Hui, da bin ich aber spät mit meinem Review, aber nach guten drei Monaten Rotation kann ich mir Fug und Recht behaupten, das die neue Tiamat Scheibe echt gelungen ist.
Hier pulsiert ein Gothic-Metal Schwergewicht aus den Membranen der heimischen Lautsprecher das einem bei dem trüben Wetter der vergangenen Monate noch mehr Schwermütigkeit in die Glieder fahren lässt. Und genau so soll das auch sein. Geradezu bestens gelaunt und mit eingängigem Takt leitet der Opener und Titel Song „The scarred people“ die nächste knappe Stunde ein. Während sich „Winter dawn“ noch kernig und metallisch zeigt wird mit „384“ der erste Dämpfer angesetzt. Kein Song klingt wie der vorherige was The scarred people zu einer rundum spannenden Sache macht. Bis alle Schichten der Musik auseinander Gefläddert sind, dauert es Ewigkeiten. Die ersten Höreindrücke werden von viel Melodie getragen bevor man in die tiefen und facettenreich arrangierten Songs abtauchen kann.
Tiamat tänzeln auf einem schmalen Grad zwischen Kitsch und Genialität, ohne dabei abzustürzen. Lediglich gegen Ende stellt sich ein wenig Sättigungsgefühl ein, da die trägeren Rausschmeißer („The red of the morning sun“ und „Paradise“) das ganze doch etwas in die Länge ziehen. Dennoch wirkt sich das kaum auf den positiven Gesamteindruck aus.
Wenn nach 4 Jahren Zeit ein solches Sahnestück dabei heraus kommt, dürfen die Schweden gern wieder eine längere Pause einlegen. Das Warten hat sich hierbei gelohnt. Für mich 'ne klare Acht!