunde hätte kein besserer Act auf der Bühne stehen können, aber ich stoße beim Gesang von Alan Averill immer an meine Grenzen des guten Geschmacks. Auch heute zeigt er sich wieder gewohnt theatralisch und mitreißend, dass ist ein echter Gewinn, die Stimme jedoch kommt mir einfach nicht zu pass. Das die Anlage kurzfristig nur auf 50% läuft sieht man den Iren nicht an, diese zocken sich rutiniert durch Ihre Setlist und bietet Highlights wie „The coffin ships“, „Empire falls“ oder dem Opener und gleichzeitig Titeltrack des aktuelle Albums „Where greater man have fallen“. Der Auftritt stimmt, machte Spaß aber nach den 60 Minuten war es auch gut und genug für mich.

Primordial auf dem Party.San Open Air 2015
Primordial

Immerhin stand noch eines meiner Highlights an: Behemoth. Kurzfristig überlegte ich noch ob es nicht schneller gegangen wäre, wenn man eine zweite Bühne aufgebaut hätte, so viel Equipment fuhren die Polen heute auf. Passend zu den vorher aufspielenden Bands, nahmen Nergal und seine Mitstreiter den roten Faden des Abends (Athmosphöre, Lichtshow, Sound) auf und erweiterten ihn die Komponente Effekte. Wie nicht anders zu erwarten gab es Feuer, Rauchsalven und ähm.... vor allem Feuer. Wie auch bei den anderen Shows dieses Sommers kamen auch wieder meine beiden Lieblingstitel vom Überalbum The satanist Ora pro nobis Lucifer“ und zum Ende „O Father O satan O Sun“ zum Zuge. Insgesamt ist die Songauswahl in meinen Augen sehr stimmig, da ich gerade ohnehin mehr auf die neueren Sachen abfahre. Dennoch wussten auch „Ov fire and the void“ oder „At the left hand ov God“ zu gefallen.

Euphorisiert bis in die Haarspitzen suchte ich den Heimweg auf und hoffte trotz der Wärme ein paar Stunden Schlaf zu erlangen.


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