18. Juli 2026


           
Review

 

 
     
 
Sepultura - A-Lex
 

Interpret: Sepultura
Albumtitel: A-Lex
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Thrash-Metal
Tracklist:
01. A-Lex I
02. Moloko mesto
03. Filthy rot
04. We’ve lost you!
05. What I do!
06. A-Lex II
07. The treatment
08. Metamorphosis
09. Sadistic values
10. Forceful behavior
11. Conform
12. A-Lex III
13. The experiment
14. Strike
15. Enough said
16. Ludwig van
17. A-Lex IV
18. Paradox

Homepage:
sepultura.uol.com.br


Wie sagte bereits Marlene Dietrich anno 1941: „Sag mir wo die Blumen sind. Wo sind sie geblieben…“ Gleiches lässt sich auf die Brasilianische Vorzeige Kapelle Sepultura implementieren, die mit dem Ausrutscher „Dante XXI“ seit dem Weggang von Max Cavalera lediglich ein brauchbares Album zustande gebracht haben und ansonsten nur Schrott veröffentlichten. Also…ein neues Album, ein neues Glück?

 

Mitnichten, denn das Clockwork orange Konzeptalbum „A-Lex“, welches als recht geschicktes Wortspiel im russischen ebenso „gesetzlos“ bedeutet, ist ein Totalausfall von vorn bis hinten. Das kann einfach nicht mehr die Band sein, die mit Klassikern wie „Beneath the remains“ und der dazugehörigen Tour mit Sodom, bei dem ich es erstmals erlebte, das ein Support die Hauptband pulverisierte, oder „Chaos A.D.“ Metal Geschichte geschrieben hat. Mit diesen Platten und dem neuen, musikalischen Offenbarungseid, hat nur noch der Bandname was gemein, der Rest ist wie Tag und Nacht. O.k. beim ersten richtigen Song „Moloko mesto“ hatte ich noch die Hoffnung, dass sich Sepultura ihrer alten Werte besinnen, denn dieses Stück ist schnell und klasse wie zu alten Zeiten, doch der Katzenjammer folgte schnell. „Filthy rot“ oder „Sadistic values“ sind abstrakt, kaum nachvollziehbar und lärmen nur rum. Songstrukturen? Fehlanzeige! Genauso nervig sind die ewigen Intros, Intermezzos und tontechnischen Spielereien, die ein eventuell angedachtes, musikalisches Konzept im Keim ersticken. Der Höhepunkt dieses Dillethantischen Machwerks ist „Ludwig van“, welches aus lieblos Zusammengeschnipselten Soundfragmenten aus der Schaffensperiode eines der größten Komponisten der Moderne besteht und eine Beleidigung der Musikgeschichte darstellt. Da hilft es auch nicht mehr viel, dass das groovige „The treatment“ einer der besseren Sepultura Songs der Neuzeit ist. Bei 18 Songs gerade mal 9 richtige ist eine Verarsche sondergleichen.

 

A-Lex“ ist schon jetzt eine der größten Enttäuschungen des gerade begonnenen Jahres und wird ein weiteres Stück zum Untergang dieser einst fantastischen Band beitragen. Ehrlich, so einen Mist habe ich den Jungs wirklich nicht zugetraut. Bleibt zu hoffen, dass man irgendwann noch einmal bei einer Reunion die alten Songs zu hören bekommt, bevor sich der Sargdeckel endgültig über Sepultura schließt. Finger weg!!!


Disclaimer | Impressum | Datenschutz © by pommesgabel.de 2003 - 2026