18. Juli 2026


           
Review

 

 
     
 
Alestorm - Captain Morgan's revenge
 

Interpret: Alestorm
Albumtitel: Captain Morgan's revenge
Erscheinungsjahr: 2008
Genre: Folk-Metal
Tracklist:
01. Over the seas
02. Captain Morgan’s revenge
03. The huntmasters
04. Nancy the tavern wench
05. Death before the mast
06. Terror on the high seas
07. Set sail and conquer
08. Of treasure
09. Wenches & mead
10. Flower of Scotland

Homepage:
www.alestorm.net


Ja, endlich wieder eine Band, bei der man sich aufgrund der massenhaft anfallenden Klischees mal so richtig auslassen kann. Also dann, wetzt die Säbel, rückt die Augenklappe zurecht und packt Euch das Rumfäßchen unter den Arm: Die Piraten sind los! Vergesst diese bescheuerten Running Wild Vergleiche, Alestorm machen richtigen Pirate-Metal, so voller Pathos und Hingabe, das man das Salzwasser förmlich schmecken und die Pulverdämpfe buchstäblich riechen kann, da schabt das Holzbein über die Planken und der Wind bläht die Segel.

 

Captain Morgan’s revenge“ ist aber noch viel mehr als eine bloße Ansammlung von Seeräuber Geschichten, vielmehr beweisen uns die vier Schotten, dass sie auch allesamt Könner an ihren Instrumenten sind. Gerade die Gitarren / Keyboard Duelle der Mannen Gavin Harper und Christopher Bowes gehören zu dem besten, was ich seit langem in dieser Spielart des Metal zu Gehör bekommen habe und auch das rauchige, Rum / Whisky gestählte Sangesorgan des Letztgenannten trägt zum famosen Gesamtkonzept von Alestrom bei. Selbstverständlich haben die Jungs das Rad nicht neu erfunden und bedienen sich stilistisch bei Bands wie Korpiklaani, die mit „Journey man“ auf der ersten EP „Battleheart“ bereits zu Cover-Ehren kam, und Turisas, wobei dennoch die eigenen Trademarks nie zu kurz kommen. Diese bestehen in großartigen Hooks und famosen Melodien („Over the seas“), ausgedehnten Flöten, Akkordeon und Keyboard Einlagen („Captain Morgan’s revenge“, „Nancy the tavern wench“) und bedingungslos tanzbaren Songs („Wenches & mead“). Überraschungen gibt es aber auch. So entpuppt sich „Terror on the high seas“ als zünftiger Thrasher und „Of treasure“ als lupenreiner Folksong, bei dem man das prasselnde Lagerfeuer förmlich spüren kann. Selbst vor einer erneuten Coverversion schreckt man nicht zurück und intoniert mit „Flower of Scotland“ eine autarke Neuinterpretation des Kantus der schottischen Folkhelden Corries. Highlight ist allerdings „Set sail and conquer“, dessen Refrain mir stundenlang nicht aus dem Kopf ging und der am besten dazu geeignet ist, die Musik Alestorm’s zu beschreiben.

 

Captain Morgan’s revenge“ ist eine großartige Platte und ein Highlight des noch jungen Jahres und wird dem kaledonischen Quartett viele Türen öffnen. Gerade Fans der oben genannten Bands sollten sich dieses Juwel in ihre Schatztruhe legen und vor allem, falls sie in der Nähe wohnen, die Jungs auf dem Lichtenfelser Ragnarök mit einem kräftigen „Yoho, yoho und ne Buddel Rum…“ lautstark unterstützen. Ich jedenfalls leihe mir jetzt von meinem Sohn die Plastikschippe und werde im Garten auf Schatzsuche gehen, immer „Set sail and conquer“ vor mich hinsummend. Hol mich der Klabautermann…

Bewertung:


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