18. Juli 2026


           
Review

 

 
     
 
Misery Speaks - Disciples of doom
 

Interpret: Misery Speaks
Albumtitel: Disciples of doom
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Metalcore
Tracklist:
01. Out of the unknown
02. The burning path
03. End up in smoke
04. A road less travelled
05. Disciples of doom
06. Obsessed
07. Black garden
08. Fragile
09. The swarm
10. Into the unknown

Homepage:
www.miseryspeaks.com


Münster, die Zweite. Nach Neaera beglücken uns nun auch Misery speaks mit einem neuen Album. Nach dem Kracher „Catalogue of carnage“ nennt sich das mittlerweile vierte Album der Jungs „Disciples of doom“ und knüpft teilweise an den guten Vorgänger an. Aber eben nur teilweise…

 

Die größte Veränderung war sicherlich der Weggang von Fronter und Aktivposten Claus Ulka, der in meinen Augen nur unzureichend mit Przemek Golomb ersetzt wurde. Der Gute hat leider nur einen Bruchteil des Stimmvolumens der vormals bärtigen Rampensau und ist teilweise (oder gewollt???) ziemlich weit in den Hintergrund gemischt. Musikalisch ist der Fünfer aber weiterhin top, was vor allem auch daran liegen könnte, das Gitarrist Florian Füntmann als Aushilfshexer mit Heaven shall burn die USA bereiste und damit einiges an kreativen Input mitgebracht hat. Aber wie gesagt, dies ist lediglich eine Vermutung, obwohl „End up in smoke“ das Gegenteil beweist. Ein Schelm, der böses dabei denkt…Was mir sehr gefällt, ist der sehr kantige und grobe Sound, der den Münsteraner überraschend gut steht und die Brutalität der Songs um ein Vielfaches verstärkt. Ebenso überraschend sind die melodiösen Aspekte, die beispielsweise bei „A road less traveled“ in den Vordergrund treten. Blastattacken gibt es selbstverständlich auch, checkt einfach mal „Obsessed“ an und Ihr werdet sehen, was ich meine. Mein Favorit ist allerdings genau der Song, der etwas aus der Reihe tanzt und als Slowmotion Granate mächtig zündet und gleichzeitig den Titeltrack markiert. Ein richtig geiles Teil! Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, denn mit „Black garden“ befindet sich auch ein Song auf dem Album, der so überhaupt nicht ins Gefüge von Misery speaks passt und mit seiner Rock’n’Roll Attitüde völlig hinten runter fällt. Dafür zeigen uns die Jungs mit „The swarm“ wie die seligen D.R.I. heute vielleicht klingen würden. Eine richtig geile Punk Nummer.

 

Alles in allem kann man erneut sagen: Wo Misery speaks draufsteht ist auch Misery speaks drin. Doch mir fehlt an „Disciples of doom“ ganz klar Claus Ulkas Stimme. Weiterer Kritikpunkt ist der in meinen Augen wirklich schlecht abgemischte Gesang, der die ansonst wirklich gelungene Produktion mächtig schmälert. Dennoch ein rundes Scheibchen und ein weiterer Schritt in der Karriere des Fünfers.

Bewertung:


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