13. Juni 2026


           
Protzen Open Air 2018

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 22.06. - 23.06.2018
Anlass: Protzen Open Air in Protzen (Brandenburg)
Bilder:
Torsti / Katja Borns www.kabo-photografix.de (Entombed A.D.)
Autoren: Langhammer [tl] & Torsti [tr]

Samstag 23.06.2018

Nach einem sehr fröhlichen und entspannten ersten Festivaltag geht es nun frisch und munter in die zweite Runde! Am Vormittag sattelte ich dann meine Pferde für den 75 km langen Ritt bis nach Protzen. Der Samstag hatte eine nette Randerscheinung zur Musik und Festival. Natürlich war auch die Fußball-WM in aller Munde. Deutschland und Schweden sollten sich am Abend auf dem Fußballfeld duellieren. Wie wohl die anwesenden schwedischen Bands Demonical, Just Before Dawn und Entombed A.D. darüber denken würden?? Also ist für reichlich Stimmung und Entertainment gesorgt!! Das Wetter war gerade noch so okay, für Ende Juni eigentlich nichts besonders. Aber in Ordnung, Gejammer auf hohem Niveau! Nach einer ruhigen Hinfahrt ging es dann für mich gegen 13.30 Uhr los. In Hangar füllten sich die Reihen und Jano und seine Jungs von Xicution tobten sich die nächste halbe Stunde aus. Eine Menge Bewegung und Kunstblut bekam der Zuschauer und Zuhörer geboten. Musikalisch gab es die Death Metal-Keule, Parallelen zu Debauchery sind nicht von der Hand zu weisen. Musikalisch natürlich Geschmacksache. Vor einigen Monaten sah ich die Band schon im Berliner Slaughterhouse. Da konnte ich Xicution schon mal beschnuppern. Nicht wirklich herausragend, aber eine engagierte und motivierte Band mit Luft nach oben.
Als Nächstes gab es einen kleinen musikalischen Farbtupfer. Die Berliner Infight machten Eastside Hardcore und animierten die anwesende Meute zum Hüpfen! Drummer Markus Schrod ist kein Unbekannter in der Szene. Auch bei Protection of Hate versemmelt er sein Schlagzeug. Da ich mit Hardcore nichts anfangen kann, werde ich auch keine Bewertung abgeben. Die Chilenen Thornafire hatte neben Humiliation (aus Malaysia) wohl die weiteste Anreise von allen Bands. Auf der Bühne musste sich das Trio in der Tat behelfen. Einige Musiker bekamen wohl kein Visum für die Reise nach Deutschland. Also war das Ganze reichlich improvisiert, der Aushilfssänger las die Texte ab und auch sonst war das Stageacting ziemlich steif. Dennoch zeigt die Band ihre Leidenschaft zur Musik, ihren Gig aus den angegebenen Gründen nicht zu canceln. Daumen hoch und großes Lob für dieses Engagement!

Thornafire auf dem Protzen Open Air 2018
Thornafire

Inhume aus den Niederlanden waren ein Fest für alle Brutal Death Metal und Grindcore Fans! Halleluja, war für ein Geballer! Zwei Sänger grunzten und keiften als gebe es kein Morgen mehr. Der Sound war durchaus massiv und fett, was man auch für das komplette Festival lobend erwähnen darf. Die Gitarren sägten sich durch den Hangar, das Getrümmer der Drums war noch bis über den halben Festivalplatz zu hören. Für mich persönlich ein Stückchen zu „dolle“, bin ich jetzt auch nicht der größte Grindcore Fan.
Die Schweizer von Requiem waren dann schon eher mein Ding. Oldschool Death Metal vom Feinsten würde ich sagen! Mit ihrem neuen Album „Global resistance rising“ ist die Band frisch bei F.D.A Records gelandet. Also war es nachvollziehbar, das die Band ihre neue Scheibe in Protzen promotet. Die Songs wurden wirklich sauber intoniert und auf der Bühne zelebriert. Die Härte und Brutalität in der Musik ist allgegenwärtig. Für mich eine positive Überraschung des gesamten Wochenendes. Cool gemacht!
Die Deutschen Thrasher Dew Scented stiegen kurz vor 19 Uhr auf die Bretter. Die Kombo befindet sich auf Abschiedstournee. Nach 26 Jahren machen die Jungs aus Braunschweig in diesem Herbst Schluss. Von der daher gab es von Frontmann Leif und seinen Mannen in Protzen ordentlich einen auf die Mütze.

Dew-Scented auf dem Protzen Open Air 2018

Ich verschwand allerdings zeitig, „König Fußball“ hatte für 2 Stunden seine Aufmerksamkeit, wie auch bei weiteren Hunderten Metalheads! Die Spannung an einem anderen Ort stieg so langsam. Nachdem die Mexikaner gegen Südkorea mit 2:1 gewonnen haben, gab es nun richtig Druck für unsere „Rumpelmannschaft“. Das Zelt füllte sich nach und nach. Die nun spielenden Bands hatten es wirklich schwer. Pünktlich zum Anstoß des Spiels platzte das Zelt aus allen Nähten und draußen setzte inzwischen auch starker Regen ein. Ich hatte einen super Platz für das Spiel und los geht’s. Zum „Opfer“ fielen Debauchery und leider Demonical. Schade, aber nicht zu ändern. Das Spiel war spannend, eine coole Sache mit so vielen Leuten Fußball zu schauen, leider nicht mit dem verdienten Ausgang….grins. Selbst Death Metal-Legende Dave Ingram (Ex-Benediction, ex-Bolt Thrower, nun bei Just Before Dawn am Mikro) macht eine Stipvisite im Zelt. Das Spiel noch in den Knochen und im Kopf, sind wir mittlerweile nahe 22 Uhr angekommen und nur noch 2 Bands, dann ist das Protzen Open Air für 2018 schon wieder Geschichte.

Just Before Dawn auf dem Protzen Open Air
Just Before Dawn

Just Before Dawn, die schwedischen Death Metaller und ihr britischer Brüllwürfel David Ingram, brachten nun den Hangar zum Bersten. Mit Tides of blood hat die Band ein nagelneues Album im Gepäck, was ordentlich ballert. Die Bude war gerammelt voll und der Sound war richtig geil. Sehr oft musste ich an die stampfenden Rhythmen denken, die Bolt Thrower irgendwie nochmal lebendig machten. Aber auch wirklich jeder Song lädt hier zum Headbangen ein. Die Band war gut gelaunt und hatte sichtlich Spielfreude. Mittlerweile hat sich auch das Wetter beruhigt, so dass auch in dieser Hinsicht das Festival ein schönes Ende nehmen konnte. Nach einer guten Stunde war Just Before Dawn mit ihrem Set fertig. Sehr gelungen, mir hat es gut gefallen.
Nun die letzte Band des Festivals….Entombed A.D. Für mich immer wieder eine zwiespältige Angelegenheit. Was habe ich das erste „richtige“ Entombed-Album Left Hand Path geliebt!! Und nun diese Vergewaltigung….sorry. Das macht mich einfach nur traurig und enttäuscht mich. Lars Göran Petrov ist ein cooler Frontmann und ein Symphatikus, keine Frage, aber die „neuen“ Versionen der „alten“ Songs gefallen mir überhaupt nicht. Die Band kam auch nur in abgespeckter Variante. Nur ein Gitarrist auf der Bühne und Basser Victor Brandt ist frisch mit Dimmu Borgir auf Festivalreise unterwegs. Stücke, wie „Stranger aeons“, „Revel in flesh“ und das abschließende „Left hand path“ haben in dieser Form von ihrer Magie nichts mehr übrig. Schade, schade, aber so ist das eben und reine Geschmackssache!

Entombed A.D. auf dem Protzen Open Air
Entombed A.D.

Ansonsten, ein tolles und familiäres Festival, wie immer eine Art Familientreffen!! Ein Dank an Veranstalter Mario und allen helfenden Händen!! Macht weiter so, wir sehen uns 2019 wieder. Der VVK startet im Januar!

Rise the mighty Pommesgabel….\../ [tl]

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