18. Juli 2026


           
Review

 

 
     
 
Moonsorrow - V: Hävitetty
 

Interpret: Moonsorrow
Albumtitel: V: Hävitetty
Erscheinungsjahr: 2007
Genre: Viking-Metal
Tracklist:
01.Jäästä syntynyt / Born of ice
Varjojen virta / Stream of shadows
02.Tuleen ajettu maa / A land driven into the fire

Homepage:
www.moonsorrow.com


Um eines vorweg zu sagen: Das vierte Album der finnischen Pagan / Folk Metaller MOONSORROW ist keine CD zum einmaligen Hören. Vielmehr muss man sich mit „V: Hävitetty“ in Ruhe auseinandersetzen. Den Silberling einfach im Auto nebenbei rotieren zu lassen, um sich einen Eindruck zu verschaffen ist schlicht unmöglich. So kann man die epische Bandbreite dieses Meisterwerkes nie und nimmer erfassen. Eine Umgebung völliger Ruhe und Abgeschiedenheit ist vonnöten, um die beiden 30 und 26 minütigen Songs richtig erfassen, spüren und rezensieren zu können. Auf jeden Fall zeugt es fast schon von Genie und Wahnsinn gleichzeitig, denn wie wollen die fünf Finnen dieses Werk jemals live präsentieren? Egal, widmen wir uns den einzelnen Songs zu, die kurz gesagt die Geschichte des Entstehung und Vernichtung der Welt zum Thema haben, auf die ich allerdings nicht großartig eingehen kann, da sich meine finnische Sprachkenntnis gen Null bewegt.

 

Jäästä syntynyt“ – Born of ice

Varjojen virta“ – Stream of shadows

 

Die ersten Geräusche vermitteln ein verschieben der tektonischen Platten, ein Knacken und Knirschen ist zu vernehmen, sehr sphärisch und ein wahnsinniger akustischer Einstieg. Nach knapp zweieinhalb Minuten setzen schöne Keyboards und ein langsames Schlagzeug mit ein und im Hintergrund gibt es einen sehr gut platzierten Chor zu hören. Wiederum 3 Minuten später gibt es die ersten Gitarren und nach insgesamt 7 Minuten gibt es das erste heisere Gebell vom MOONSORROW Fronter, welches den Übergang einleitet zum doomigen und sehr tragenden Mittelteil. Nach 16 Minuten wird es etwas folkloristisch und 3 Minuten später gibt es mit dem ersten Blastbeatgewitter einen fulminanten Richtungswechsel. Der Rest ist für alle Fans von sphärischen Black Metal a’la IMMORTAL oder BATHORY gedacht und nach über 30 Minuten ist der erste Song Geschichte. Ich fragte mich: War’s das schon? Die Zeit verging wie im Fluge und meine Bedenken in Bezug auf die Länge des Songs war wie weggeblasen. Ein gigantisches Stück Musik.

 

„Tuleen ajettu maa“ – A land driven into the fire

 

Prasselnde Feuer, Schamanengesang, Maultrommeln, Gänsehaut Atmosphäre Pur. Die leise beginnenden Akustikgitarren steigern sich, bis es richtig metallisch wird. Der Sound ist wie eine Wand, an die man sich gegenlehnen will. Viele Trommeln, der Boden vibriert, fette Chöre, ein tierischer Headbanger. Nach 13 Minuten das Inferno: Der Sound wird rauer, das Schlagzeug rast, die Musik scheint sich zu überschlagen, die Welt steht vor dem Untergang. Die Musik wird langsamer, tragend und verkommt zu einem wispern. Das Keyboard untermalt die Apokalypse und am Ende herrscht Stille…eine große knisternde Leere. Die Welt scheint zerstört. Der beste Pagan Metal Song ALLER ZEITEN!!!

 

MOONSORROW haben sich mit „V: Hävitetty“ selbst ein Denkmal gesetzt. Diese Platte ist ein düsteres, apokalyptisches Meisterwerk, welches jeder, der auf guten Metal steht, in seiner Sammlung haben muss. Selbst die exorbitante Länge der beiden Songs spielt hier überhaupt keine Rolle. Es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, man möchte eher des Öfteren zurückspulen, um einige Nuancen des Eben gehörten noch einmal genießen zu können. Die Finnen müssen auf den in diesem Sommer anstehenden Festivals mindestens eines dieser beiden Meisterwerke in voller Länge mit allem Drum und Dran präsentieren, ansonsten setzt es Hiebe. Die volle Punktzahl ist eine logische Konsequenz und ein großes Dankeschön für eine überragende Veröffentlichung.

Bewertung:


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