28. Januar 2023


           
Summer Breeze 2008

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 14.08. - 16.08.2008
Anlass: Summer Breeze in Dinkelsbühl (Baden-Württemberg)
Autoren:
Olaf [od], Langhammer [tl] & Torsti [tr]

Freitag, 15.08.2008

Vorab hatte uns wetter.de schon darauf vorbereitet, das der heutige Tag ziemlich räudig werden sollte. 15 Grad, Regen…bäh! Dennoch ließen wir uns die Laune nicht verderben, entfachten schon früh den Grill und zogen das Langärmlige und die Regenkutte über. Man beachte: Es ist nie zu kalt, man ist nur falsch angezogen. [od]

DARK AGE
Der Lokalpatriotismus war es der mich zu so früher Stunde und bei so beschissenem Wetter zur Pain Stage trieb. Die Hamburger Dark Age rührten am Vortag noch groß die Werbetrommel für ihren Auftritt. Der Publikumsandrang litt jedoch an dem anhalten Regen was wiederum dafür sorgte das sich nur Fans vor der Bühne sammelten die zu Songs wie „Zero“ oder „Life for blood“ ordentlich den Propeller kreisen ließen. [tr]

Dark Age auf dem Summer Breeze 2008
Dark Age

HEIDEVOLK
Ohne ihren etatmäßigen zweiten Sänger Joris Boghtdrincker traten dann die Holländer auf der Mainstage an, die langsam immer nasser werdenden Leute mit ihrem pagan Metal zu begeistern, was allerdings sehr zu meinem Leidwesen nur mittelmäßig gelang. Zum einen lag es am absolut beschissenen Sound, der zu Beginn nicht existenten Stimme des zweiten Fronters Mark und zum anderen am immer ekliger werdenden Wetter. Klar, Songs wie „Saksenland“ oder „Wodan heerst“ gingen gut ins Ohr, dennoch konnten mich Heidevolk nicht ganz überzeugen. Ich glaube, die Jungs sind für einen Club besser geeignet als für die ganz große Bühne. [od]

MIDNATTSOL
Der Auftritt von Midnattsol war für mich wie das Wetter. Lausig, kalt und ungemütlich! Die Schwester von Liv Kristine trötete was das Zeug hält. Die Songs hörten sich an, als ob man sie von anderen Bands des Genres schon hundertmal gehört hat. Aufgrund des Wetters war es löchrig vor der Bühne und es war kaum was los. Kurz und knapp...es gibt keine weiteren Worte zu verlieren, auf zum nächsten Act. [tl]

3 INCHES OF BLOOD
Nachdem der Nieselregen in einen fetten Schauer umgeschwenkt hatte, tat eine Prise traditioneller Power Metal jetzt richtig gut und im Gegensatz zum Wacken Auftritt in diesem Jahr konnten mich die Kanadier um den immer agilen und spontanen Frontmann Cam Pipes diesmal richtig überzeugen. Das liegt natürlich auch daran, dass mir die Jungs schon auf Platte richtig gut gefielen. Auch dem anwesenden Volk, die zahlreich den Platz vor Bühne bevölkerten, gingen bei Raketen der Marke „Goatriders horde“ richtig steil. Da war richtig Bewegung drin und so langsam schmeckte das Pils auch wieder. War klasse. [od]

MEGAHERZ
Mit Megaherz war eine weitere Band am Start die ich schon Jahre nicht mehr gesehen habe. Was bei dem Münchener Quintett auch daran liegt das der dritte Sänger der Bandkarriere gesucht werden musste. Gespannt wie ein Flitzebogen stand ich vor der Bühne und lies mich vom neuen Frontmann Alexander Wohnhass begeistern. Mit ihm hat Megaherz endlich wieder die Power, wie man sie aus frühen Bandtagen gewohnt war. Zu den vielen neuen Songs gesellten sich auch die Klassiker „Miststück“ und „5. März“ auf die Setlist. Wenn man das Publikum betrachtet hatte man das Gefühl, die Band wäre nie wirklich weg gewesen. [tr]

Megaherz auf dem Summer Breeze 2008
Megaherz

KORPIKLAANI
Achtung: Waldschrat Alarm. Die Finnischen Trolle von Korpiklaani spielten zum Tanze auf und die Masse war gekommen, um den ungekrönten Humpaa Königen zu huldigen. Für mich war es eine Livepremiere und auch wahrscheinlich das letzte Mal gewollt, denn ich kann diesem Mischmasch nichts abgewinnen. Da gibt es Dutzende von Bands, die einfach besser sind. Außerdem trug der wieder einmal bescheidene Sound sehr zu meiner Missgunst bei. Doch der Höhepunkt meiner Wut war, dass zugunsten des wirklich dämlichen „Beer, Beer“ auf den besten Klani Song „Happy little boozer“ verzichtet wurde. Daumen nach unten…[od]

PRO PAIN
Einen erneut treffsicheren Humor bewiesen die Mannen und Frontlegende Gary Meskil, die stilsicher zu den Klängen des Deutschlandliedes die Bühne erklommen, um kurz darauf mit „Three minutes hate“ Dinkelsbühl zu zertrümmern. Und wie auch schon bei anderen Auftritten war die Wahl der Painstage ein Gewinn, da hier einfach der bessere Sound geboten wurde. Da nun auch das Wetter endlich sein freundlicheres Gesicht zeigte, war der Auftritt des New Yorker Quartetts mal wieder ein Highlight. Dazu trugen natürlich auch Granaten wie „Un-american“, „Can you feel it“, „Stop smokin’ guns“ und das abschließende, von unzähligen Kehlen intonierte „All for king George“ bei. War ein Klasseauftritt, der allerdings immer noch hinter dem Triumphzug des WFF 2007 anstehen muss. Dennoch großartig…[od]

ELUVEITIE
Mächtig was los war dann am Nachmittag bei den Schweizern. Sowohl großes Gedränge vor der Bühne als auch auf der Bühne. Bei sage und schreibe acht (!!) Bandmitgliedern hat man ordentlich was zum Gucken. Die Instrumentalisierung war top, der Sound war sehr gut und Songs wie ''Inis Mona'' und ''Slania Song'' sind schon Neuklassiker der Paganszene. Daumen hoch für einen coolen Auftritt. Auf ein Wiedersehen bei der Heidenfest-Tour. [tl]

EXODUS
Keine Müdigkeit vorschützen, weiter im Programm und da standen nach Wacken erneut meine alten Bay Area Faves auf dem Speiseplan und durch etwas Gedränge gelangte ich tatsächlich in die erste Reihe, um Gitarrengott Gary Holt mal richtig auf die Flitzefingerchen zu schauen. Leider war die Setlist exakt die gleiche wie in der norddeutschen Tiefebene und auch die Ansagen wie auch die Aufforderungen zu diversen Pits glichen sich wie ein Ei dem anderen. Dennoch flippte der Mob vor der Bühne tierisch aus und feierte die Jungs bei Gassenhauern wie „Bonded by blood“, „War is my shephard“ und „Black list“ mächtig ab. Im Pulk war auch ordentlich Bewegung und somit konnte man den Exodus Gig als rundum gelungen betrachten, wobei bei mir ein leichtes Übersättigungsgefühl eingesetzt hatte. [od]

BELOVED ENEMY
Ein kleiner Tipp eines Pressekollegen (Gruß an laut.de) lockte mich hinüber zur Zeltbühne, wo sich Beloved Enemy zeigen sollten. Der Mangel an Zuhörern hinderte die Band nicht wirklich daran einen leidenschaftlichen Auftritt auf die Bretter zu legen. Als wenn es kein morgen gäbe hüpfte und poste Basser Eddy über die Bühne. Dem dargebotenen Dark Metal verpasste die Spielfreude das i-Tüpfelchen. [tr]

Fressbuden

END OF GREEN
Auf zu der Band die jedem Bierdurstigem Besucher auf dem Festival von jedem Becher aus angrinste. Von der großen Werbeaktion profitierte die sichtlich, was an dem großen Publikum auszumachen war. Nur wenige in den Reihen waren textsicher, bei dem was die Düsterheimer präsentierten. Neben dem frisch an diesem Tag erschienene Album The sick’s sense gaben End of Green auch Songs ihrer früheren Werke zum Besten. [tr]

SIX FEET UNDER
Nachdem mich die Oldschool-Death-Maschine beim Force mächtig gekickt hatte, freute ich mich auf ein Wiedersehen mit Herrn Barnes und seiner Meute. Das Breeze Publikum anscheinend ebenso, denn vor der Bühne herrschte ein reges Gedränge und angespannte Erwartung. Ohne jedes Intro feuerte dann der Florida Vierer eiskalt seine 08/15 Akkorde in das weite Rund und sorgte für allgemeines Kopfschütteln. Ist ja auch nicht schwierig, wenn man Hits wie beispielsweise „Human target“ im Gepäck hat. Steve Swanson riffte sich wild bangend durch die äußerst kurzweiligen 60 Minuten, die mit dem aus tausenden Kehlen mitgegröhlten „T.N.T“ einen würdigen Abschluß fand. Nicht so überragend wie beim WFF, dennoch wieder einen Besuch wert gewesen. [od]

KATAKLYSM
Die Erwartungen an den Auftritt der Kanadischen Abrissbirne waren enorm hoch. Doch wer denkt Kataklysm hätten enttäuscht, dem kann man nur ein verschmitztes Lächeln zuwerfen. Ich könnte mich nicht daran erinnern wann ich das letzte Mal derartig verplättet worden bin. Die Atmosphäre und die Macht die diese Band bei ihrem Auftritt ausstrahlte waren schier unglaublich. Die Könige des Northern Hyperblast hatten nicht mal ihr eigenes Equipment dabei, da dies auf dem Weg nach Deutschland von British Airways verschlampt wurde (obergeile Ansage vom Frontmann: „So, and now everybody say „Fuck Britisch airways“ Alles brüllt…“now I’m feeling better…- Olaf). Gemerkt hat man davon rein gar nichts und ein kurzer Mikrofon Ausfall bei „Taking the world by Storm“ ist nicht weiter erwähnenswert. Aus unzähligen Kehlen grölte es „In shadows and dust“ und im gleichen Augenblick brach ein ungesehener Moshpit los. Ich möchte hier und jetzt ganz unverblümt von einem der besten Live Gigs sprechen, die ich je erlebt habe. Wahnsinn!!! [tr]

Aufgrund der Tatsache, das mein Nachmittags verzehrter Gulaschtopf von Pottkieker für mächtig Zoff im Gedärm sorgte, fiel der erneute Besuch meiner Local heroes Subway to sally leider flach, doch der Sound, der mich bei meiner Dixi-Dauersitzung beschallte, war nicht von schlechten Eltern. Somit hockte ich da, summte die Hits mit und hoffte, trotz des in meinen Eingeweiden tobenden Orkans vernünftig Schlaf zu bekommen, denn neben den kräftigen Flatulenzen wurde es mit 7 Grad in dieser Nacht mächtig frisch. [od]

ASP
ASP rücken auf Metal Festivals in der Regel mit einer sehr rockigen Setlist an. Warum auch sollte das beim Summer Breeze anders sein? Das Quartett besinnt sich auf die Songs die ordentlich nach vorne preschen, dabei könnte man vermuten dass die fesselnde Atmosphäre auf der Strecke bleibt. Nicht zuletzt die Pyro-Effekte sorgen für genau das Gegenteil, perfekter kann „Ich will brennen“ kaum inszeniert werden. Spätestens bei „Ungeschickte Liebesbriefe“ merken auch die letzten Club Besucher das Sie ASP schon mal in einer durchfeierten Nacht gehört haben. [tr]

ASP auf dem Summer Breeze 2008
ASP

Nachdem verstummen der letzten Instrumente setzte meine Nachtschicht ein. Zusammen mit vielen alten und neuen Freunden wurden diverse Biere geleert. Die Stimmung bei allen anwesenden war so gut das wir noch im Morgengrauen aus dem Zelt geschmissen werden mussten. Mein Auto erlebte noch eine zünftige Bierdusche. Es war weit nach 4:30 Uhr als ich im Zelt zum liegen kam. So begab es sich das Debauchery am nächsten Morgen Bericht mäßig leider den Nebenwirkungen der durchzechten Nacht zum Opfer vielen. [tr]

 

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