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18. Juni 2018


           
Wacken Open Air 2008

 

 

 
         
 

Bericht

Am: 31.07. - 02.08.2008
Anlass: Wacken Open Air in Wacken (Schleswig-Holstein)
Autoren:
Langhammer [tl], Olaf [od] & Torsti [tr]

Epilog

Man mochte es kaum glauben, dass das 18. W:O:A bereits ein Jahr zurücklag, als sich der kleine Tross bestehend aus mir und dem langen Hammer auf den Weg Richtung Schleswig Holstein machte, um erneut dem Wackener Wetter zu trotzen, welches trotz günstiger Vorhersagungen nie das hält, was es verspricht. Schade nur, dass aufgrund der letztjährigen Überfüllung Andy nicht mit von der Partie war, Torsti sich aber eine Woche vorher noch eines besseren besann und der 19. Auflage des weltgrößten Heavy Metal Festivals erneut ab Freitag Abend seine Aufwartung machen sollte. Daher ist es uns nicht vergönnt, jede einzelne Band zu reviewen, dennoch haben wir das Möglichste getan…

Das Aufschlagen meines mobilen Daches über den Kopf war die reinste Zerreißprobe für meine Nerven war, denn aufgrund eines Stangenwechsels war diese zu lang und musste von mir mit einem nicht so scharfen Brotmesser gekürzt werden…und dies bei knapp 36 Grad im Schatten. Nach gut 2 Stunden stand dann das „Gabel-Camp“ und der erste, noch eisgekühlte Gerstentee fand den Weg in meine angrenzenden Blutbahnen. Witzig war die Tatsache, dass die Pagan Metaller von Primordial das ganze Wochenende unsere Zeltnachbarn sein sollte und der gute Alan, seines Zeichens Fronter der Band von der grünen Insel, genau neben mir nächtigte. Frei nach SmokieLiving next door to Alan. Alan? Who the fuck is Alan???“ Aber auch der ewig stramme Drummer Simon, der meist reichlich benebelt hinter seinem Eheweib hinterher trabte, sorgte für einige Lacher. Außerdem befand sich in Schlagweite das „Norwegian Metal Camp“, welches neben Gorgoroth auch noch Grave und den Aushilfsdrummer Nick Barker beheimatete. Korrekte Nachbarschaft…Der Grill wurde entfacht, das Fleisch angekokelt, das Bier getrunken. Wetter war geil, was sollte da noch schief gehen? Es wurde langsam Zeit für Mucke!!! [od]


Donnerstag, der 31.07.2008

MUSTASCH

Schwedischer Stoner Rock mit Heavy Einschlag bei diesem fantastischen Wetter. Großartiger Auftakt. Frisches Pils in der Hand, eine saftige Wiese unter dem Arsch und die entspannte Mucke der Mannen um Fronter Ralf Gyllenhammar. Klasse Beginn. Sahen die Anwesenden vor der Party-Stage ebenso, die gut mitgingen. Leider war der Sound auf der kleineren Bühne im Gegensatz zu seinen großen Geschwistern ziemlich kraftlos, was sich leider das ganze Wochenende wiederholen sollte. Das hat letztes Jahr besser geklungen. Highlight hier war das großartige „Bring me everyone“ Äußerst lässiger Beginn des W:O:A [od]

LAUREN HARRIS

Das ewige hinterhertigern hinter Papa Steve scheint sich so langsam eingebürgert zu haben. Wohl dem, der solch einen Topstar als Vater hat denn anders ist es nicht zu erklären, dass Freulein Harris auf jedem Festival auftaucht, wo auch Maiden spielen. Ich kann mit der Mucke nichts anfangen, ebenso wenig mit der piepsigen Stimme der Dame. Alter, das kann ja was werden, wenn die Hetfield Sprösslinge mal im rockbaren Alter sind…[od]

AIRBOURNE

It’s AC/DC Time, nur das nicht Angus, Malcolm und Brian am Werke sind, sondern Joel, Justin, David und Ryan. Dass die Australier einen mehr als guten Stand in Deutschland haben, konnte man an den völlig ausklinkenden Massen vor der Black Stage gut erkennen. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich, hat der Vierer doch mit „Runnin’ wild“ die beste AC/DC Platte seit „Back in black“ veröffentlicht. Egal ob „Hellfire“, „Too much, too young, too fast“oder „Cheap wine and cheaper woman”, das Publikum fraß den Jungs von Down under aus der Hand. Bei meinem Lieblingssong „Heartbreaker“ war es um mich geschehen und ich stürmte nach vorne. War ein schweinegeiler Auftritt, die Herren! [od]

NEGURA BUNGET

Da der Wacken-Donnerstag 100 % auf Iron Maiden ausgerichtet ist, sollte es doch ein Leichtes sein, ganz genüsslich in die WET-Stage zu tapern. Mitnichten!! Das Zelt war wieder mal überfüllt und draußen tummelten sich ebenfalls noch Hunderte von Leuten. Somit konnte ich nur ansatzweise 2 Songs der Rumänen Negura Bunget erahnen! Der Zuschauerzuspruch sagte alles aus. Der Underground in Osteuropa lebt. Schade, dass mir der ''Eintritt'' verwehrt blieb. [tl]

ALESTORM

Die WET-Stage war mal wieder proppevoll gefüllt, aber ich konnte mir einen guten Platz erhaschen. Mit einer coolen Ansage vom Alestorm-Sänger...“Hello Wacken, we are Running Wild from Jamaica“, starteten die Schotten ihren Siegeszug mit ''Over the Seas'' vom bisher einzigen Album ''Captain Morgans Revenge''. Die Mischung aus Turisas und Running Wild kam bei den Fans super an. Gassenhauer wie ''The Huntmaster'' oder ''Set Sail an Conquer'' verbreiteten eine ''Mordsstimmung''. Nach interessanten 40 Minuten war der Gig dann vorbei und man konnte schon vom ersten kleinen Highlight sprechen. [tl]

AVENGED SEVENFOLD

Aufgrund der Wartezeit und meines bereits vorzüglichen Platzes vor der Maiden Bühne kam ich nach dem Force dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in den Genuss der Kalifornischen Jungspunde, die mit ihrem kruden Mix aus traditionellen Hard Rock und New Metal der Masse mächtig gefiel. Ich fands o.k., wobei auch hier der Sound mehr als überragend war und auf der Bühne mächtig Stimmung herrschte. Und auch hier kam der mir am liebste Song des Fünfers „Seize the day“ mächtig fett rüber und vereinzelt wurde auch mitgesungen. Klasse Opener für das Spektakel, was nun folgen sollte. [tl]

Avenged Sevenfold auf dem Wacken Open Air 2008
Avenged Sevenfold

IRON MAIDEN

Der diesjährige Auftritt der eisernen Jungfrauen auf dem WOA sollte für mich eine Premiere werden, denn bisher blieb es mir versagt, die wohl beste und einflussreichste Metal Band aller Zeiten live zu begutachten. 5x hatte ich Tickets, 2x war ich krank, 2x verreckte mein Auto und einmal verlor ich meine Eintrittskarte. Aufgrund dieser Vorgeschichte war ich erst sicher Maiden live zu sehen, als ich durch mehrere glückliche Zufälle ca. 10 Meter vor der Bühne mein Platz fand und die Band mit „Aces high“ einen mehr als überwältigenden Einstieg feierte. Der Sound war überragend, was auch an den extra aufgestellten Soundtürmen in der Mitte des Festivalareals lag, Dickinsons Stimme war glasklar und Böcke hatte der britische Sechser ebenso. Wer auch mit den Klassikern zwischen 1983 und 1990 die Bretter entert, hat das Publikum ab dem ersten Takt auf seiner Seite. 70.000 kreisten völlig aus und bescherten Maiden einen der besten Gigs ihrer Karriere (O-Ton Bruce Dickinson). Jeder Song wurde mitgesungen und ich ertappte mich mehr als einmal, dass ich mir verstohlen ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen musste, so geil war dieser Auftritt. Bei fast jedem Song ein anderes Backdrop, mehrere Kostüme, wobei schon beim vierten Song „The trooper“ Gevatter Bruce den Union Jack schwenkend die Massen endgültig zum durchdrehen brachte. Das Highlight allerdings war das einem Theaterstück ähnelnde „Rime of the ancient mariner“, bei dem das in blau eingetauchte Bühnenbild, das im Hintergrund dahinschwebende Schiffswrack und Bruce als halber Klabautermann dem Song die Krone aufsetzte. Pyros hier, Rauchsäulen da, Nebelschwaden dort, Iron Maiden wussten an diesem Abend mehr als genau, was die anwesende Masse hören und sehen wollte und so wurde zum Schluss noch der „Somewhere in time“ Eddy wild masturbierend auf die Bühne zurückgeholt. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster und behaupte: Iron Maiden haben in der 19jährigen Geschichte des Wacken Open Air den BESTEN Gig aller Zeiten gespielt, denn noch nie habe ich so viele glückliche Menschen, mich inklusive, nach dem Gig grinsend vor sich hinbrabbeln gesehen. Doch das die als Die-hard-Maiden-Fans-verschrieene Niefelheim Horde mit einem mächtig erigierten Glied den ganzen Abend mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hatte, ist allerdings mehr als ein Gerücht. Dieser Auftritt war mehr als legendär!!! [od]

Setlist:

Aces high
2 minutes to midnight
Revelations
The trooper
Wasted years
Number of the beast
Can I play with madness
Rime of the ancient mariner
Powerslave
Heaven can wait
Run to the hills
Fear of the dark
Iron Maiden
Moonchild
The clairvoyant
Hallowed be thy name

Nach diesem wirklich überragenden Wacken Gastspiel war ich geneigt abzureisen, da es einfach nicht besser werden konnte, was ich allerdings im weiteren Verlauf dieses Berichtes widerrufen werde. Da die Temperaturen zur Nacht eher einem Mallorca Aufenthalt im Hochsommer ähnelten ging ich volles Risiko und schlüpfte nur mit T-Shirt und Boxershorts ins Zelt, und das obwohl ich beim kleinsten Luftzug anfange zu frieren…[od]

 

 

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