14. Juni 2024


           
Rock Harz Open Air 2004

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 18.06. - 19.06.2004
Anlass: Rock Harz Open Air in Osterode im Harz (Niedersachsen)
Autoren:
Andy und Torsti

Samstag, 19.06.2004

Das Schöne an Rock-und Metal-Festivals, die über mindestens zwei Tage gehen, ist, dass man auf dem Campingplatz nach Herzenslust ausschlafen kann, ohne irgendwie gestört zu werden. Die tadellose Rücksicht wird nahezu immer geboten und das muss das sein, was die Metalheads untereinander verbindet!?
Huch! Hab ich das gerade geschrieben??? Muss wohl noch Restalkohol im Spiel sein...?!
Jedenfalls erwachte ich noch lange vor Torsti und als dieser sich dann aufraffte und alles Nötige erledigt wurde, zog es uns (mit unseren lieben Bekannten) wieder zu dem Ort, wo die Musik spielt. Das Testbier "für auf den Weg" blieb auf halber Strecke liegen, wegen Geschmacklosigkeit! Da ich ja eh nüchtern durch den Tag traben wollte (einer muss uns ja heil nach Hause bringen), war das schon OK, auch wenn ich mit der Aktion böse Blicke auf mich zog (ach, leckt mich doch)!
Während Torsti sich am Met-Stand festkrallte, um zu sehen, ob die Mädels denn an diesem Tage in der Lage wären, diese Met-Kanister vernünftig zu öffnen (sie taten es nicht), checkte ich die erste Band des Samstages an: Edge of Thorns standen auf dem Plan und diese schmetterten ihren kernigen Power Metal durch das Zelt, der nicht mal schwuchtelig daher kam. Angenehmer Gesang mit einer prima Portion Metal und zudem einem feinen Auftritt - allerfeinster Start!
Doch so einen feinen Start kann man sich auch leicht vermiesen lassen, wenn man ernsthaft erwog sich Triquetra länger anzusehen. Osterodes Partnerstadt in Polen ist deren Wohnsitz und sie haben sich einem äußerst merkwürdigem Kreisch-Rock verschrieben, der in unseren Ohren einfach nur nervig klang. Da waren die fünf oder sechs Leutchen vor der Bühne schon hartnäckiger.
Schnörkelloser ging es da schon bei den Nu/Death Metallern von Buttercup (alleine der Bandname zwingt in die Knie) zu, die das Zelt fast voll bekamen. Die noch junge, einheimische Band machte ihre Sache jedenfalls ganz hervorragend und Bands mit mehr als nur einem Sänger haben mich schon immer begeistern können. Auch schön fand ich das Sepultura-Cover "Refuse / Resist"! Mal im Auge behalten, die Burschen!
Und wieder rüber zur großen Bühne, vor der sich in allerbester Wacken-Tradition einige lustige Menschen gegenseitig (oder war es eher einseitig? *g*) durch den Matsch zogen! Das war schon mal klasse, doch die größte Überraschung des Tages, von der noch lange Zeit danach gesprochen wurde, waren Uppercut!!! Als die hübsche Frontfrau auf die Bretter stapfte, ahnten wir ja noch gar nicht, was uns bevor stand: Die Mucke ballerte los und das harmlos anmutende Frollein neben den Saitenzupfern entpuppte sich als übelste (im positiven Sinne) Grunzerin seit Arch Enemy und Holy Moses!!! Welch ein Organ! Hochachtung!!! Die Nummer "Fear" von Uppercut's neuem Werk dröhnt noch immer in meinen Ohren. Zudem war das Stageacting nicht aufgesetzt und es sollte mich doch sehr wundern, wenn da mal nicht was mächtiges draus wird...! Daumen ganz hoch!

Uppercut bei ihrer Performance
Uppercut

Derbe ging es anschließend bei Burden of Grief weiter. Pommesgabel-Alarm, als die deutschen Death-Metaller ihren Todesblei im Zelt ausschütteten, der wohlwollend aufgenommen wurde. Auch hier erlebte ich einen mehr als zufriedenstellenden Auftritt, der Lust auf mehr machte! Death will never die!
Breitarmig in die erste Reihe konnte man im Anschluss bei Sacred Steel rennen, die uns nun überhaupt nicht anmachten. Sicherlich, der Sound war top und Freunde des Power Metals hatten bestimmt ihre helle Freude daran, doch uns nervte schon alleine der Gesang, der sich penetrant in die Gehörgänge einfräste. Wir konnten einfach keinen Bezug zu der Mucke und zur kompletten Band finden. Kein Wunder auch, nachdem wir derartig von den vorherigen Bands verzaubert wurden...

Kurze Verschnaufpause also, die wir nutzten um zum wiederholten Male das Gelände abzugehen. Schätze, wir haben an diesem Tage unzählige Kilometer hinter uns gebracht. Nicht auszumalen, was geschehen wäre, wenn ich an diesem Tage erneut dem Alkohol gefröhnt hätte. Schätze, wir wären höchstens von Bierbude zu Bierbude getiegert...! Aber, als pflichtbewusster Autofahrer, der am Folgetag die Heimreise bestreiten muss, heißt meine Devise: Don't drink and drive!!!

Die Idee, das Fussballspiel Deutschland - Lettland im Zelt zu übertragen war sicherlich super, doch hätte man dort von Beginn an besser gewisse Regeln (ich weiß, Regeln sind doof) aufstellen sollen. Als wir versuchten das Zelt zu betreten, bzw. etwas von der Leinwand zu sehen, standen (nicht nur) uns natürlich alle anwesenden im Weg, was zur Folge hatte, dass wir gefrustet wieder hinaus gingen. Ohne Sicht auf das Spiel, machte das Ganze natürlich keinen Spaß und diverse "hinsetzen"-Rufe verschallten im Nichts! 'Hunde, wollt ihr ewig stehen"? Was taten wir? Laufen, bis die Füsse qualmten. Ständiger Anlaufpunkt war Torstis Met-Butze, deren Met bald ausging *g*! Erneut versuchten wir unser Glück zur zweiten Halbzeit und siehe da... gutes Zureden, streicheln und Knochen vor die Pfoten werfen führte offenbar zum Befehl: "Sitz"! Da saßen sie nun, die Fußballbegeisterten und als sich eine Lücke ergab, hockten wir uns kurzerhand dazu. Klar, dass es immer wieder ein paar Vollspackos gab, die sich der friedlichen Stimmung widersetzten und unbedingt (oftmals direkt vor Torsti) stehen mussten. Naja, die deutsche Elf hatte sich durch ihr träges Spiel in der ersten Halbzeit (so wurde mir zugetragen) quasi selbst ins Aus katapultiert und die Chancen der zwoten Hälfte nicht nutzen können. Das Resultat sollte jeder kennen: 0:0 !

Beim Fußball gucken. Es gibt nur einen Rudi Völler....
Fußball im Zelt

Aus meinem ehemaligen Heimathafen Frankfurt (am Main) kamen die Space-Beer-Thrasher Tankard, die defenitiv zu begeistern wussten. Mit ihrem unwiederstehlichem Charme *hüstel* zogen sie sämtliche Anwesenden in ihren Bierversifften Bann und es machte schon Spaß, ihnen dabei zuzuschauen und natürlich auch zu hören. Fettbäuchige Frontmänner, die gerne zeigen was sie unter ihrem verschwitztem T-Shirt haben, sind uns eh am liebsten. Auch hier ist ein erstklassiger Auftritt zu vermelden! Spätere Gruselgeschichten, die sich um Sänger Gerre sponnen, waren ganz bestimmt nur erfunden... (sic)
Torsti und ich brauchten eine ganze Weile, bis wir das Bandlogo der nachfolgenden Band entziffert hatten. Dann stand es fest: Als nächstes kamen The Atmosfear! Unerkannt durch's Märchenland und so mal schnell einen Blick riskiert... was mussten wir sehen? Leicht progressiv angehauchte Death Metaller, die richtig schön losdroschen. Ruhig mal deren HP besuchen und sich mit einigen MP3's eindecken - lohnt!!! Der Gig war jedenfalls gnadenlos gut und das in allen Belangen!
Nun aber Bühne frei, für den Altmeister des gepflegten Heavy Metals: U.D.O. stand auf dem Plan und wenn der deutsche Metalgott ruft, dann kommt man auch! Und es kamen viele (generell wurde es an diesem Tage wesentlich voller als noch am vergangenen)! Na, hier stimmte aber alles und man merkte auch gleich, dass Udo Dirkschneider und seine Mannen nicht ihr Debüt auf dem Rock-Harz absolvierten. Es stimmte einfach alles: Arschcoole Show mit reichlich unbefangener Spielfreude, optimale Klangkulisse (wenn auch sehr laut) und jede Menge Accept-Highlights, die mich meine Schuppen aus den Haaren schütteln ließen. Nummern wie das geniale "Metal heart" oder die Hymne "Princess of the dawn" brachten pure Gänsehaut ans langsam schwindende Tageslicht! Leider war wohl für "Fast as a shark" keine Zeit mehr?! War trotzdem geil, denn das bislang größte Publikum konnte nicht irren!

U.D.O
U.D.O.

Weil's so schön war und Iron Maiden einfach prima zu Udo's Mucke passte, wurde mit der wohl besten Maiden-Coverband Fear of the Dawn ein klasse Nachzügler angeheuert.
Es wurde NOCH voller auf dem Platz und man konnte fast erahnen, welche Band als nächstes auf dem Programm stand: Subway to Sally!!! Mit mächtigen Feuerbällen nach dem Intro präsentierte sich die Band der großen Masse, die den Auftritt so lange erhofft hatte. Da Torsten und ich die (ex-)Mittelaltermetaller eher selten schlecht erlebt hatten, waren wir auch nicht sehr verwundert, als die Band als äußerst spielfreudig auftrat. Locker flockig kamen sie daher und rockten ihre Nummern perfekt insziniert in die Zuschauer und Hörer. Diverse Feuereffekte sorgten für große Augen und hitzige Köpfe und Feuchtigkeit für "verzogene" Instrumente. Ach, lange Rede, kurzer Sinn: Subway to Sally sind ein sicherer Headliner, der weiß was läuft und was man sehen und hören möchte. Ganau das ist der Band mal wieder gelungen. Punkt. Rückweg.

Subway to Sally bei ihrer herrvoragenden Bühnenshow
Subway to Sally

Das Pommesgabel-Team vor Ort war mächtig müde und nach kleineren Ausflügen (u.a. ins Festzelt) sollte es uns recht zügig in die Campingbehausung führen. Warum ich "sollte" schrieb? Nun, da waren ja noch diese Annaberger, die auch wieder den Weg zurück fanden und uns mit "wie-bring-ich-mich-am-schnellsten-ins-Koma" Exzessen zum Schmunzeln brachten...! Mann, waren die breit!!! Mich zog's daraufhin recht schnell in die Koje und ich freute mich sehr auf den verdienten Schlaf, von dem es zuvor nicht allzuviel gab. Es sollte aber auch nur bei der Freude bleiben, denn die ostdeutschen Kollegen von Nebenan hielten es für angebracht, lautstark ihre Knorkator-Best Of aus den Boxen dröhnen zu lassen. Damit nicht genug, es musste ja auch noch unbedingt mitgesungen *hust* werden (genau, der Eunuchen-Sopran)! Schlimm, so etwas völlig nüchtern zu erleben...
Doch, wir bereuen nichts! Es war uns in der Tat ein wahres Fest erster Kajüte und ich denke, wir können dieses Festival ohne schlechtem Gewissen weiterempfehlen!!! Danke!!!

Am Rande:
- Bereits am ersten Tage sollten sämtliche Rock-Harz-T-Shirts ausverkauft sein (erst schwarz, dann grau...).
- Leider haben wir die konkreten Infos verpasst, aber es sollen sich wohl bummelig zwischen 4000-5000 Leutchen eingefunden haben (wohl aber inkl. Tagesticketinhaber).
- Met-Kanister schraubt man nicht auf, sie werden angestochen!
- Unfassbar, aber der Frittenschmiede gingen kurzzeitig tatsächlich die Pommesgabeln (!!!) aus (gut, dass wir vor Ort waren)!
- Die letzten drei (!!) Reiter-EP's "Dschinghis Khan" konnte ich mit Tränen in den Augen erwerben. Sepsis hat eine davon vertickt (danke auch *grummel*) und eine weitere habe ich im vollen Kopp und aus purer Gutmütigkeit selbst verscheuert *doppelgrummel*!
- Benachbarte Ortschaften sind durchaus einen Fußmarsch wert (auch nachts)!

Danke an:
Dem kompletten RockHarz-Team und allen ihren freiwilligen Mithelfern, die das Festival zu dem machen, was es ist - GEIL!
Torsti (we will never die), Svenni & Anhang (only together we are strong...), Tyrwyn (*zwinker*), Dirk (einen Namen konnte ich mir merken...), Volk-Man & Fuchs (für Doppelpass und langer Rede), Pest & Sir G. & Pit (ohne Euch geht's nicht)!

Grüße an:
Abrogation nebst anwesender Crew (ich und Namen merken...?), Yvonne & Kolleginnin (wir saufen den Met, bis keiner mehr steht), den Freak, der sich nach U.D.O. vor uns fast komplett auszog und ständig vor uns herum bangte (sic), den Aufkleberverticker (alles ist nur laut), die süßen Mädels an den Bierbuden (und NUR die Mädels sind gemeint!), Katrin & der lustige Begleiter (jaja, Namen...), das schöne Nachbardorf Förste (auch im Dunkeln eine Reise wert), die Annaberger (Licköd böy thö töngues öf pröide), der Typ, der so besoffen war, dass selbst die Notärzte fast die Notschlachtung einleiteten, Sepsis (hmpfff), alle Reitermaniacs, die nicht vor Ort waren und last but not least Die Apokalyptischen Reiter!

We'll be back

 

 

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