07. Juni 2026


           
Review

 

 
     
 
In Flames - Soundtrack to your escape
 

Interpret: In Flames
Albumtitel: Soundtrack to your escape
Erscheinungsjahr: 2004
Genre: Death-Metal
Tracklist:
01. F(r)iend
02. The quiet place
03. Dead alone
04. Touch of red
05. Like you better dead
06. My sweet shadow
07. Evil in a closet
08. In search for I
09. Borders & shading
10. Superhero of the computer rage
11. Dial 595-escape
12. Bottled
13. Discover me like emptiness

Homepage:
www.inflames.com


Zweifellos war ich nach dem ersten Durchgang des heißersehnten neuen Albums der schwedischen Deather In Flames etwas irritiert. Nachdem man sich mit den letzten Alben " Clayman " und besonders " Reroute to Remain " doch etwas von den ursprünglichen Wurzeln, weg vom straighten, melodischen Death Metal hin zu experimentelleren, mit vereinzelten Elektronikeinsprengsel versehenen , Songs bewegte, erwartete ich doch eigentlich nun eine vollkommene Hinwendung zum massenkompatiblen Sound, der einen nur noch entfernt an den typischen Bandsound erinnern würde. Gottlob belehrt einen " Soundtrack to your Escape " rasche eines besseren. Anstatt auf Nummer sicher zu gehen und das überaus erfolgreiche " Soundtrack..." Konzept zu verfeinern oder gar zu kopieren, wagt man sich nun an komplexe Songstrukturen,sperrige Arrangements und wiederborstige, modern angehauchte Einflüsse ,welche auf den ersten Hör erstmal schwer verdaulich erscheinen. Das ist mutig und das hätte ich, ehrlich gesagt, zu keinem Zeitpunkt erwartet. Bereits der knochentrockene Opener " F(r)iend " mit seinem treibenden Rhythmus sowie dem völlig hookfreien Aufbau läßt einen erst einmal tief luftholen und erinnert gar an seelige " The Jesters Race " Zeiten, als sich die Band noch auf kommerzfreien Death Metal Pfaden befand. Natürlich werden auch die typischen Bandtrademarks, wie die unnachahmlichen und stark an Iron Maiden erinnernden melodischen Gitarrenläufe ( " Bottled " )und ohrwurmmäßigen Refrains ( " A Touch of Red " )in die Songs mit eingeflochten, doch all dies geschieht sparsamer, dafür aber umso effektiver. Wieder einmal wird hier Abwechslung und ideenreichtum ganz groß geschrieben. Ob es nun die mit zahlreichen Effekten und Soundspielereien ausgestattete erste Single " The Quiet Place " ( welche mit seinem poppigen Refrain noch am ehesten mit den Songs von " Reroute..." zu vergleich ist ), der mit einem unwiederstehlichen Refrain versehene Up-Tempo Kracher " Like you better Dead " oder die sehr schöne, sich zum Ende hin phantastisch steigernde und in seiner Intensität Vergleiche zu Metallicas " Fade to Black " heraufbeschwörende Halbballade " Evil in a Closet " ist, für Variantenreichtum und überraschende Wendungen, verbunden mit gekonnten Gitarrenbreaks ,ist stets gesorgt. Dabei wurden die Stücke dermaßen raffiniert arrangiert, daß man auch nach dem zehnten Durchlauf ( selbst ausprobiert ) noch überraschende Details heraushört, die man vorher schlicht nicht wahrgenommen hat. Besonders Vocalist Anders Friden hat hörbar die größten Fortschritte gemacht und beherrscht von den gefühlvollen Tönen bis hin zum hysterischen Gekreische das gesamte Spektrum, auch wenn nach meinem Geschmack die Vocals doch etwas zu sehr in den Hintergrund gemischt wurden. Vordergründige Hits wie " Cloud Connected " vom Vorgänger oder " Episode 666 " ( " Whoracle " ) sucht man zwar vergeblich, dafür wird man mit einem Gesamtkunstwerk belohnt, daß zwar etwas an Einarbeitungszeit erfordert, aber dann umso mehr zu begeistern weiß. Ich tue mich im allgemeinen meist immer etwas schwer mit der Kategorisierung in eine Stilrichtung mit dem Wörtchen " New ", aber hier dürfte der Begriff " New Death Metal " durchaus angebracht sein. Ich habe allerdings das Gefühl, daß mit dem nächsten Album noch eine Steigerung möglich sein wird. Bis dahin ist man mit " Soundtrack to your Escape " ( im übrigen mit einem sehr schönen Cover versehen ) und der folgenden Euro-Tour bestens bedient. Ich wage mal zu prophezeien, daß wir mit In Flames nun endlich einen würdigen Nachfolger für " Dinosaurierbands " ( nicht abwertend gemeint ) der Marke Iron Maiden und Judas Priest gefunden haben. Schön, daß "unsere Musik" immer noch in der Lage ist, frische Ideen und Bands hervorzubringen, die das Genre am Leben erhalten. Klare, mit Luft nach oben für den Nachfolger, 9 Pommesgabeln für einen der Höhepunkte 2004 ( jawoll, auch mir ist bewußt, daß das Jahr noch nicht allzu weit vorangeschritten ist... ) Frank

Bewertung:


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