Mittelalterlicher als zuvor kommen Morgenstern mit ihrer aktuellen Speerspitze daher und außerdem auch einen Zacken härter. Waren die ersten Veröffentlichungen der Band doch eher schlicht (für dieses Genre) gestrickt, so weist der neue Output doch einiges an Fortschritt auf.
Bereits beim ersten Durchlauf fällt die recht fette Gitarre auf, die eine deutliche Präsenz darstellt und mit wesentlich dominanteren, mittelalterlichen Instrumenten Unterstützung findet. Bestes Beispiel hierfür bietet der mehr als eingängige Song "Carneval", der zum ständigen Druck der Repeat-Taste verführt und zudem rein weiblichen Gesang feil bietet. Ein definitives Highlight des Rundlings.
Zwar kommt einem das Ganze vielleicht, als Gesamtwerk betrachtet, etwas hölzern produziert vor, doch je mehr man sich mit der CD auseinandersetzt, stellt man fest, dass es eigentlich nicht viel anders klingen dürfte. Eine "große" Produktion ließe in meinen Augen auch an der Authentizität zweifeln. Und so kommen Stücke wie das balladeske "Abgesang", mit seinen schrägen (!) Flöten, der mächtige "Untertan" oder der Banger "Feuer" ziemlich wirklich herüber und laden zum eintanzen ein. Auch wenn der (männliche) Gesang gelegentlich zum schmunzeln einläd, passt es irgendwie zum Gesamtbild.
Wer hier noch Trittbrettfahrerei vermutet, mit der sich an Größen wie Subway to Sally oder In Extrmo gemessen werden soll, der liegt bei diesem Album zumindest gänzlich falsch! Sehr eigenständig kommt "Fuego" daher und reiht sich höchstens in die Riege der Benannten ein - ohne viel Lampenfieber haben zu müssen!
Gespannt wäre ich lediglich auf einen Liveauftritt, um mir davon das Bild zu vervollständigen.
Knappe, aber mit Tendenz nach oben, acht Pieker, weil das kommende Album der Hammer werden muss... *g* ...und dieses schon die besten Ansätze dazu besitzt!