Das ist es also, dass letzte Sentenced Album. Welch treffenderen Titel als The funeral album hätten sie sich da einfallen lassen können? In ihren 16 Jahren hat sich die Band stetig weiter entwickelt, selbst kurz vor dem Ende gab es keinen Stillstand. Das letzte Werk ist eine Hommage an vergangene Tage und an eine glorreiche Zukunft in der wir leider ohne die melodischen Finnen auskommen müssen.
Aber noch ist es nicht soweit erst mal liegen 49:48 Minuten vor uns in denen wir Zeit haben von dieser großartigen Band abschied zu nehmen.
Los geht es mit einem typischen Sentenced Song, „May today become the day“, melodisch, Riff gewaltig und er strotzt geradezu vor neuen Ideen. Nicht anders ergeht es einem mit dem, auch als Single auf den Finnischen Markt geworfenen, „Ever-Frost“, bombastisch, schnell sowie von der Textlichen Seite sehr kompromisslos. Wo ich gerade bei den Lyrics bin, wer sich mal mit den lyrischen Ergüssen der Finnen beschäftigt hat, der weiß das es oft um Tod und Selbstmord geht, kein Wunder das auch auf der letzten Scheibe zahlreiche Bekundungen an den Tod verarbeitet wurden. Auch „We are but falling leaves“ und „Her last 5 minutes“ knüpfen dort an. Beide Songs wurden mit reichlich Akustischen Gitarren angereichert, weniger akustisch geht es da beim Death-Metal-Killer-Riffing „Where whaters fall frozen“ zu, der einem definitiv für wenige Minuten die Tränen aus dem Gesicht bläst. Ein sehr unverhoffter Song, der durchaus auch eine Referenz der frühen Sentenced Tage darstellt, bei einigen Songs fallen einem Parallelen zu vorangegangenen Epochen der Band auf. Mal krachende, mal melancholischere Metal Songs findet man in „Vengance is mine“, „Consider us dead“, „Lower the flags“ und „Despair-ridden hearts“. Auffällig sind neben den verstärkt eingesetzten Akustik Gitarren auch die vielen Piano Passagen, die in den Songs zur Geltung kommen. Das Zusammenspiel der Gitarrenfraktion Lopakka und Tenkula Gipfelt in schön heraus gekitzelten Solis, die in nahezu jedem Track zum Einsatz kommen. Durch all diese Einflüsse wirkt jedes Lied für sich. Melodien kommen ebenfalls mehr zur Geltung als bei allen Vorgänger Alben, wobei man nicht auf die charakteristischen, harten Gitarren verzichten muss.
Nun senkt sich langsam aber sicher der Sarg hinab ins Grab, da kommt bei „Drain you“ noch ein letztes Mal Ohrwurm Feeling auf, bevor das akustische „Karu“ entgültig für die erste Schaufel Erde auf dem Sarg sorgt. Unterstützt von einem Kinderchor geht es schließlich auf das „End of the road“ zu, welches von Ville Laihiala mit ruhiger Stimme besungen wird. Mit dem nach zweieinhalb Minuten einsetzendem Gitarren-Solo klingt das Album langsam aber gemächlich aus und ohne übertreiben zu wollen, dieses Solo ist das beste welches ich je hören durfte, schon allein deswegen lohnt es sich, dieses Album in die Sammlung zu stellen.
Ein sehr schönes Album was uns Sentenced da auf ihrem musikalischen Höhepunkt hinterlassen haben. Durch die gute Zusammenstellung der einzelnen Titel lässt sich das Album problemlos auf Repeat in Dauerrotation hören. Da fällt das Abschied nehmen noch ein bisschen schwerer, aber letzten Endes werfe auch ich meine zehn Pommesgabeln mit in das Grab und sage R.I.P..