07. Juni 2026


           
Review

 

 
     
 
Icon in Me - Human museum
 

Interpret: Icon in Me
Albumtitel: Human museum
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Thrash-Metal
Tracklist:
01. Dislocated
02. That day, that sorrow
03. End of file
04. Empty hands
05. Moments
06. Blood ritual
07. To the end
08. In memorium
09. The worthless king
10. Turn the dead on
11. Avoiding the pain

Homepage:
www.iconinme.com


Alles Neue macht der Mai…wobei wir ja erst April haben, aber scheiß der Hund drauf. Aus dem Hause Massacre flatterte mir vor ein paar Tagen das Debüt von Icon in me auf den Tisch. Als ich mir die Infos dazu durchlas kam ich unweigerlich zu dem Gedanken: naja, wieder so eine zusammen gewürfelte Söldner-Band, die die Welt so nicht braucht. O.k., die Referenzen an sich lesen sich ja nicht sooo schlecht: Jacob Hansen Produktion, ex-Sänger von Mnemic (Tony JJ), ex-Drummer von Soilwork und Hatesphere und ein russischer Gitarrist namens D.Frans, der mit seiner neu formierten Combo mal eben als ersten Gig Machine Head in Moskau supportet. Allright, riskieren wir mal ein oder zwei Ohren…

 

Technisch äußerst versiert knüppeln Icon in me auf „Human museum“ einen recht gefälligen Thrash / Modern metal Mix herunter, der auf Anhieb zu gefallen weiß, dennoch durch die leider völlig unterschiedlichen Qualitäten der einzelnen Songs mich nicht zu übermäßigen Jubelstürmen hinreißen ließen. Die klangtechnische Aufarbeitung der 11 Songs ist, wie bei Hansen seit jeher üblich, mehr als fett und differenziert, doch lediglich 4 der 11 auf „Human museum“ befindlichen Songs haben mich von Grund auf überzeugt. Und dabei begann es mit dem im Fahrwasser Mnemics schippernden „Dislocated“ mehr als vielversprechend, denn hier gibt es richtig schön schleppend eins in die Fresse. Auch die erste Single Auskopplung „That day, that sorrow“ ging richtig gut ab, überzeugt dieses Stück durch seine fetten Blastattacken und seiner richtig groben Geschwindigkeit, doch „End of files“ war dann doch schon grenzwertig und konnte dem Standard der vorangegangenen Stück nicht gerecht werden. Das Icon in me auch gerne der texanischen Riffschmiede frönen bewies dann „Empty hands“ welches Pantera-artig richtig Arsch trat und zu einem der Highlights gehörte. Doch erneut fiel das Stimmungsbarometer um einige Punkte, da sich „Moments“ leider viel zu deutlich an Schrottbands wie Sonic Syndicate orientiert, welches auch für das später noch folgende „To the end“ galt. Dabei hat es der Fünfer überhaupt nicht nötig, Plagiate abzuliefern, was das überragende „Blood ritual“ eindrucksvoll unter Beweis stellte: Kurz und knackig, voll auf’s Fressbrett, affengeiles Riffing und die Doublebass mitten in die Magengrube. So muss das sein. Nun hegte ich die Hoffnung, die Band hätte die Kurve bekommen und würde abschließend noch mal gleichwertig Gas geben, so sah ich mich leider enttäuscht, da „The worthless king“, „Turn the dead on“ und auch das abschließende „Avoiding the pain“ nur noch Durchschnittsware darstellte und nichts mehr zu einer besseren Bewertung beitragen konnte.

 

Human museum“ ist beileibe nicht schlecht und wenn sich Icon in me auf ihre Tugenden besinnen werden, wird aus den Jungs noch ein richtiger Kracher, daran hege ich keine Zweifel. Doch dazu gehört, unnötigen Ballast abzuwerfen und irgendwelche Plagiate zukünftig zu unterlassen. Ich verordne hiermit: Im Proberaum einschließen, 1000x  Blood ritual“ reinsaugen und schon geht die Luzie ab. Für Freunde gepflegten Fratzengeballers ist die Scheibe dennoch empfehlenswert.

Bewertung:


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