Nicht mal zwei Wochen ist das Jahr 2012 alt, und schon steht das erste Ausrufezeichen des Jahres an! Alecest haben sich knapp zwei Jahre Zeit genommen, um an ihrem Nachfolger zu "Écailles De Lune" zu feilen. Dabei ist mit "Les Voyages De L'âme" ein Album entstanden, das wieder mal das Können der Franzosen unterstreicht und jeden Fan begeistert. Jedenfalls bleibt mir das Album als erstes Highlight des Jahres im Hinterkopf hängen.
"Les Voyages De L'âme" öffnet mit "Autre Temps" ganz sanft die Pforten zu einer anderen Welt. Die typischen Alcest-Gitarren schweben quasi stimmungsvoll ins weite Rund, und auch an die gewohnten kleinen Details ist liebevoll gefeilt worden. Von Langeweile also keine Spur, dafür aber von dahinschmelzen Melodien, sanftem Gesang und wundervollen Momenten. Nur selten lassen die Franzosen ihre Black-Metal-Wurzeln erkennen, in "Là Où Naissent Les Couleurs Nouvelles" z.B. da ist es dann vorbei mit der Harmonie und dem ''Vogelgezwitscher''. Wie ein Orkan entlädt sich das Keifen, das einen krassen Kontrast zum folgenden zartem Gesang bildet. Das ist das härteste Stück des Albums, aber sehr geil intoniert! Mit viel Liebe hat Neige die vielen Details erschaffen, die "Les Voyages De L'âme" so dynamisch und doch verträumt erscheinen lassen. Das Titelstück ist ebenso verzaubernd wie das etwas flottere "Being Of Light", in der erneut sanftmütiger Gesang die Ohren umschmeichelt. Auch im Schlussdrittel wirken Alcest bezaubernd, zierlich und träumend. Die Melodien sind immer wieder fesselnd, die Details so sensibel arrangiert!
Ungezwungen, leidenschaftlich und immer noch ziemlich eigen schaffen es Alcest, sich selbst ähnlich zu klingen ohne zu kopieren. Wer die Vorgänger schon zu seinen Favoriten zählt, wird auch "Les Voyages De L'âme" nach einiger Zeit ins Herz schließen. Die Französen werden mit diesem Album in ihrer Karriere einen weiteren Schritt nach vorne machen und ihr Dasein als Undergroundtip mit Sicherheit verlassen! Alcest haben mit viel Liebe zum Detail erneut ein Album geschaffen, das den Alltag aus dem Kopf fegt und sich wie ein dichter Nebel ausbreitet. Ein erstes Highlight 2012! 8 Gabeln für ein cooles Album mit Tendenz nach oben.